Haibane Renmei - Zusammenfassung der Handlung Teil 1 - 13

Laufzeit der DVD: ca. 330 min.

Haibane Renmei

Teil 1 - Sora wo ochiru Yume (Der Traum, vom Himmel zu fallen) * Old Home

Die Stadt Guri, die von einer geheimnisvollen Mauer umschlossen ist, wird bewohnt von zwei Gruppen von Wesen: Menschen und Haibane. Haibane schlüpfen aus großen Kokons, die als ganz kleine Samen von irgendwoher angeschwebt kommen, dann wachsen und am Ende ihren Bewohner freigeben. Für den oder die neuankommende Haibane verläuft dieser Vorgang wie ein Traum. Jeder hat dabei seinen eigenen Traum, und es ist Sitte, den neuen Haibane nach einem Charakteristikum seines Traumes zu benennen.

Reki vor Rakkas Kokon

Zum Anfang der Episode 1 sehen wir einen solchen Traum. Ein Mädchen, eine neue Haibane, die später den Namen Rakka bekommen soll, erlebt auf diese Weise ihre Ankunft in der Welt, in der sie von nun an leben soll. Sie fällt langsam herab. Eine Krähe erscheint ihr und versucht, sie festzuhalten, doch Rakka gibt sich dem Fallen hin und landet in einer kuscheligen, warmen Umgebung, ihrem Kokon.

Und dieser, bereits sehr groß, wird dann von Reki entdeckt. Reki ist die älteste Haibane in Old Home (oder zumindest fast, und sie ist diejenige, die sich um alles kümmert). Sie ist über den Neuzugang ganz aus dem Häuschen, ihr fällt sogar die Kippe aus dem Mund. In Windeseile versammeln sich alle Haibane, die hier wohnen (außer ihr selbst noch Nemu, Kana, Kuu und Hikari), vor dem Kokon. Doch noch bevor sie entschieden haben, wer wann Wache hält, schlüpft Rakka (übrigens bekleidet).

Die Haibane bringen sie erst mal ins Bett, und als Rakka dann zum ersten Mal aufwacht, hat sie im Grunde nicht die Spur einer Ahnung, wo sie ist und wer sie ist (oder mal war). Reki setzt sich zu ihr ans Bett und erklärt ihr erst mal die wichtigsten Sachen. Und da gibt es so einiges. Erst mal wird Rakka nach ihrem Traum befragt. Da es darin ums Fallen ging, bekommt sie einen Namen, der genau das bedeutet ("Rakka" heißt "runterfallen". Übrigens an dieser Stelle noch eine Bemerkung zu den Anreden. Die Haibane reden sich mit ihrem Namen ohne -san an. An sich ist das im Japanischen sehr unhöflich, unterstreicht aber in subtiler Weise die Exotik dieser Umgebung). Nachdem Rakka nun ihren Namen hat, bekommt sie als nächstes ihren Heiligenschein, üblicherweise Lichtreif genannt. Warum? Nun, Haibane haben eben einen solchen. Was sie auch noch bekommen wird sind Flügel. Jetzt schon hat sie Schmerzen im Rücken, bald wird es soweit sein.

Dieser Vorgang ist sehr schmerzhaft, doch Reki weicht Rakka nicht von der Seite und tut alles, um ihr die Angst, Schmerzen und Unsicherheit zu nehmen und ihr den Eintritt in ihr neues Leben zu erleichtern.

Nebenbei erfährt Rakka auch das wichtigste über ihr neues Leben. Sie ist also eine Haibane. Wer oder was das ist, weiß niemand. Die Haibane leben in einem recht großen Gebiet, in dessen Zentrum sich eine gemütliche Stadt namens Guri befindet. Das Land ist umschlossen von einer Mauer, die weder die Haibane noch die Menschen jemals überwinden dürfen (und in aller Regel auch gar nicht wollen, denn das Leben innerhalb der Mauer ist sehr friedvoll, behütet und sicher. Wir erfahren die ganzen 13 Folgen lang nicht, was außerhalb dieser Mauer ist Allerdings erfahren wir einiges über die Mauer selbst. Sie ist weit mehr als ein übereinandergeschichteter Haufen Backsteine.)

Rakka erinnert sich, daß sie vor ihrer jetzigen Existenz als Haibane ein anderes Leben gehabt hat - draußen. Doch wer sie dort war, wie sie geheißen hat, wer ihre Eltern und Freunde waren, all diese Erinnerungen sind ausgetilgt. Mehr oder weniger die ganzen 13 Episoden hindurch versucht Rakka, sich an ihr früheres Leben zu erinnern. Bis auf eine winzige Ausnahmen wird ihr das nicht gelingen, dafür wird sie aber viel über ihr neues Leben erfahren. Und da gibt es einiges zu wissen.

Jedenfalls kümmert Reki sich mit unermüdlicher Fürsorge und Zuneigung um Rakka. Die ganze Nacht hindurch bürstet und reinigt sie ihre Flügel und lindert Rakkas Fieber, das alle Haibane bekommen, wenn ihre Flügel sprießen.

Am nächsten Tag ist Rakka aber bereits wohlauf und ärgert sich über die statische Elektrizität ihres Lichtreifes, der jeden Versuch einer wohlgeordneten Frisur zum Scheitern verurteilt. Doch dank Rekis zärtlicher Freundlichkeit fühlt Rakka sich hier bereits wie zuhause.

Teil 2 - Machi to Kabe (Die Stadt und die Mauer) * Tooga * Haibane Renmei

Rakka sieht sich zum ersten Mal draußen um. Obwohl all ihre Erinnerungen an ihr früheres Leben ausgelöscht sind, weiß sie, daß dies hier eine fremde Umgebung ist. Allerdings keine feindliche, ganz im Gegenteil. Old Home und die nahe Stadt scheinen geradezu dafür gemacht, die Haibane zu behüten.

Hikari und die anderen haben Frühstück organisiert, und in gemütlicher Runde lernt Rakka nun die anderen langsam kennen. Sie erfährt auch, wie sie alle heißen und woher sie ihr Namen haben. Reki hatte anscheinend keinen schönen Traum, im Gegensatz zu den anderen.

Blick über Guri

Während Reki sich dann um die Kinder kümmert, gehen Hikari, Kuu, Nemu und Kana mit Rakka in die Stadt, damit sie auch diese mal kennenlernt.

Der Weg hinunter nach Guri ist sehr idyllisch. Auf einem Hügel stehen zahlreiche Windräder, die Strom produzieren, allerdings nicht besonders zuverlässig, was aber niemanden sonderlich stört. Rakka ist überrascht zu sehen, daß hier auch Wesen ohne Flügel leben - Menschen. Sie lernt, daß diese Menschen die Haibane versorgen, insbesondere mit gebrauchten Kleidern und anderen Sachen des täglichen Bedarfs. Außerdem arbeiten die Haibane, bekommen dafür aber kein Geld, sondern ein Protokollheft, mit dessen Seiten sie bezahlen (was letztlich aber auch nichts anderes ist als Geld).

Guri, die Stadt im Zentrum des von der Mauer umschlossenen Gebietes, ist mindestens ebenso idyllisch wie die Landschaft darum herum. Autos gibt es so gut wie keine, alles macht einen sehr gemütlichen und ruhigen Eindruck. Als erstes gehen sie in ihren üblichen Altkleiderladen und besorgen Kleider für sich und vor allem auch für Rakka, die bisher nur einen besseren Müllsack trägt. Der Verkäufer ist sehr nett und näht das Kleid, das Rakka sich ausgesucht hat, gleich um, denn sie braucht ja auf dem Rücken Öffnungen für ihre Flügel.

Über das neue Kleid freut Rakka sich sehr. Anschließend setzen sich alle an einen Brunnen, trinken Tee und erklären Rakka, was es mit dem Haibane-Verband auf sich hat. Nemu erklärt es als eine Organisation, die sich um die Haibane kümmert. Es wird noch einige Folgen dauern, bis Rakka herausfindet, wer diese geheimnisvollen Leute in Wirklichkeit sind.

Doch es gibt noch mehr zu sehen an diesem Tag, nämlich die Tooga. Das sind Händler, die aus dem Land außerhalb der Mauer kommen und Guri mit Waren versorgen, die es dort nicht gibt (z.B. Benzin für Rekis Roller). Die Tooga sind allesamt vermummt, sie dürfen innerhalb der Stadt nicht sprechen und auch nicht angesprochen oder berührt werden. Nur der Washi, der Chef des Haibane-Verbandes, darf mit ihnen kommunizieren. Aber auch er spricht nicht mit ihnen, sondern sie verständigen sich mit seltsamen Handzeichen. Rakka ist von alledem fasziniert.

Als Rakka und die anderen am Abend wieder zurückkommen, finden sie Rakkas neues Namensschild vor sowie eine Aufforderung, sich am nächsten Tag im Tempel einzufinden. Hikari fällt ein, daß sie dort auch noch was abzuliefern hat und schlägt Rakka vor, mit ihr zusammen hinzugehen.

Am Abend erleidet Rakka einen Schwächeanfall. Es war wohl doch alles noch ein bißchen zuviel für den ersten Tag. Reki bringt sie ins Bett.

Teil 3 - Jiin (buddhistischer Tempel) * Washi * Pankeeki (Kaffeestückchen)

Neugierig und sich gleichzeitig gruselnd durchstreift Rakka die leerstehenden Teile von Old Home. Für die wenigen Bewohner ist dieser riesige, teilweise schon halb verfallene Komplex nämlich viel zu groß.

Schließlich stößt sie auf das Zimmer, in das Reki gerade umgezogen ist und wo sie auch ihr Atelier hat. Wie so oft hat Reki schlecht geträumt und fällt polternd aus dem Bett, was Rakka ganz schön erschreckt.

Rakka und Hikari auf dem Weg zum Tempel

Nachdem sich das geklärt hat, würde Rakka gerne mal Rekis Bilder sehen, aber die legt keinen Wert darauf, sie zu zeigen.

Nach dem Frühstück gehen Hikari und Rakka zum Haibane-Tempel. Dieser liegt ziemlich außerhalb und ist nur auf einem wahrhaft abenteuerlichen Weg zu erreichen. Hikari macht das gar nichts aus, aber Rakka staunt nicht schlecht. Und erst recht staunt sie, als sie schließlich vor dem riesigen, in den Fels hineingebauten Tempelgebäude stehen. Vor dem Tempel steht einer dieser unheimlichen, maskierten Männer von Haibane-Verband und hängt den beiden Mädchen Glöckchen an die Flügel, mit denen sie "ja" und "nein" signalisieren können. Denn im Tempelinneren herrscht Sprechverbot. Der einzige, der dort reden darf, ist der Washi, dem die beiden dann auch schon kurz darauf gegenüberstehen.

Hikari liefert die Form für den Lichtreif ab, und Rakka stellt sich sozusagen vor, wenngleich schweigend. Sie erhält nun ihr Buch, sozusagen das Scheckheft, mit dem sie ihre Arbeit abrechnen und auch bezahlen kann.

Der Besuch im Tempel ist nur recht kurz. Anschließend geht Hikari in die Stadt zu ihrer Arbeit, Rakka kehrt erst mal nach Old Home zurück und hilft Reki bei der Kinderbetreuung. Die kleinen Haibane sind gerade geflüchtet, weil es zum Essen Karotten gibt. Reki, Rakka und die Heimmutter müssen sich einiges einfallen lassen, um die Kleinen dazu zu bringen, sie doch zu essen. Schließlich kommt die Heimmutter auf die Idee, in der Stadt Kaffeestückchen besorgen zu lassen - bei Hikari, denn die arbeitet in einer Bäckerei. Praktisch für Rakka, denn so kann sie auch gleich mal diesen Ort kennenlernen. Kuu, die mitkommt, zeigt ihr den Weg.

Dort hat Hikari eine neue Art von Kringelgebäck erfunden, und als Form zum Ausprobieren hat sie die Lichtreif-Form benutzt, weswegen die Kleinen gemeint haben, Rakka rieche nach Kuchen. Rakka ist ziemlich empört über diese Zweckentfremdung, dafür bekommt sie von Hikari und dem Bäcker aber auch eine ganze Ladung Kaffeestückchen.

Teil 4 - Gomi no Hi (Der Tag des Mülls) * Tokeitou (Der Uhrenturm) * Kabe wo koeru Tori (Vögel, die die Mauer überqueren)

Rakka wird unsanft aus ihrem Traum gerissen: heute soll sie nämlich Kana bei der Arbeit helfen, und da sie schon verschlafen hat, sorgt Kana nachhaltig dafür, daß sie wenigstens jetzt aus den Federn kommt.

Kana ärgert sich über die Krähen

Vorher haben die beiden aber noch häusliche Pflichten zu erledigen, insbesondere den Müll raustragen. Kana ärgert sich über die Krähen, die nur darauf warten, die Abfälle durchwühlen zu können. Rakka hingegen, die zu Krähen ein ganz anderes Verhältnis hat, bewundert diese wegen ihrer Findigkeit. Außerdem sind die Krähen die einzigen, die nach Belieben die Mauer überwinden können. Nur können sie leider nicht darüber reden, was draußen ist.

Kana ist handwerklich ausgesprochen talentiert. Ihre Taschenuhr hat sie selber repariert, und noch vor dem Frühstück zeigt sie Rakka die große Uhr in dem Turm von Old Home, die sie auch reparieren will.

Kana hat es immer eilig. Das Frühstück dauert ungefähr 10 Sekunden, dann geht es ab in die Stadt. Trotzdem kommen die beiden ein paar Minuten zu spät, was Kana einen Tadel ihres Meisters einbringt: Denn wo gibt es denn so was, daß ein Uhrmacher unpünktlich ist!

Die Uhrmachermeisterwerkstatt steht genau im Zentrum von Guri. Von ihrem Glockenturm aus kann man die ganze Stadt und das Umland überblicken, bis zur Mauer, die alles umgibt und die man nicht mal vom Turm aus überschauen kann. An der Turmuhr wird gerade gebaut, und heute ist es Kanas und Rakkas Aufgabe aufzuräumen. Damit sind sie praktisch den ganzen Tag beschäftigt. Anschließend gehen sie nach oben auf den umlaufenden Balkon, von dem aus man einen wunderbaren Blick über Guri hat. Natürlich kommen die beiden auch auf die Mauer zu sprechen. Außer den Tooga kommt niemand hinein, und wer hinausgeht, kommt niemals mehr zurück. Die Haibane dürfen nicht mal in die Nähe der Mauer. Nur die Krähen sind eine Ausnahme. Sie fliegen darüber hinweg, wie sie wollen.

Der Uhrmachermeister gibt sich zwar ziemlich bärbeißig, ist aber im Grunde ein sehr netter Mensch, der mit Kana auf einer Wellenlänge liegt. Am Abend drückt er Kana einen Satz Werkzeuge in die Hand, die ihr helfen werden bei ihrer geplanten Arbeit an der Glocke von Old Home.

Teil 5 - Toshokan (Bibliothek) * Haikoujo (die alte Fabrik) * Sekai no Hajimari (Der Anfang der Welt)

Nemu arbeitet in der Bücherei. Im Augenblick ist sie mit der Durchsicht chronologischer Register beschäftigt, die mit Jahreszahlen etwas zwischen 2010 und 2020 betitelt sind. Dies ist der einzige vage Hinweis darauf, wann diese Geschichte eigentlich spielt.

Nemu hat eine Kollegin namens Sumika, die allerdings hochschwanger ist und wahrscheinlich nur noch ein paar Tage da sein wird.

Rakka und Nemu

Auch Rakka ist heute da und hilft aus. Bekanntlich sieht sie sich immer noch um und klappert nach und nach die Orte ab, an denen die anderen Haibane arbeiten. Eine Arbeit, für die sie sich begeistern kann, hat sie dabei allerdings noch nicht entdeckt.

Als Sumika und Rakka sich über den Weg laufen, fragt Sumika das Haibane-Mädchen, wie es war auf die Welt zu kommen. Denn auch ihr Baby kommt ja irgendwo her.

Später erklärt Nemu Rakka, daß alle Bücher hier von den Tooga eingeführt wurden. Seltsamerweise finden sich jedoch in keinem einzigen davon Informationen über die Welt außerhalb der Mauer. Außerdem sind viele dieser Bücher in einem sehr schlechten Zustand. Manche fallen schon beim bloßen Umblättern auseinander (nebenbei bemerkt ein riesiges konservatorisches Problem, mit dem sich alle Bibliotheken der Welt herumschlagen müssen, weil Papier, das nach ca. 1840 hergestellt wurde, säurehaltig ist und sich im Laufe der Jahre auflöst. Für wertvolle Bücher benutzt man daher heute säurefreies Papier, aber eine Bildzeitung wird man in 100 Jahren nicht mehr lesen können. Die ist dann nur noch Staub.). Womöglich liegt die Handlung also wesentlich weiter in der Zukunft als 2010 oder 2020.

Rakka stöbert in den Büchern herum, die sie eigentlich etikettieren soll. Sumika kommt dazu und erzählt, früher habe sie das auch oft gemacht. Sie wollte sogar die Stadt verlassen, um den Anfang der Welt zu finden (was auch immer sie darunter verstehen mag: die Erde ist schließlich eine Kugel und hat keinen Anfang. Und selbst wenn man die Erde für eine Scheibe hält, hat sie zwar einen Rand aber immer noch keinen Anfang). Wie auch immer, inzwischen hat Sumika aufgehört, allzu intensiv darüber zu brüten, denn das Leben in Guri ist einfach zu angenehm, als daß man es so einfach gegen die große Ungewißheit eintauschen wollte.

Später veranstaltet Nemu für die kleinen Haibane aus Old Home eine Lesestunde, die auf großen Anklang stößt. Reki übergibt die Kleinen dann Hikari und geht in der Stadt noch etwas besorgen.

Nachdem am Abend die Bücherei ihre Pforten wieder geschlossen hat, betrachtet Rakka noch ganz fasziniert die Steintafeln im Ausstellungsraum, auf denen seltsame Zeichen eingraviert sind.

*

Nemu will für Sumika ein Abschiedsgeschenk machen, ein Buch mit dem Titel "Der Anfang der Welt". In der Bücherei gab es nämlich mal so ein Buch, aber das ist inzwischen zu Staub zerfallen, und so weiß niemand, wie diese Geschichte ausging.

Auf dem Nachhauseweg sehen Nemu und Rakka Reki. Sie laufen ihr nach und werden Zeugen einer seltsamen Begegnung. Zuerst mal bekommt Reki ihren Roller in die Hand gedrückt, der anscheinend aufgetankt wurde. Dann tauchen vier junge Leute auf, die Reki gut zu kennen scheinen. Rakka ist sehr überrascht zu sehen, daß es Haibane sind. Doch zwischen diesen und Reki herrscht nicht gerade ein freundschaftliches Verhältnis.

Auf dem Weg nach Hause erklärt Nemu Rakka, daß in einer alten Fabrikruine eine weitere Gruppe Haibane lebt, und zwar männliche und weibliche gemeinsam unter einem Dach. Zwischen einem von ihnen namens Hyouko und Reki muß einiges vorgefallen sein: die beiden wollten durchbrennen, sprich über die Mauer abhauen, was aber offenbar nicht geklappt hat.

Am nächsten Tag zeigt Nemu Rakka das Buch, das sie Sumika geschrieben hat. Allerdings fehlt noch das Ende, dafür hatte sie noch keine gute Idee. Dafür hat Rakka aber eine.

Und so kommt Nemus Geschichte zu einem sehr romantischen Ende und Sumika zu einem sehr persönlichen Geschenk.

Teil 6 - Natsu no Owari (Ende des Sommers) * Ame (Regen) * Soushitsu (Verlust)

Rakka klappert Old Home auf der Suche nach einem passenden Zimmer ab. Der Gebäudekomplex ist aber in keinem besonders guten Zustand, so daß Rakka nicht fündig wird.

Draußen wird es allmählich frisch. Der Sommer neigt sich seinem Ende entgegen. Und Kuu benimmt sich in letzter Zeit irgendwie eigenartig. Sie schenkt Rakka zum Beispiel den Mantel, an dem sie früher so gehangen hat. Und ihr Lichtreif flackert. Rakka ist darüber ziemlich verwirrt.

Kuus Fortgang

*

Kurz vor dem Frühstück dringen auf einmal ungewohnte Geräusche an die Ohren von Rakka, Hikari und Reki. Kana hat es nämlich inzwischen tatsächlich geschafft, die Turmuhr wieder zum Laufen zu bringen, zumindest ihre Glocke. Die Haibane sind zuerst begeistert. Doch das Läuten hört gar nicht mehr auf. Schließlich geht es Reki und den anderen so auf die Nerven, daß sie Nemu befehlen, es wieder auszuschalten.

Rakka geht mit Kana zusammen in den Turm, und dabei erzählt Kana ihr ein bißchen über Kuu, die früher wie ein kleines Kind war, inzwischen aber deutlich erwachsener geworden ist. Rakka nimmt sich das als Beispiel. Entschlossen nimmt sie ihre Suche nach einem Zimmer wieder auf. Am Ende landet sie in einem Zimmer, das Kuu auf ihrem Plan als Empfehlung eingezeichnet hat. Es kommt ihr sehr vertraut vor und gefällt ihr sehr gut. Kuu kommt dazu und erklärt ihr, daß es ihr Geburtszimmer ist. Hier hat ihr Kokon gestanden. Jetzt fällt es auch Rakka wieder ein.

Draußen ziehen schwere Wolken auf, und wieder sieht Rakka Kuus Lichtreif flackern. Kuu sagt, fast wie zu sich selber, jedes Herz sei wie ein Kelch, der sich langsam, Tropfen für Tropfen, fülle. Und ihrer sei an diesem Tag voll geworden. Sie dankt Rakka, daß auch sie einen Tropfen beigetragen hat. Freuen kann sich Rakka darüber nicht. In ihrem Gesicht mischen sich Verständnislosigkeit und die Vorahnung auf etwas schreckliches. Es wäre vielleicht jetzt das richtige, Reki davon zu erzählen. Aber Rakka behält es für sich. Statt dessen fragt sie Reki mal wieder nach der Mauer. Reki meint, diese Mauer könnte da sein, um die Stadt zu beschützen. Vielleicht vor dem, was die Bewohner nicht wissen dürfen.

Ein greller Blitz beendet diese Fragen. Während Reki eine Lampe holt, geht Rakka ans Fenster. Draußen sitzt eine Krähe und sieht sie an, als wollte sie ihr etwas sagen. Und dann geht im westlichen Wald ein grelles Licht an. Wie ein Speer schießt es in den Himmel, um nach wenigen Augenblicken wieder zu verlöschen.

Ein Schwarm Krähen fliegt auf, und die Dunkelheit des Gewitters senkt sich wieder über das Land.

*

Kuu ist nicht mehr da. Rakka entscheidet, sie suchen zu gehen. Reki hält das für keine so tolle Idee bei diesem Wetter, doch Rakka läßt sich nicht davon abbringen. Und sie will Kuu auch nicht in der Stadt suchen, sondern im Westwald, da wo die Kraft der Mauer am stärksten ist. Und wo sie dieses Licht gesehen hat. Jetzt sind alle beunruhigt. Im Gegensatz zu Rakka wissen sie, was wahrscheinlich passiert ist. Kuu ist fortgegangen. Sie hat diese Welt verlassen.

Reki erklärt, daß es die Bestimmung einer jeden Haibane ist, eines Tages die Mauer zu überwinden.

Obwohl es wohl nichts mehr bringt, machen sich nun alle auf die Suche nach Kuu. Allerdings ist diese Suche im Westwald sehr gefährlich, vor allem Nachts. Doch sie haben ja die Glocke, die ihnen den Weg nach Hause weisen kann. Und so brechen sie alle auf, die Regenmäntel tief ins Gesicht gezogen, und suchen die alte Ruine, von der Reki ihnen berichtet.

Der Regen läßt nach, dafür ist es schon Nacht, als sie die Ruine schließlich erreichen. "Ruine" ist fast zuviel gesagt, viel mehr als ein paar Steine sind es nicht, und sie liegen ganz in der Nähe der Mauer.

Rakka geht hinüber und findet etwas - ein paar weiße Federn und Kuus erloschenen Lichtreif.

Jetzt kann sie die Tränen nicht mehr zurückhalten. Für Kuu war die Abreise sicherlich ein freudiges Ereignis, die Erfüllung ihres Daseins. Rakka hingegen ist untröstlich, weil sie ein liebe Freundin so plötzlich verloren hat. Sie wird sie niemals wiedersehen.

Irgendwo hinter Old Home nehmen sie dann unter dem Läuten der Glocke Abschied von Kuu. Da sagt Reki wie zu sich selbst, eines Tages würden alle sie verlassen und sie werde allein zurückbleiben.

Teil 7 - Kizuato (Narbe) * Byou (Krankheit) * Fuyu no Tourai (Ankunft des Winters)

Rakka ist wegen Kuus Fortgang sehr deprimiert, auch wenn die anderen nach Kräften versuchen, sie zu trösten. Außerdem bekommen ihre Federn schwarze Flecken, allerdings zunächst nur ganz vereinzelt.

Ein Monat ist dieses traurige Ereignis inzwischen her, und Rakka macht regelmäßig Kuus Zimmer sauber.

Reki färbt Rakkas Flügel wieder grau

Eines Tages ist sie in der Stadt und will gerade was essen, als ihr Hyouko über den Weg läuft. Die beiden kennen sich gerade mal vom sehen, und Hyouko fragt Rakka wegen jenes Lichtes, das nämlich auch er damals gesehen hat. Er ist sehr froh zu hören, daß es nicht Reki war, die verschwunden ist. Rakka ist empört über so eine Ansicht. Ob Kuu, Reki oder sonst wer, es ist kein Grund sich zu freuen. (Davon abgesehen ist Hyouko auch nicht gerade sehr nett zu Rakka.) Rakka steht so neben sich, daß sie dabei auch noch ihr Mittagessen über ihr Kleid kippt.

Und als ob das noch nicht reichen würde, vermehren sich auch noch diese schwarzen Flecken auf ihren Federn. Wieder zuhause, greift Rakka entschlossen zur Schere.

Das allerdings merken die anderen ziemlich schnell. Und Reki kommt ein schlimmer Verdacht. Rakka meint allerdings, das liege an der harten Couch, auf der sie zur Zeit schläft. Hikari schlägt daraufhin vor, sie sollte einfach Kuus Bett nehmen. Währenddessen breiten sich vor Rekis Augen die schwarzen Flecken weiter aus. Völlig verstört läuft Rakka davon.

Reki findet sie völlig aufgelöst und weinend in ihrem Zimmer.

Auch wenn sie es nicht so deutlich zeigt wie die vor Angst zitternde Rakka, so ist Reki über diesen Vorgang mindestens genauso erschüttert. Allerdings hat sie außer Trost für Rakka sogar konkrete Hilfe anzubieten. Nämlich eine spezielle Tinktur, mit der Rakka ihr Flügel wieder grau färben kann. Wobei sich die Frage stellt, woher Reki dieses Zeug und überhaupt dieses Wissen hat.

Reki erzählt Rakka daraufhin folgendes: Guri und die Mauer außen herum sind zum Schutz der Haibane da. Doch es kommt auch vor, daß Haibane geboren werden, denen dieser Segen versagt bleibt. Ursündige nennt man sie, und für sie wird der Tag des Fortgangs niemals kommen. Für sie ist das Land innerhalb der Mauer kein Heim, das sie behütet, sondern ein Gefängnis.

Reki ist allerdings der Meinung, Rakka sei eine tugendhafte Haibane (oder zumindest als solche geboren worden). Sie hingegen kam bereits als Ursündige auf die Welt. Davon hat Rakka überhaupt nichts gewußt und sie ist sehr betroffen. Reki erzählt weiter, daß alle anderen Haibane vor ihr Angst hatten und sie verstießen - bis auf eine: Kuramori, die damals die Älteste war.

Reki verehrt Kuramori heute noch sehr, obwohl Kuramori schon lange fortgegangen ist. Sie hat sie sogar gemalt. Irgendwie meint Rakka, Reki könnte unmöglich eine Sünderin sein. Doch Reki erzählt ist noch mehr aus ihrer Vergangenheit. Und das war alles andere als eine glückliche Kindheit. Sie wurde am Ende sogar sowohl von den Bürgern der Stadt als auch dem Haibane-Verband als Verbrecherin bestraft.

Als Ursündige erinnert sich Reki auch nicht an ihren Traum, nur daran, daß sie einen Schotterweg entlang ging (daher auch ihr Name). Sie malt, um auf diese Weise doch noch einen Zugang zu diesen Erinnerungen zu erhalten. Was sie aber statt dessen meistens bekommt, sind Alpträume.

Und so stellt sich Rakka zum x-ten Mal die Frage, was die Haibane eigentlich sind.

Teil 8 - Tori (Vogel / Vögel)

Rakka hat sich fürs erste damit abgefunden, von nun an täglich ihre Flügel färben zu müssen.

Es ist inzwischen Winter geworden. Schnee liegt noch keiner, aber es ist bitter kalt. Die Haibane tragen nun Flügelwärmer, die sie sich selbst genäht haben. Die für Rakka hat übrigens Hikari gemacht und ihr geschenkt.

Eines Tages treffen sich alle in Kuus Zimmer. Jede sucht sich ein Erinnerungsstück heraus. Rakka wählt dabei nicht Kuus Bett, sondern die Frosch-Figuren, die sie gesammelt hat. Ein Bett bekommt sie allerdings auch noch.

Rakkas Krähe

Wieder einmal fragt sie sich nach dem Sinn ihrer Existenz, nach dem Woher und Wohin. Reki glaubt allerdings, daß die Existenz der Haibane wichtig ist und sie nur noch nicht wissen, warum.

Auch über ihren Geburtstraum denkt Rakka nach. Sie kann sich an die Wolken erinnern, aus denen sie herabschwebte, aber was dann geschah, das weiß sie nicht mehr. Sie hat nur das Gefühl, daß da noch etwas sehr wichtiges gewesen sein muß.

Rakka und Reki gehen mit den Kleinen zum Altkleiderhändler, um sie für den Winter einzukleiden. Als alle außer Rakka im Hinterzimmer sind, um die Jacken anzupassen, kommt eine Frau in den Laden und ist ganz aus dem Häuschen, Rakka zu sehen - eine echte Haibane. Die Frau ist sehr aufdringlich, und Rakka ist absolut nicht in der Stimmung für solche Shows und rennt davon.

Irgendwie scheint ihre Flucht zu einem Alptraum zu werden. Sie fällt hin, wobei sie einen Flügelwärmer verliert. Ein freundlicher Mann will ihr aufhelfen, doch als sie eine ihrer schwarzen Federn auf dem Boden liegen sieht, gehen ihr die Nerven durch. Sie rafft sich auf und rennt weiter, während sich schwarze Flecken über ihre Flügel ausbreiten. Irgendwann findet Rakka sich unter einem dieser riesigen Windräder. Sie fühlt sich vollkommen verloren, sinkt schluchzend zusammen und wünscht sich, sich einfach aufzulösen. Da hört sie eine Krähe.

Es ist, als wollte sie ihr etwas sagen. Wie in Trance folgt sie dem Vogel in den geheimnisvollen Westwald. Immer tiefer und tiefer geht es in den Wald hinein. Später hört sie die Glocke von Old Home - man ruft sie. Aber der Weg, der vor ihr liegt, ist jetzt wichtiger. Die Krähe fliegt die ganze Zeit um Rakka herum. Sie ruft sie wirklich. Und schließlich führt sie sie zu einem uralten Brunnen.

Rakka, die an ihren Füßen immer noch nur die Sommersandalen trägt, klettert die verrosteten Sprossen hinunter in die Tiefe. Die letzten Meter fällt sie, weil die völlig verrosteten Sprossen bei ihrer Berührung zerfallen. Der Grund liegt in etwas 10 Metern Tiefe, und dort sitzt Rakka jetzt erst mal fest. Wasser gibt es dort zum Glück keins mehr. Statt dessen findet Rakka das Skelett einer Krähe.

Sie erinnert sich wieder an ihren Traum. Eine Krähe flog neben ihr her und versuchte dann, sie festzuhalten, damit sie nicht weiter in die Tiefe stürzt. Rakka bedankte sich bei ihr, fügte sich aber dem Sturz einem unbekannten Ziel entgegen. Und nun findet sie die Krähe aus ihrem Traum in der Realität wieder, wenn auch nur noch als Skelett.

Sie begräbt den Vogel, so gut das hier unten geht, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Diese Krähe - wer war sie in Rakkas früherem Leben? Sie erinnert sich nicht, ebensowenig wie an ihren früheren Namen oder sonst etwas.

Es fängt an zu schneien.

*

Derweil machen Reki und die anderen sich natürlich große Sorgen und brechen schließlich auf, um Rakka zu suchen.

Teil 9 - Ido (Brunnen) * Saisei (Regeneration) * Nazogake (Rätsel)

Inzwischen hat ein Schneesturm eingesetzt und macht die nächtliche Suche ziemlich hart.

Derweil bekommt Rakka überraschenden Besuch: ein Tooga taucht oben am Brunnenrand auf, verschwindet wieder und kommt kurz darauf mit einem zweiten zurück. Einer der beiden klettert hinunter. Er läßt Rakka auf seinen Rücken steigen, damit sie die Sprossen erreichen kann. Höflicherweise zieht Rakka dafür ihre Sandalen aus und muß nun den Rest dieser Folge barfuß durch den Schnee laufen, noch dazu mit einem verstauchten Knöchel.

Rakka klettert wieder aus dem Brunnen heraus

Die Tooga sprechen kein Wort. Nachdem sie Rakka aus dem Brunnen gezogen haben, verschwinden sie so schweigend, sie sie gekommen sind. Auf Rakkas Fragen reagieren sie nicht, und so bleibt Rakka im finsteren und eisigen Wald zurück.

Sie hinkt einen Weg entlang und findet sich plötzlich direkt vor der Mauer wieder. Plötzlich ist ihr, als rufe Kuu sie, und so tut sie etwas streng verbotenes: sie faßt die Mauer an. Und dann steht plötzlich der Washi hinter ihr. Er macht Rakka ziemlich wenig Vorwürfe, statt dessen gibt er ihr seinen Stock, auf den sie sich nun stützen kann. Rakkas Gedanken sind allerdings hauptsächlich bei Kuu. Ob es ihr gut geht, da, wo sie jetzt ist? Außerdem hat sie Kuus Stimme aus der Mauer kommen gehört.

Und so kommt es zu einer interessanten Unterhaltung zwischen der Haibane und dem Washi. Der meint erst mal, die Stimme, die Rakka gehört hat, sei nur eine durch die Mauer erzeugte Reflexion ihres Wunsches, Kuu wiederzusehen, gewesen. Allem Anschein nach ist die Mauer alles andere als ein einfacher Steinhaufen.

Dann muß Rakka mal erklären, was sie eigentlich in dem Brunnen zu suchen hatte. Der Washi meint, durch diese Begegnung mit dem Vogel habe das Schicksal ihr nun das offenbart, was sie erfahren sollte.

Der Washi hört sehr aufmerksam zu, was Rakka zu erzählen hat, über ihren Traum, ihre Gefühle der Verlassenheit und den Schutz, den diese Krähe symbolisierte. Der Washi bemerkt nach einiger Zeit, daß Rakka ihre Federn färbt, also eine Ursündige ist. Aber was ist das eigentlich, eine Ursündige? Wieder so ein Wort, das Rakka nichts sagt. Wenn sie wirklich gesündigt hat und für einen anderen Ort bestimmt ist, dann möge der Washi sie doch dort hinbringen.

Doch der gibt ihr ein Rätsel auf: "Das Wissen über die eigene Sünde ist die Sühne".

Diese seltsame Diskussion geht noch eine Zeitlang hin und her, bis die beiden wieder eine Gegend erreichen, die Rakka vertraut ist. Der Washi zieht sich zurück, dafür erscheint kurz darauf Reki auf ihrem Rollerchen und sammelt Rakka ein. Sie kann es kaum glauben, was Rakka so alles zu erzählen hat. Aber das ist noch nicht alles. Rakka scheint irgendwie dabei zu sein, ihren Körper zu verlassen, und zwar womöglich deshalb, weil sie die Mauer berührt hat.

Reki fährt Rakka sofort nach Old Home und steckt sie ins Bett. Sie macht sich große Sorgen um sie. Jedoch hat die ganze Geschichte für Rakka offenbar auch eine sehr positive Seite: warum auch immer, jedenfalls sind ihre Federn wieder aschgrau. Die Sünde ist von ihr genommen. Reki kann es kaum fassen.

Die ganze Nacht wachen sie, Nemu und Hikari an Rakkas Seite, damit sie sich nicht auflöst.

Das wird wohl nicht geschehen, aber dafür bahnt sich langsam eine Krise bei Reki an.

Teil 10 - Kuramori * Haikoujo no Haibanetachi (Die Haibane der Fabrikruine) * Rakka no Shigoto (Rakkas Arbeit)

Diese Folge beginnt mit einer Rückblende zu Rekis Geburt. Sie war allein, als sie aus ihrem Kokon ausbrach, und auch als ihre Flügel wuchsen, war niemand da, der ihr dabei zur Seite stand. Als Nemu und Kuramori, die damals die Älteste war, sie fanden, war schon alles passiert.

Reki hatte von Anfang an schwarz gefleckte Flügel. Das tat der Zuneigung, die Kuramori ihr entgegenbrachte, keinen Abbruch. Alle anderen Haibane jedoch fürchteten sich deswegen vor ihr, auch Nemu, die Reki deutlich spüren ließ, daß es ihr lieber wäre, wenn es so was wie sie gar nicht gäbe.

Reki war also eine Außenseiterin, und darunter litt sie sehr. Umso mehr hing sie an Kuramori.

Reki als Kind

Die beiden wurden im Tempel vorstellig, wo der Washi ihnen die Geschichte von der Ursünde auftischte. Immerhin zeigte er Kuramori, wie man dieses Färbemittel für Rekis schwarze Flügel herstellt.

Kuramori tat alles für ihren kleinen Schützling. Unvorsichtigerweise versprach sie Reki, immer bei ihr zu sein. Obwohl das nicht möglich war. Wie für (fast) alle Haibane so kam auch für Kuramori schließlich der Tag der Abreise.

*

Rakka liegt im Bett und hat Fieber. Wütend marschiert Reki zum Tempel und hält dem Washi eine Standpauke, wie er Rakka einfach so allein im Wald zurücklassen konnte! Der allerdings erklärt ihr, er habe sich darauf verlassen, daß sie schon alles richtig machen und Rakka retten würde. So wie damals ...

Immerhin wurde Rakka von ihrer Sünde befreit, was Reki sehr beruhigend findet. Dann aber erklärt der Washi ihr, ihre Zeit in dieser Welt sei bald zuende. Und sie muß unbedingt ihre Prüfung bestehen, bevor ihr Tag der Abreise da ist, andernfalls sie ein wenig erfreuliches Schicksal erwartet. (Was für eins, das erfahren wir in Folge 11.)

Zum Abschied gibt der Washi Reki noch ein paar Kräuter für Rakka mit. Die Tinktur, die Reki daraus braut, ist bitter und riecht fürchterlich, so, wie Arznei nun mal sein muß, wenn sie wirken soll, und Rakka wird tatsächlich alsbald wieder gesund.

*

Der Haibane-Verband zitiert Rakka in den Tempel, wo sie dafür bestraft werden soll, daß sie die Mauer berührt hat. Reki ist empört, aber Rakka sieht das ziemlich gelassen und geht einfach mal hin. Sie muß ja auch noch den Stock zurückgeben.

Die Strafe sieht erheblich anders aus, als Reki wohl befürchtet hat. Der Washi nimmt Rakka mit in ein tiefes Verließ. Dort muß sie aber nicht schmachten, sondern es geht weiter, wieder nach oben. Dann ziehen die beiden seltsame Kleider an, und schließlich erreichen sie einen geradezu märchenhaften Ort. Der Washi erklärt, dies sei das Innere der Mauer. Hier schlagen sich kleine, leuchtende Kristallflocken nieder, aus denen die Lichtreife für neugeborene Haibane gefertigt werden. Rakkas Arbeit wird es von nun an sein, diese Kristalle einzusammeln.

Im Innern der Mauer ist es kalt, aber auch irgendwie irreal, so als wandelten hier die Seelen irgendwelcher Wesen umher. Vielleicht sind es aber auch nur Projektionen aus Rakkas Seele. Fürchtet tut sie sich jedenfalls nicht, sondern widmet sich ihrer neuen Arbeit mit einer gewissen Begeisterung. Endlich hat auch sie ihren Platz gefunden.

*

Hyouko und seine Freundin Midori sind unterwegs zu Old Home. Midori beschwert sich über alles mögliche, aber wegen einer alten Geschichte hat Hyouko in Old Home Hausverbot, und deswegen braucht er Midori. Vor ein paar Folgen sind sich Hyouko und Rakka mal begegnet, und Rakka hat sich damals sehr über Hyouko geärgert und sich sogar ihre Suppe über ihr Kleid geschüttet. Zur Abbitte hat er nun eine Ladung Kuchen abgeliefert.

Nemu, Kana und die anderen meinen, sie könnten sich für diese nette Geste doch persönlich bedanken.

Teil 11 - Betsuri (Abschied) * Kokoro no Yami (Die Dunkelheit des Herzen) * Kakegae no nai Mono (Unersetzbare Dinge)

Es ist Winter geworden. Schnee liegt über dem Land. Rakka bringt den kleinen Dai zur Fabrikruine, wo er sein eigentliches Zuhause hat. Die beiden Haibane-Gruppen, die von Old Home und die aus der Ruine, haben nicht unbedingt das beste Verhältnis zueinander. Ein Grund dafür ist, daß sie sich kaum jemals begegnen und somit auch nicht viel miteinander sprechen und unternehmen. Ein weiterer Grund ist die Vergangenheit von Reki und Hyouko.

Immerhin, durch die in letzter Zeit hin und hergehenden Kaffeestückchen hat sie die Lage doch schon etwas entspannt.

Rakka bei den Haibane der Fabrikruine

Als Rakka schon auf dem Weg zurück ist, kommt Midori hinter ihr hergelaufen und gibt ihr den Schirm, den Reki ihr vor einiger Zeit mal ausgeliehen hat.

Irgendwie ergibt es sich, daß Midori Rakka nun von den schlimmen Vorfällen der Vergangenheit erzählt. Vor einigen Jahren sind Reki und Hyouko nämlich durchgebrannt und wollten über die Mauer klettern und abhauen. Das ging gründlich schief und kostete Hyouko fast das Leben, und Midori gibt Reki die Schuld daran. Rakka meint, so etwas schlimmes würde Reki doch niemals tun, aber Midori meint, sie wisse nur nicht, wie Reki in Wahrheit sei.

Während ihrer Arbeit in der Mauer denkt Rakka über das, was Midori gesagt oder behauptet hat, nach. Sie kann nicht glauben, daß Reki in Wahrheit böse ist. Niemals. Im Gegenteil: niemand kümmert sich mehr um die anderen und nimmt mehr Anteil an ihrem Schicksal als Reki.

Im Innern der Mauer befinden sich seltsame Tafeln, fast wie Grabsteine, aber leuchtende, denn sie sind mit den Flocken des Lichtreif-Metalles bedeckt. Auf ihnen sind diese seltsamen Zeichen, die Rakka schon aus den versteinerten Büchern der Bücherein kennt.

Nach der Arbeit begleitet der Washi sie ein Stück auf dem Weg nach Hause. Sie sprechen über Reki, und wie sich herausstellt, machen sich beide Sorgen um sie. Der Washi weiß um Rekis Zwiespalt. Einerseits fürchtet sie, daß es für sie keinen Tag der Abreise geben wird. Andererseits fürchtet sie aber auch, daß er irgendwann doch kommt. Denn dann muß sie all das hier, was sie so liebgewonnen hat, verlassen. Rakka hatte damals Hilfe durch den Vogel. Reki hingegen hat niemanden, der ihr den Weg aus ihrer inneren Finsternis weist. Und viel Zeit hat sie auch nicht mehr.

Der Washi erklärt Rakka, was passieren würde, wenn Rekis Tag der Abreise käme und sie ihre Erlösung noch nicht gefunden hätte, oder wenn sie aus welchen Gründen auch immer beschließen würde, nicht zu gehen. So was kommt nämlich ab und zu vor. Die betreffenden Haibane verlieren dann ihren Lichtreif und ihre Flügel. Sie sind dann keine Haibane mehr, Menschen aber auch nicht. Sie sind zu einem stillen, einsamen Leben verurteilt. Sie altern und sterben irgendwann.

Schlagartig wird Rakka klar, daß der Washi von sich selbst spricht. Von sich und den zwei oder drei anderen Gestalten, die immer schweigend im Tempel herumspuken.

Der Washi fährt fort, es sei höchstes Ziel des Haibane-Verbandes, jeden Haibane auf seinem Weg von der Geburt bis zu seiner Abreise zu geleiten und zu beschützen. Und das ist nicht einfach so dahergesagt. Der Washi würde so gerne auch Reki helfen, doch er kommt nicht an sie heran. Niemand kommt an sie heran. Das läßt in Rakka den Wunsch aufkommen, Reki zu helfen, denn sie spürt, wie sehr Reki leidet, auch wenn sie es sich nie anmerken läßt. Der Washi ermahnt Rakka eindringlich, sich das gut zu überlegen. Denn wenn es gelingt, Rekis Seele zu retten und sie ihrem Tag der Abreise zuzuführen, dann wird Rakka sie niemals mehr wiedersehen.

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Auf dem Weg trifft Rakka auf Reki, die sie mit ihrem Roller mitnimmt. Reki erzählt ein bißchen über Midori. Da sieht Rakka mit Schrecken, daß Rekis Lichtreif flackert. Sie hat wirklich nicht mehr viel Zeit.

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Nemu ist erkältet, und Rakka geht in die Stadt in die Bücherei und meldet sie krank. Das ist auch eine gute Gelegenheit, sich mal wieder die versteinerten Bücher anzusehen. Auf dem Weg nach Hause trifft Rakka Reki. Rakka muß unterwegs viel über sie nachdenken. An der Brücke trennen sich dann ihre Wege: Reki geht nach Old Home, Rakka in den Tempel zur Arbeit. Sie weint dabei verzweifelt, denn sie weiß, daß sie Reki retten muß, irgendwie.

Reki beginnt inzwischen mit ihren Vorbereitungen. Sie scheint einen finsteren Plan zu haben, und in dem kommt die Abreise, der Weg der Haibane, nicht vor.

Teil 12 - Suzu no Mi (Glockennüsse) * Sugikoshi no Matsuri (das Sukigoshi-Fest) * Yuuwa (Harmonie)

Reki schenkt Rakka ihr Feuerzeug, von dem sie sich bisher noch nie getrennt hat.

Das Neujahrsfest steht bevor, und immer einige Tage vorher wird der Glockennußmarkt eröffnet. Rakka hat davon noch nie was gehört und ist dementsprechend neugierig.

Auf dem Markt angekommen, erklärt Hikari Rakka, um was es dabei geht. Diese Glockennüsse machen, wenn man sie schüttelt, Geräusche wie kleine Glöckchen, außerdem gibt es sie in verschiedenen Farben. Und jede Farbe symbolisiert etwas, Rot zum Beispiel Dank. Zu Neujahr schenkt man sich gegenseitig solche Nüsse, und je nachdem, welche Farben man wählt, kann man dem Beschenkten damit ein Gefühl übermitteln.

Hyoukos Feuerwerk für Reki

Auf dem Markt begegnet Reki mal wieder Hyouko und Midori. Reki tut etwas ungewöhnliches. Sie entschuldigt sich und schenkt Hyouko dann eine weiße Nuß. Das Fest ist zwar erst in einer Woche, aber sie meint zu den beiden, sie würden sich vielleicht nicht mehr sehen. Dann geht sie davon.

Diesmal aber erfährt Rakka, was sich damals, vor 5 Jahren, nun wirklich im Detail abgespielt hat. Reki war wegen ihrer schwarzen Flügel immer eine Außenseiterin gewesen. Trotzdem empfand Hyouko damals Zuneigung zu ihr, vielleicht auch Abenteuerlust. Jedenfalls, eines Tages beschlossen sie abzuhauen. Mit einer hohen Leiter und Klammern, die Hyouko in die Mauer schlug, wollten sie darüberklettern. Statt dessen brach die Leiter zusammen. Hyouko stürzte ab und verletzte sich so schwer, daß es ihn fast das Leben gekostet hätte.

Damit hatten die beiden so ziemlich jedes Tabu gebrochen, das es überhaupt gab. Zur Strafe durften sie sich nicht mehr sehen.

Und auch Midori hat Reki das niemals verziehen, vor allem, wo Reki selbst keinen Kratzer abbekommen hatte. Hyouko hingegen hat seine Zuneigung für Reki immer bewahrt, auch wenn die beiden von da an getrennte Wege gingen. Er hat ihr nie einen Vorwurf gemacht.

Rakka erklärt, sie würde Reki gerne helfen, noch vor dem Tag ihres Fortgangs ihren Segen zu erhalten. Doch Reki ist nicht der Typ, der sich helfen läßt. Aber Rakka ist nicht aufzuhalten und bringt Hyouko und sogar Midori dazu, ihr zu helfen.

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Auch während ihrer Arbeit brütet Rakka darüber nach, wie sie Reki helfen kann. Da hört sie plötzlich Kuus Lachen, das scheinbar aus der Mauer kommt, genauer gesagt aus einer dieser mit Zeichen beschrifteten Tafeln. Irgendwie bringt das Rakka darauf, wie diese Zeichen funktionieren. Es sind diese komischen Hand-Gesten, mit denen der Washi und die Tooga sich "unterhalten".

Als sie eins dieser "Worte" am Abend dem Washi vorführt, ist dieser ziemlich verblüfft. Es war Kuus Tafel, also bedeuten die Zeichen darauf "Kuu". (Dieses Kanji, das allerdings normalerweise in der kun-Lesung ("sora") benutzt wird, heißt "Himmel".) Der Washi erklärt Rakka, daß die Handgeste, die sie signalisiert hat, aber nicht "Himmel" bedeutet. Denn jede Haibane bekommt, wenn sie die Mauer überwindet, einen neuen - ihren wahren - Namen (der in diesem Fall auch "Kuu" gelesen wird).

Dann gibt er Rakka eine kleine Holzschachtel, auf der ihr Name steht. Im Innern befindet sich ein Täfelchen mit Rakkas anderem Namen. ( Dieser heißt - wie in diesen Fällen üblich - ebenfalls "Rakka", aber mit anderen Kanji: das alternative "RAKU" heißt "umranken", das "KA" hat allerdings eine ganze Reihe von möglichen Bedeutungen, u.a. "vollenden", aber auch "Frucht".) Rakka fragt auch nach Reki, doch die kennt laut dem Washi ihren wahren Namen nicht.

Der Washi bestätigt Rakkas Vermutung, daß Reki sich nicht selbst vergeben und aus der Sünde befreien kann. Sie braucht dafür Hilfe. Genauer gesagt muß sie bereit sein, fremde Hilfe anzunehmen. Darin liegt letztlich der Knackpunkt. Der Washi hat noch eine andere Schachtel. Sie ist für Reki bestimmt. Sie soll sie aber erst nach dem Neujahrsfest bekommen.

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Der Tag des Festes ist gekommen. Reki jedoch geht nicht mit in die Stadt, sondern bleibt allein in Old Home zurück.

Die anderen erleben in der Stadt ein Fest der Ruhe, des Friedens und der Freude. Sie grasen alle ihre Freunde und Bekannten ab und schenken ihnen Nüsse (rote zumeist), während dicke Schneeflocken leise von Himmel herabfallen.

Später am Abend geht Rakka auch zur Fabrikruine, wo bereits Midori und der kleine Dai auf sie warten. Sie haben einen Kuchen. Doch der ist nicht für Rakka, sondern für Reki. Midori ist ziemlich schockiert zu erfahren, daß Reki gar nicht da ist. Zusammen mit Rakka rennt sie daraufhin ach Old Home. Sie machen im Hof so viel Lärm, daß sie Reki damit ans Fenster lockt.

Zweck der Übung: Hyouko hat auf dem Fabrikgelände ein Feuerwerk aufgebaut, extra für Reki. Und daß diese das nicht verpaßt, das haben Midori und Rakka ja gerade noch hinbekommen.

Gelb ist es, die Farbe der Versöhnung. Reki kommt in den Hof hinunter, und Midori schließt sie mit Tränen in den Augen in die Arme.

Kurz darauf kommen Hikari und die anderen auch wieder zurück. Zusammen schauen sie dann auf die Mauer, die auf einmal in geheimnisvollem Blau zu glühen beginnt und damit die Wünsche und Hoffnungen der Menschen und der Haibane in den Himmel sendet.

Teil 13 * Reki no Sekai (Rekis Welt) * Inori (Gebet) * Shuushou (Epilog)

Tief in der Nacht - alle schlafen, und Reki nimmt leise Abschied.

Rakka allerdings schläft doch nicht. Als Reki das Zimmer verläßt, geht sie ihr nach. Das Licht funktioniert nicht, aber wenigstens hat Rakka Rekis Feuerzeug. Sie findet Reki in einem Seitenzimmer, in dem sie noch nie zuvor war und das Reki innen auf seltsame und unheimliche Weise ausgemalt hat. Der Alptraum, der sie seit ihrer Geburt verfolgt, hat sich in diesem Raum manifestiert.

Rakka überreicht Reki die Holzschachtel mit ihrem wahren Namen. Zuerst findet Reki aber einen Brief des Washi, und darunter dieses kleine Täfelchen. "Reki" steht dort, geschrieben mit einem Kanji, das laut Kanji-Lexikon "überfahren werden" bedeutet. Zitternd bricht Reki zusammen, ihre Flügel schwärzen sich. Zerrissen ... Reki erinnert sich wieder an ihren Traum. Der Weg, den sie entlangläuft, ist kein Schotterweg, sondern Eisenbahnschienen. Und aus der Ferne rast der Zug heran, um sie zu zerfetzen.

Rakka und Rekis Geist

Reki hat mit der Welt abgeschlossen und sich mit einem schaurigen Ende abgefunden. Sie ist fest davon überzeugt, daß es für sie keine Erlösung gibt, auch nicht durch Rakka, und so wirft sie ihr einige sehr unschöne Dinge an den Kopf. Vor allem bezichtigt sie sich selber der übelsten Motive, um Rakka davon zu überzeugen, daß sie es nicht wert ist gerettet zu werden. Rakka muß sich da einige erschütternde Dinge anhören. Schließlich läuft sie davon, aber nicht sehr weit. Vor Rekis Tür setzt sie sich hin. Irgendwann steht sie aber wieder auf. Sie ist in Rekis Atelier, wo auch ein Bild von Kuramori hängt. Dahinter findet Rakka einen Brief oder eine Art Tagebuch von Reki an Kuramori, geschrieben bereits nach ihrem Fortgang. Dieser öffnet Rakka die Augen: Rekis inniglichster Wunsch ist es immer gewesen, sie zu beschützen.

Derweil bereitet Reki drinnen so eine Art Selbstmord vor. Ihr erscheint sie selbst als Kind, und die Finsternis in ihrem Herzen läßt dieses Kind langsam zu einem schwarzen Stein werden. Doch bevor es zu Staub zerfällt, bringt es Rekis Problem auf den Punkt: sie hat zuviel Angst, um Hilfe zu rufen und jemandem vollkommen zu vertrauen. Denn was, wenn der Hilferuf ungehört verhallt? Und dann kommt der Zug ...

Rakka stürmt in Rekis Alptraum-Zimmer. Der Zug ist noch nicht da, aber man kann ihn schon sehen. Rakka will Reki von den Gleisen stoßen, doch sie wird von der anderen Reki festgehalten und kann nichts machen. Reki muß selbst um Hilfe bitten und bereit sein, diese auch anzunehmen. Nur dann kann sie gerettet werden.

Der Zug kommt immer näher. Es ist unheimlich, wie er irgendwie erst in der Wand ist, aufgemalt, aber immer näher kommt und immer größer wird, schließlich aus der Wand herauskommt und auf Reki zurast. Doch im Angesicht des sicheren Todes bringt es Reki doch über sich, um Hilfe zu rufen. Und ihr wird geholfen. Rakka wirft sich über sie und rettet sie vor dem Zug, der sich daraufhin in Nichts auflöst. Rekis Flügel werden aschgrau. Sie hat dank Rakka ihre Erlösung erhalten. Übrigens hat sich bei der Gelegenheit auch ihr wahrer Name geändert (der mit ihrem bisherigen "Reki" = "Steinchen" identisch ist).

Lange währt die Freude nicht, denn es ist höchste Zeit für Reki zu gehen.

Und so sieht Rakka zusammen mit Nemu und den anderen ein weiteres Mal dieses helle Licht vom Westwald in den Himmel steigen.

*

Zum Abschluß erzählt Rakka noch, wie es dann weitergeht. Reki hat zum Beispiel nicht nur finstere Dinge gemalt, sondern auch sehr schöne Landschaftsbilder, die nun an den Wänden hängen.

Und bald darauf entdecken die Haibane einen neuen Kokon - genauer gesagt sogar zwei: es wird Zwillinge geben. Und obwohl Rakka die Jüngste ist, hat sie so was wie Rekis Platz als diejenige Person, zu der alle kommen, wenn es was gibt, eingenommen.


Erstellt am 7.5.2007. Letzte Änderung: 19.2.2014