Gunbuster

Gunbuster

Das kürzlich durch "Neon Genesis Evangelion" geradezu legendär gewordene Studio Gainax hat vor gut 10 Jahren das Mädchen-, Mecha- und Weltraum-Abenteuer "Gunbuster" produziert. Die Heldin der Geschichte ist Takaya Noriko, deren Vater vor 6 Jahren mitsamt seinem Schlachtschiff Lukushion von Aliens vernichtet wurde. Noriko ist nie ganz über diesen Verlust hinwegekommen, doch sie will auf jeden Fall auch eine Weltraumheldin werden, genau wie ihr mittlerweile legendärer Vater. Die Ausbildung auf der Schule ist nicht so leicht, wie sie sich das vorgestellt hat. Aber das ist noch gar nichts gegen das, was danach kommt ...

Im weitern Verlauf entwickelt sich die Handlung von einem netten "Locker-vom-Hocker-Mädchen-und-Mecha" -Anime zu einem Alptraum (der letzte Teil ist sogar passend dazu in schwarz/weiß gezeichnet!). Im Gegensatz zu allen anderen Animes, die ich bisher so kenne, verändert sich "Gunbuster" im Laufe der 6 Folgen total. Zuerst erleben wir das ziemlich unbeschwerte Leben an der Mädchen-Akademie, nur überschattet von einer vagen drohenden Gefahr aus dem All - aber das sind wir ja gewohnt, so was kommt in jedem Anime in der einen oder anderen Form vor, denn was wären unsere Helden ohne die Bösen. Doch dann geht es los mit den Zeitdilatations-Phänomenen, die für die Betroffenen immer schrecklichere Folgen haben: Noriko und Kazumi bleiben jung, während um sie herum alle anderen älter werden, Kinder bekommen, sterben. Dazu kommt noch die Alien-Bedrohung, deren Dimension jedes Vorstellungsvermögen sprengt. Beim letzten Angriff stehen der Erd-Flotte Milliarden von Alien-Schiffe gegenüber. Als verzweifelte Maßnahme wird dann die halbe Milchstraße vernichtet!

Herausgebracht hat dieses 6-teilige Anime in der PAL-Version Kiseki, und zwar auf 3 Kassetten, japanisch mit englischen Untertiteln. Im Vorspann der Kassetten werden wird darüber informiert, daß das Video mit Macrovision kopiergeschützt ist. Altersfreigabe: keine; erotische Szenen gibt es mehr oder weniger nicht (jedenfalls nach meinem Verständnis nichts, was der Erwähnung wert wäre), und an den ultimativen Vernichtungsszenen hat sich anscheinend niemand gestört. Da der Film nicht mehr der jüngste ist, bekommt man die Kassetten schon für je 20 DM, also fast geschenkt!

Fazit:

Anfang und Schluß dieses Films passen auf eigenartige Weise nicht zusammen. Es gibt zwar keine Lücken oder Sprünge in der Handlung, aber wenn ein Anime im Stil von A-Ko oder Tenchi Muyo beginnt, sollte er vielleicht nicht mit einem bedrückenden Weltuntergang enden. Obwohl: es gibt erstaunlicherweise sogar so was wie ein Happy End. Trotzdem ist "Gunbuster" ein sehenswerter Klassiker für Fans von Mecha- und Weltraum-Abenteuern, der viele interessante Ideen und eine spannende Handlung beinhaltet.


Zusammenfassung der Handlung (Teil 1 und 2)

Zusammenfassung der Handlung (Teil 3 und 4)

Zusammenfassung der Handlung (Teil 5 und 6)


Die japanischen Namen sind in der japanischen Reihenfolge - Nachname Vorname - notiert

Name Bild (jap.) Sprecher
Takaya Noriko Sie hat Probleme, den Tod ihres Vaters zu überwinden. Doch sie tut ihr bestes - und das ist gar nicht schlecht. Hier noch ein paar Bilder Noriko Hidaka Noriko
Amano Kazumi Die "Königin der Rosen" ist Norikos ältere Kommilitonin und Vorbild Kazumi Sakuma Rei
Ohta Norikos und Kazumis neuer Trainer ist Überlebender des Schiffes, dessen Kapitän Norikos Vater war Trainer Ohta Wakamoto Norio
Jung-Freud Die beste russische Pilotin. Nach anfänglichen Reibereien freundet sie sich besonders mit Kazumi an Jung-Freud Kawamura Maria
Higuchi Kimiko Sie ist Norikos Freundin und tröstet sie mit guten Horoskopen Kimiko und Noriko Fuchizaki Yuriko
Kashiwara Reiko Norikos Rivalin gibt sich schließlich geschlagen Kashiwara Katsuki Masako
Kapitän Tashiro Tatsumi Er ist Kommandant der Exelion und Oberbefehlshaber der Flotte. An sich ein umgänglicher Mann, aber der lange Kampf gegen einen gnadenlosen Feind färbt irgendwann ab Admiral Oki Tamio
Toren Smith Für kurze Zeit ist er Norikos Partner und (heimliche) Liebe. Dann fällt er in einer Schlacht gegen die Aliens Toren Smith Yao Kazuki
Gunbuster Die Geheimwaffe der Erde gegen die Aliens erweist sich als Trumpf - aber nur mit den richtigen Piloten Gunbuster -

Daten:
Produktion: Studio GAINAX Regie: Hideaki Anno Design: Haruhiko Mikimoto, Kazuki Miyatake Erscheinungsjahr: ab 1988
Bewertung: Animationsqualität: gut Handlung: verändert sich total Musik: gut
japanische Synchronstimmen: gut Besonderheit: Zeitdilatationseffekte + riesige Flotten Englische Untertitel: gut Fazit: ähnlich wie "Evangelion" sehenswerter Klassiker, aber mit schwierigem Ende

Erstellt am 6.1.1998. Letzte Änderung: 1.5.2015