Elfen Lied

Elfen Lied

"Elfen Lied" ist ein Anime, das auf faszinierende Weise Horror und Romantik miteinander verbindet. Es geht in dieser Geschichte um Mutanten, von denen vermutet wird, daß sie eine neue Spezies der Menschheit bilden und diese sogar über kurz oder lang ablösen könnten, die Dicloniusse. Man erkennt sie äußerlich an kleinen Hörnern auf dem Kopf, unsichtbar besitzen sie außerdem auch noch zusätzliche Arme, Vektoren genannt, die verschiedenen Zwecken dienen und auch als tödliche Waffen eingesetzt werden können.

Die Handlung dreht sich um den jungen Studenten Kouta, dessen Vater und Schwester vor acht Jahren bei einem Unfall ums Leben kamen. Jetzt ist er nach Kamakura zu seiner Cousine Yuka zurückgekehrt. Yuka ist schon lange in Kouta verliebt, doch dessen Unterbewußtsein ist immer noch auf jenen "Unfall" fixiert, der in Wirklichkeit gar keiner war, sondern ein so grauenvolles Ereignis, daß Kouta jede bewußte Erinnerung daran verloren hat. Und dann tritt in sein und Yukas Leben ein seltsames junges Mädchen namens Nyuu, das ebenfalls über keinerlei Erinnerungen zu verfügen scheint und nicht mal sprechen kann. Zudem hat es diese komischen Hörnchen auf dem Kopf, bei denen Yuka und Kouta sich zwar wundern, sonst aber nichts dabei denken. Doch Nyuu hat noch eine ganz andere Seite: sie ist die extrem gefährliche Diclonius-Frau Lucy, die schon viele Menschen getötet hat und mit Kouta in einem besonderen Verhältnis steht. Sie war diejenige, die damals Koutas Familie vor seinen Augen abschlachtete.

Kouta hatte Lucy zuvor als kleines Mädchen kennengelernt und sich anscheinend ein bißchen in sie verknallt. Als er dann acht Jahre später Lucy als Nyuu traf, erwachten diese Gefühle erneut, natürlich ohne daß er auch nur die geringste Ahnung hätte, warum er Nyuu gegenüber so fürsorglich und zugeneigt ist. Schließlich, ganz am Ende der Geschichte, erfährt er die schreckliche Wahrheit, die eigentlich schon die ganze Zeit in seinem Unterbewußtsein geschlummert hat. Doch an seiner Liebe Lucy gegenüber ändert selbst das nichts.

Und so haben es die Produzenten dieses Animes tatsächlich fertiggebracht, die Geschichte mit so etwas ähnlichem wie einem Happy End ausgehen zu lassen. Es bleibt ein bißchen offen, und so manche Frage bleibt unbeantwortet, aber am Ende stellt sich trotz der zahllosen Toten und des vielen Blutes, das vergossen wurde, eine versöhnliche, fast romantische Stimmung ein.

*

Erschienen ist "Elfen Lied" in diversen westlichen DVD-Fassungen, darunter einer deutschen, einer französischen und - bei ADV - natürlich auch einer amerikanischen.

*

Fazit

Die Mischung aus Grausamkeit und Unschuld, einer romantischen, bezaubernden Umgebung und einer oftmals unglaublich harten und blutigen Handlung verliehen diesem Anime eine tiefe Faszination. Noch dazu gibt es ein versöhnliches Ende, was bei einer Geschichte wie dieser gar nicht so leicht ist.

Die Animation hat gelegentlich leichte Schwächen, vor allem das Blut ist stellenweise nicht besonders realistisch dargestellt, und davon gibt es eine Menge hier. (Ganz am Anfang von Folge 1 zerlegt Lucy zum Beispiel zwei Wachleute und läuft dann durch das Blut. Eigentlich müßten ihre Füße somit eine Spur roter Abdrücke hinterlassen, doch das hat man sich - leider - gespart. Und solche Patzer kommen öfters vor. Andererseits gibt es auch viele Szenen, in denen sie es richtig gemacht haben.) Das ist aber auch so ziemlich schon das einzig negative, was man über dieses faszinierende Anime sagen kann, sofern einem diese Art Horror zusagt. Für Kinder ist die extrem grausame, oft aber auch sehr romantische Handlung nämlich nicht gerade geeignet (von den unverhüllt dargestellten nackten Mädchen ganz zu schweigen - in Deutschland ist man in dieser Beziehung inzwischen ja schon fast prüder als in den USA).

Alles in allem ist "Elfen Lied" jedenfalls ein absolutes Glanzstück.


Zusammenfassung der Handlung Teil 1 - 13

*

Einige Hintergrund-Infos


Kouta - er steht im Zentrum des Chaos und bekommt es bis fast zur letzten Folge fertig, nichts davon mitzubekommen. Er ist trotz eines extrem traumatischen Kindheitserlebnisses eine netter, man könnte fast sagen, unschuldig reiner Junge, in dessen Haus sich nach und nach junge Frauen ansammeln, von denen einige eher an Massenvernichtungswaffen als an Menschen erinnern Kouta j: Suzuki Chihiro. Als Kind: Nabatame Hitomi
e: Adam Conlon. Als Kind: Christine Auten
d: Jesco Wirthgen. Als Kind: Robert Schmalz
Lucy / Nyuu - angeblich ist sie dazu bestimmt, der Menschheit den Untergang zu bringen. Ob sie das am Ende tatsächlich tut, bleibt offen, doch bis dahin hat sie immerhin Dutzende Menschen abgeschlachtet und zerfetzt Lucy / Nyuu j: Kobayashi Sanae
e: Kira Vincent-Davis
d: Samia Little Elk
Yuka - Koutas Cousine. Sie ist in Kouta verknallt und daher auf Lucy rasend eifersüchtig. Und das kann bei einer Konkurrentin wie Lucy ziemlich gefährlich werden Yuka j: Noto Mamiko
e: Nancy Novotny
d: Julia Kaufmann
Kanae - Koutas kleine Schwester starb vor acht Jahren unter ziemlich mysteriösen Umständen. Kouta hat daran so gut wie keine Erinnerungen mehr. Die Details ahnen wir aber schon früh und bekommen sie in Folge 12 dann bestätigt Kanae j: Yamamoto Maria
e: Monica Rial
d: ?
Bandou - ein irrer Killer, der Lucy aufspüren und erledigen soll. Er ist so ziemlich der einzige, der mehrfach mit Lucy zusammenstößt und am Ende noch am Leben ist, wenn auch nicht mehr in einem Stück. Davon abgesehen erweist er sich eher als Großmaul denn als Killer, denn er bringt es fertig, alle drei Dicloniusse, die in dieser Geschichte vorkommen und die er alle umbringen soll (oder will) am Leben zu lassen Bandou j: Nakata Jouji
e: Jason Douglas
d: Gerald Paradies
Mayu - weil sie von ihrem Stiefvater regelmäßig vergewaltigt wurde, ist sie von Zuhause abgehauen und schließlich bei Kouta und Yuka gelandet. Sie freundet sich mit Nana an und spielt in dieser Geschichte eine ziemlich wichtige Rolle Mayu j: Hagiwara Emiko
e: Cynthia Martinez
d: Kathrin Neusser
Professor Kakuzawa Yu - er war derjenige, der Lucy half, aus dem Labor zu entkommen. Und er hat ziemlich ungesunde Pläne mit ihr. Doch manchmal geht so ein Schuß auch nach hinten los Kakuzawa Yu j: Hirata Hiroaki
e: John Swasey
d: Markus Haase
Nana - sie ist die Nummer Sieben, auf Japanisch "Nana". Genau wie Lucy ist sie ein Diclonius, doch von ihrem Charakter her ist sie trotz der Grausamkeiten, die sie erleiden mußte, gutherzig und könnte nie einem Menschen etwas zuleide tun Nana j: Matsuoka Yuki
e: Sasha Paysinger
d: Rubina Kuraoka
Direktor Kakuzawa - eigentlich sieht man ihm schon an, daß er nicht ganz sauber ist. Aber in Wahrheit ist es noch viel schlimmer Direktor Kakuzawa j: Arimoto Kinryuu
e: Andy McAvin
d: Engelbert von Nordhausen
Kurama - er leitet die Experimente, die mit den Dicloniussen angestellt werden. Er hat viele von ihnen getötet, einige aber auch gerettet Kurama j: Hosoi Osamu
e: Jay Hickman
d: Erich Räuker
Shirakawa - Kuramas Assistentin. Sie findet in Folge 12 ein ziemlich vermeidbares Ende Shirakawa j: Nabatame Hitomi
e: Shelley Calene-Black
d: ?
Kisaragi - sie hat nur einen ziemlich kurzen Auftritt am Anfang der 1. Folge, denn dann fällt sie Lucy zum Opfer, die gerade ausbricht und alles zu Hackfleisch verarbeitet, was ihr in die Quere kommt Kisaragi j: Yamamoto Maria
e: Tiffany Grant
d: Ghadah Al-Akel
Saitoo - sie ist die Betreuerin und Bezugsperson von Nummer 35. Sie hat einen kurzen Auftritt in Folge 10 Saitoo j: Yamamoto Maria
e: Allison Sumrall
d: ?
Mariko - Nummer 35, Kuramas Tochter und der gefährlichste Diclonius von allen. Sie hat nämlich nicht nur vier Vektoren, sondern 26, und die sind jeweils 11 Meter lang Mariko j: Kawakami Tomoko
e: Luol Christian
d: Jennifer Weiss

Daten: Regie: Kanbe Mamoru Design: Kishimoto Seiji, Okamoto Lynn Erscheinungsjahr: 2004
Bewertung Animation:
Framerate: gut Animationsqualität insgesamt: recht gute Computeranimation mit gelegentlichen leichten Schwächen Zeichenqualität: gut Character-Design: ziemlich niedlich für die grausame Handlung
US-DVD: von ADV Sprachen: Englisch, Japanisch Untertitel: Englisch Extras: einige Vorschauen, ansonsten der übliche Kleinkram
besonders positiv aufgefallen: - besonders negativ aufgefallen: DVDs sind sehr schwer aus der Box herauszubekommen
Bewertung sonstiges: Handlung: extrem blutig Besonderheit: von fast allen Figuren erfahren wir entweder nur den Vor- oder den Nachnamen Musik: toll. Das Titellied wird übrigens in Latein gesungen, und der Vorspann ist optisch einfach super
Japanische Synchronstimmen: sehr gut Englische Synchronisation: sehr gut Untertitel: gut Gesamt-Beurteilung: super

Erstellt am 1.4.2010. Letzte Änderung: 1.5.2015