Mai Mai Shinko to Sennen no Mahou - Zusammenfassung der Handlung

Laufzeit der DVD: ca. 91 min.

Mai Mai Shinko to Sennen no Mahou

Die Geschichte spielt etwa 10 Jahre nach dem 2. Weltkrieg.

Shinko lebt mit ihrer kleinen Schwester Mitsuko, ihrer Mutter und ihrem Großvater auf dem Land. Zwischen verstreut liegenden Siedlungen und Bauernhöfen (Mitajiri heißt das ganze) erstrecken sich weite Weizenfelder, aber es gibt auch einen kleinen Fluß oder bessergesagt ein Kanalsystem, denn vor 1000 Jahren war genau hier die Hauptstadt der Provinz Suhou. Shinko weiß das von ihrem Großvater, der Lehrer war und ihr alles genau erklärt. Beispielsweise macht einer der kanalisierten Bäche an einer Stelle eine 90-Grad-Kurve. Genau dort stand also mal ein Haus oder vielleicht sogar der Palast des Gouverneurs.

All diese Dinge regen Shinkos blühende Fantasie mächtig an. Überall sieht sie (freundliche) Geister oder auch die Menschen, die hier vor 1000 Jahren mal gelebt haben. Irgendwann kam auch ein Schiff aus der kaiserlichen Hauptstadt und brachte eine Prinzessin.

Kiiko und ihr Vater kommen aus Tokyo aufs Land

In der Gegenwart bringt derweil die Eisenbahn auch jemanden, nämlich den Arzt Shimazu und seine Tochter Kiiko. Die beiden kommen aus Tokyo und fühlen sich hier auf dem Land wie nach Sibirien verbannt. Dabei ist Mitajiri wirklich ein idyllischer Ort, wenn man mal von grauen Bahnhofsvorplatz absieht. Immerhin ist Doktor Shimazu kein ganz unwichtiger Mann und wird sogar von einer Limousine abgeholt.

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Kiiko kommt an ihrem ersten Tag mit Schminke, Parfüm und Lippenstift in die Schule und wird von ihren neuen Mitschülern, darunter auch Shinko, wie eine Außerirdische bestaunt. Und was sie nicht alles für tolle Sachen besitzt. Trotzdem verläuft der erste Schultag relativ problemlos, aber Shinkos unstillbare Neugierde ist geweckt, und so folgt sie Kiiko nach der Schule einfach nach Hause.

Kiiko wohnt in einem verhältnismäßig luxuriösen Haus in der Fabriksiedlung, wo ihr Vater jetzt als Arzt arbeitet. Shinko ist von dem modernen, im europäischen Stil eingerichteten Haus fasziniert, und so langsam taut Kiiko auch ein bißchen auf, als sie Shinko alles zeigt. Shinko nimmt sie dann mit raus und zeigt ihr ihrerseits die Gegend und dann auch ihr Haus. Kiiko hat Pralinen mitgenommen, die sie, Shinko und Mitsuko nun wegputzen. Allerdings sind sie mit Schnaps gefüllt und haben auf die Kinder eine ziemlich umwerfende Wirkung.

(In Deutschland würde in so einem Fall vom Jugendschutz bis zur Terrorfahndung die ganze Betroffenheitsindustrie in Alarm versetzt, aber damals wartete man einfach, bis die drei Kleinen von selbst wieder nüchtern wurden.)

Jedenfalls schließen Kiiko und Shinko Freundschaft, und Kiiko entdeckt die Schönheiten dieser Gegend. Und was hier vor 1000 Jahren los war oder los gewesen sein könnte, zum Beispiel die Geschichte der einsamen Prinzessin Nagiko, das erfährt Kiiko von Shinko ebenfalls. Kiiko kann über Shinkos Fantasie nur staunen.

Shinko erklärt Kiiko ihr Maimai

Bei ihrer Erkundungsmission stoßen die beiden Mädchen auch auf Archäologen. Offenbar steckt hier wirklich ein ehemaliger Palast im Boden. Und eine Prinzessin hat hier ebenfalls gelebt. Kiiko und Shinko sind sehr beeindruckt.

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Dank Shinko lebt Kiiko sich sehr schnell in ihrer neuen Heimat ein. Eines Tages folgen sie Shigeru und Hitoshi in ein Feld, wo die beiden einen kleinen Bach aufgestaut haben. Von Zeit zu Zeit lassen sie den kleinen See wieder ab und stellen sich in die Flutwelle, was ihnen einen Heidenspaß macht. Später stauen sie den See noch höher, finden es dann aber eigentlich zu schade, all das Wasser einfach so wieder rauszulassen, sondern behalten lieber den See, in dem sie sogar eine Insel angelegt haben. Außerdem hat sich auch schon ein Bewohner eingefunden, nämlich ein Goldfisch.

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Shinko und Kiiko erfahren von ihrer Lehrerin Hizuru-sensei, daß die Prinzessin, die hier vor 1000 Jahren gelebt hat, Nagiko hieß.

Nach der Schule finden Shinko und die anderen sich wieder bei ihrem See ein, um den Goldfisch zu füttern und ihm bei der Gelegenheit auch einen Namen zu geben, nämlich Hizuru-chan.

In den nächsten Wochen entwickelt sich der See mit Hizuru-chan zu einer Attraktion unter den Kindern. Und Shinko muß oft an Nagiko denken. Wie sie wohl gelebt hat? Ob sie Freundinnen hatte? Shinko stellt sich Nagikos Leben in den blühendsten Farben vor.

der Goldfischteich ist eine Attraktion geworden

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Einmal marschieren sie alle zu einer Höhle, um die Banditen, die dort leben, auszuräuchern. Was sie tatsächlich finden, ist eine Katze ... Genauer gesagt ist es Mitsuko, die die Katze findet und mit ihr dann einen kleinen Ausflug unternimmt. Die anderen sind weggerannt, und als sie sich beruhigt haben und zurückkommen, ist Mitsuko auf einmal nicht mehr da. Damit beginnt eine hektische Suchaktion, die sich über den ganzen Nachmittag erstreckt, bis Mitsuko auf einmal wieder Zuhause ist (mit Katze übrigens), als wäre nichts gewesen. Auch Hizuru-sensei hat sich an der Suche beteiligt, und so erfährt Shinko, daß sie demnächst heiraten und daher die Schule verlassen und nach Tokyo ziehen wird. Die Sache ist natürlich noch geheim, das heißt, nach fünf Minuten weiß es jeder. Und das ganze feiern sie, indem sie Hizuru-chans See schön schmücken. So landen in dem kleinen See allerlei seltsame Sachen. Unter anderem auch eine Flasche Parfüm, die Kiiko leider hineinfallen hat lassen. Und so findet Hizuru-chan ein vorzeitiges Ende.

Alle sind sehr traurig und arrangieren für Hizuru-chan ein ordentliches Begräbnis.

Am nächsten Tag will Shigeru aber im Bach einen Goldfisch gesehen haben - ist Hizuru-chan vielleicht zurückgekehrt? Also machen sich alle auf die Suche. Doch anders als in dem übersichtlichen See ist ein Fisch im Labyrinth der Bäche und Kanäle kaum aufzufinden. Trotzdem entwickeln die Kinder bei der Suche eine beachtliche Ausdauer.

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Am Abend bekommt Shinko Besuch von Tatsuyoshi, der sehr seltsame Dinge sagt und dann wieder verschwindet. Den Grund erfährt Shinko sehr bald: Herr Suzuki, Tatsuyoshis Vater und der geachtete und tüchtige Dorfpolizist, hat sich erhängt. Er hatte sich mit der Yakuza angelegt und so hohe Spielschulden, daß er keinen anderen Ausweg mehr sah. Shinko ist entsetzt und eisern von Herrn Suzukis Unschuld überzeugt. Schnell hat sie einen schrägen Plan gefaßt, diese Unschuld auch zu beweisen: sie schnappt sich Tatsuyoshi und marschiert mit ihm zusammen ins Rotlichtviertel zur Bar California, wo Herr Suzuki verkehrte und wo er dem "Blonden Gift", wie Shinko sich auszudrücken beliebt, schließlich erlag.

Shinko und Tatsuyoshi auf dem Weg zur Bar California

Das "Blonde Gift" ist tatsächlich blond, aber ansonsten eine ausgesprochen biedere Frau, die todunglücklich ist, als sie erfährt, daß Herr Suzuki sich umgebracht hat. Und auch die anderen Typen in der Bar, seien es nun Yakuza oder nicht, sind ehrlich betroffen und versuchen, Tatsuyoshi wieder ein bißchen aufzumuntern.

Derweil hat Kiiko Shinkos seltsamen "Abschiedsbrief" gelesen. Sie schläft schließlich ein und findet sich in Shinkos Welt vor 1000 Jahren wieder - als Prinzessin Nagiko, auf der Suche nach einer Freundin. Nagiko beobachtet schon länger eine ihrer Dienerinnen (Senko), die etwa in ihrem Alter ist, doch nur von weitem, denn sie hat sie nie ansprechen dürfen. Jetzt ist Senko auf einmal nicht mehr da, und Nagiko macht sich mit ein paar Burschen auf die Suche. Wie sich herausstellt, lebt Senko mit ihrer Familie unter äußerst ärmlichen Bedingungen, außerdem sind sie zur Zeit alle krank, sodaß Senko sich um sie kümmern muß und deshalb nicht in den Palast zur Arbeit kommen konnte. Nagiko macht das aber nichts. Sie macht sich ein bißchen nützlich und versucht Senko aufzuheitern.

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Mit ziemlicher Geräuschentwicklung rennen Shinko und Tatsuyoshi am Ende ihrer "Mission" wieder davon. Es ist bereits Nacht, und Tatsuyoshi verabschiedet sich von Shinko. Er wird am nächsten Tag zu seiner Mutter nach Osaka reisen.

Nagiko und Senko

Als er weg ist, macht Shinko sich auf den Weg nach Hause, als im Schein der Taschenlampe im Bach plötzlich etwas Rotes aufblitzt. Aufgeregt holt Shinko Kiiko, und tatsächlich: der Goldfisch ist noch (oder wieder) da.

Und noch ein Überraschungsgast taucht auf: Shinkos Vater, der an der Universität von Yamaguchi arbeitet und nur selten Zuhause ist.

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Hizuru-sensei verabschiedet sich von der Schule und bekommt eine Menge Blumen, denn sie war eine sehr beliebte Lehrerin.

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Im Winter stirbt Shinkos Großvater, und im nächsten Frühjahr ziehen Shinko und ihre Familie zu ihrem Vater nach Yamaguchi.


Erstellt am 5.11.2010. Letzte Änderung: 20.2.2014