Chikyuu Shoujo Arujuna

Chikyuu Shojo Arujuna

engl.: "Earth Girl Arjuna" oder "Earth Maiden Arjuna"

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Ökologie, Umweltzerstörung usw. sind Themen, die in Animes selten eine größere Rolle spielen. In den Ghibli-Filmen schwingen gewisse grüne Untertöne öfters mal mit, aber bei "Arjuna" sind sie wirklich auf die Spitze getrieben und zentraler Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte. Normalerweise ist alles, was man übertreibt, schädlich, aber hier ist das nicht so, sondern es ist eine erstaunliche und faszinierende Geschichte dabei herausgekommen.

Da "Arjuna" im deutschen Fernsehen schon gelaufen ist, dürfte die Handlung mehr oder weniger bekannt sein. Ariyoshi Juna, die Heldin der Geschichte, ist eigentlich eine ganz normale japanischen Oberschülerin, bis auf den Umstand, daß sie in Folge 1 stirbt. (Übrigens eine kuriose Gemeinsamkeit zu dem Anime, das ich direkt vor diesem hier besprochen habe: Shakugan no Shana. Ansonsten haben diese beiden Animes aber nichts miteinander gemeinsam.)

Arjuna liegt also nach einem mysteriösen Verkehrsunfall im Krankenhaus und haucht gerade ihr Leben auf, als ihr Chris als Geist erscheint und ihr ein Geschäft anbietet, das ungefähr so geht: "Ich gebe Dir Dein Leben zurück, dafür rettest Du die Erde". Es dauert eine Zeitlang, bis Arjuna mitbekommt, auf was sie sich da eingelassen hat, aber die erste Hälfte dieses Deals war einfach zu unwiderstehlich.

Wie schon angedeutet, geht es in der Handlung schwerpunktmäßig um die Zerstörung der Erde durch die schädlichen Einwirkungen der Menschen. Diese inkarnieren sich für Arjuna, die nun über telepathische und andere übersinnliche Kräfte verfügt, als riesige Würmer, sogenannte Raaja, die immer wieder wie aus dem Nichts auftauchen und alles zerstören, was ihnen in die Quere kommt. Junas Kampf gegen diese Viecher ist nicht allzu erfolgreich, aber letztlich sind die Raaja ja nichts anderes als Umweltgifte, Müllkippen, Pestizide in der Nahrung usw., und dagegen helfen auch magischer Waffen wenig. Chris, der Arjuna die ganze Zeit über begleitet, scheint dabei mehr zu wissen. Er hält mit seinem Wissen auch nicht hinter dem Berg und hilft Arjuna immer wieder, doch sie hat beträchtliche Probleme, die nicht so ganz eingängigen Zusammenhänge zu durchschauen.

Das Anime endet mit dem Kollaps Japans. Es wurden Bakterien freigesetzt, die Kunststoff auflösen. Das klingt nicht so furchtbar tragisch, bedeutet aber nicht mehr und nicht weniger als das Ende unserer Zivilisation. In der Welt, wie wir sie kennen, läuft nämlich ohne Kunststoffe gar nichts. Das wird im Film auch knallhart dargestellt. Und dennoch gibt es ganz am Schluß eine positive Überraschung, sozusagen ein unerwartetes und sogar ziemlich helles Licht am Ende des Tunnels.

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Da "Arjuna" bereits 2001 produziert wurde, gibt es natürlich schon lange westliche DVDs. Eine Reihe älterer Serien, darunter eben auch diese, erscheint zur Zeit in den USA als "Complete Collection" oder "Perfect Collection" und kostet dann ungefähr soviel wie hier in Deutschland eine einzelne DVD. So einem Angebot kann man natürlich nicht widerstehen. Leider hat eine der DVDs der Perfect Collection aber einen Mastering-Fehler: die Episoden 10 und 11 sind unlesbar. DVD Boxoffice hat mir die DVD zwar anstandlos umgetauscht und auch die Versandkosten übernommen, aber die Austausch-DVD ist ebenfalls falsch gemastert. Um die Zusammenfassung überhaupt schreiben zu können, habe ich mir deswegen diese DVD von einem Freund ausgeliehen.

Fazit

Wenn man "Chikyuu Shoujo Arujuna" als das nimmt, was es ist, nämlich das grüne Anime schlechthin, dann muß man sagen, daß es hervorragend umgesetzt ist. Die Geschichte ist gut und spannend erzählt, dazu kommt eine Prise Romantik, ein Schuß Abenteuer, eine große Liebe und eine Menge ungewöhnlicher Ideen, die dieses Anime zu etwas wirklich außergewöhnlichem machen.


Zusammenfassung der Handlung Teil 1 - 13


Arjuna - eigentlich heißt sie Ariyoshi Juna und ist zumindest am Anfang dieser Geschichte eine ganz normale japanische Schülerin. Bis sie dann in Folge 1 tödlich verunglückt Ariyoshi Juna j: Higashiyama Mami
e: Maggie Blue O'Hara
Raaja - sie sind metaphysische Ungeheuer, die in allen Größen vorkommen und für die Vergiftung und negativen Einflüsse stehen, die die Menschen der Natur, aber auch sich selbst zufügen. Für normale Menschen sind sie normalerweise unsichtbar, ihr Wirkung ist jedoch verheerend. Diese Dinger sind nun Junas Gegner. Komischerweise stellt Chris immer dann, wenn Juna einen davon zur Strecke bringen will, die Frage "warum tötest du?" Raaja -
Herr Ariyoshi - Junas Vater ist ein seelisches Wrack. Er arbeitet irgendwo für ein Schiffsbau-Unternehmen. Seine Familie hat er schon vor langer Zeit verlassen, aber glücklich hat ihn das nicht gemacht, genauso wenig wie irgend etwas anderes, was er in seinem Leben angefangen hat Herr Ariyoshi ?
Ariyoshi Kaine - Junas ältere Schwester. Sie ist 4 Jahre älter und in jeder Hinsicht das genaue Gegenteil von Juna Ariyoshi Kaine j: Hagimori Junko
e: Alaina Burnett
Frau Ariyoshi - Junas und Kaines Mutter hat es mit ihren Töchtern nicht leicht, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen Frau Ariyoshi j: Suzuka Chiharu
e: Fiona Hogan
Ooshima Tokio - sein Vorname sieht ein bißchen aus wie "Tokyo", wird aber anders ausgesprochen. Er ist Junas Freund, genauergesagt ist er sogar ziemlich in sie verliebt. Doch nachdem Juna bei dem Motorradunfall fast gestorben wäre und dann ihre seltsamen Kräfte erhalten hat, benimmt sie sich ziemlich komisch. Tokio tut sich manchmal verdammt schwer, sie zu verstehen. Die Beziehung der beiden steht dauernd auf der Kippe. Am Ende hält sie aber doch Ooshima Tokio j: Seki Tomokazu
e: Andrew Francis
Ooshima Mizuho - Tokios Stiefmutter Ooshima Mizuho ?
Ooshima Akio - Tokios Vater leitet ein Forschungslabor namens Bio Alpha Labor, in dem mit genetisch veränderten Bakterien experimentiert wird. Als dieses Labor von einem Raaja angegriffen wird, kommt es zu einer Katastrophe Ooshima Akio ?
Shirakawa Sayuri - sie ist mit Tokio und Juna befreundet und gibt sich alle Mühe, aus den beiden ein glückliches Paar zu machen. Doch das ist gar nicht so einfach Shirakawa Sayuri j: Hisakawa Aya
e: Tabitha St. Germain
Chris Hawken - genau wie Juna verfügt auch er über sehr starke übersinnliche Fähigkeiten. Mit seinem Körper hingegen ist nicht mehr viel los. Den einleuchtenden Grund dafür erfahren wir in Folge 8.
Chris sieht es als seine Aufgabe an, Junas Fähigkeiten zu erwecken und zu fördern, weswegen er als Geist und manchmal sogar persönlich oft bei ihr ist und über sie wacht. Das, was er ihr so sagt, ist allerdings in aller Regel zu kryptisch, als daß Juna es verstehen würde
Chris Hawken j: Ueda Yuuji
e: Brad Swaile
Cindy Klein - sie ist eine Mutantin mit telepathischen Kräften, mit denen sie Chris unterstützt. Sie hatte nicht gerade eine einfache Kindheit, verehrt Chris über alles und ist ziemlich eifersüchtig, als eines Tages Juna zu ihnen stößt. Genau wie Chris arbeitet sie für S.E.E.D., einer Geheimorganisation, die versucht, die Erde zu retten Cindy Klein j: Shintani Mayumi
e: Brittney Irvin
Teresa Wong - auch sie arbeitet für S.E.E.D. und kämpft einen aussichtlosen Kampf um die Zukunft der Erde. Von den Eingriffen des Menschen in seien Umwelt ist sie übrigens auch ganz persönlich betroffen: ihre Mutter hatte bei ihrer Empfängnis ein paar falsche Medikamente geschluckt, und das hat Teresas Gene ein bißchen durcheinander gebracht Teresa Wong Soumi Yoko
Onizuka - er ist der Chef (oder zumindest eine ziemlich hohe Charge) von S.E.E.D. Onizuka Genda Tessho
der alte Mann - Juna und Tokio verbringen in Folge 4 einige Tage bei ihm auf dem Land. Es ist eine sehr intensive Zeit, aber am Ende wissen sie nicht mal, wie er geheißen hat der alte Mann ?
Herr Sakurai - Junas Mathematik-Lehrer Herr Sakurai j: Fujiwara Keiji
e: Michael Dobson
Herr Shirakawa - Sayuris Vater. Kurz nachdem er in der Handlung auftaucht, muß er auch schon sterben Herr Shirakawa Hirose Masashi

Daten: Design: Kishida Takahiro Idee: Kawamori Shoji Erscheinungsjahr: 2001
Bewertung Animation:
Framerate: gut Standbilder: wenige Zeichenqualität: sehr gut Character-Design: nett
US-DVD: Sprachen: Japanisch, Englisch Untertitel: Englisch Extras: Interviews mit den englischen Synchronsprechern, Lexikon, Karaoke-Trailer und diverser Kleinkram
besonders positiv aufgefallen: - besonders negativ aufgefallen: bei der Perfect Collection-DVD 3 sind die Folgen 10 und 11 falsch codiert und unlesbar. Und bei einem Umtausch bekommt man wieder nur eine defekte DVD
Bewertung sonstiges: Handlung: interessante Umsetzung des Themas "Umweltschutz" Besonderheit: da einige Folgen einen zusätzlichen Prolog und Epilog haben, weiß man nie so genau, wo eine Folge eigentlich aufhört und die nächste anfängt Musik: nichts auffälliges
Japanische Synchronstimmen: gut (der starke Kansai-Dialekt ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack) Englische Synchronisation: sehr gut Untertitel: gut Gesamt-Beurteilung: sehr gut

Erstellt am 2.9.2006. Letzte Änderung: 2.11.2013