Macross Zero

Macross Zero

"Für jedes Licht, das man auf der Erde entzündet, erlischt ein Stern am Himmel."

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Bei "Macross Zero" handelt es sich um eine fünfteilige OAV, die ganz am Anfang des "Macross"-Universums angesiedelt ist. "Macross" läuft in Japan schon seit Anfang der 80er Jahre, und es gibt zig Staffeln davon, von denen die meisten als US-DVDs erhältlich sind, "Macross Zero" seltsamerweise jedoch nicht. Zum Glück gibt es einen guten Fansub, denn diese Geschichte hat eine ganz eigene Faszination, nämlich den extremen Kontrast zwischen einem High-Tech-Krieg mit Flugzeugträgern und Atombomben auf der einen und einem friedlichen, idyllischen tropischen Inselparadies auf der anderen Seite, dessen Bewohner sich nahezu auf Steinzeit-Niveau befinden oder zu befinden scheinen. Auf Steinzeit-Niveau befinden sich in gewisser Weise die Soldaten aber auch, jedenfalls aus der Sicht des Aliens, um dessen Besitz ein erbitterter Krieg entbrannt ist. Wobei Sarah, die Priesterin der Mayan-Insel, auf geheimnisvolle Weise eine Schlüsselstellung einzunehmen scheint. Von ihr stammt auch der oben sinngemäß zitierte Satz mit den Lichtern und den Sternen. Denn Sarah hält von der Zivilisation nicht viel. Wie sich im Laufe der Handlung herausstellt, hat sie damit durchaus recht, wobei diese Position sehr differenziert dargestellt wird.

Bevor ich etwas näher auf die Handlung eingehe, möchte ich anmerken, daß diese OAV das einzige ist, was ich von "Macross" kenne, da ich nicht unbedingt ein großer Mecha-Fan bin. Natürlich ist einem Anime-Fan der Name "Macross" ein Begriff, von den Details habe ich jedoch keine tiefergehende Ahnung.

Es geht um folgendes: die Geschichte spielt in der nahen Zukunft. Auf der Erde herrscht Krieg zwischen der UNO und der Anti-UNO. Dieser Konflikt wäre für sich schon aufreibend genug, aber verschärft wird er noch durch den Streit um ein außerirdisches Objekt, dessen Super-Technologie dem Besitzer natürlich eine enorme Überlegenheit und wahrscheinlich den Sieg sichern würde. Die UNO-Leute haben ein Stück dieses Objektes in ihrem Besitz, aber es fehlt der Kopf. Dieser befindet sich anscheinend im Meer nahe einer großen Insel, auf der eine Gruppe von Menschen nahezu ohne Technik und moderne Zivilisation unter paradiesischen Bedingungen leben und nun bedauerlicherweise in die mit aller Härte geführten Kämpfe mit hineingezogen wird. Von da an schrammen sie ständig am Rande der Vernichtung entlang, auch wenn sie selbst gar nicht das Ziel der Angriffe und Gefechte sind. Das, was man so schön "Kollateralschaden" nennt, reicht schon.

Doch die Insulaner sind nicht so hilflos, wie man meinen könnte. Garniert wird das ganze noch mit der Romanze zwischen dem Mecha-Piloten Shin und der Insel-Priesterin Sarah, die am Ende ein eigenartiges Schicksal ereilt, indem sie die Welt rettet ...

Fazit

Die ersten zwei Folgen dieses Animes habe ich auf der Connichi 2004 gesehen. Mehr durch Zufall bin dann kürzlich an den kompletten Fansub gelangt und freue mich, diese faszinierende Geschichte jetzt hier präsentieren zu können. Fast schade, daß es davon (noch) keine DVDs gibt, denn die hätte ich mir auf jeden Fall geleistet.

"Macross Zero" macht intensiven Gebrauch von Computer-Animation, und die ist wirklich überzeugend und professionell eingearbeitet. Das Character-Design ist sehr ansprechend, aber den besonderen Reiz dieser OVA macht der extreme Kontrast zwischen unberührter Inselnatur und der Technik des Krieges aus. Daher meine ich: absolut sehenswert.


Zusammenfassung der Handlung Teil 1 - 5


Sarah Noomu - sie ist so eine Art Priesterin ihres kleinen Volkes. Wie sich herausstellt, verfügt sie über beachtliche übersinnliche Fähigkeiten. Woher diese stammen, dafür interessieren sich einige Wissenschaftler brennend, und arbeiten mit ziemlich schmutzigen Tricks, um hinter dieses Geheimnis zu kommen Sarah Noomu Kobayashi Sanae
Mao Noomu - sie ist Sarahs kleine Schwester, aber vom Charakter her völlig anders veranlagt als sie Mao Noomu Misato Yuka
Kudou Shin - er ist Leutnant der UNO-Luftwaffe und wird über der Südsee-Insel Mayan abgeschossen, was sein Leben nachhaltig verändert Kudou Shin Suzumura Ken'ichi
Aries Taana - sie ist Anthropologin und will herausfinden, welche Spuren die Außerirdischen bei der Menschheit hinterlassen haben, und zwar weniger die technologischen, als vielmehr die genetischen Aries Tana Shindo Naomi
Edgar Lasalle - Shins Copilot muß eine Menge aushalten Edgar Lasalle Komori Sousuke
Focker Roy - er ist einer der besten UNO-Piloten. Früher war er mal in Aries verliebt. Als die beiden sich wieder begegnen, merken sie, daß sie sich immer noch lieben Focker Roy Kamiya Akira
Nakajima Raizou - er ist Chefingenieur auf dem Flugzeugträger, auf dem Focker und Shin stationiert sind Nakajima Raizou Arimoto Kinryu
Nutoku - der Dorfälteste des Mayan-Insulaner Nutoku Oki Tamio
AFOS - um dieses Alien-Fragment ist ein erbitterter Krieg entbrannt AFOS Nakata Jouji
Nora Boryanski - eine ziemlich gewalttätige Pilotin der Anti-UNO-Truppen Nora Takayama Minami
D.D. Iwanov - Noras Kollege ist ein sehr draufgängerischer Pilot. Außerdem ist er Fockers ehemaliger Ausbilder, der aber jetzt für die Anti-UNO fliegt D.D. Iwanov Ootomo Ryuuzaburou
Professor Hasford - auch Aries' Lehrer hat die Seiten gewechselt und arbeitet jetzt für die Anti-UNO Professor Hasford Nozawa Yasunori

Daten: Regie: Kawamori Shoji Design: Hirasawa Arihiro, Ishigaki Jun'ya, Kawamori Shoji, Saito Takuya, Tenjin Hideataka Erscheinungsjahr: 2002
Bewertung Animation:
Framerate: sehr gut, vor allem die computergenerierten Mecha-Kämpfe Standbilder: kaum Zeichenqualität: sehr gut, auch sehr überzeugende Computeranimation Character-Design: gut
Bewertung sonstiges: Handlung: viel bleihaltige Action Besonderheit: Alien, Dschungel und High-Tech-Krieg bilden einen tollen Spannungsbogen Musik: gut. Das Abspannlied wird übrigens auf Französisch gesungen
Japanische Synchronstimmen: sehr gut Fansub (von anbuDom): gut Gesamt-Beurteilung: sehr beeindruckend

Erstellt am 12.5.2006. Letzte Änderung: 5.5.2015