Kannazuki no Miko

Kannazuki no Miko

gelegentlich auch "Kannaduki no Miko" geschrieben. Zur Übersetzung des Titels ist folgendes zu sagen: "Kannazuki" steht im Wörterbuch und heißt "Weinmond". Die Wikipedia hilft dann dabei herauszubekommen, was ein Weinmond ist, nämlich das alte Wort für "Oktober". Und da "Kannazuki" wiederum das alte japanische Wort für "Oktober" ist (normalerweise heißt er einfach "Juugatsu", also 10. Monat), paßt die Übersetzung.

Alle 12 Monate haben im Japanischen neben ihrem "normalen" auch noch einen poetischen Namen. Im Monat Kannazuki verlassen der Legende nach alle Götter ihr Heim und versammeln sich am großen Izumo-Schrein. Siehe dazu auch die Erläuterungen bei den Tips zur japanischen Kultur.

Kannazuki no Miko Ein Blick auf die Kanji, mit denen "Kannazuki no Miko" sich schreibt, verrät dann folgendes: 1. Kanji = "kami" ("Gottheit"). 2. Kanji = "nai" ("nicht (sein)"). 3. Kanji = "tsuki" ("Mond"). Kannazuki ist also der Monat, in dem die Götter nicht zuhause sind.

Die beiden letzten Kanji lesen sich zusammen "Miko". Das ist zum Glück wieder einfacher, es heißt sowas wie "Schamanin" / "Priesterin". Was das alles zusammen bedeutet, wird gegen Ende von Folge 12 erläutert: die Priesterinnen des gottlosen Mondes / Monats.

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Mit der Handlung ist es auch nicht so ganz einfach. Zuerst sieht es nach einer Mittelschul-Romanze aus. In der 2. Hälfte der ersten Folge tauchen dann aber ganz überraschend ein paar Mechas auf, die gleich mal die Stadt plattmachen. Also eine Mecha-Serie? Auch das nicht, denn anscheinend geht es nicht nur um einen Kampf zwischen Gut und Böse, sondern um eine große Liebe, in deren Mittelpunkt das Mädchen Kurusugawa Himeko steht. Himeko ist zunächst mal eine ziemlich schüchterne Schülerin, die von den anderen Mädchen der Schule gerne gepiesackt wird, vor allem, weil sie anscheinend eine recht enge - nach Meinung vieler zu enge - Beziehung zu der Schul-Königin Himemiya Chikane hat. Aber auch der Junge Oogami Souma liebt Himeko, und das, obwohl er eigentlich auf der Seite der Mächte der Finsternis, der Orochi, steht. Doch er kündigt dort, um statt dessen seine Liebste gegen die Orochi zu beschützen.

Und warum interessieren sich die Orochi, deren hauptsächliches Ziel es ist, die Erde zu vernichten, für ein kleines Mädchen? Weil zufällig Himeko und Chikane die Priesterinnen der Sonne und des Mondes sind. Als solche können Sie den Gott Ameno Murakumo erwecken und die Orochi vernichten oder zumindest wieder für eine Generation wegsperren.

Turbulente Kämpfe und romantische Szenen wechseln sich also immer wieder ab, bis eines Tages Souma Himeko seine Liebe offiziell gesteht und die beiden sich küssen. Chikane sieht das leider und wird so eifersüchtig, daß sie die Seiten wechselt, um Himeko ohne jede Hemmungen allein für sich haben und vernaschen zu können.

Erstaunlicherweise nimmt Himeko Chikane das nicht mal übel, sie ist eher irritiert als entsetzt, und daran ändert sich auch nichts, als Chikane ihr ankündigt, sie werde sie nun töten. Denn tief in ihrem Herzen fühlt Himeko, daß hinter Chikanes Verhalten etwas ganz anderes steht.

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Erschienen ist "Kannazuki no Miko" neben dem üblichen Fansub zumindest auch in einer US-DVD-Fassungen. Der amerikanische Titel lautet übrigens "Destiny of the Shrine Maiden".

Fazit

Eine recht erstaunliche Geschichte, wenn auch mit 12 Folgen fast ein bißchen kurz. Jedenfalls gibt es einige herzzerreißend romantische Szenen, und die schüchterne Himeko, die dennoch so entschlossen zu ihren Freunden steht, ist schon irgendwie recht beeindruckend dargestellt. Nach meiner Einschätzung sollte man sich die Folgen zweimal ansehen, damit man alles wichtige mitbekommt.

Beim 1. Mal Ansehen fand ich die Geschichte etwas verwirrend, aber inzwischen ist dieses Anime zu einem meiner Lieblinge avanciert.


Zusammenfassung der Handlung Teil 1 - 12


Kurusugawa Himeko - Sie spricht immer ziemlich leise und zurückhaltend, fast verschüchtert, und sie ist beliebtes Quäl-Opfer ihrer Mitschülerinnen. Doch sie hat, wenn es sein muß, auch ganz andere Seiten. Zum Beispiel, wenn sie den Welt retten muß Kurusugawa Himeko Shitaya Noriko
Himemiya Chikane - Sie ist die klassische Schul-Königin: steinreich, talentiert, und alle liegen ihr zu Füßen. Man sollte fast nicht meinen, daß so jemand ein scheinbares Mauerblümchen wie Himeko überhaupt beachtet. Doch in Wirklichkeit ist Chikane in Himeko im wahrsten Sinne des Wortes unsterblich verliebt Himemiya Chikane Kawasumi Ayako
Oogami Souma - Er und Himeko kennen sich seit ihrer Kindheit. Sie wären das perfekte Paar. Chikane sagt einmal zu Himeko, so wie es zu jeder Muschelschale exakt ein Gegenstück gibt, das genau paßt, so gibt es auch zu jedem Menschen exakt ein Gegenstück. Wie sich herausstellt, ist Souma dieses Gegenstück aber nicht.
Souma ist nur Adoptivkind der Oogami-Familie und in Wahrheit Orochi-Gefolgsmann Nummer 7, jedoch stemmt er sich mit aller Macht gegen dieses Schicksal und beschützt statt dessen die beiden Mädchen, vor allem aber Himeko, mit aller Kraft, und ist dabei ziemlich erfolgreich
Oogami Souma Majima Junji
Oogami Kazuki - Seine Familie hat seit Generationen die Aufgabe, die jeweilige Priesterin der Sonne und des Mondes zu beschützen und auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Er ist als Familienoberhaupt der Ober-Priester und nimmt somit Chikane und Himeko unter seine Fittiche. Außerdem muß er auf Souma aufpassen, denn der hat einiges an Schwierigkeiten Oogami Kazuki Saito Moichi
Otoha - Sie ist Chikanes persönliche Zofe und mehr oder weniger heimlich in sie verliebt. Als Himeko bei Chikane einzieht, wird sie ziemlich eifersüchtig Otoha Nishimura Chiemi
Tsubasa - Somas verlorengegangener älterer Bruder ist bei den Orochi (als Gefolgsmann Nummer 1) gelandet und will nun die Welt im allgemeinen und Soma im speziellen vernichten. Dafür hat er durchaus nachvollziehbare Gründe Tsubasa Matsumoto Yasunori
Korona - Sie ist Orochi-Gefolgsfrau Nummer 4. Auf der Erde war sie relativ erfolglose Pop-Sängerin. Ihr höchster Platz in der Schlagerparade war gerade mal 68. Das hat sie so verbittert, daß sie eine willige Mitarbeiterin des Gottes Orochi wurde Korona Ueda Kana
Girochi - Er ist ein hirnloser Muskelheld, Orochi-Gefolgsmann Nummer 3. Sein besonderes Markenzeichen sind seine Ketten. Er ist scharf auf Himeko Girochi Kase Yasuyuki
Sister Miyako - Die meisten Orochi-Leute kämpfen mit brachialer Gewalt. Da sie damit nicht weit kommen, versucht Miyako es zur Abwechselung mit List und Täuschung. Das scheint erheblich besser zu klappen Sister Miyako Ootani Ikue
Nekoko - Auch sie gehört zu den Orochi, und sie ist nicht ganz so ungefährlich, wie sie aussieht Nekoko Nonaka Ai
Ota - Orochi-Gefolgsfrau Nummer 5. Auf der Erde war sie eine erfolglose Manga-Zeichnerin Ota ?
Yukihito - Er lebt zusammen mit Souma in einem Tempel und ist sowas wie Soumas brüderlicher Freund Yukihito Minami Omi
Saotome Makoto - Sie teilt sich mit Himeko ein Zimmer in der Studentenbude, und sie ist an der Schule (von Chikane und Souma abgesehen) die einzige, die nicht gemein zu Himeko ist. Die beiden mögen sich nämlich sehr Makoto Ootani Ikue
Izumi - Sie ist Himekos Klassenkameradin, und ihre Lieblingsbeschäftigung ist es, Himeko zu quälen und sich Gemeinheiten für sie auszudenken Izumi Asai Kiyomi
Orochi - Sozusagen die Verkörperung des Bösen, eigentlich der Hoffnungslosigkeit. Orochi ist sowohl der Name des finsteren Gottes als auch der Gruppe seiner Anhänger. Die Orochi wollen die Erde vernichten, weil sie sie und ihre eigenen Existenz nicht mehr ertragen.
In der japanischen Legende ist Orochi übrigens ein Drachen oder eine Riesenschlange mit acht Köpfen. Dementsprechend hat der Orochi in diesem Anime acht Gefolgsleute, die mit "Kubi" ("Kopf") bezeichnet werden
Orochi Naya Rokuro
Ameno Murakumo - Er ist das Gegenstück zu Orochi. Wenn die beiden Priesterinnen ihn heraufbeschwören können, ist die Gefahr, die von Orochi für die Welt ausgeht, mal wieder für eine Generation gebannt Ameno Murakumo Tanaka Atsuko

Daten: Regie: Yanagisawa Tetsuya Design: Fujii Maki, Murata Goro Erscheinungsjahr: 2004
Bewertung Animation:
Framerate: mittel Standbilder: wenige Zeichenqualität: sehr gut Character-Design: ziemlich romantisch
Bewertung sonstiges: Handlung: hat einige überraschende Wendungen Besonderheit: mächtiger Gott des Bösen mit ziemlich lächerlichen Anhängern Musik: sehr gut
Japanische Synchronstimmen: sehr gut Englischer Fansub: sehr gut Gesamt-Beurteilung: das romantischste Anime, das ich kenne

Erstellt am 15.6.2005. Letzte Änderung: 4.5.2015