Gunslinger Girl - Zusammenfassung der Handlung der 1. DVD (Teil 1 - 5)

Laufzeit der DVD: ca. 125 min.

Gunslinger Girl

Anmerkung: die Episodentitel sind jeweils in Japanisch und Italienisch angegeben.


Teil 1 - Kyoumai / Fratello

Schauplatz dieser Geschichte ist die Social Welfare Agency (S.W.A.), die in einer Anlage (vielleicht einem ehemaligen Kloster) in der Nähe Roms untergebracht ist. Nach außen hin kümmert sie sich um Waisenkinder, in Wirklichkeit jedoch bekämpft sie (inoffiziell im Auftrag der Regierung) Terrorismus und organisierte Kriminalität. Wobei das mit den Kindern sogar in gewisser Weise stimmt. Man nimmt sich hier todkranker Kinder an, setzt ihnen Implantate ein, unterzieht sie einer Gehirnwäsche, die unter dem schönen Namen "Konditionierung" läuft, und verwandelt sie in Cyborgs, um aus ihnen Kampfmaschinen zu machen, die dann gegen die Verbrecher eingesetzt werden. R.F. - Republikanische Front - heißt der Lieblingsfeind der S.W.A., und im Besprechungsraum sitzen gerade die Trainer einiger der Cyborg-Mädchen mit ihrem Chef Lorenzo zusammen und planen einen Einsatz gegen die R.F. Es ist jetzt schon klar, daß dabei eine Menge Munition verbraucht werden wird ...

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Triella

Den Anfang des Einsatzes bekommen wir nicht gezeigt, aber dessen Ergebnis: ein verwüstetes, mit Leichen übersätes Haus. Triela hat ganze Arbeit geleistet. Fast jedenfalls, denn die Organisation hat mehrere Quartiere, und nur eines davon wurde niedergemacht. Und dummerweise haben die anderen das mitbekommen und sind jetzt alarmiert. Und noch dazu gibt es Gerüchte über diese Organisation, die Mädchen als Killer einsetzt. Da klingelt es an der Tür. Es sind Jose und Henrietta. Jose gibt sich als Reporter aus und schafft es tatsächlich, daß die Gangster die Tür aufmachen. Das ist dann ihr Ende. Henrietta mäht sie alle nieder.

Es ist nicht nicht nur für Henrietta ein knallharter Einsatz, sondern auch für Jose. Er erinnert sich, wie er im Auftrag der S.W.A. die Krankenhäuser der Gegend abgraste auf der Suche nach einer geeigneten Kandidatin. Um einen Kampf-Cyborg herzustellen, braucht die S.W.A. junge Mädchen, weil sonst die Modifikationen nicht richtig funktionieren. Außerdem soll ihr Verschwinden natürlich auch nicht auffallen. Also nehmen sie Waisen oder, wie hier, aus einem Krankenhaus eine im Sterben liegende Schwerverletzt, die einzige Überlebende eines schrecklichen Verbrechens, dem ihre ganze Familie zum Opfer fiel. Der Krankenhaus-Arzt, der Jose Henriette übergab, hatte natürlich keinen blasse Schimmer, was aus dem Mädchen werden würde. Gesund gemacht hat die S.W.A. Henrietta tatsächlich, aber ein normales kleines Mädchen wird sie nie wieder sein. Wohlgefühlt hat Jose sich bei diesem Einsatz übrigens ganz und gar nicht. Und anscheinend hat er damals schon beschlossen, Henrietta so etwas wie ein großer Bruder zu sein, der immer für sie da ist.

Henrietta lernte dann Schießen, den Umgang mit allen möglichen Waffen und den Nahkampf.

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Henrietta hat ihre Lektionen gut gelernt. Die Banditen haben gegen sie keine Chance. Und die, an die sich nicht herankommt, nimmt Rico sich vom gegenüberliegenden Dach aus vor. Leider haben sie aber ausgerechnet den Typen, den die S.W.A. eigentlich haben wollte, nicht erwischt. Außerdem hat Henriette ein paar Treffer abbekommen, und so gilt die Mission als gescheitert.

Henrietta ist über ihren Amoklauf fast noch mehr erschrocken als Jose, doch er macht ihr keine Vorwürfe, sondern kümmert sich um ihre Verletzung. Dafür meint Jean später, Jose müsse Henriettas Konditionierung erhöhen, damit das nicht wieder vorkommt. Das allerdings würde ihre ohnehin limitierte Lebensspanne weiter verkürzen, weswegen Jose es ablehnt. Davon abgesehen hat eine andere Gruppe der S.W.A. den Mafioso am Ende doch noch erwischt, und so war das alles gar nicht so schlimm, jedenfalls nicht aus Sicht der S.W.A.

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Triela nimmt Henrietta mit in Claes' Zimmer, wo die drei zusammen Tee trinken, damit Henrietta besser über ihren Schock hinwegkommt.

Teil 2 - Orione / Tentai Kansoku

Diese Folge beginnt mit einer längeren Wiederholung des Massakers, das Henrietta in Folge 1 angerichtet hatte, teilweise aus einer etwas anderen Perspektive betrachtet. Wäre der Mann, denn Jose gesucht hätte, in diesem Raum gewesen, wäre er jetzt ein Sieb.

Henrietta hat den Kellner überwältigt

Henriettas Verletzung wird dann vom Arzt der S.W.A. behandelt, was sehr einfach geht. Die Cyborg-Mädchen bestehen aus leicht austauschbaren Teilen. Trotzdem warnt der Arzt Jose: allzu oft sollte Henrietta nicht bei ihm auf dem Tisch landen, denn diese Operationen belasten ihren Organismus durchaus. Der Arzt weiß auch, daß Henrietta an diesem Tag außer Kontrolle geraten ist und schlägt vor, ihre Konditionierung zu erhöhen, damit sie besser funktioniert. Einen Killer-Cyborg sollte man nicht wie einen Menschen behandeln, das führe nur zu Problemen. Meint er, und das meinen auch die meisten anderen Trainer. Jose ist da allerdings ganz anderer Ansicht.

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Jose führt Henrietta in eine ziemlich vornehmes Restaurant aus. Henrietta ist schwer beeindruckt. Doch auch hier zeigt sich wieder die schwer zu kontrollierende Unberechenbarkeit der Cyborgs. Als der Kellner Joses Teller abräumt, nimmt er (logischerweise) auch das Messer auf. Einen Augenblick später findet er sich am Boden wieder. Henrietta war wohl der Meinung, Joses Leben sei bedroht. Jose kann sie gerade noch davon abhalten, aus dem armen Kellner Hackfleisch zu machen, und so passiert ihm zum Glück nichts. Den Schrecken kompensiert Jose ihm mit 500 Euro.

Aber Jose läßt sich nicht entmutigen. Für ihn ist Henrietta keine Maschine, sondern so etwas wie seine kleine Schwester, und so behandelt er sie auch, soweit die Umstände das zulassen.

Auch bei der Kampf-Ausbildung ist er ein fürsorglicher und geduldiger Lehrer. Außerdem kann man das Zielfernrohr eines Gewehres auch mal dazu benutzen, in dem Himmel zu schauen und sich die Sterne anzusehen (oder tagsüber die Venus).

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Umso mehr ist Henrietta über ihren Amoklauf deprimiert, denn sie weiß, daß sie Jose damit enttäuscht und in gewisser Weise auch in Schwierigkeiten gebracht hat. Doch Triela und Claes trösten sie bei Tee und Kuchen.

Offenbar nimmt auch Jose es ihr nicht übel, denn am Abend kommt er zu ihr ins Zimmer und nimmt sie mit aufs Dach. Wegen der Kälte warm eingepackt beobachten sie zusammen den prächtigen Sternenhimmel mit einem großen Fernrohr, das Jose dort aufgebaut hat.

Teil 3 - Shounen / Ragazzo

In dieser Folge geht es um Rico. Sie hat ihr ganzes Leben im Krankenhaus verbracht, bis ihre Eltern schließlich die Nerven verloren und sie der S.W.A. anvertrauten. Ob sie wußten, was aus ihrer Tochter dort genau wird, sei mal dahingestellt. Rico jedenfalls ist mit ihrem Schicksal mehr als zufrieden, denn hier bekam sie zum ersten Mal in ihrem Leben einen Körper, der funktioniert. Sie kann sich jetzt bewegen, aufstehen, herumlaufen ... Und auch sonst gefällt ihr ihr Leben bei der S.W.A. Solange sie macht, was man ihr sagt, sind alle nett zu ihr.

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Emilio und Rico

Für die Mädchen stehen Schießübungen auf dem Trainingsgelände auf dem Stundenplan. Jean ist mit Ricos Leistungen aber gar nicht zufrieden. Triela hingegen macht ganz locker aus dem Ziel Kleinholz. Für ihren Trainier Hirscher ist es fast enttäuschend, daß er ihr nichts beibringen kann.

Bei der Erstürmung eines Hauses rutscht Henrietta auf ihren Patronenhülsen aus und wäre um ein Haar unsanft auf dem harten Beton gelandet, wenn Jose sie nicht aufgefangen hätte. So etwas bei einem echten Einsatz und sie wäre tot. Das Training wird dann abgebrochen, weil es einen neuen Einsatz gibt. Es geht um einen Abgeordneten namens Mascart von der Radikalen Partei, der sich in einer Woche im Hotel Villa Gadd mit seinem Sekretär treffen wird. Ein Zimmer im 2. Stock hat er gemietet, alle anderen dort die S.W.A.

Zur Vorbereitung schickt Jean Rico los, um sich die Gegend um das Hotel anzusehen. Am Hinterausgang trifft sie auf einen Hotelpagen, einen netten Jungen etwa in ihrem Alter, der Emilio heißt. Die beiden kommen ins Gespräch und freunden sich sogar ein bißchen an. Emilio meint, in Ricos Koffer stecke eine Geige, und sie solle ihm doch mal was vorspielen. Für Rico ist das schwierig, weil sie natürlich nicht verraten darf, was tatsächlich drin ist, außerdem hat sie mit persönlichen Beziehungen kaum Erfahrung. Jean macht die Sache jedoch einfach: wer ihre wahre Identität erkennt, den muß sie auf der Stelle töten.

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Rico erzählt Henrietta später von Emilio. Sie würde sich freuen, wenn es mal jemanden gäbe, der sie mag. Henrietta bringt ihr dann ein bißchen Geigenspielen bei, falls sie Emilio mal wiedersieht.

Rico sieht Emilio wieder, ein einziges und letztes Mal. Und zwar bei ihrem Einsatz, bei dem sie Mascart erschießen soll. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen seitens der S.W.A. taucht nämlich Emilio gerade in dem Moment vor Mascarts Zimmer auf, als Rico in Maid-Kleidung und mit einer Pistole in der Hand herauskommt. "Gomen ne" sagt sie zu Emilio noch ...

Teil 4 - Ningyou / Bambola

Weihnachten steht vor der Tür, und Henrietta würde gerne mit Jose etwas unternehmen. Der schlägt eine Spazierfahrt vor, und Henrietta freut sich. Sie ist glücklich, wenn sie mit Jose zusammen sein kann. Sie ist ganz außer Atem, so sehr klopft ihr Herz. Wenn Triela sie nicht zu Jose gezerrt hätte, hätte sie sich nie getraut, ihn zu fragen.

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Triela fängt einen Mann namens Giacomotti. Als dieser in seine Jacke langt, schießt sie ihn nieder. Hirscher schimpft sie deswegen aus, denn er wollte Giacomotti eigentlich verhören. Der war aber wirklich dabei, eine Pistole zu ziehen, und so sieht Triela sich im Recht. Sie gibt Hirscher eine patzige Antwort, woraufhin der sich gerade noch bremsen kann, ihr eine zu knallen.

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Triela und Bossi

Hirscher spricht mit Jose und fragt ihn, was er tun sollte, um besser mit Triela zurechtzukommen. Jose meint, Triela sei ziemlich intelligent, daher müsse er etwas einfühlsamer sein.

Es ist nicht so, daß Hirscher das nicht schon versuchen würde. Triela hat auf ihrem Zimmer sechs Teddybären stehen, die er ihr im Laufe der Zeit geschenkt hat. Henrietta gibt ihr die englischen Namen der 7 Zwerge aus "Schneewittchen", wobei der 7. Zwerg bzw. Teddy einstweilen noch fehlt. Sie hätte auch gerne ein paar Teddys. Und Triela hätte gerne einen "großen Bruder" wie Jose. Denn die Teddys interessieren sie gar nicht, sie hätte von ihrem Trainer lieber etwas mehr Aufmerksamkeit.

Dazu kommt noch, daß sie gerade ihre Periode hat, die ihr große Schmerzen verursacht. Immerhin, wenn sie Schmerzen fühlen kann, ist sie lebendig, also hält sie es aus.

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Giacomotti hat es nicht nur überlebt, er hat auch geredet, und das führt Hirscher und Triela zu ihrem nächsten Einsatz. Sie fliegen nach Neapel, wo sie einen Mafia-Boß namens Mario Bossi suchen, der sich zur Ruhe gesetzt hat. Genauer gesagt hat er vor etlichen Jahren die Mafia verlassen, ist dann in Europa herumgereist und jetzt wieder nach Italien zurückgekommen. Dort erwarten ihn alte "Freunde", aber Bossi ist sehr gut darin, solche aufdringlichen Leute abzuschütteln und am Leben zu bleiben. Trielas und Hirschers Auftrag lautet, Bossi zu beschützen und ihn zur S.W.A. zu bringen, denn er weiß einiges, was die Mafia-Jäger brennend interessiert. Die beiden müssen ihn also finden, bevor die anderen ihn umlegen.

Hirscher kennt Bossi vor früher, und er kennt auch die Plätze, wo Bossi sich aufhalten könnte. Und tatsächlich erwischt er ihn schließlich.

Bossi ist durchaus bereit, vor Gericht auszusagen. Vorher aber hat er in Neapel noch was zu erledigen. Hirscher kann auf solche Extratouren natürlich keine Rücksicht nehmen. Also ...

Triela hat Bossi mit Handschellen angebunden. Bossi nutzt dann aber einen Toilettengang, um Triela auszutricksen. Als er fertig ist und in die Nachbarkabine klettert, bemerkt Triela, daß das andere Ende der Handschellen nämlich nicht mehr an Bossis Handgelenk ist, sondern an einem Rohr. Sie hat sich schnell befreit, aber Bossi hat ein paar entscheidende Sekunden gewonnen und klettert gerade die Regenrinne herunter.

Es folgt eine wilde Verfolgungsjagd zu Fuß durch die Straßen Neapels. Gefunden wird Bossi aber leider nicht von Triela, sondern von ein paar Mafiosi. Allerdings bekommt Triela das mit. Sie erscheint gerade noch rechtzeitig, um die Kerle umzulegen und Bossi zu retten. Der ist sehr erstaunt, was ein Cyborg wie Triela zu leisten imstande ist. Um vier Leute auszuschalten hat sie kaum drei Sekunden gebraucht.

Triela hat allerdings ein paar Treffer abbekommen und leidet immer noch unter starken Unterleibsschmerzen. Sie ist trotzdem überrascht, daß Bossi sich Sorgen um sie macht.

Bossi und Hirscher, der damals bei der Polizei war, lernten sich in Amsterdam kennen. Die dortige Mafia verschob neben Tabak und Schmuggelwaren auch Kinder, was sehr einträglich war. Bossi beschloß damals auszusteigen und schloß einen Deal mit Hirscher ab: der ließ ihn laufen und bekam dafür Insider-Informationen. Als das herauskam, wurde Hirscher gefeuert und kam schließlich zur S.W.A. Bossi erzählt Triela, daß er nach Neapel gekommen ist, um seine Tochter zu sehen. Er hat ihr jedes Jahr ein Weihnachtsgeschenk geschickt, sie aber noch nie gesehen. Triela beschließt, Bossi laufenzulassen. Zum Abschied fragt er sie, ob sie eigentlich ihre Eltern kenne. Doch alles, was Triela über ihr Herkunft weiß ist, daß man sie irgendwann mal in Amsterdam aufgelesen hat. Womöglich war sie eins dieser Mafia-Kinder. Bossi hat ein ziemlich schlechtes Gewissen - schließlich war er damals ja in diesem Geschäft tätig. Er meint zu Triela, sie solle versuchen, sich mit Hirscher gut zu verstehen.

Dieser Wunsch könnte wohl in Erfüllung gehen. Denn Hirscher steht anscheinend schon länger hinter einer Ecke und hat alles mitangehört. Und das gibt ihm einiges zu denken.

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Nach diesem Einsatz geht Hirscher mit Triela in die Stadt zum Einkaufen. Diesmal darf sie sich ein Weihnachtsgeschenk aussuchen, das ihr gefällt. Und was wählt sie aus - einen Teddy.

Übrigens - sie bekommt dieses Jahr noch ein weiteres Weihnachtsgeschenk, nämlich von Mario Bossi ihren achten Teddybär.

Teil 5 - Yakusoku / Promessa

Jean hat einen alten Bekannten namens Ravalo, der nach einem Unfall mit einer Waffe aus der Militärpolizei ausscheiden mußte. Ihm schlägt er vor, sich bei der S.W.A. zu bewerben, weil die gerade jemanden wie ihn suchen. Begeistert ist Ravalo davon aber nicht, denn er hat ungute Gerüchte über diese Organisation gehört. Jean meint aber, wenn er zustimme, würde er ihm behilflich sein, wieder zur Militärpolizei zurückzukehren. Ravalo sieht sich das Mädchen, dessen Trainer er werden soll, dann aber doch mal an und stimmt schließlich zu. Als erstes muß er dem Mädchen einen Namen geben und entscheidet sich für "Claes", einen möglichst unpersönlichen, mehr oder weniger durch Zufall gewählten Namen.

Claes beim Angeln

Claes beginnt ihre "Karriere" als todkrankes Wesen, wird dann zum Cyborg umgebaut und von Ravalo ausgebildet. Umwerfend sind ihre Leistungen jedoch nicht gerade. Ravalo weist sie an, fleißig weiterzuschießen, was Claes wörtlich nimmt. Sie verbringt die ganze Nacht und den folgenden Tag, an dem es in Strömen regnet, auf dem Schießstand, bis Ravalo sich fragt, wo sie eigentlich geblieben ist, und sie am Ende dort findet, wo er sie zurückgelassen hat.

Ravalo studiert Claes' Akte. Claes war früher ein entzückendes kleines Mädchen. Etwas später kommt sie ihn besuchen und ist erstaunt über die unzähligen Bücher, die er in seinem Raum hat. Ravalo ist nämlich der Meinung, daß jemand, der gebildet und belesen ist, einen besseren Soldaten abgibt. Zur Zeit liest er gerade ein Buch über Gemüseanbau und meint trocken zu Claes, das könnte sich als nützlich erwiesen, wenn man außerirdisches Gemüse angreifen würde. Auch Claes liest Bücher, und das nicht nur auf Italienisch, sondern auch auf Englisch und Französisch.

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Am nächsten Tag nimmt Ravalo Claes mit zum Angeln. Zwischen den beiden entwickelt sich dabei im Laufe der Zeit eine sehr eigenartige Beziehung. Im "normalen Leben", also beim Training, behandelt Ravalo Claes so unpersönlich, wie das bei den meisten Trainern üblich ist. Doch bei den Angel-Ausflügen reden sie viel über sich selbst, ihre Gefühle, Wünsche und Ziele.

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Zwecks Training schickt Ravalo Claes eines Nachts zum "Aufräumen" in einen U-Bahnhof. Zwei Schüsse später kommt Claes wieder zurück, rechts und links je einen erschossenen Typen in der Hand, und im Bauch ein Messer. Sie hat noch viel zu lernen.

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Bei einer Übung im Schießstand kommt es fast zu einem tödlichen Zwischenfall. Claes und Henrietta üben mit ihren Pistolen, als Henrietta auf einmal Ladehemmung hat. Als wenn es nichts wäre, dreht sie die Pistole um und schaut neugierig in den Lauf. Daraufhin rastet Ravalo aus. Er feuert Henrietta an die Wand, und als Jose ihn beruhigen will, zieht er ihm mit seinem Stock eins über. Henrietta hat den schlimmsten Fehler gemacht, den man beim Pistolenschießen machen kann, und Jose als sein Ausbilder trägt daran eine gehörige Mitverantwortung. Henrietta sieht jetzt aber ihren Jose bedroht und setzt zum Angriff an, was wiederum Claes auf den Plan bringt.

Bevor jeder jedem jetzt entweder den Schädel einschlägt oder über den Haufen schießt, beruhigen sie sich dann aber doch wieder ein bißchen.

Jean schlägt daraufhin vor, sowohl Henrietta als auch Claes neu zu konditionieren. Ravalo hat zwar Bedenken, denn das wird die Lebensspanne der Mädchen verkürzen, aber Jean antwortet, das sei nicht sein Problem, in 3 Jahren sei er sowieso wieder bei der Militärpolizei. Aber auch Jose hält von einer Neu-Konditionierung Henriettas nichts. Sie hat inzwischen eingesehen, daß sie einen großen Fehler gemacht hat. Und Ravalo hofft, daß auch Claes eines Tages zuverlässiger wird.

Den nächsten Angel-Ausflug macht Ravalo alleine. Und dann kündigt er. Als er seine Koffer ins Auto lädt, kommt Claes angelaufen. An den Vorfall im Schießstand erinnert sie sich nicht mehr, dank der erneuerten Konditionierung. Zum Abschied erlaubt Ravalo ihr, seine Bücher zu lesen, soviel sie will. Und er gibt ihr ihre Brille, die sie trug, bevor man aus ihr einen Cyborg machte, der natürlich keine Sehhilfen braucht. Er läßt sich von Claes das Versprechen geben, ihre zerstörerischen Fähigkeiten niemals außerhalb der Arbeit einzusetzen, egal, was die S.W.A. sagt. Claes' alte Brille soll sozusagen das Symbol sein, welches zwischen den beiden Persönlichkeiten in ihr unterscheidet: wenn sie die Brille trägt, soll sie das reizende Mädchen aus ihrem früheren Leben sein. Und wenn sie töten muß, soll sie vorher die Brille abnehmen.

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Ravalo ist wohl der Meinung, daß es zwischen der S.W.A. und dem organisierten Verbrechen, das diese im Auftrag der Regierung bekämpfen soll, so wenig Unterschiede gibt, daß die Öffentlichkeit darüber informiert werden sollte.

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Ein paar Tage später kommt Jean ins Zimmer und teilt Claes mit, Ravalo sei leider Opfer eines ungeklärten Verbrechens geworden. Für Claes ist das wie das Ende der Welt. Sie bricht zusammen und macht einfach gar nichts mehr. Allerdings ist sie in diesem Zustand immer noch für Experimente nützlich. Schließlich kann auch der Körper eines Cyborgs noch verbessert werden.

Davon abgesehen hat Claes viel Freizeit und kommt eines Tages auf die Idee, mal einen Gemüsegarten anzulegen ...


Erstellt am 28.4.2008. Letzte Änderung: 19.2.2014