Akage no An (Anne mit den roten Haaren) - Zusammenfassung der Handlung Teil 1 - 25

Anne mit den roten Haaren, 1. DVD-Box

Laufzeit der DVDs: ca. 600 min.

1. DVD

Teil 1 - Die große Überraschung

Herr Cuthbert und Anne

Man schreibt den Juni des Jahres 1870. Ort der Handlung ist die Prinz-Edward-Insel im Südosten Kanadas. Auf einer Fähre steht ein rothaariges Mädchen und schaut auf das Meer hinaus: Anne Shirley, 11 Jahre alt, Waisenkind und auf dem Weg zu ihren neuen Eltern, Herrn und Frau Cuthbert. Die beiden Cuthberts sind allerdings nicht Mann und Frau, sondern Bruder und Schwester, beide nicht mehr die jüngsten, und daher auf der Suche nach einem Waisenjungen, der ihnen auf der Farm helfen kann. Daß statt dessen ein Mädchen kommt, wird für alle drei eine Menge Turbulenzen heraufbeschwören.

In der Hafenstadt steigt Anne in den Zug. Die Prinz Edward-Insel ist ca. 200 Kilometer lang und 20 breit, und damit ist sie schon mal eine Zeitlang unterwegs, allerdings nicht ganz allein, sondern in Begleitung einer Frau Spencer, von der wir in späteren Folgen noch etwas mehr erfahren werden.

Derweil setzt sich ihr neuer Pflegevater in spe, der alte Matthew Cuthbert, in seine Kutsche und gondelt gemütlich hinüber zu dem kleinen Bahnhof von Camody, wo er seinen neuen Adoptivsohn in Empfang zu nehmen gedenkt. Da leider seine Uhr stehengeblieben ist, kommt er eine halbe Stunde zu spät. (Damit verpaßt er nicht nur den Zug, sondern auch Frau Spencer, was letztlich für den weiteren Verlauf dieser Geschichte entscheidende Folgen haben wird.)

Auf dem Bahnsteig steht jedenfalls kein Junge, sondern nur ein rothaariges Mädchen. Matthew macht sich auf die Suche nach dem erwarteten Jungen, bis ihm so langsam klar wird, daß keiner da ist sondern statt dessen dieses Mädchen namens Anne. Stehenlassen kann er sie nun auch nicht, also nimmt er sie erst mal mit. Zusammen fahren sie zurück zu Matthews Farm Green Gables, und diese Rückfahrt geht genauso langsam vonstatten wie die Hinfahrt. Das gibt Matthew viel Zeit, Annes hervorstechendste Charaktereigenschaften kennenzulernen: ihre Geschwätzigkeit, ihre überquellende Fantasie und ihre natürliche Herzlichkeit.

Anne ist wirklich ein liebenswertes Mädchen, das Matthews Herz gewissermaßen im Sturm erobert. Aber was wird Marilla sagen, wenn statt eines Jungen plötzlich ein Mädchen vor der Tür steht?

Teil 2 - Eine entscheidende Begegnung

Frau Cuthbert bringt Anne ins Bett

Die Heimfahrt setzt sich noch ein Weilchen fort, und das gibt Anne viel Gelegenheit, die Schönheiten der Natur zu bewundern, wobei sie auch gleich ein paar neue Namen verteilt. Matthew erwähnt auch Diana Barry, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, und spontan beschließt Anne, daß diese Diana ihre beste Freundin werden soll. Daß sie sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat, stört sie nicht weiter.

Anne freut sich riesig auf ihr neues Zuhause. Doch dann steht sie Marilla gegenüber, und die erklärt ihr kurz und bündig, daß sie einen Jungen brauchen und daß sie, Anne, wieder zurückgeschickt wird.

Anne macht eine ziemliche Szene, aber mit sowas erreicht sie bei der kühlen Marilla gar nichts. Bei den Dialogen zwischen den beiden prallen Welten aufeinander. Selbst in dieser Situation sprudelt Annes Fantasie nur so hervor, und das findet Marilla ausgesprochen ungewohnt.

Beim Abendessen bekommt Anne logischerweise keinen Bissen herunter. Marilla, die trotz ihrer kühlen Reserviertheit an sich eine recht freundliche Frau ist, bringt sie dann ins Bett und wünscht ihr eine gute Nacht, doch Anne ist der Meinung, an dieser Nacht sei sicher nicht viel gutes zu finden.

Später fragt Matthew seine Schwester, ob sie Anne nicht vielleicht doch behalten könnten. Dem widerspricht Marilla aber energisch. Was könnte Anne schon für sie tun? Matthew fragt zurück, ob sie nicht statt dessen etwas für Anne tun könnten. Sie ins Waisenhaus zurückzuschicken wäre für sie ein großes Unglück. Aber Marilla hat sich nun mal festgelegt und kann oder will nicht mehr zurück.

In dieser Nacht ist Anne übrigens die einzige, die schlafen kann. Sie hat sich in den Schlaf geweint und genießt jetzt wenigstens schöne Träume.

Teil 3 - Abschied von Green Gables

Anne kämmt sich die Haare

Am nächsten Morgen ist Anne wieder wohlauf und freut sich über den schönen Sonnenaufgang und die Aussicht auf die prächtige Natur vor ihrem Zimmer. Marilla kommt herein, und Anne weist sie wortreich wie immer darauf hin, wie hübsch da draußen alles sei.

Marilla bittet Anne, sich rasch zu waschen und anzuziehen, und wir haben die seltene Gelegenheit, Anne mal mit offenem Haar zu sehen, als sie es sich durchkämmt. Die Farbe ihrer Haare ist sicher Geschmacksache, aber um ihre dichte Mähne würden sie sicher die meisten Frauen beneiden.

Beim Frühstück hat Anne auch ihren Appetit wieder und verputzt eine ordentliche Ladung, und auf Marillas speziellen Wunsch hin hört sie immerhin während des Kauens mit dem Plappern auf.

Nach dem Frühstück hilft Anne Marilla beim Abwasch, macht dann ihr Bett und weigert sich schließlich, nach draußen zu gehen, weil ihr der bevorstehende Abschied auch so schon schwer genug fällt. Dafür gibt sie aber der Geranie auf der Küchenfensterbank noch einen Namen. Und irgendwie fängt sie so langsam an, auch Marilla aufzutauen. Nach dem vorgezogenen Mittagessen geht es dann per Kutsche nach White Sands, wo Marilla Anne wieder bei Frau Spencer abliefern und das Mißverständnis aufklären will.

Am schwersten fällt übrigens Matthew der Abschied, und er ist so deprimiert und den Tränen nahe, daß er den ganzen restlichen Tag über nichts mehr hinbekommt.

Marilla fühlt sich übrigens auch nicht viel besser. Trotz ihrer äußerlichen Kühle geht diese Situation keineswegs spurlos an ihr vorbei. Doch es sich anders zu überlegen bringt sie nicht fertig.

Teil 4 - Anne erzählt ihr Leben

Anne als Kindermädchen der Familie Thomas

Anne beschließt, trotz der widrigen Umstände die Fahrt zu genießen. Und das heißt bei ihr, daß ihr Mundwerk keine Sekunde stillsteht.

Die Fahrt geht die Küste entlang, worüber Anne sich sehr freut.

Marilla fragt Anne, wie eigentlich ihr bisheriges Leben ausgesehen hat. Anne hat sich da eine Geschichte überlegt, die sie viel schöner als die Wirklichkeit findet, doch Marilla will die Wahrheit wissen. Das bringt Anne erst mal zum Schweigen. Schöne Erinnerungen hat sie anscheinend nicht viele.

Kurz darauf fahren sie am Bauernhof einer Nachbarin vorbei. Die beiden unterhalten sich ganz ungeniert über Anne, bis es der zu blöd wird und sie wegläuft (nicht sehr weit allerdings). Nachdem sie wieder in der Kutsche sitzt, entschuldigt Marilla sich bei ihr. Und dann erfährt sie Annes Lebensgeschichte, wortreich ausgeschmückt, wie das bei Anne so üblich ist.

Geboren wurde Anne im Jahre 1859 in Neu-Schottland. Zwei Monate nach ihrer Geburt starb ihre Mutter, wenig später auch ihr Vater. Verwandte gab es keine, niemand wollte das Baby, aber schließlich erklärte sich eine Nachbarin, eine Frau Thomas, bereit, Anne anzunehmen. Herr Thomas war allerdings ein Säufer, und dementsprechend ärmlich waren die Verhältnisse. Frau Thomas bekam dann vier eigene Kinder, und Anne, obwohl selbst noch klein, mußte auf diese aufpassen. Als Anne 8 Jahre alt war, zog die Familie in eine andere Stadt, wo Frau Thomas eine Arbeit gefunden hatte. Die schwierigen Verhältnisse gipfelten schließlich darin, daß Herr Thomas im Vollrausch von der Eisenbahn überfahren wurde. So ein Ende hatte selbst Anne ihm nicht gewünscht, obwohl er sie nie gut behandelt hatte.

Frau Thomas kam nicht mehr zurecht, und es blieb ihr nichts anders übrig, als Anne an eine Frau Hammond weiterzureichen. Frau Hammond war wohl eine ganz nette Frau, lebte aber in einem Waldarbeitergebiet, und alles, was Anne dort zu sehen bekam, waren gefällte Bäume, was sie außerordentlich bedrückte. Frau Hammond bekam im Laufe der Zeit viermal Zwillinge, und sich um sie zu kümmern blieb natürlich an Anne hängen.

In einem der nächsten Winter verstarb Herr Hammond an einer Lungenentzündung. Frau Hammond strich die Segel, verteilte ihre Kinder auf ihre Verwandten und verschwand. Und Anne blieb es überlassen, irgendwie zurechtzukommen. Also ging sie ins Waisenhaus, aber dort wollte sie auch keiner haben. weil es ohnehin schon überfüllt war. Sie schaffte es aber doch irgendwie, daß sie dort bleiben durfte. Ein halbes Jahr später kam dann Frau Spencer und erklärte Anne, sie habe für sie eine Familie gefunden - die Cuthberts. Doch anscheinend wird nun auch daraus wieder nichts.

Trotz aller Widrigkeiten hat Anne es übrigens geschafft, wenigstens ab und zu zur Schule zu gehen. Sie kann Lesen und Schreiben, und sie hat alle Bücher gelesen, die ihr ihre Eltern hinterlassen haben. Diese Bücher gibt es inzwischen allerdings nicht mehr, sie wurden irgendwann mal aus Versehen weggeschmissen.

Marilla geht diese Geschichte sehr nahe, vor allem, als Anne am Schluß noch sagt, angesichts der Umstände seien Frau Thomas und Frau Hammond großartige Frauen gewesen.

Teil 5 - Marilla entscheidet sich

Frau Blued, Anne und Frau Spencer

Frau Spencer ist es ausgesprochen peinlich, daß die Cuthberts statt des gewünschten Jungen ein Mädchen bekommen haben. Wie es dazu gekommen ist, kann sie sich allerdings auch nicht erklären. Matthew und Marilla hatten einen Brief geschrieben. Der ging durch zahlreiche Hände, und am Ende kam es dann eben zu dieser Verwechselung. Marilla meint dazu, die Schuld läge auch bei ihnen, denn um so eine Sache hätten sie sich persönlich kümmern sollen und nicht nur per Brief.

Frau Spencer hat aber eine gute Idee - zumindest glaubt sie das. Eine Frau Blued hat nämlich kürzlich um ein Waisenmädchen ersucht, das ihr beim Kinderhüten und der Hausarbeit helfen soll. Marilla kennt Frau Blued und ist von dieser Vorstellung nicht gerade begeistert.

Und genau in diesem Moment kommt Frau Blued auch schon angerauscht. Sie ist eine ziemliche Schreckschraube (in Annes Vorstellung ein Schreckschraubenzieher), und es sieht nicht so aus, als hätte Anne jetzt eine gute Zeit vor sich. Frau Blued entscheidet sich nach kurzer Zeit, Anne zu nehmen. Frau Spencer ist hoch erfreut, Anne hingegen würde am liebsten sterben. Und auch Marilla hat ein ungutes Gefühl. Das hatte sie schon die ganze Zeit, aber jetzt ist die letzte Gelegenheit zu handeln. Sie eiert herum, daß sie und Matthew es sich eigentlich vielleicht und so doch noch mal mit Anne überlegen wollten. Frau Blued schluckt das ohne viel zu murren. Und Anne kommt sich vor wie im Himmel - was auch entsprechend animiert ist.

Und so fahren sie in einem imaginären Wirbel aus Blüten wieder nach Green Gables zurück.

Neben Anne ist natürlich auch Matthew überglücklich über diesen Ausgang. Marilla behauptet zwar, es sei noch nichts endgültig entschieden, aber die Sache ist natürlich gelaufen. Wenn auch Marilla ziemlich unsicher ist, was nun alles auf sie zukommt und ob sie auch alles richtig macht. Aber da ist Matthew guter Dinge.

Nach dem Abendessen bringt Marilla Anne ins Bett und meint so nebenbei, sie solle jetzt ihr Nachtgebet sprechen und dann Schlafen gehen. Doch wenn Anne sowas macht, dann findet das erheblich anders statt als Marilla sich das so vorgestellt hat. Es ist schwer, das in so einer Zusammenfassung wiederzugeben, aber diese Szene ist einfach zum Totlachen.

Anschließend erklärt Marilla ihrem Bruder, daß Anne so schnell wie möglich in die Sonntagsschule muß, um ordentlich beten zu lernen. Außerdem braucht sie ein hübsches Kleid, oder am besten gleich ein paar mehr. Man sieht, daß Marilla sich mit ihrer Rolle als Mutter erstaunlich schnell arrangiert hat. Womöglich hat sie sich das schon länger insgeheim gewünscht ...

Teil 6 - Ein Traum wird wahr

Anne ist glücklich

Marilla schafft es tatsächlich, Anne ihre endgültige Entscheidung erst am nächsten Tag mitzuteilen. Bis dahin spannt sie sie sozusagen noch auf die Folter, doch als sie dann endlich damit herausrückt, gibt es für Anne kein Halten mehr. Überglücklich saust sie davon und inspiziert den Garten, den Bach, die Wiesen und Felder und alles, was zu dem umfangreichen Landbesitz der Cuthberts dazugehört.

Sie sieht Matthew auf dem Feld beim Säen, rennt zu ihm und erzählt ihm von ihrem Glück - natürlich hat Matthew das schon vorher gewußt. Zusammen gehen sie dann nach Hause, wobei Anne unterwegs noch einen blühenden Kirschbaumzweig mitnimmt.

Marilla fällt es etwas schwer, sich an Annes überschäumendes Temperament zu gewöhnen. Sie selbst ist ja ein sehr ruhiger und beherrschter Typ, und Anne bringt einige Veränderungen in ihr Leben.

Später, beim Kaffeetrinken, fragt Anne, wie sie ihre Pflegeeltern denn von nun an nennen soll. Sie schlägt "Tante Marilla" und "Onkel Matthew" vor, doch das gefällt Marilla nicht. Sie ist nicht Annes Tante, also will sie auch nicht so genannt werden. Und so einigen sie sich auf "Marilla" und "Matthew".

Nach dem Essen will Matthew Anne die Tiere zeigen, doch Marilla beschließt, daß sie ihr erst mal beim Aufräumen hilft und dann ein Gebet lernen muß. Während des Abwaschs denkt Anne daran, ob sie hier wohl eine Busenfreundin finden könnte. Marilla erwähnt das Nachbarsmädchen Diana Barry. Anne erzählt, daß sie während ihrer Zeit bei Frau Thomas auch eine besondere Freundin hatte - ihr Spiegelbild in der Glastüre des Bücherschrankes von Frau Thomas. Sie schildert das Marilla in allen Einzelheiten und auch, wie sie von ihrer verzauberten Freundin im Spiegelland schmerzhaft Abschied nehmen mußte, als sie an Frau Hammond weitergereicht wurde.

Marilla ist über Annes Fantasie ziemlich verwirrt. Sie hat sich nie in ihrem Leben Tagträumen hingegeben und meint, es werde Anne guttun, zur Abwechselung mal eine echte Freundin zu haben. (Marilla ist wirklich eine gutherzige Frau, und sie gibt sich große Mühe, mit einer für sie sehr ungewohnten Situation umzugehen und nichts falsch zu machen.)

Sie schickt Anne dann auf ihr Zimmer, damit sie dort das Vaterunser auswendig lernt. Aber selbst das garniert Anne mit romantischen Träumen.

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Teil 7 - Sich entschuldigen ist schwer

Marilla bekommt Besuch von ihrer Nachbarin und Freundin Rachel Lynde. Die interessiert sich natürlich brennend für Anne, die gerade irgendwo draußen spielt. Die beiden tratschen ein bißchen über Anne, und Frau Lynde meint, Marilla hätte sich da eine ganz schöne Last und Verantwortung aufgehalst, und das, obwohl sie mit Kindern überhaupt keine Erfahrungen hat. Aber es ist eben so, daß nicht nur Matthew, sondern auch Marilla Anne inzwischen ins Herz geschlossen haben.

Anne schreit Frau Lynde an

Schließlich ruft Marilla Anne ins Haus. Die ist ziemlich schmutzig und barfüßig, und nach allem, was Frau Lynde schon so gesagt hat, macht Anne nicht gerade den besten Eindruck auf sie, was sie Marilla gegenüber auch deutlich zum Ausdruck bringt. Es dauert nur ein paar Sekunden, da kocht Anne innerlich vor Wut. Und als Frau Lynde dann auch noch Annes Sommersprossen und ihre knallroten Haare betont, platzt Anne der Kragen. Sie brüllt Frau Lynde nach allen Regeln der Kunst zusammen. Marilla kann nur daneben stehen und versuchen, den Schock zu verdauen. Dann schickt sie Anne auf ihr Zimmer, aber das rettet die Situation auch nicht mehr, vor allem nicht, nachdem sie Anne sogar noch indirekt Recht gibt. Lamentierend und zeternd marschiert Frau Lynde davon und verspricht, Marillas Haus nie wieder zu betreten.

Marilla knöpft sich nun Anne vor und verlangt, daß sie sich entschuldigt, was Anne natürlich entschieden ablehnt. Sie ist der Meinung, daß man auch ein Waisenkind nicht so rücksichtlos behandeln darf.

Marilla hat dafür schon Verständnis, gibt jedoch zu bedenken, daß in kürzester Zeit jeder auf der Insel von diesem Vorfall sprechen wird. Also muß Anne solange auf ihren Zimmer bleiben, bis sie nachgibt. Und das kann natürlich dauern. Aber Marilla kann da genauso stur sein wie Anne.

So wie es aussieht, ist derjenige, der am meisten leidet, Matthew. Also nutzt er eine günstige Gelegenheit, schleicht sich heimlich, ohne daß Marilla es merkt, auf Annes Zimmer und redet ihr mal ins Gewissen. Und es sieht so aus, als hätte er damit Erfolg, denn Annes Wut ist inzwischen verraucht, und statt dessen tut es ihr sogar leid.

Nachdem Matthew wieder weg ist, schleicht nun Anne zu Marilla und sagt kleinlaut zu ihr, daß sie aufgibt und sich nun also doch entschuldigen will. Darüber ist Marilla sehr froh. Sie macht keine langen Geschichten, zieht Anne etwas ordentliches an und marschiert mit ihr dann zu Frau Lynde.

Auf dem Weg dorthin kehrt Annes Lebensmut zurück, und als sie dann bei Frau Lynde ist, liefert sie eine Entschuldigung ab, aus der man eine Bühnenstück hätte machen können. Frau Lynde ist ziemlich sprachlos, und auch Marilla, die das ja eigentlich schon kennt, kann nur staunend zusehen und -hören.

Annes Show überzeugt Frau Lynde jedenfalls und sie verzeiht Anne ganz offiziell. Und dann sagt sie sogar noch etwas über Annes rote Haare, das Anne sehr viel bedeutet, daß sie nämlich mal ein rothaariges Mädchen gekannt hat, das später als Frau dann wunderschöne kastanienbrauen Haare bekommen hat.

Und das geht Anne auf dem Rückweg nicht mehr aus dem Kopf.

Teil 8 - Die Sonntagsschule

Es sind Ferien, aber trotzdem gibt es natürlich eine Sonntagsschule, und nachdem Anne ja nun schon eine Zeitlang auf Green Gables lebt, beschließen Marilla und Matthew, daß Anne von nun an Sonntags dorthin gehen soll.

Anne in der Kirche

Anne ist von dieser Idee begeistert. Marilla hat ihr sogar Kleider genäht, allerdings entsprechen die natürlich ihrem relativ spartanischen Geschmack und nicht dem von Anne (keine Puffärmel, keine Rüschen usw.). Marilla sagt zu Anne, für ein kleines Mädchen wie sie seien schlichte und einfache Kleider genau das richtig, worauf Anne antwortet: "Schlicht und einfach bin ich selbst, um so auszusehen brauche ich keine Kleider". Aber da beißt sie bei Marilla auf Granit. Sie muß das schlucken, ob sie will oder nicht.

Pech ist, daß an dem entsprechenden Sonntag Marilla Kopfschmerzen hat und nicht mitgehen kann. Matthew seinerseits ist schon seit Jahren nicht mehr in der Kirche gesehen worden, also bleibt Anne nichts anderes übrig, als alleine zu gehen.

Sie nutzt den Weg über die Felder, um ihren Hut mit zahlreichen Blumen zu verzieren, weswegen sie leider Frau Lynde verpaßt, mit der sie zusammen hätte gehen sollen. Also kommt sie allein an - in einem schlichten schwarzen Kleid, dafür aber einem sehr auffälligen Blumenhut. Das nehmen natürlich die anderen Mädchen, die Anne bisher ja nur vom Hörensagen kennen, zum Anlaß, über sie zu tuscheln.

Vor der Sonntagsschule ist die Predigt, aber die ist auch nicht so ganz nach Annes Geschmack, sie findet sie langweilig und denkt sich eine eigene aus.

In der Sonntagsschule bekommt Anne dann viele Fragen gestellt, aber sie schlägt sich gut, wie sie später stolz Marilla berichtet. Aber daß sie als einziges Mädchen ein Kleid ohne Puffärmel tragen muß, das bedrückt sie doch ziemlich, und Marilla gegenüber läßt sie dieses Detail natürlich auch nicht aus. Und Freundinnen hat sie leider auch keine gefunden.

Nachdem Anne Marilla all das erzählt hat, taucht Rachel Lynde auf, und so erfährt Marilla alle wichtigen Details nun noch ein zweites Mal, vor allem das mit den Blumen an Annes Hut. Marilla hat jetzt Angst, daß jetzt alle hinter ihrem Rücken über sie reden.

Anne ist nicht im Traum darauf gekommen, daß sie mit den Blumen am Hut solche Probleme lostreten würde, aber sie bedauert es sehr.

Teil 9 - Eine richtige Freundin

Diana Barry ist wieder zuhause. Anne ist total nervös und fiebert dem ersten Treffen entgegen, denn sie wünscht sich nichts mehr als eine echte Freundin. Am vorgesehenen Besuchstag regnet es in Strömen, doch Anne hat Glück: an Mittag kommt wieder die Sonne heraus, und so steht dem Besuch nun nichts mehr im Wege.

Sie zieht sich sogar um, was Marilla für völlig unnötig hält. Dafür schärft sie Anne ein, daß sie sich nicht so sehr auf Diana sondern auf ihre Mutter konzentrieren soll. Denn wenn Frau Barry Anne ablehnt, dann spielt es keine Rolle mehr, was Diana von ihr hält.

Diana und Anne schwören

Doch alle von Annes Horrorvorstellungen waren völlig unbegründet. Frau Barry ist sehr nett, sie freut sich sogar sehr, daß ihre Tochter jetzt eine Spielkameradin hat. Und mit Diana versteht sie sich auf Anhieb. Anne kann ihr Glück kaum fassen.

Während Marilla und Frau Barry drinnen Tee trinken, spielen die beiden Mädchen in dem wunderschönen Garten. Anne bittet Diana dann darum, ihre Busenfreundin zu werden. Diana willigt ein, und als nächstes kommt ein feierlicher Schwur, gesprochen über fließendem Wasser. Da es im Garten keins gibt, nehmen die beiden Mädchen einen Weg und stellen sich einfach vor, es wäre ein Bach. Und so werden sie vom ersten Tag an die dicksten Freundinnen.

Nach dem Garten ist Dianas Zimmer dran, und Anne ist erstaunt, wieviele Bücher Diana hat.

Anne ist überrascht, was Diana schon alles über sie weiß, zum Beispiel, daß sie Frau Lynde zusammengebrüllt hat. Und wegen dieses Mutes bewundert sie Anne sehr.

Bevor Anne wieder geht, leiht Diana ihr zwei ihrer Bücher aus. Und Frau Barry gratuliert Marilla zu Anne. Im Gegensatz zu den meisten anderen Leuten gefällt sie ihr von Anfang an.

Am Abend kann Anne natürlich von nichts anderem mehr reden als von Diana. Sie redet und redet, bis Marilla sie irgendwann wieder in die Realität zurückholt. Dann kommt Matthew, und Anne fängt wieder von vorne an ...

Matthew hat Anne sogar Pralinen gekauft, doch Anne beschließt, diese mit Diana zu teilen. Nur eine einzige ißt sie gleich.

Marilla ist erfreut, daß Anne nicht geizig ist, wenn sie auch sonst einige komische Eigenheiten hat. Allerdings - Anne ist erst seit ein paar Wochen da, aber sie kann sich gar nicht mehr vorstellen, daß es jemals anders gewesen ist.

Und in der Nacht liest Anne eins der Bücher von Diana, bis die Kerze heruntergebrannt ist.

Teil 10 - Eine große Freundschaft

Es ist der erste Tag, an dem Anne mit Diana spielen kann, und natürlich kann sie an nichts anderes denken.

Diana zeigt Anne ihr Schloß

Als erstes aber müssen die Dianas kleine Schwester Minie May loswerden, die unbedingt mit den beiden Mädchen spielen will. Austricksen klappt leider nicht, aber letztlich können sie sie bei ihrer Mutter unterbringen, die mit ihr zum Fluß geht.

Diana kennt ein idyllisches kleines Birkenwäldchen inmitten einer großen Wiese, wo die beiden ihr "Schloß" bauen. Für die Einrichtung haben sie einen ganzen Sack Krempel dabei, alte zerbrochene Tassen, bunte Glasscherben usw. In Annes überschäumender Fantasie verwandelt sich das alles in Schätze, und die im Kreis stehenden Birken in ein herrschaftliches Haus. Diana ist von ihrer neuen Freundin ganz begeistert.

Und dann sind da ja noch die Pralinen, die Anne Diana nun ganz stolz serviert. Sie ist sehr froh, daß sie etwas für ihr Freundin hat, und beide genießen die Leckerein voller Freude. Danach schauen sie sich die Welt durch die bunten Folien hindurch an, in die die Pralinen eingewickelt waren.

Später gehen sie dann zu einer Quelle, eigentlich einem kleinen See, tief im Wald, wo es in Annes Fantasie vor hübschen Elfen und netten kleinen Feen nur so wimmelt.

Nachdem sie ihren Durst gestillt haben und Anne der Quelle einen Namen gegeben hat, legen die beiden sich auf einer Wiese in die Sonne. Diana erzählt, was sie über den Hut gehört hat, den Anne in der Sonntagsschule auf hatte. Viele der Mädchen haben darüber getuschelt, aber vielen hat er sehr gut gefallen und sie haben sich nur nicht getraut etwas zu sagen, weil sie Anne nicht kannten. Diana wird Anne allen vorstellen, dann geht das in Ordnung.

Anne ist rundum glücklich. Und Diana geht es eigentlich genauso.

Teil 11 - Die verschwundene Brosche

Anne verbringt jede freie Minute mit Diana und genießt den unbeschwerten Sommer. Ihren häuslichen Pflichten kommt sie allerdings nicht so diszipliniert nach, wie Marilla das gerne hätte.

Doch Anne hat alles mögliche im Kopf, zum Beispiel das Picknick, das die Sonntagsschule in der kommenden Woche veranstaltet. Anne freut sich jetzt schon riesig darauf. Es soll dort sogar Eis geben, das erste in Annes Leben. Marilla hält Anne eine Strafpredigt, aber sie erlaubt ihr natürlich trotzdem, zu dem Picknick zu gehen. Sie verspricht Anne sogar, eine Kuchen zu backen und einen Picknickkorb zusammenzustellen.

Marillas Brosche

Marilla will Anne auch das Kochen beibringen, aber erst, wenn sie etwas gesetzter geworden ist. Im Moment schweifen Annes Gedanken ständig ab, und das wäre fürs Kochen ungünstig.

*

Marilla und Anne gehen von der Sonntagsschule nach Hause. Es ist für Marilla ungewöhnlich, aber sie trägt Schmuck, eine auffällige Amethystbrosche, die Anne natürlich sofort auffällt.

Wieder zuhause sieht Anne zufällig die Brosche in Marillas Nadelkissen stecken, als sie an ihrem Zimmer vorbeiläuft. Sie kann nicht widerstehen und steckt sie sich mal an.

Und dann, als Anne nichtsahnend bei ihren Näh-Arbeiten sitzt, kommt Marilla ins Wohnzimmer und fragt, wo denn ihre Brosche sei.

Anne muß zugeben, daß sie die Brosche an sich genommen hatte, obwohl sie das nicht gedurft hätte. Sie hat sie aber wieder zurückgesteckt. Nur ist sie jetzt leider nicht mehr da, und Marilla ist fest davon überzeugt, daß Anne dafür verantwortlich ist.

Sicherheitshalber sucht Marilla überall in ihrem Zimmer, aber die Brosche bleibt verschwunden, und Anne muß auf ihr Zimmer, bis sie Marilla sagt, wo die Brosche ist oder was sie damit gemacht hat.

Anne bleibt bei ihrer Version, aber Marilla glaubt ihr nicht. Sie ist fest überzeugt, daß Anne ihr was vorlügt, und macht sich deswegen sogar ziemliche Sorgen. Was soll sie mit Anne jetzt machen?

So vergehen einige Tage, und fast mehr noch als Anne leidet Marilla unter dieser Situation.

Allerdings wird für Anne die Zeit auch langsam knapp, denn es ist inzwischen Dienstag Abend, und am nächsten Tag findet das Picknick statt.

Teil 12 - Das Geständnis

Es ist ungewöhnlich für Anne, aber sie gibt nach. Marilla erwartet ein Geständnis, also liefert sie ihr eins. Es ist frei erfunden, aber Marilla kauft es ihr ab. Es ist leicht, jemanden von etwas zu überzeugen, an das er sowieso glauben will. Leider geht Annes Rechnung aber nicht auf, denn zur Strafe, daß sie die Brosche verloren hat, wie sie behauptet, darf sie nicht zum Picknick.

Bootsausflug beim Picknick

Für Anne bricht eine Welt zusammen, schluchzend wirft sie sich auf ihr Bett.

Erschüttert und wild entschlossen putzt Marilla das Haus von oben bis unten. Und als sie damit fertig ist, fängt sie wieder von vorne an. Und siehe da, irgendwo in einem Koffer an ihrem Schal steckend findet sie die Brosche. Womit sich die Frage stellt, warum Anne dann etwas gestanden hat, was sie gar nicht getan hat. Marilla versteht die Welt nicht mehr.

Sie marschiert also zu Anne, hält ihr die Brosche unter die Nase und will wissen, was denn nun wirklich los ist. Nun, das sagt Anne ihr klar und deutlich. Marilla hat ein Geständnis verlangt. Also hat Anne sich wohl oder übel gefügt und ihr eins geliefert. Marilla kann nicht anders, sie muß Tränen lachen.

Und so kann das große Picknick nun doch noch stattfinden, Anne kommt gerade noch rechtzeitig.

Es ist wie im Traum. Es gibt Eis, das erste Eis in Annes Leben, dann Tanz mit Grammophon-Musik, dann fahren die Mädchen mit dem Boot auf den See. Jane Andrews fällt dabei fast über Bord, und später, am Abend, meint Anne, sie wäre auch gerne fast aus dem Boot gefallen, weil es so romantisch ist, bei seinem ersten Bootsausflug fast zu ertrinken.

Und so ist für alle die Welt wieder in Ordnung.

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Teil 13 - Der erste Schultag

Es ist Erntezeit, und den Cuthberts steht eine gute Ernte ins Haus.

Außerdem ist an diesem Tag der erste Schultag. Da die Schule aber erst später anfängt, darf Anne lange schlafen. Marilla fragt sich, ob Anne eine gute und fleißige Schülerin werden wird, aber Matthew ist zuversichtlich, daß alles klappt.

Lehrer Phillips und Anne

Und Anne - nun, die freut sich schon sehr auf die Schule. Vor allem, weil sie mit Diana zusammen zur Schule gehen kann.

Und so machen sie es dann auch. Sie treffen sich auf dem Weg, und dann zeigt Diana Anne den Schulweg beziehungsweise ihre Variante davon.

Vom Schulgebäude selbst ist Anne anfangs etwas enttäuscht, denn es handelt sich eigentlich nur um ein einfaches Blockhaus mitten im Wald. Avonlea School heißt sie, und alle Kinder der ganzen Umgebung, egal, wie alt sie sind, sitzen in einem einzigen Raum.

Der Lehrer, Herr Phillips, erlaubt Anne neben Diana zu sitzen, obwohl sie mit dem Schulstoff ein Jahr hintendran ist. Sie ist 11 und müßte in der 5. Klasse sein, ist tatsächlich aber erst in der 4.

Herr Phillips stellt fest, daß einige Schüler fehlen, nämlich die, die bei der Ernte helfen müssen. Woraufhin sich einige der Mädchen natürlich fragen, warum man dann nicht die Ferien in die Erntezeit legt.

Anne ist von ihrem Lehrer nicht gerade begeistert, und diese Abneigung teilt sie mit den meisten ihrer Mitschüler und auch mit vielen Eltern, die Herrn Phillips für keinen guten Lehrer halten. Aber er ist nun mal da, also müssen die Jungen und Mädchen sich damit arrangieren. Bis auf Prissy Andrews, die der Liebling von Herrn Phillips ist, und wahrscheinlich sein heimlicher Schwarm.

Mit Annes Wissensstand ist es nicht allzu weit her, vor allem Mathematik bereitet ihr große Probleme. (Aber an Aufgaben etwa der Art "Zehn dividiert durch Einhalb" scheitern auch anderswo die Leute reihenweise.)

Dafür versteht Anne sich aber mit ihren Mitschülerinnen sehr gut, und sie ist schnell bei allen beliebt.

Und nach der Schule geht sie vergnügt singend Hand in Hand mit Diana wieder nach Hause. Und dort erzählt sie dann Matthew und Marilla, was an diesem ersten Schultag so alles passiert ist. Sie breitet den ganzen Schultratsch aus, wovon Marilla naturgemäß nicht sehr viel hält.

Wovon Anne nicht viel hält ist, daß sie soweit hintendran ist. Also hat sie sich entschlossen, ganz fleißig zu sein und aufzuholen. Das hört Marilla natürlich sehr gerne.

Teil 14 - Ärger in der Schule

Es ist der Tag, an dem Anne Gilbert Blythe begegnet. Er war den ganzen Sommer auswärts, aber jetzt ist er wieder da. Alle Mädchen fürchten ihn, weil es eine seiner Lieblingsbeschäftigungen ist, sie zu ärgern, worin er viel Fantasie entwickelt. Aber viele bewundern ihn auch heimlich, denn er sieht schrecklich gut aus, wie Diana sich einmal ausdrückt.

Bei den Jungen ist Gilbert jedenfalls der Star. Er ist schon ein paar Jahre älter als Anne, aber auch erst in der 4. Klasse, weil er aus familiären Gründen lange nicht zur Schule gehen konnte. Allerdings ist er ziemlich intelligent, und Diana meint, von nun an würde Anne sich ziemlich anstrengen müssen, um in ihrer Klasse die beste zu bleiben.

Gilbert hat Anne geärgert

Von Gilberts Streichen hält Anne gar nichts, aber es kommt noch viel schlimmer. Gilbert sitzt ziemlich dicht neben Diana und Anne, und irgendwann, als Herr Phillips mal wieder intensiv mit Prissy Andrews beschäftigt ist und Anne einen romantischen Tagtraum hat, nimmer er sie am Zopf und meint: "Guten Tag, kleine Karotte" - ein tödlicher Fehler.

Als erstes zerdeppert Anne mal ihre Schultafel auf seinem Kopf und brüllt ihn so zusammen wie wahrscheinlich noch nie jemand zuvor in seinem Leben. Und als Sahnehäubchen gibt Herr Phillips Anne auch noch die Schuld, obwohl Gilbert ohne zu zögern eingesteht, daß er Anne geärgert hat. Herrn Phillips interessiert das aber nicht, er läßt Anne den Rest des Tages vor der ganzen Klasse an der Tafel stehen, auf der er geschrieben hat, daß sie lernen muß, ihr Temperament zu zügeln. Für Anne ist das eine tiefe Demütigung.

Was aber für den guten Gilbert noch viel bitterer ist: er zeigt für Anne durchaus Interesse und entschuldigt sich nach der Schule bei ihr in aller Form, aber Anne vergibt ihm nicht. Die Wut, die sie auf ihn infolge dieses Vorfalls empfindet, verfolgt ihn gnadenlos für die nächsten Jahre!

*

Durch einen unglücklichen Zufall kommt Herr Phillips auf die Idee, Anne sollte ab sofort nicht mehr neben Diana sitzen, sondern - ausgerechnet - neben Gilbert Blythe.

Und das war, zumindest für die nächste Zeit, Annes letzter Schultag, denn fortan weigert sie sich, in die Schule zu gehen.

Marilla gegenüber macht sie das Zugeständnis, zuhause zu lernen. Aber in die Schule bringen sie keine zehn Pferde mehr.

Marilla weiß mal wieder nicht, was sie machen soll. Sie kommt auf die gute Idee, die Sache mit ihrer Freundin Rachel Lynde zu besprechen. Die weiß schon alles und rät ihr, die Sache erst mal auf sich beruhen zu lassen, bis Anne von selbst wieder in die Schule gehen will.

*

Anne ist überrascht, daß Marilla nachgibt und sie nicht zwingen will, in die Schule zu gehen, bis sie es sich selbst wieder anders überlegt. Dafür will Marilla Anne in der Zwischenzeit erst mal alles über Hauswirtschaft, Kochen usw. beibringen.

Rachel war der Meinung, in spätestens einer Woche würde Anne wieder in die Schule gehen wollen. Ihrem Bruder gegenüber ist Marilla allerdings nicht so optimistisch: wenn es um ihren Stolz geht, ist Anne eisern.

Teil 15 - Die Maus im Pudding

Es wird langsam Herbst, und die Erntezeit nähert sich ihrem Höhepunkt. Anne hilft Marilla, wo sie nur kann, und zudem lernt sie fleißig mit ihren Schulbüchern. Sie vermißt ihren Lehrer und Gilbert kein bißchen. Aber sie vermißt Diana.

Ihr fällt ein, daß Diana bald heiraten wird - so in ungefähr 10 Jahren - und daß sie sie dann vielleicht nie mehr wiedersehen kann. Darüber vergießt sie heiße Tränen. Wie üblich, kann Marilla über Anne nur staunen und lachen.

Diana und Anne

Schade, daß sie Anne in so einem Fall nicht beibringen kann, wie man den leckeren Schokoladenkuchen backt. Nun, Anne überlegt es sich anders und will doch gerne das Rezept lernen.

Anne gibt sich viel Mühe, und siehe da: sie produziert einen Kuchen, der für das erste Mal sehr ordentlich geworden ist.

Sie serviert auch Diana ein Stück davon, und der schmeckt er auch sehr gut. Dann erzählt Diana Anne das neueste aus der Schule. Sie vermißt Anne sehr. Doch Anne ist eisern entschlossen, in diese Schule keinen Fuß mehr zu setzen.

Und dann begegnet sie auf einer Brücke auch noch ihrem Lieblingsfeind Gilbert. Er entschuldigt sich nochmals. Anne antwortet nicht, aber Gilbert geht ihr den Rest des Tages nicht mehr aus dem Kopf. Und so kommt es, daß sie beim Aufräumen einen Fehler macht und vergißt, den Topf mit der Vanillesoße zu verschließen.

Siedend heiß fällt ihr das am nächsten Morgen ein, aber da ist es schon zu spät. In der Soße schwimmt eine ertrunkene Maus. Voller Ekel fischt Anne ihre kleine Leiche heraus und wirft sie aus dem Fenster. Die Katzen freuen sich ... aber was macht man jetzt mit der Soße?

Entweder Marilla fragen, oder am besten die ganze Sache irgendwie vergessen.

Am Nachmittag kommt dann Besuch, Herr und Frau Ross, und wieder fällt Anne siedendheiß ein, was sie vergessen hat. Und so fällt beim nachmittäglichen Tee der Kuchen mit Vanillesoße leider aus.

Und als der Besuch weg ist, ist für Anne eine saubere Strafpredigt fällig.

Sie erzählt die Geschichte dann Diana. Aber sie sagt ihr nicht die Wahrheit, warum sie vergessen hat, den Topf zuzudecken.

Teil 16 - Die Einladung zum Tee

Anne genießt den bunten Herbst und dekoriert ihr Zimmer mit Zweigen, an denen Blätter in leuchtenden Farben hängen. Marilla hält nichts von diesem Gestrüpp im Haus, aber Anne findet es unheimlich romantisch und läßt sich nicht davon abbringen.

Diana läßt sich vollaufen

Am Nachmittag muß Marilla nach Camody. Sie schlägt Anne vor, doch mal Diana zum Tee einzuladen. Anne freut sich natürlich riesig. Und solle Diana keine Lust auf Tee haben, soll Anne ihr ruhig Kirschsaft anbieten.

Als es dann soweit ist, saust Anne zu Diana rüber und unterbreitet ihr sozusagen offiziell die Einladung. Natürlich kommt Diana sehr gerne zu Anne. Als erstes pflücken die beiden sich mal eine Ladung Äpfel von den Bäumen und stopfen sich damit voll.

Wieder zurück im Haus, serviert Anne Diana dann den Kirschsaft. Nur daß sie leider die Flasche mit dem Johannisbeer-Wein erwischt. Der mundet Diana ganz außerordentlich, und sie trinkt fast die ganze Flasche leer.

Kaum geschehen, wird ihr schlecht, und alles beginnt sich um sie zu drehen. Diana will nur noch nach Hause. Laufen kann sie kaum noch, und so torkelt sie an Annes Seite den Weg entlang.

Das ganze hat für Anne sehr bittere Konsequenzen. Denn Frau Barry ist der Überzeugung, daß Anne ihre Tochter absichtlich vergiftet hat. So, wie Anne stur daran festhält, daß Gilbert ein Schuft ist, so läßt sich Frau Barry durch nichts und niemanden davon überzeugen, daß das ganze ein Unfall war. Sie verbietet Diana, Anne in Zukunft zu treffen oder auch nur mit ihr zu sprechen!

Teil 17 - Ein wichtiger Brief

Überraschend taucht Diana bei Anne auf, aber nur, um sich zu verabschieden. Frau Barry hat ihre Meinung nicht geändert und Diana verboten, jemals wieder mit Anne zu spielen.

Tilly und Anne

Es gibt Anne immerhin einen gewissen Frieden, daß Diana ihr versichert, sie habe sie sehr lieb. Denn das ist das erst mal, daß jemand das zu Anne sagt. Dennoch ist der Abschied für beide natürlich sehr tränenreich, und Anne erbittet sich eine Strähne von Dianas schwarzem Haar zur Erinnerung.

Wortreich klagt Anne dann Marilla ihr Leid. Sie möchte gerne mit Dianas Haarsträhne beerdigt werden, doch Marilla meint, wer soviel reden könne wie Anne, der stürbe bestimmt nicht an gebrochenem Herzen.

*

Manche Ereignisse haben verblüffende Nebeneffekte: Anne geht wieder in die Schule - nach einem Monat im Streik! Denn so kann sie Diana wenigstens jeden Tag sehen. Marilla und Matthew sind überrascht, freuen sich aber darüber.

Auch Annes Schulkameradinnen freuen sich, denn Anne ist bei den meisten Mädchen sehr beliebt. Und auch Herr Phillips heißt Anne wieder willkommen. Soweit ist also alles wieder in Ordnung.

Aber viel mehr als von weitem sehen kann Anne Diana leider nicht, denn Frau Barry hat ihrer Tochter sogar verboten, mit Anne auch nur zu sprechen.

Schreiben darf sie ihr aber, daher verlegen die beiden sich auf eine ausgiebige schriftliche Korrespondenz. Und so ist es für Anne fast wie früher. Die Welt ist mehr oder weniger wieder in Ordnung.

Teil 18 - Glück im Unglück

Es wird Winter, und im Gegensatz zu Marillas festen Erwartungen verursacht Anne keinerlei Ärger in der Schule oder sonstwo. Statt dessen lernt sie fleißig und wird Mitte Dezember in die 5. Klasse versetzt, zusammen mit Gilbert Blythe übrigens.

Anne flößt Minimay Medizin ein

*

Im Januar steht der Prinz Edward-Insel ein großes Ereignis ins Haus: der Premierminister kommt zu Besuch. Matthew ist das relativ wurscht, aber Marilla ist ganz aus dem Häuschen. Sie fährt zusammen mit ihrer Freundin Rachel Lynde nach Charlottetown, um den Premierminister zu sehen. Es sind 30 Meilen, und deswegen wird sie über Nacht weg sein. Anne und Matthew genießen es, mal das Haus für sich alleine zu haben.

Anne brütet über Geometrie, später unterhält sie sich mit Matthew. Die beiden denken an Marilla und Frau Lynde, die kürzlich mal gesagt haben soll, wenn Frauen wählen dürften, dann hätten wir eine viel bessere Welt. (Dieser Traum ist inzwischen leider geplatzt, und das liegt nicht an den Frauen, sondern an den Politikern.) Die beiden reden über dies und das, da steht plötzlich Diana in der Tür. Sie ist völlig aufgelöst, weil ihre kleine Schwester Minie May schwer krank ist und ihre Eltern in Charlottetown sind, so wie fast jeder andere auf der Insel auch.

Wenn Anne eins weiß, dann wie man mit kleinen Kindern umgeht, einschließlich all der Krankheiten, die sie bekommen können. Während Matthew sich wortlos auf den Weg nach Camody macht, um einen Arzt zu suchen, schnappt sich Anne Marillas Medizin und rennt mit Diana los.

Dianas Sorgen waren nur zu berechtigt, und Anne muß um das Leben des kleinen Mädchens kämpfen. Sie macht das überlegt und souverän, auch wenn sie dabei ein bißchen zittert. Aber es dauert ewig, bis Matthew einen Arzt findet, denn die sind alle in Charlottetown. Erst lange nach Mitternacht kommt er mit seiner Kutsche und einem Arzt, den er in Spencerville aufgetrieben hat, auf der Barry-Farm an, und da hat Minie May dank Annes Behandlung das Schlimmste schon überstanden.

Der Arzt lobt Anne sehr, und die ist natürlich unendlich erleichtert. Weinend vor Freude drückt Diana Anne an sich, dann fährt diese mit Matthew nach Haus zurück, denn sie ist natürlich todmüde.

Am nächsten Tag ist Frau Barry wieder da und vernimmt zu ihrem großen Erstaunen von dem Doktor, daß sie es Anne zu verdanken hat, daß Minie May noch am Leben ist.

Und so kommt es, daß Frau Barry ihr Verbot zurücknimmt und Anne und Diana sich wieder sehen dürfen.

Als Marilla Anne das erzählt, läßt sie alles stehen und liegen (sie hat gerade noch Zeit, den Löffel aus der Hand zu legen) und saust zu Diana rüber.

4. DVD

Teil 19 - Der Geburtstag

Es ist Februar - tiefster Winter. Und Dianas Geburtstag steht vor der Tür, zu der Anne natürlich eingeladen ist. Aber es ist keine normale Einladung: Anne darf bei Diana übernachten, und außerdem will sie zusammen mit Anne am Abend in ein Konzert gehen.

Marilla hält nicht sehr viel von so einer Idee, läßt sich aber nach langem guten Zureden breitschlagen, es zu erlauben. Matthew setzt sich für Anne ein, und es ist so ziemlich das einzige Mal, daß er sich gegenüber seiner Schwester durchsetzt und sie nachgibt.

Tante Josephine ist sauer

Anne freut sich natürlich riesig. Frau Barrys Teetafel ist sehr elegant, und danach gehen die beiden Mädchen in Dianas Zimmer, um sich für das Konzert herzurichten, inclusive dem Ausprobieren neuer Frisuren, wobei wir mal wieder die seltene Gelegenheit haben, Anne mit offenen Haaren zu sehen. Am Ende entscheiden die beiden sich dann aber doch für die Frisuren, die sie immer tragen.

Das Konzert ist allerdings kein Konzert, sondern eher eine Theateraufführung in der Stadthalle, wo Lehrer Phillips und viele andere aus Annes Klasse Gedichte und Texte vortragen. Anne ist begeistert und sehr ergriffen (außer von der Darbietung von Gilbert Blythe natürlich).

*

Als die beiden Mädchen in der Nacht nach Hause kommen, hüpfen sie in das große Gästebett, doch das ist leider belegt! Es ertönt ein Schrei, und Anne und Diana ziehen es vor, sich ganz schnell zu verdrücken. Letzten Ende bleibt ihnen nichts übrig, als bei Minie May im Bett zu schlafen.

Der Gast im Gästebett war übrigens Dianas Tante Josephine, die über den nächtlichen Überfall auf das äußerste empört ist.

Diana weiß, daß ihre Tante ein ziemlicher Drachen ist und befürchtet das schlimmste. Und so ist es auch: die Tante beschließt, ihren Besuch sofort abzubrechen. Und den Musikunterricht, den sie Diana bezahlen wollte, streicht sie auch.

Nachdem Anne die Geschichte mitbekommen hat, eilt sie natürlich sofort zu Dianas Haus zu Tante Josephine, nimmt alle Schuld auf sich und bittet die alte Dame in aller Form um Verzeihung. Und tatsächlich geschieht ein kleines Wunder: der alte Drachen wird auf einmal ganz zahm. Offenbar mag Josephine Anne auf Anhieb, die beiden verstehen sich einfach prächtig. Und statt abzureisen bleibt die Tante einen ganzen Monat, läßt sich von Anne besuchen und aus ihrem Leben erzählen.

Teil 20 - Es geschah vor einem Jahr

Der Schnee schmilzt, und es wird wieder Frühling. Es ist eine schöne Zeit für Anne und Diana.

*

Anne in ihrem Zimmer

Die Zeit vergeht, und es wird Juni. Und eines schönen Tages wacht Anne am Morgen auf und strahlt wie ein Honigkuchenpferd, denn es ist für sie ein ganz besonderer Tag. Vor genau einem Jahr nämlich kam sie nach Green Gables. Pech nur, daß Marilla und Matthew das total vergessen haben. Statt dessen hat Marilla Kopfschmerzen und ist wirklich nicht in Stimmung für Annes Ratespiele. Anne schickt Marilla kurzerhand ins Bett und macht die Hausarbeit nun selbst. Marilla ist darüber sehr froh, und Anne auch, denn so kann sie Marilla ihre Dankbarkeit zeigen.

Sie kocht also das Mittagessen und serviert Marilla sogar Haferflocken ans Bett. Später wäscht und bügelt sie die Wäsche. Marilla kommt wieder herunter, denn sie fühlt sich nicht wohl, wenn sie nichts tun kann, und ihre Kopfschmerzen sind auch wieder weg.

Also bügelt sie weiter, während Anne sich wieder mit der ungeliebten Geometrie beschäftigen muß. Sie denkt auch an damals zurück, als sie auf dem Bahnhof von Camody ankam und einem sehr überraschten Matthew begegnete. Marilla kommt auf ihr Zimmer und erklärt ihr, was sie mal wieder falsch gemacht hat. Es ist nicht viel, aber Anne ist darüber nicht sehr glücklich, denn heute ist doch ihr Jahrestag. Jetzt endlich fällt es auch Marilla wieder ein, und es tut ihr leid, daß sie das vergessen hat. Bei passender Gelegenheit erinnert sie auch Matthew daran, und er soll sich mal was einfallen lassen, damit es für Anne ein schöner Tag wird.

Und Matthew überlegt sich, mit Anne nochmal den Weg von damals abzufahren, der Anne so gut gefallen hat.

Teil 21 - Abschiedstränen

Der Titel dieser Folge klingt ziemlich dramatisch, aber es geht nur um den Abschied von dem ungeliebten Lehrer Phillips. Der hat nämlich gekündigt und sich nach Charlottetown versetzen lassen.

Ruby Gillis weiß es als erste, und die Mädchen freuen sich und beschließen, Herrn Phillips keine Träne nachzuweinen, denn er war zu keinem seiner Schüler nett.

Doch es kommt anders. Die Mädchen haben allesamt ziemlich nahe am Wasser gebaut, und als Herr Phillips in der Klasse seine ergreifende Abschiedsrede hält, brechen sie alle miteinander in Tränen aus und heulen wie die Schloßhunde - selbst Anne, die dazu eigentlich am wenigsten einen Grund hätte.

Herr und Frau Allen, Anne und Diana

Marilla, der Anne das alles in den blühendsten Farben schildert, kann sich das Lachen kaum verkneifen.

Anne weiß aber noch mehr: sie haben nämlich auf dem Nachhauseweg auch den neuen Pfarrer mit seiner reizenden Frau gesehen, aber leider nur ganz kurz. Und jetzt platzt Anne natürlich vor Neugierde auf die beiden. Da ist sie aber nicht die einzige. Marilla folgert, daß die beiden anfangs bei ihrer Freundin Rachel Lynde wohnen werden. Also kramt sie irgendwelches Zeug hervor, das sie sich mal von ihr ausgeliehen hat, und macht sich auf den Weg, um es zurückzubringen und ganz zufällig auch mal nach dem neuen Pfarrer zu fragen.

Doch sie beißt bei Rachel auf Granit und erfährt nichts, genau wie all die anderen Frauen, die auch zufällig an diesem Tag all die Sachen zurückbringen, die sie sich in den letzten Jahre bei Rachel Lynde geliehen haben.

*

Zufällig sehen Diana und Anne am nächsten Tag den neuen Pfarrer, Herrn Allan, und seine Frau bei einem Spaziergang. Anne ist von den beiden ganz hingerissen, und sie und Diana folgen ihnen heimlich bis zu einer Waldlichtung, wo der Pfarrer und seine Frau ein bißchen tanzen. Die beiden Mädchen können es kaum glauben und finden das unheimlich romantisch.

Dann werden sie allerdings entdeckt, und so stellen sie sich mal alle einander vor und lernen sich ein bißchen kennen. Und wer Anne mal kennengelernt hat, der vergißt sie nicht wieder.

Herr und Frau Allan haben sich ein bißchen verlaufen, und Anne und Diana zeigen ihnen den Weg zurück. Die vier laufen einen wirklich wunderschönen Weg ab, inclusive der Quelle der Elfen.

*

Frau Allan wird ab jetzt den Unterricht in der Sonntagsschule halten, wovon Anne ganz begeistert ist. Sie kann es kaum abwarten, daß endlich Sonntag ist.

Am Sonntag dann ist die Kirche natürlich gerammelt voll, weil alle den neuen Pfarrer mal erleben möchten. Und sie werden nicht enttäuscht, die Predigt gefällt allen sehr. Noch aufregender ist für die Kinder dann der Sonntagsunterricht von Frau Allan. Anne ist hingerissen und redet Marilla natürlich die Ohren damit voll. Die meint, sie könnten die Allans doch mal zum Tee einladen, was Anne für eine tolle Idee hält. Nur Matthew dürfen sie nichts davon sagen, damit der sich nicht wieder abseilt.

Teil 22 - Pech auf der ganzen Linie

Für die Einladung will Anne unbedingt einen Kuchen backen. Zusammen mit Marilla ist sie schon Tage zuvor mit all den Vorbereitungen beschäftigt. Anne zählt Diana mal auf, was sie alles gekocht und gebacken haben. Wahrscheinlich hat nicht mal Feinkost-Käfer in München mehr Auswahl.

Anne backt eine Kuchen für die Allens

Und dann kommt der Mittwoch, der Tag der Einladung. Und der Tag, an dem Anne mit einem Schnupfen aufwacht. Eigentlich wäre das nicht so tragisch, die Einladung ist dadurch nicht gefährdet, aber es geht trotzdem deswegen etwas schief. Marilla besteht nämlich darauf, daß Anne, während sie den Kuchen backt, einen Mundschutz trägt. Entweder wegen diesem oder wegen ihres Schnupfens kann sie so nichts riechen. Und so merkt sie nicht, daß in der Flasche, auf der "Vanille" steht, in Wirklichkeit Hustensaft ist. Eigentlich ist das Marillas Fehler. Flaschen falsch zu etikettieren kann noch weitaus schlimmere Folgen haben, aber auch für diesmal reicht es schon.

Zunächst mal sieht aber alles ganz gut aus. Annes Erkältung geht noch vor dem Mittag wieder weg, der Kuchen sieht wunderbar aus, Marilla rückt das kostbare Service raus, und dann können sie sogar Matthew dazu bringen, an der Einladung teilzunehmen, was schon fast eine Sensation ist.

Die Allans sind super nett. Anne schwebt im 7. Himmel. Bei Tisch entwickelt sich eine entspannte Konversation, die aber recht abrupt endet, als Frau Allan Annes Kuchen probiert. Sie sagt nichts und schluckt tapfer runter, aber Marilla merkt sofort, daß etwas nicht stimmt und probiert den Kuchen nun auch.

Es klärt sich schnell auf, was passiert ist und warum, aber Anne ist am Boden zerstört und flüchtet weinend in ihr Zimmer. Sie ist untröstlich.

Leise geht die Tür auf. Anne, die mit dem Gesicht auf dem Bett liegt, glaubt, es sei Marilla, und klagt ihr ihr großes Leid. Was soll ihre angebetete Frau Allan jetzt von ihr denken. Bestimmt, daß sie sie vergiften wollte. Dabei ist Hustensaft noch nicht mal giftig. Doch es ist nicht Marilla, sondern Frau Allan, und sie ist gekommen, um Anne zu trösten.

Das gelingt ihr auch, denn sie ist eine wirklich nette Frau, und sie verspricht, niemanden von dem Hustensaft im Kuchen zu erzählen.

Teil 23 - Die Einladung ins Pfarrhaus

(In dieser Folge ruckelt in einer Szene die Animation ziemlich stark. Aber zum Glück ist das bald wieder vorüber.)

Anne bekommt Post. Einen Brief von Frau Allan, die sie ganz offiziell und schriftlich zu sich zum Tee einlädt. Anne kann es kaum fassen.

Frau Allen, Loretta und Anne

Marilla weist Anne darauf hin, daß Frau Allan nach und nach alle ihre Schüler zum Tee einlädt, aber das tut Annes Begeisterung keinen Abbruch. Leider fängt es am Abend vorher an zu regnen, und die Aussichten für den nächsten Tag sind ebenfalls schlecht.

Aber Anne hat Glück. Der Wind dreht, und am nächsten Tag scheint wieder die Sonne. Anne glüht vor Begeisterung, bis ihr einfällt, daß sie eigentlich gar nicht weiß, wie man sich bei so einem lebenswichtigen Ereignis eigentlich benimmt. Doch Marilla kann sie beruhigen: in diesem Fall kann sie nicht viel falsch machen.

Anne organisiert auch ein Gastgeschenk, nämlich einen Korb Himbeeren, die sie selbst pflückt, wobei sie sogar in einen Bach fällt. Aber das stört sie an so einem Tag nicht weiter, denn die Himbeeren sind dafür ganz besonders schön und lecker.

*

Anne zieht ihr bestes Kleid an, schnappt sich den Korb mit den Himbeeren und macht sich mit klopfendem Herzen auf den Weg.

Frau Allan empfängt sie sehr freundlich. Sie hat für diesen Tag übrigens noch ein Mädchen eingeladen, Loretta Bradley. Die drei verbringen einen wundervollen Nachmittag, der Annes Erwartungen genau entspricht. Die drei singen und musizieren zusammen, und Frau Allan meint, mit ihrer hübschen Stimme sollte Anne doch im Chor mitsingen, genau wie Diana, die das schon lange macht.

Da Loretta ziemlich weit weg wohnt, bringt Herr Allan sie mit der Kutsche weg, so daß Anne noch ein bißchen allein bei Frau Allan ist. Und es ist nicht zu übersehen, daß die beiden mehr als nur Sympathie für einander empfinden.

*

Überglücklich kehrt Anne nach Hause zurück, und daß Marilla ihren Begeisterungsausbrüchen wie immer recht zurückhaltend gegenübersteht, stört sie nicht im geringsten.

Am Nachmittag kommt dann ganz aufgelöst Frau Lynde zu Marilla und Anne gerannt. Sie hat erfahren, daß der neue Lehrer eine Lehrerin namens Nyuriel Stacey ist (Schreibweise ohne Gewähr), und darüber ist sie empört. Anne sieht das ganz anders, sie findet die Vorstellung, von nun an von einer Frau unterrichtet zu werden, entzückend.

Teil 24 - Die Mutprobe

Die Mädchen haben ein neues Hobby: Mutproben, das heißt auf Bäume klettern oder auf einem Zaun ballancieren. Josie Pye findet allerdings die bisherigen Mutproben viel zu einfach, und Anne läßt sich von ihr zu einer provozieren, die wirklich gefährlich ist, nämlich über das Dach des Barry-Hauses zu ballancieren.

Anne kurz vor ihrem ersten Flug

Als Anne davor steht und hoch sieht, wird ihr ganz anders zumute, aber hier steht nun mal ihre Ehre auf dem Spiel, also klettert sie hoch, ballanciert ein Stück entlang und fällt dann herunter. Eine spektakuläre Absturz-Szene und ähnliche Splatter-Effekte bekommen wir leider nicht zu sehen, denn Anne fällt die Rückseite hinunter, wo die aufgeregten Mädchen sie dann einen Moment später bewußtlos liegen sehen. Herr Barry trägt Anne dann rüber zur Green Gables Farm, in seinem Schlepptau die Gruppen weinender Mädchen. Marilla bleibt fast das Herz stehen, als sie Anne so sieht.

Anne ist nicht allzu schwer verletzt, aber sie hat sich den Knöchel gebrochen und wird mindestens sechs Wochen lang nicht laufen können. Sie muß also das Bett hüten, und das heißt, daß sie nicht zur Schule gehen kann und damit auch die neue Lehrerin verpaßt. Anne tut sich selbst unendlich leid. Aber passiert ist nun mal passiert, und immerhin gibt sie niemandem außer sich selbst die Schuld.

*

Es vergehen einige Wochen, und am 1. September fängt die Schule an. Anne läßt sich von Diana alles genau berichten. Vor allem will sie wissen, wie die neue Lehrerin aussieht. Frau Stacey ist jung, sehr nett, hat dunkelblonde Haare, blaue Augen und - das wichtigste - ein Kleid mit riesigen Puffärmeln.

Später tauchen dann Ruby, die anderen Mädchen und sogar Josie Pye bei Anne auf, wobei Josie es zur Bedingung gemacht hat, daß niemand versucht, ihr die Schuld an der Sache in die Schuhe zu schieben, woran sie sich auch alle halten. Anne freut sich jedenfalls sehr.

*

Es ist Erntezeit. Matthew ist den ganzen Tag auf dem Feld, und Anne fehlt Marilla bei der Hausarbeit sehr.

Und eines Tages fährt Matthew nach Avonlea und holt Frau Stacey ab, damit sie Anne mal besuchen kann. Anne ahnt natürlich von nichts und freut sich riesig. Sie hinterläßt bei Frau Stacey einen bleibenden Eindruck und findet ihrerseits die neue Lehrerin furchtbar nett.

Es dauert lange, bis Anne wenigstens wieder ein bißchen laufen kann, und sie kann es gar nicht erwarten, endlich wieder gesund zu werden.

Teil 25 - Sorgen um Diana

Diana hat Anne jeden Tag besucht. Doch eines Tages kommt sie nicht mehr. Anne macht sich große Sorgen und malt sich die schlimmsten Sachen aus, zum Beispiel, daß Diana sie nicht mehr mag und sich eine neue Freundin gesucht hat.

Anne macht sich Sorgen um Diana

Durch Zufall bekommt Anne mit, wie Matthew Marilla erzählt, daß Frau Lynde gesagt hätte, Diana sei krank und befinde sich in Charlottetown. Anne bricht in Panik aus und fällt die Treppe hinunter. Es passiert ihr nichts dabei, aber Marilla befördert sie wieder ins Bett.

Anne würde am liebsten zum Barry-Haus gehen und nach Diana fragen, aber wegen ihres Fußes, der immer noch nicht wieder in Ordnung ist, kann sie das nicht. Statt dessen erinnert sie sich an alles, was sie so mit Diana erlebt hat. Mit anderen Worten wird diese Folge zum größten Teil mit Rückblicken gefüllt.

Derweil geht Marilla mal rüber, doch es ist keiner da. Das Haus ist leer. Und so macht Anne sich noch mehr Sorgen.

Und dann steht plötzlich Diana in Annes Zimmer. Sie ist kerngesund. Es war vielmehr ihre Tante Josephine, die krank war und wegen der sie nach Charlottetown mußte.

Und außerdem geht es Annes Fuß nun auch wieder besser, und sie kann so langsam wieder laufen.


Erstellt am 5.11.2005. Letzte Änderung: 18.2.2014