Mushi-shi

Mushi-shi / Mushishi

Eigentlich bedeutet das Wort "mushi" soviel wie "Insekt", "Wurm" oder "Käfer" und wird mit folgendem Kanji geschrieben: mushi In dieser Geschichte wird "mushi" aber mit einem andern Kanji geschrieben (mushi, wie man sieht, sind es drei "mushi" kombiniert) und hat auch eine andere Bedeutung. Die Mushi dieses Animes sind seltsame Lebensformen, die den Ursprüngen des Lebens sehr nahestehen und eine Art Bindeglied zwischen belebter und unbelebter Natur darstellen. Sie sind praktisch allgegenwärtig, können in mehr oder weniger jeder Form und Größe auftreten und haben teilweise recht absonderliche Lebensrhythmen. Normalerweise sind sie für Menschen harmlos. Wenn aber das (in östlichen Religionen sehr wichtige) Gleichgewicht gestört ist, kann das fatale Folgen haben. Menschen werden dann von unheimlichen Leiden und Krankheiten befallen, gegen die kein Arzt etwas unternehmen kann. Es kommt aber auch vor, daß Menschen sich (absichtlich oder unabsichtlich) Mushi zunutze machen, beispielsweise um eine Art Jungbrunnen zur Verfügung zu haben. Nebenwirkungsfrei ist aber auch das nicht.

"Mushi-shi", also "Mushi-Gelehrte" sind besondere Menschen, die die normalerweise unsichtbaren Mushi sehen können. Mushi-shi gibt es seit Ewigkeiten, und ihr archiviertes Wissen über alle möglichen Arten von Mushi ist enorm. In vielen Fällen sind sie die letzte Hoffnung für Menschen, die unter Mushi leiden.

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Einer dieser Mushi-shi ist ein Mann unbestimmbaren Alters namens Ginko, dessen Weg wir von Folge zu Folge begleiten. Er zieht durch ein Japan, das man sich zu Beginn der frühen Neuzeit angesiedelt denken kann. Anders als in der wahren Geschichte Japans kommen in diesem Anime allerdings keine Kriege vor. Überhaupt wird mit jeder Form von Gewalt äußerst sparsam umgegangen, obwohl die oftmals verzweifelten Menschen, die ein karges Dasein in vollkommen angelegenen Hütten oder bestenfalls Bergdörfchen fristen, dazu so manches Mal allen Grund hätten. Doch Ginko löst die meisten Verwicklungen dank seiner umfassenden Kenntnisse und seines gewitzten Charakters friedlich. Schließlich sind die Mushi weder böse noch die Feinde der Menschen. Im Gegenteil: sie sind einfach da, und wenn sie nicht da wären, wäre das Gleichgewicht der Natur empfindlich gestört.


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"Mushishi" beruht auf einem Manga von Urushibara Yuki und ist im Westen u.a. als US-DVD erschienen.


Fazit

Ein Anime wie dieses habe ich noch nie gesehen. Es hat keinen Anfang, kein Ende und keine durchgehende Handlung (obwohl man sich bei mancher Folge wünscht, man wüßte, wie es weitergeht). Jede Folge ist eine Geschichte für sich. Einen roten Faden, der alles zusammenhält, gibt es, aber er ist, um im Bilde zu bleiben, sehr dünn. Nichts desto trotz handelt es sich bei "Mushishi" um eins der faszinierendsten Animes, die ich je gesehen habe. Besonders beeindruckend ist neben der intensiven Darstellung der wilden, ungebändigten japanischen Berglandschaft auch die Art und Weise, wie die Menschen, die dort größtenteils unter einfachsten Bedingungen der Natur ihre karge Existenz abringen, die Härte ihres Daseins nicht als Härte, sondern als Selbstverständlichkeit akzeptieren und praktisch durchgängig freundliche und hilfsbereite Menschen sind.

Dazu kommen noch die äußerst phantasievoll beschriebenen Mushi, die mit Mensch und Natur auf zum Teil absonderliche Weise wechselwirken.

"Mushishi" sollten Sie sich also auf jeden Fall mal ansehen.


Zusammenfassung der Handlung Teil 1 - 26

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Mushi-shi Zokushou (2. Staffel)


Person Bild Sprecher
Die Hauptpersonen (es gibt aber nur eine)
Ginko - er ist der Mushi-shi, der Mushi-Gelehrte. Er zieht durch Japan, studiert und erforscht die Mushi, denen er dabei begegnet, und hilft Menschen, die durch Mushi in Schwierigkeiten gekommen oder erkrankt sind. Umherwandern entspricht seiner Natur, aber es muß es auch tun, denn er hat die Eigenschaft, daß sich um ihn nach und nach Mushi versammeln, was für andere Menschen unweigerlich Probleme hervorrufen würde. Und so kann er an jedem Ort nur einige Tage, höchstens ein paar Wochen verweilen Ginko Nakano Yuto
wichtige Nebenfiguren (ebenfalls nur eine)
Doktor Adashino - neben seinem Beruf als Arzt sammelt er seltene Stücke, am liebsten solche, die etwas mit Mushi zu tun haben. Ginko verkauft ihm ab und an welche, die dann in seinem Kabinett landen. Adashino weiß, wie gefährlich seine Schätze sein können und schließt sie deshalb gut weg - meistens jedenfalls Doktor Adashino Ueda Yuuji
Nebenfiguren aus den einzelnen Folgen
Folge 1: Youroi Shinra - er hat die seltsame Eigenschaft, daß alles, was er mit seiner linken Hand zeichnet, lebendig wird Youroi Shinra Sanpei Yuuko
Youroi Renzu - eigentlich war sie Shinras Großmutter und starb vor vier Jahren. Doch in ihrem Fall verhält sich die Sache erheblich komplizierter. Gewissermaßen die Hälfte von ihr ist noch am Leben, zumindest in gewisser Weise Youroi Renzu Ise Mariya
Folge 2: Sui - in ihren Augen hat sich ein Mushi eingenistet. Blind ist sie davon (zunächst mal) nicht geworden, aber so lichtempfindlich, daß sie es nur noch in absoluter Dunkelheit aushält Sui Oka Akiko
Biki - seine Freundschaft zu Sui erweist sich als ziemlich problematisch Biki Kokubun Yukari
Folge 3: Maho - er hat Probleme mit seinen Ohren. Sie sind so super-empfindlich, daß er jedes noch so kleine Geräusch auch aus großer Entfernung hört. Dieser permanente Lärm raubt ihm aber die Fähigkeit, normal zu hören. Er kann auf Sprache nicht mehr reagieren, und so sieht es aus, als sei er taub Maho Motoshiro Yuutaro
Folge 4: Jin - er hat oft Träume, die dann in der Realität wahr werden. Das ist zwar sehr praktisch, kann sich aber ebensogut verheerend auswirken Jin Koyama Tsuyoshi
Kinu - Jins Frau Kinu Adachi Mari
Folge 5: Io - sie lebt mit oder in einem lebendigen Sumpf, der unterwegs zum Meer ist, um dort zu sterben. Zum Glück ereilt sie nicht das gleiche Schicksal, obwohl es ziemlich danach aussieht Io Satou Rina
Folge 6: Akoya - sie ist der Ikigami, der lebende Gott einer kleinen, öden Felseninsel. Der Ikigami-Kult dient allerdings in der Hauptsache dazu, ihre Familie auf Kosten aller anderen zu bereichern. Und dazu benutzt sie einen Mushi Akoya Chiba Chiemi
Nagi - er ist mit Akoya befreundet und will mit dem Ikigami-Kult, den er für faulen Zauber hält, Schluß machen. Deswegen holt er heimlich Ginko auf seine Insel Nagi Imai Yuka
Folge 7: Kourou - er ist auf der Jagd nach einem Regenbogen Kourou Maeda Takeshi
Folge 8: Shirou - vor knapp drei Jahren hat er seine Braut Michihi unter sehr mysteriösen Umständen auf dem Meer verloren. Doch er hat die Hoffnung, sie wiederzusehen, nie aufgegeben Shirou Fujita Daisuke
Michihi - sie triebt drei Jahre lang auf dem Meer. Doch da sie einem seltsamen Mushi in die Hände gefallen ist, erscheint ihr diese Zeit nur wie drei Tage Michihi Shimizu Kaori
Folge 9: Sane - er lebt in einem Dorf, auf dem ein seltsamer Zauber liegt, von dem man nicht so genau sagen kann, ob er ein Segen oder ein Fluch ist Sane Hanamura Satomi
Saishu-sama - der Priester des Dorfes benutzt einen extrem kritischen Mushi-Zauber. Doch dafür hat er gute Gründe. Saishu ist übrigens kein Name, sondern eine Art Titel. Die Wörterbuchübersetzung lautet "Zeremonienmeister", was ganz gut hinkommt Saishu-sama Kageyama Yasushi
Folge 10: Tagane - ihr Vater war ein berühmter Tintensteinschnitzer. Sie selbst hat nur einen einzigen wirklich guten Tintenstein zustande gebracht, und in dem steckt auch noch ein tödlicher Mushi Tagane Hidaka Narumi
Folge 11: Mujika - er ist ein Mushishi, genau wie Ginko, und benutzt seine Fähigkeiten, um einem Dorf zu helfen. Die Kräfte der Mushi zu kontrollieren ist aber auf Dauer für einen Menschen nicht so einfach Mujika Sakaguchi Yoshisada
Kodama - Mujikas Lehrling Kodama Adachi Naoto
Folge 12: Nui - sie ist eine Mushishi und lebt in einem vollkommen abgelegenen Haus nahe einem See, in dem ein sehr gefährlicher Mushi existiert. Genau wie Ginko hat sie nur ein grünes Auge und weiße Haare. Und wir erfahren auch, wie es dazu gekommen ist, daß beide so aussehen Nui Doi Mika
Folge 13: Hana - sie fällt in eine tiefe Schlucht und kommt als Zombie wieder zurück Hana Inamura Yuuna
Zen - Hanas Liebhaber weiß nicht so recht, was er will, und das erweist sich als fatal für ihn Zen Kako Rion
Folge 14: Kisuke - er lebt in einem Bambuswald, den er nicht mehr verlassen kann Kisuke Yasumura Makoto
Setsu - Kisukes Frau. Sie ist ein Mischwesen zwischen Mensch und Mushi, eine der extrem seltenen Hybriden Setsu Iwao Junko
Folge 15: Miharu - er hat einen Ort des ewigen Frühlings entdeckt. Doch dort ist es ziemlich gefährlich Miharu Kumagai Kengo
Suzu - Miharus große Schwester. Sie macht sich um Miharu und seine schräge Vorliebe für Mushi große Sorgen Suzu Kitou Noriko
Folge 16: Saya - sie ist von einem Mushi befallen, der langsam ihre Erinnerungen auffrißt Saya Amano Yuri
Kaji - Sayas Sohn. Ihm sind die Gedächtnislücken seiner Mutter ziemlich unheimlich, deshalb ruft er Ginko zu Hilfe Kaji Okamura Akemi
Folge 17: Aya und Ito - Die beiden Zwillingsschwestern sind in der Lage, Uro-Mushi zu sehen und werden daher auserwählt, sich mit ihnen zu beschäftigen. Uros können äußerst nützlich sein, sie haben aber auch eine sehr unheimliche Seite Aya und Ito Aya (alt): Nazuka Kaori
Aya (jung): Tsuzurahara Miyu
Ito: Miyamoto Yume
Gin - er beschäftigt sich schon sein ganzes Leben mit Uro-Mushi. Ito und Aya sind zu seinen Nachfolgerinnen bestimmt Gin ?
Folge 18: Kai - er stammt aus einem kleinen Dorf tief in den Bergen. Als junger Mann geht er dann in eine größere Stadt, um Maler zu werden. Als solcher ist er schnell erfolgreich und berühmt, aber eines Tages wendet sich sein Schicksal Kai Kawada Shinji
Folge 19: Fuki - sie wird von einem Mushi in den Himmel entführt. Bis sie wiederkommt, dauert es seine Zeit, und auch dann ist sie alles andere als ein normaler Mensch, denn sie schwebt oft unter der Decke. Zum Glück hat Ginko ein paar Ideen, wie er ihr helfen kann Fuki Fukui Yukari
Seijirou - er ist in Fuki verliebt, aber eine herumschwebende Braut wird nicht überall so leicht akzeptiert Seijirou Inoue Masaru
Folge 20: Karibusa Tanyuu - sie entstammt einer Familie, in der vor langer Zeit ein gefährlicher Mushi versiegelt wurde. Seitdem werden dort immer wieder Kinder mit besonderen Fähigkeiten geboren, so wie Tanyuu Karibusa Tanyuu alt: Kobayashi Ai
jung: Tsuzurahara Miyu
Tama - sie ist eine Mushishi und hat die Bestimmung, sich um Tanyuu zu kümmern Tama Kyouda Hisako
Folge 21: Aki - wegen eines Mushi kann sie keine normalen Kinder bekommen, sondern nur solche, die anscheinend selbst Mushi sind. Diese sind gefährlich, und Ginko rät ihr dringend, sie zu töten, bevor es zu spät ist. Doch das bringt sie nicht über sich Aki Kawakami Tomoko
Folge 22: Mana / Isana - sie stammt von einer Insel, auf der Menschen wiedergeboren werden können. Das ist allerdings nicht für alle ein Glück Isana Suzuki Masami
Mio - Manas Mutter und Tochter. Für sie ist die Wiedergeburt eine schwere Belastung Mio Miyajima Eri
Folge 23: Shige - sie hat das Pech, eine Stimme zu haben, die schädliche Mushi anlockt. Damit stürzt sie ungewollt ihr ganzes Dort ins Verderben. Zum Glück kann Ginko ihr aber helfen Shige Igarashi Hiroko
Tetsu - Shiges Freund Tetsu Takemoto Eiji
Folge 24: Yahagi - sie ist die Mushishi eines Dorfes, doch eines Tages macht sie einen großen Fehler Yahagi Yasuhara Reiko
Folge 25: Amane - sie wurde blind geboren, doch als junges Mädchen traf sie auf einen Ganpuku, einen legendären Mushi, und von diesem Tage an konnte sie sehen. Besser als jeder andere Mensch und sogar in die Zukunft Amane Sakamoto Maaya
Folge 26: Taku - jedes Jahr tauchen auf dem Berg über seinem Dorf geheimnisvolle Fremde auf. Zuerst mißtraut er ihnen, freundet sich dann aber mit einem aus ihrer Gruppe, Isaza, an, und erfährt eine Menge interessanter Dinge über Mushi. Leider wird sein Berg später durch einen Vulkan zerstört Taku Hamada Kenji
Isaza - er gehört einer Gruppe wandernder Menschen an, die Mushi beobachten und ihr Wissen an Mushishi verkaufen Isaza Koshimizu Ami
Takus Vater - er hat den Berg von seinen Vorfahren geerbt, doch als er stirbt, ist Taku noch ein Kind und kann ihn nicht mehr beschützen Takus Vater Ishii Kouji

Daten: Regie: Nagahama Hiroshi Design: Umakoshi Yoshihiko Erscheinungsjahr: 2005 / 2006
Bewertung Animation:
Framerate: gut Standbilder: wenige Zeichenqualität: sehr gut Character-Design: für Anime-Verhältnisse ziemlich realistisch, eher einfach gehalten, aber sehr ansprechend
Bewertung sonstiges: Handlung: ausgesprochen ruhig Besonderheit: eindrucksvolle Natur der japanischen Bergewelt Musik: gut
Japanische Synchronstimmen: sehr gut Fansub-Untertitel: gut Gesamt-Beurteilung: sehr ungewöhnlich und absolut sehenswert

Erstellt am 2.5.2009. Letzte Änderung: 23.5.2016