Gedo Senki - Zusammenfassung der Handlung

Laufzeit der DVD: ca. 115 min.

Gedo Senki

Ein Schiff kämpft sich durch stürmische See. An Bord ist ein Zauberer, der eigentlich in der Lage sein sollte, den tobenden Elementen Einhalt zu gebieten. Doch diesmal schafft er es nicht. Und dann erscheinen auch noch zwei Drachen, die übereinander herfallen - ein noch nie dagewesenes Ereignis. Die Welt scheint aus den Fugen geraten zu sein.

Aus ebendiesem Grund hat der König von Enlad eine Versammlung der Weisesten seines Landes einberufen. Doch er erfährt nur, was er ohnehin weiß: Krankheiten raffen das Vieh dahin, Dürren bedrohen die Ernten, und auch die Menschen leiden. Der König befiehlt Sofortmaßnahmen, um die schlimmsten Auswirkungen einzudämmen, doch sein Hofzauberer Ruuto macht ihm wenig Hoffnung. Die Welt hat ihre Balance verloren.

Zwei Zofen sprechen den König an: sein Sohn, Prinz Arren, sei seit gestern verschwunden. Der König macht sich darüber wenig Gedanken, und in der Tat taucht Arren kurz darauf wieder auf. Als der König allein einen Gang entlang geht, stürzt er sich mit einem Dolch auf ihn, sticht ihn nieder und nimmt das magische Schwert an sich. Das ganze geschieht ohne ein Wort der Erklärung. Wenn man den Film öfter sieht, beginnt man nach einiger Zeit zu verstehen, was los ist, aber hier hat der Regisseur ganz klar einen schweren Fehler gemacht. So gravierende Handlungselemente müssen von Anfang an klar auf dem Tisch liegen.

Haitaka und Arren unterwegs

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In einem kleinen Segelboot erreicht der Zauberer Haitaka die Küste und geht an Land. Dort in der trostlosen Ödnis stößt er auf ein Rudel ausgehungerter Wölfe, das einen jungen Mann (Arren), der auf einer Art Hirsch / Lama oder was auch immer reitet, jagt. Haitaka vertreibt die Wölfe und rettet Arren damit das Leben, doch sehr zugänglich zeigt der sich nicht. Haitaka nimmt ihn trotzdem mit sich, weil er lieber in Gesellschaft reist als allein.

Das Land, das die beiden durchqueren, ist verödet und verlassen. Doch schließlich erreichen sie eine riesige Hafenstadt (Hort Town), in der das blühende Leben zu herrschen scheint. Doch Haitaka warnt Arren: hier könne es auch sehr gefährlich sein. Neben dem allgegenwärtigen Verfall sehen die beiden zum Beispiel Sklavenhandel in großem Stil, an dem sich niemand stört. Offenbar herrschen hier wirklich rauhe Sitten.

Nachdem Haitaka für eine Unterkunft gesorgt hat, gehen die beiden los, sich die Stadt ansehen. Überall wimmelt es von Menschen, Krämer, Kaufleute und Arbeiter zumeist. Aber auch gestrandete, machtlos gewordene Zauberer und Rauschgifthändler sind darunter, und Haitaka führt Arren drastisch vor Augen, welche Folgen deren Drogen für einen haben können.

Teru soll als Sklavin eingefangen werden

Haitaka erklärt Arren, daß nicht nur mit Hort Town etwas nicht in Ordnung sei, sondern daß ganz Erdsee aus dem Gleichgewicht geraten sei. Und es gibt nur ein Wesen, das so etwas vermag. Haitaka kehrt dann in die Unterkunft zurück, Arren hingegen, verfolgt von Geistern, die nur er selbst sehen kann, wird Zeuge, wie ein drei Landsknechte ein Mädchen (Teru), das eine auffällige Narbe im Gesicht trägt, einfangen wollen, um es als Sklavin zu verkaufen. In ihm erwacht wieder seine dunkle Seite und er schlägt zwei der drei Strolche nieder. Der dritte flieht. Doch das Mädchen erweist sich als nicht besonders dankbar. Ihm ist Arren unheimlich, und das sicher zu Recht.

Es wird langsam Abend, und Arren legt sich einfach irgendwohin zum Schlafen. Doch lange währt seine Ruhe nicht, denn der Sklavenfänger (Usagi) ist mit mehr Leuten zurückgekommen. Sie schlagen Arren zusammen und nehmen ihn dann mit, um nun ihn in die Sklaverei zu verkaufen.

Arren landet in einem der Wagen, die ihn zusammen mit vielen anderen Gefangenen aus Hort Town herausfahren. Doch plötzlich bleiben die Zugtiere stehen und eine strahlende Helligkeit legt sich über die Straße. Es ist Haitaka, der wie ein Engel aus Licht den Wagen öffnet und Arren (und die anderen Sklaven) befreit.

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Im Hinterland liegt ein kleiner Bauernhof, in dem eine Frau namens Tenar lebt - eine alte Bekannte Haitakas. Dort finden er und Arren nun Unterschlupf, und wie sich herausstellt, lebt bei Tenar auch Teru, das Mädchen, das Arren vor der Sklaverei gerettet hat. Tenar, die sich sehr freut, Haitaka nach langer Zeit wiederzusehen, kümmert sich um den geschwächten Arren. Teru hingegen, die ihm erst am nächsten Tag über den Weg läuft, wäre ihn am liebsten gleich wieder los.

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Usagi tanzt bei Kumo, seinem Chef an, und berichtet ihm, daß ihm eine Ladung Sklaven abhanden gekommen ist. Kumo ist sehr interessiert, als er die Details dazu erfährt, und befiehlt Usagi, Haitaka aufzuspüren.

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Anders als Teru ist Haitaka der Ansicht, Arren sei im Grunde ein guter Junge. Jedenfalls hat er sich über Nacht gut erholt und macht sich nun den Tag über auf Terus Bauernhof nützlich, zusammen mit Haitaka. Arren fragt Haitaka, warum er als so mächtiger Zauberer sich nicht zu schade sei, hinter einem Pflug herzulaufen. Haitaka antwortet, indem er Arren das Konzept vom Gleichgewicht der Natur näherzubringen versucht, als dessen Teil und Bewahrer er sich sieht. Denn die Natur steht von selbst im Gleichgewicht, der Mensch hingegen kann aktiv darin eingreifen und muß deshalb aktiv etwas dafür tun, es zu bewahren.

Arrens Alptraum

Nicht nur Haitaka ist zu Arren sehr freundlich, auch Tenar nimmt sich seiner fürsorglich an. Nur Teru bleibt kratzbürstig und abweisend.

In der Nacht hat Arren seltsame Träume, in denen er von einer Art Doppelgänger verschlungen wird. Schließlich erwacht er schreiend.

Am nächsten Tag verläßt Haitaka Tenar schon wieder, weil er etwas wichtiges zu erledigen hat. Derweil grasen Usagi und seine Leute die Gegend ab, und es dauert nicht sehr lange, bis sie Arrens und Haitakas Spur finden. Schließlich haben die beiden ja auch nicht den geringsten Versuch gemacht, sich zu verbergen oder ihren Aufenthalt bei Tenar geheimzuhalten.

Allerdings ist ihr Ziel Haitaka, und der ist nicht da. Also kühlen sie ein bißchen ihr Mütchen und verschwinden dann erst mal wieder.

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Als Arren gefangen wurde, hat er sein magisches Schwert verloren. Da dieses äußerlich recht unscheinbar ist und auch nicht aus der Scheide gezogen werden kann, wird es für verrosteten Schrott gehalten. Haitaka weiß natürlich, wie wertvoll es in Wahrheit ist, und ist nach Hort Town geritten, um es wieder an sich zu bringen. Er muß nicht lange suchen, einer der örtlichen Waffenhändler hat es. Leider taucht genau in diesem Moment mal wieder der lästige Usagi mit seinen Banditen auf, doch Haitaka kann ihn mit einem kleinen Zauber abschütteln. Und von dem Waffenhändler erfährt er zudem noch ein paar nützliche Informationen über Kumo, zum Beispiel, wo er lebt.

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Kumos Festung

Gegen Abend bittet Tenar Arren, Teru von der Weide zu holen, bevor es dunkel wird. Das erweist sich als gute Gelegenheit für die beiden, sich mal auszusprechen. Arren verschweigt nicht, daß er seinen Vater umgebracht hat. Warum, das weiß er selbst nicht. Aber manchmal hat er das Gefühl, in seinem Inneren gäbe es noch jemand anderen, der ihn manchmal zu unkontrollierten Gewaltausbrüchen verleite. Er meint zu Teru, sie habe Recht, daß er nicht hier her gehöre. Teru hingegen ist auf einmal ganz zahm und entschuldigt sich bei ihm für ihre abweisenden Worte. Arren aber meint, es wäre besser, er würde möglichst schnell von hier verschwinden.

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Kumo befiehlt Usagi, Tenar in die Festung zu bringen, um Haitaka herbeizulocken.

Sehr weit liegen die Handlungsorte anscheinend nicht auseinander, denn es dauert nicht lange, da stehen Usagi und seine Strolche erneut in Tenars Hof. Arren allerdings erwischen sie nicht. Er hat seine Worte wahrgemacht und ist weggegangen. Doch das interessiert Usagi nicht weiter. Wie befohlen entführt er Tenar und läßt Teru gefesselt zurück, um Haitaka berichten zu können, wo er seine Freundin finden kann.

Kumo und Arren

Arren, verfolgt von seinem Privatdämon, ist inzwischen Kumo in die Hände gefallen und in die Festung gebracht worden. Kumo muß nicht viel Zauberei und Überredungskunst aufbieten, um sich Arren gefügig zu machen. Was er dabei jedoch vergißt ist, daß ein so wankelmütiger Junge wie Arren alles andere als ein verläßlicher Verbündeter ist. Allerdings ist Kumo überzeugt, Arren sei auserwählt, das Geheimnis des ewigen Lebens zu lüften. Und so sieht es aus, als würde Kumo das Spiel gewinnen. Usagi liefert ihm Tenar ab, die sogleich im Kerker verschwindet. Jetzt muß er nur noch auf Haitaka warten.

Als Haitaka mit dem magischen Schwert zurückkommt, findet er nur noch Teru vor, die ihm berichtet, was passiert ist. Haitaka verspricht ihr, Tenar zu retten und gibt ihr das Schwert. Sie soll es für Arren aufheben. Dann reitet er zu Kumos Festung. Mit ein bißchen Magie verschafft er sich Einlaß und tritt dann Kumo entgegen. Die beiden kennen sich schon eine Ewigkeit, hatten schon oft miteinander zu tun, und Haitaka überschüttet ihn nun mit Vorwürfen. Sein Streben nach dem ewigen Leben bedinge streng verbotene Magie, Leben ohne Tod sei kein Leben (dafür gibt es übrigens keinen Beweis) usw. Kumo läßt sich davon natürlich nicht beeindrucken. Außerdem hat er ja noch Arren und seine Banditen zur Hand. Und so landet Haitaka, dessen Magie in Kumos Burg nicht funktioniert, bei Tenar im Verließ.

James Bond würde die Nacht jetzt ausnützen um zu fliehen, was wahrscheinlich nicht länger als 20 Sekunden dauern würde. Haitaka jedoch tut gar nichts. Er wartet einfach auf den Morgen, an dem er nun hingerichtet werden soll.

Teru rennt derweil los auf der Suche nach Arren. Und wem begegnet sie dabei - Arrens Dämon, eigentlich eine Art zweiter Arren, der sie zu Kumos Burg führt, in der sein Körper steckt, und der sich überraschenderweise als sehr freundlich erweist. Da er die Festung nicht betreten kann, bittet er Teru, ihm das magische Schwert zu bringen. Er erzählt Teru auch über Arren, dessen Herz von Angst und Dunkelheit geraubt wurden. Er - der Geist - ist das, was zurückgelassen wurde. Teru vertraut ihm schließlich und versucht in die Festung einzudringen, was ihr nach einiger Zeit auch gelingt.

Teru bringt Arren das magische Schwert

Zunächst findet sie Usagi und seine Bande bei einem Gelage. Kurz darauf brechen sie aber auf, um Haitaka und Tenar aus dem Kerker zu holen. Denn der Zeitpunkt der Hinrichtung ist da. Teru beeilt sich, zu Arren zu gelangen und findet ihn schließlich resigniert und apathisch in seinem Zimmer. Da ihr Arrens Geist jedoch Arrens wahren Namen verraten hat, gelingt es ihr, Kumos Bann zu brechen und ihn dazu anzufeuern, Tenar und Haitaka zu retten. Und das wird auch Zeit. Denn Kumo, Usagi mit seinen Leuten und die beiden Gefangenen sind bereits auf dem höchsten Turm versammelt, von wo aus Haitaka in die Tiefe gestürzt werden soll.

Nach wie vor leistet Haitaka keinerlei Widerstand - braucht er auch nicht, denn Kumo läßt sich soviel Zeit, daß schließlich Arren und Teru den Ort des Geschehens erreichen. Arren wehrt erst mal die Wächter ab, und praktischerweise schützt ihn sein magisches Schwert, das er nun zum ersten Mal aus der Scheide ziehen kann, vor Kumos Zauber.

Nun beginnt sozusagen der Endkampf. Zuerst mal hauen Usagi und seine Leute ab, weil es langsam gefährlich wird. Kumo muß einiges einstecken und verwandelt sich dabei in seine wahre Gestalt - einen uralten Mann. Doch das bestärkt ihn erst recht, um das ewige Leben zu kämpfen, denn nichts fürchtet er so sehr wie den Tod. Er verwandelt sich in einen Schleim und entführt Teru auf den Nachbarturm, wohin Arren ihm unter Schwierigkeiten folgt. (Das Treppenhaus stürzt ein, aber zufällig bleibt gerade noch soviel übrig, daß Arren trotzdem hochlaufen kann usw.) Das ganze geht hin und her (Haitaka und Tenar schauen die ganze Zeit höchst interessiert zu, ohne für die beiden auch nur einen Finger krumm zu machen) bis es Teru einfällt, daß sie ja ein Drachen ist. Das ist leider kein Witz. Miyazaki Goro war sich für so einen Schwachsinn nicht zu schade.

Kumo stirbt natürlich. Arren und Teru (als Drachen) drehen noch eine Runde, dann kehren sie zu Tenars Haus zurück. Arren packt seine sieben Sachen und macht sich dann auf den Weg zurück nach Enlad, um sich dort der Justiz zu stellen.

Und so findet ein vermurkster Film ein schwaches Ende.


Erstellt am 19.12.2010. Letzte Änderung: 19.2.2014