Mushi-shi - Zusammenfassung der Handlung Teil 1 - 26

Folge 1 - Midori no Za (Sitz des Grüns)

Ginko ist unterwegs durch eine üppige, wuchernde Bergwildnis. Das Grün umgibt ihn von allen Seiten. Wege gibt es hier nicht, nur Einsamkeit. Doch er wird beobachtet.

Ginkos Ziel ist ein großes, abgelegenes Haus, in dem ein Junge (Youroi Shinra) mit einer seltsamen Begabung lebt: wenn er mit seiner linken Hand zeichnet, wird das, was er gemalt hat, lebendig und macht sich selbständig. (Kanjis sind für sowas ja geradezu prädestiniert.) Shinra will sein seltsames Talent nicht an die große Glocke hängen, doch offenbar macht er bei Ginko eine Ausnahme und erzählt ihm alles, was er über sich weiß. Und komischerweise passiert auch nichts, wenn er mit der rechten Hand schreibt.

Shinra lebt in der Villa ganz alleine. Früher gab es noch seine Großmutter, doch die starb vor vier Jahren. Und jetzt ist er ganz froh, mal wieder einen Menschen um sich zu haben, noch dazu einen Mushishi, der versteht, über was er überhaupt redet und der diese lebendig gewordenen Dinger sehen kann. Und die seltsamen, für die meisten Menschen ebenfalls unsichtbaren Wesen, die in den phantastischsten Formen überall existieren und "Mushi" genannt werden. Mushi sind Daseinsformen an der Grenze zwischen belebter und unbelebter Natur. Sie kommen in allen möglichen Formen und Größen vor, sind praktisch allgegenwärtig, normalerweise völlig harmlos, für normale Menschen aber unsichtbar.

*

In Shinras Haus gibt es einen Geist, auf den Ginko in der Nacht stößt. Der Geist hat die Gestalt einer jungen Frau, scheint von seiner Natur her aber ein Mushi zu sein. Ginko fängt ihn ein. Dabei fällt ihm eine halbe Sake-Schale in die Hände. Der Geist ist auf Ginko nicht gut zu sprechen, beschränkt sich aber darauf, ihn zu beschimpfen. Ginko kommt aber schnell dahinter, was mit diesem Geist los ist. Einst war er eine Frau namens Renzu - Shinras Großmutter.

*

Youroi Renzu

Shinra ist verblüfft, als er erfährt, daß seine Großmutter noch vorhanden ist, wenngleich in einer Form auf dem halben Weg zwischen Mensch und Mushi. Offenbar hat Renzu vor langer Zeit an einer Art Mushi-Treffen teilgenommen, bei dem sie diese grüne Sake-Schale erhielt. Das Treffen wurde aber offenbar gestört und Renzus Transformation in einen Mushi auf halben Weg unterbrochen. Jetzt ist sie halb Mensch, halb Mushi. Und die Person, die Shinra als seine Großmutter kennengelernt hatte, war eigentlich nur ein Teil davon. Dieser Teil starb vor vier Jahren, der andere Teil ist aber noch da. Doch mit seiner speziellen Fähigkeit kann Shinra dieser Hälfte dazu verhelfen, den Transformationsprozeß abzuschließen.

Und zwar malt Shinra mit seiner linken Hand die Sake-Schale. Diese wird daraufhin real und zerbricht in zwei Hälften. Ginko setzt die beiden Hälften wieder zusammen, woraufhin die Schale sich mit einer leuchtenden Flüssigkeit füllt. Renzu trinkt diese und materialisiert sich. Shinra ist überrascht, wie jung sie ist, freut sich aber sehr, daß sie wieder da ist. Dann trinkt auch er von der Flüssigkeit und sieht dabei die Erinnerungen seiner Großmutter, die vor allem jenes mysteriöse Mushi-Bankett betreffen.

Dreißig Jahre ist das her, und die Mushi, die ihr damals in mehr oder weniger menschlicher Form entgegentraten und ihr in dieser Sake-Schale die Flüssigkeit des Lebens ("Kouki") überreichten, hatten eine Bitte an sie. In dreißig Jahren würde ihr ein Enkelkind mit einer sehr speziellen Begabung geboren. Ihre Aufgabe sollte es sein, ihr ganzes Leben lang über es zu wachen.

Eine schlichte Krähe war es, die dann aber die Zeremonie unterbrach, und so zerbracht die Schale in zwei Teile, und Renzus Existenz ebenso. Erstaunlicherweise konnte sie ihrer Aufgabe trotzdem nachkommen, mehr oder weniger jedenfalls.

Jetzt ist sie aber wieder da und Shinra damit nicht mehr allein, auch wenn seine Großmutter jetzt jünger ist als er selbst.

*

Ginko zieht weiter. Die grüne Sake-Schale, die in der Lage ist, Kouki in sich zu halten, hat er mitgenommen.

Folge 2 - Mabuta no Hikari (Licht der Augenlider)

Irgendwo in einem winzigen Bergdorf lebt ein Mädchen (Sui) in einem Lagerhaus. Japanische Lagerhäuser dieser Bauart haben als einzige Öffnung eine schwere, massive Tür. Wenn diese geschlossen ist, herrscht innen vollkommene Dunkelheit. Vor einiger Zeit ist Sui nämlich an einem merkwürdigen Augenleiden erkrankt. Sie wurde immer lichtempfindlicher, und jetzt kann sie nur noch in absoluter Finsternis leben, wenn sie nicht furchtbare Qualen erleiden will.

Die Dorfbewohner fürchten, daß Suis Krankheit ansteckend sein könnte und halten sich möglichst von ihr fern, doch einen Freund hat sie, einen Jungen namens Biki, der ihr Essen bring, sich um sie kümmert und sogar mit ihr spielt, was man ja auch in absoluter Dunkelheit tun kann.

Ginko, Biki und Sui

Sui weiß erstaunlich viel über ihre Krankheit, zum Beispiel, daß diese von Mushi hervorgerufen wird, die seit langer Zeit in ihren Augen leben. Sie erklärt Biki, daß hinter ihren Augenlidern ein zweiter Satz von Lidern sei. Dort lebten die Mushi. Sui zeigt Biki auch den Fluß des Lichtes, der unterirdisch entlangfließt und den man nur sehen kann, wenn man beide Paare von Augenlidern schließt. An diesem Fluß ist Sui einem Mann begegnet, der sie vor diesem Licht warnte. Man dürfe es nicht zu lange ansehen, sonst würden die Augen die Fähigkeit verlieren, echtes Licht zu sehen.

*

Bikis Mutter macht sich große Sorgen, daß Biki sich anstecken könnte, verbietet es ihm aber auch nicht, Sui weiterhin zu besuchen. Ihre Sorgen sind leider nur zu berechtigt. Eines Tages entwickelt auch Biki diese extreme Lichtempfindlichkeit. Seine Mutter wird von nackter Verzweiflung gepackt. Und dann steht plötzlich Ginko vor ihr.

Es ist für ihn kein Problem, Biki zu heilen. Bei Sui hingegen sieht es anders aus, denn der Mushi bewohnt ihre Augen schon sehr lange und hat sie längst zerstört.

Nach Einbruch der Nacht holt Ginko Sui aus dem Lagerhaus und extrahiert dann mit Hilfe des Mondlichtes den Mushi aus ihren Augen. Der Vorgang ist ziemlich schaurig, aber Sui ist damit in gewisser Weise geheilt.

Unheimlich geht es weiter, denn Ginko nimmt sein eigenes (künstliches) linkes Auge heraus, setzt es Sui ein und manipuliert es mithilfe des eben eingefangenen Mushis so, daß es in Suis Kopf nun funktioniert. Näheres zu Ginkos Auge(n) erfahren wir in Folge 12, Sui jedenfalls kann nun auch wieder sehen und muß nicht mehr im finsteren Lagerhaus leben. Biki ist darüber fast noch glücklicher als Sui selbst.

Folge 3 - Yawarakai Tsuno (Sanfte Hörner)

Es ist Winter. Die Berge sind tief verschneit. Ginko ist unterwegs zu einem Dorf, dessen Bewohner über seltsame Ohrenprobleme klagen. Viele von ihnen sind auf einem Ohr taub geworden. Deswegen hat Frau Shirasawa, die Dorfälteste, ihn gerufen und heißt ihn nun untertänig willkommen.

Ginko sieht sich die Ohren der Betroffenen an, stellt einen Mushi namens "Un" fest, der sich von Geräuschen ernährt, appliziert heißes Salzwasser, das den Mushi vertreibt, und die Leute sind wieder geheilt. Der Grund dafür, daß sich die Un überhaupt hier versammelt haben ist, daß es in dem Dorf mehr Geräusche gibt als in den stillen Bergen. Jetzt aber sind sie wieder weg und soweit alles in Ordnung.

Un-Mushis

Bis auf einen kleinen Jungen, der auf beiden Ohren taub geworden ist, weswegen Ginko hier einen anderen Grund vermutet. Es ist Maho, Shirasawas Enkelsohn. Er befindet sich in der Tat in einem ungewöhnlichen Zustand. Auf seiner Stirn sind vier kleine Hörner gewachsen, und er ist auch nicht im eigentlichen Sinn taub, im Gegenteil. Er hört das Gras wachsen, und zwar über zig Kilometer hinweg. Er empfängt so viele Geräusche, daß er nicht mehr zwischen diesen und beispielsweise Sprache unterscheiden kann. Und so wirkt es, als sei er taub.

Ginko meint, der Grund sei ein "A"-Mushi, sozusagen das Gegenteil der Un-Mushis, denn die As essen die Stille, die die Uns hinterlassen. As sind ziemlich selten, doch anscheinend litt auch Mahos Mutter, die im vorigen Winter verstarb, daran, denn auch sie hatte am Ende diese seltsamen Hörner.

Maho droht das gleiche Schicksal wie seiner Mutter: Tod durch allmähliche Entkräftung. Und leider kennt selbst Ginko kein Heilmittel. Wenn er Maho retten will, muß er eines finden. Also läßt er sich im Detail die Krankengeschichte von Mahos Mutter erzählen.

Am nächsten Tag macht Maho einen Ausflug in die verschneite Landschaft, weil es, wenn er immer nur drinnen ist, noch schlimmer wird. Als seine besorgte Großmutter das bemerkt, macht sich Ginko auf den Weg, ihn wieder einzusammeln. Im tiefen Schnee kommen ihm ein paar Ideen, und dann findet er am späten Abend Maho in einer Höhle, in die er sich vor dem Schnee geflüchtet hat. Plötzlich verschwinden alle Geräusche und auch Mahos Stimme. Der Grund: in der Höhle wimmelt es von Uns. Es ist aber auch ein A dabei. Ginko läßt diesen in seine Ohren eindringen und schmilzt ihn dann mit dem Geräusch von Mahos Händen. Offenbar sind die As empfindlich gegen die Geräusche von anderen Lebewesen.

Für Mahos Mutter, die auch auf diese Idee gekommen war, war es damals zu spät, Maho jedoch wird geheilt. Seine Hörnchen fallen ab als wäre nichts gewesen, und Ginko nimmt sie als Sammlerstücke an sich.

Folge 4 - Makura no Kouji (Gasse der Kopfkissen)

Ginko sucht einen Mann namens Jin auf, der prophetische Träume hat. Immer wieder träumt er von Dingen, die sich dann später tatsächlich ereignen. Jin ist deswegen ziemlich berühmt, aber Ginko meint, es wäre wahrscheinlich so, daß in seinen Träumen Mushi leben. Diese Mushi vermehren sich aber, und das könnte irgendwann die Folgen haben, daß er nicht mehr erwachen kann. Deswegen gibt er ihm eine Medizin, die das verhindern und die Lage stabilisieren soll.

*

Jin

Knapp ein Jahr später kommt Ginko wieder in das Dorf und findet es total verfallen und verlassen vor. Nur Jin ist noch da, aber es geht ihm nicht besonders gut. Folgendes ist passiert: zunächst erwiesen sich Jins Träume als sehr nützlich für das ganze Dorf. Er rettete damit immer wieder Menschen das Leben. Wie vorhergesagt nahm die Zahl seiner prophetischen Träume aber zu, sodaß er begann, Ginkos Medizin zu nehmen. Aber es beschlicht ihn allmählich ein schrecklicher Verdacht: womöglich sah er nicht die Zukunft voraus, sondern erzeugte sie mit seinen Träumen selbst. Dann wurde das Dorf eines Tages von einem Tsunami überschwemmt, den er nicht vorhergesehen hatte und der auch seine Tochter Mayu tötete. Daraufhin hörte er auf, die Medizin zu nehmen. Die Anzahl und Genauigkeit seiner Träume nahm nun stark zu. Und dann zerfielen einfach alle Menschen des Dorfes zu Staub. So wie er es in einem seiner Träume vorhergesehen hatte.

Und nun ist Jin der letzte Mensch seines Dorfes und meint, Ginko hätte ihn damals ausgetrickst. Ginko habe von Anfang an gewußt, daß der Mushi seine Träume in die reale Welt bringt und wahr werden läßt.

Ginko gibt das zu. Aber von diesem Mushi gibt es keine vollständige Heilung, sondern man muß ihn für den Rest seines Lebens in der Balance halten. Wenn man das den Betroffenen aber so sagt, brechen sie unter der Last dessen, was sie mit ihren Träumen anrichten, zusammen. Und auch Jin ist der Meinung, er sei besser gleich gestorben als jetzt weiterzuleben mit dem Wissen, sein ganzes Dorf ausgelöscht zu haben.

Ginko ist über diese Entwicklung auch nicht gerade glücklich und verspricht, Jin von diesem Mushi zu befreien, egal wie. Es gibt über diese Traum-Mushi schon einiges an Kenntnissen, zum Beispiel, daß sie sich tagsüber woanders aufhalten. Wenn man diesen Ort finden könnte ...

Jin geht das nicht schnell genug. Er schluckt die gesamte Medizin, die Ginko ihm gegeben hat, auf einmal. Daß er sich damit in akute Lebensgefahr begibt, weil die Medizin in dieser Dosis hoch giftig ist, ist ihm egal. Er hat mit seinem Leben sowieso abgeschlossen.

Während er mit dem Tode ringt, projiziert er seine Träume auf eine Wand, sodaß Ginko sie sehen kann. Er träumt von seiner Familie. Und dann von sich selbst. Er sieht sich selbst beim Schlaf, und plötzlich weiß er, wo der Mushi steckt: in seinem Kopfkissen. Auch Feuer kommt in diesem Traum vor, und Ginko kann den Schlafenden gerade noch retten, bevor das ganze Haus in hellen Flammen steht. Doch Jin wacht auf, stürzt ins Haus zurück und haut mit einem Schwert auf das Kopfkissen ein. Da er aber anscheinend immer noch mit seinen Träumen verbunden ist, zerstört dieser Schwerthieb nicht nur das Kissen, sondern schlitzt auch ihm selbst den Bauch auf.

*

Erstaunlicherweise überlebt Jin das alles, und am Ende philosophieren er und Ginko über Kopfkissen, die in Japan als eine Art Zwischenlager für Träume und die Seele betrachtet wurden.

Jin nimmt wieder seinen alten Beruf als Schwertschleifer auf, aber einige seltsame Verhaltensweisen bleiben ihm erhalten, und am Ende verunglückt er mit einem seiner Schwerter tödlich.

Folge 5 - Tabi wo suru Numa (Der reisende Sumpf)

In einer luxuriösen Villa mit phantastischem Meeresblick residiert Doktor Adashino, seines Zeichens Sammler seltener und seltsamer Dinge und ein guter Kunde Ginkos. Der bietet ihm gerade die Hörner an, die er am Ende von Folge 3 von Maho bekommen hat. Die grüne Sake-Schale aus Folge 1 verkauft Ginko ihm nicht, dafür erzählt er ihm aber eine Geschichte. Auf dem Weg hierher ist er einem wandernden Sumpf begegnet, den er jetzt einfangen möchte. Dieser Sumpf ist wahrscheinlich die letzte Lebensphase eines flüssigen Mushi, der auf dem Weg zum Meer ist. Jedesmal, wenn Ginko einen Berg überquert hatte, begegnete er wieder diesem Sumpf. Und dem Mädchen, das darin wohnt.

Io

Das Mädchen hatte grüne Haare, bestätigte Ginko, daß dieser Sumpf kein gewöhnlicher Sumpf sei, wollte aber wissen, wohin die Reise überhaupt gehe. Ginko erklärte ihr, daß das Meer das Ziel sei, woraufhin das Mädchen sich wunderte, daß überhaupt jemand diese Geschichte von einem Sumpf auf Reisen glaubte. Ginko erklärte ihr, daß es sich bei dem Sumpf wohl um einen Mushi namens Wasserwurm handele. Wenn man zuviel seines Wassers trinke, werde man selbst flüssig.

Das Mädchen war zu diesem Sumpf gekommen, noch bevor er sich auf den Weg gemacht hatte. Es sollte von seinem Dorf in einem See geopfert werden und wäre um ein Haar auch tatsächlich ertrunken, doch unten im See war dieser Wasserwurm und verlieh ihm offenbar die Fähigkeit, unter Wasser atmen zu können (plus die grünen Haare). Und nun reist es mit ihm, zumeist durch unterirdische Wasseradern.

Und so ist das Mädchen zusammen mit dem Sumpf dann schließlich vor Ginkos Augen verschwunden.

*

Bei Adashinos Dorf mündet ein Fluß ins Meer, und Ginko überlegt sich, daß der Wasserwurm diesen Weg nehmen könnte. Das heißt, man könnte hier auch das Mädchen wieder herausfischen. Adashino hat in dem Dorf viel Einfluß und bringt die Fischer dazu, die ganze Bucht mit ihren Netzen abzusperren.

Die Fischer geben sich alle Mühe, und irgendwann in der Nacht erscheint dann der Wasserwurm. Er ist riesig, aber da er flüssig ist, geht er durch die Netze natürlich durch. Von dem Mädchen fischen die Leute nur noch ihren schönen Kimono aus ihren Netzen.

Der Wasserwurm stirbt dann im Meer nahe der Küste und zieht damit Unmengen an Fischen an. Die Fischer sind begeistert. Und dann ist auf einmal unter den Fischen auch eine transparente Frau in ihren Netzen.

Das Mädchen hat sich noch nicht aufgelöst, und nachdem Adashino es in seine Villa gebracht hat, wird es nach einiger Zeit wieder zu einem ganz normalen Menschen. Es bekommt den Namen Io und lebt fortan zusammen mit den anderen in dem Dorf.

Folge 6 - Tsuyu wo suu Mure (Die Herde, die den Tau einsaugt)

Ginko setzt auf eine kleine, abgelegene Insel über. Allerdings sind die Ufer allesamt steil aufragende Felsen, sodaß man nur einmal im Monat beim Höchststand der Springflut und auch dann nur an einer ganz bestimmten Stelle überhaupt anlanden kann. Deshalb gibt es auf der Insel auch keine Fischer. Auf der Insel scheint es überhaupt außer Felsen fast nichts zu geben, aber in der Tat leben Menschen hier, ein ganzes Dorf sogar. Und es verehrt ein Wesen namens Ikigami ("Lebender Gott").

Der Junge (Nagi), der Ginko auf die Insel gerudert hat und der hier auch lebt, will ihm diesen Ikigami zeigen.

Der Ikigami sieht eigentlich aus wie ein ganz normales Mädchen und war früher auch eines. Akoya heißt es und war mit Nagi befreundet. Doch nun verwandelt es sich jeden Abend in Zeitraffer in eine uralte Frau, fällt dann in tiefen Schlaf, um am nächsten Morgen wieder als junges Mädchen zu erwachen. Praktischerweise ist es die Tochter des Dorfvorstehers, und der nutzt die Ikigami-Verehrung, um sich schamlos zu bereichern. Die Leute glauben, der Ikigami bringe ihnen Glück und ermögliche überhaupt erst, daß sie auf diesem kargen Felsen leben können. Daher liefern sie ihre besten Sachen bei ihm ab, und der Alte kassiert alles ein.

Akoya und Ginko

Der Kult besteht schon seit langem, und in der Familie des Dorfvorstehers gibt es in jeder Generation einen Ikigami.

Nagi hält diesen Kult aber für Schwindel, und Ginko ist schnell klar, daß ein Mushi dahinter steckt. Von Nagi erfährt er dazu eine Menge Einzelheiten. Vor allem darf Akoyas Familie weder von seiner noch von der Anwesenheit des Jungen etwas erfahren.

Nagi bringt Ginko heimlich zu Akoya, die seit ihrer Verwandlung in den Ikigami völlig apathisch geworden ist und auch nicht mehr spricht. Er beobachtet die rapide Alterung dann aus der Nähe und entdeckt in ihrer Nasenhöhle den Mushi, der immer in der Nacht stirbt und dabei Sporen ausstreut. Übrigens ist Akoya nicht der einzige Inselbewohner mit diesen Symptomen, sie wird aber als einzige gut vermarktet.

Akoya wurde in einer Nacht mit Springflut zum Ikigami, und es gibt in der Tat eine Höhle, die man nur dann erreichen kann. In der Nähe dieser Höhle findet Ginko dann auch ein paar infizierte Tiere, die er mitnimmt und untersucht, bis er nach relativ kurzer Zeit einen Weg zur Behandlung findet. Diesen appliziert er dann bei Akoya, die im Handumdrehen ihren Mushi los und damit wieder normal wird. Nagi und Ginko erklären ihr dann, was mit ihr eigentlich passiert ist, doch es herrscht Uneinigkeit, wie es nun weitergehen soll. Nagi will mit ihr durchbrennen, sie will aber lieber hier bleiben und vertraut darauf, daß ihr Vater sein Unrecht einsehen werde.

Da das aber sehr zweifelhaft ist, muß Akoya ihre Rolle als Ikigami erst mal weiter spielen, bis Nagi und Ginko an diese Höhle herankommen, was in drei Tagen der Fall sein wird. Und Akoya selbst vermißt diesen Zustand geistiger Leere und völliger Abgehobenheit von allem Irdischen, den sie als Ikigami hatte. Als solcher lebte sie im Rhythmus ihres Mushi, der immer nur einen Tag lang lebte. Ihr jetziges Menschenleben kommt ihr wie eine bedrohliche Ewigkeit vor.

*

Es ist soweit, Ginko und Nagi dringen in die Höhle ein, in der jene Blumen wachsen, die den Mushi übertragen, wenn man daran riecht. Die beiden bekommen allerdings Besuch. Akoyas Vater hat die Sache durchschaut und schickt zwei seiner Leute, um Nagi und Ginko totzuschlagen. Die können allerdings aus dem anderen Ende der Höhle entkommen. Akoyas Vater ergeht es hingegen schlecht. Akoya hat ein paar Leuten des Dorfes erzählt, wie ihr Vater sie alle betrogen hat, und jetzt schnappen die erzürnten Leute sich den Alten und bringen ihn kurzerhand um.

Akoya stolpert schließlich über die Leiche ihres Vaters. Er hat eine dieser Blüten bei sich, und sie riecht daran, um alles vergessen zu können.

*

Ginko verpaßt die Springflut und muß einen weiteren Monat auf der Insel bleiben. Während dieser Zeit heilt er auch die übrigen Mushi-Befallenen. Viele von diesen nutzen jedoch im Laufe der Zeit die Gelegenheit, sich ihren Mushi zurückzuholen. Davon abgesehen empfiehlt Ginko den Leuten, den Zugang zu ihrer Insel aufzugraben, sodaß sie jederzeit in See stechen können und nicht nur einmal im Monat. So können sie dann auch fischen.

Folge 7 - Ame ga kuru Niji ga tatsu (Wenn der Regen kommt, spannt sich ein Regenbogen auf)

Ein Mann namens Kourou ist schon seit vielen Jahren unterwegs, um einen Regenbogen zu fangen. Eines Tages, als er bei strömendem Regen unter einem Baum sitzt, kommt Ginko vorbei und setzt sich zu ihm. Die beiden kommen ist Gespräch. Kourou hat ein großes Gefäß dabei, in dem er einen Regenbogen, wenn er ihn erst mal hat, nach Hause bringen will.

Als Kourou noch ein Kind war, war bereits sein Vater hinter Regenbogen her. Der alte Mann war offenbar nicht ganz richtig im Kopf, zumindest wenn der Regen kam, denn dann rannte er oft tagelang draußen herum. Doch anscheinend hatte er früher wirklich mal einen Regenbogen eingefangen, wenn auch eher unabsichtlich. Aber von jenem Tag an war er irgendwie anders. Und niemand außer ihm konnte diesen Regenbogen, der längere Zeit in oder bei seinem Haus blieb, sehen. Niemand außer Kourou. Und dann, eines Tages, war der Regenbogen weg, und eine lange und erfolglose Suche begann, die nach seinem Vater nun Kourou fortsetzt um zu beweisen, daß sein Vater doch nicht verrückt war.

Ginkou, Kourou und die Regenbogenschlange

Ginko erklärt Kourou lakonisch, er könnte seine riesige Flasche verkaufen, denn er werde sie nicht brauchen. Denn bei diesem geheimnisvollen Regenbogen handelt es sich um einen seltenen Mushi namens Regenbogenschlange. Ihre Kennzeichen: die Farben sind umgekehrt wie bei einem echten Regenbogen. Und da Ginko die Regenbogenschlange selbst studieren will, bietet er Kourou an, sich ihm anzuschließen und zusammen nach einer zu suchen. Und so ziehen die beiden einige Zeit durchs Land, immer dem Regen hinterher. Echte Regenbogen sehen sie oft, eine Regenbogenschlange jedoch nicht.

Kourou stammt aus einer Familie, deren Mitglieder sich mit dem Bau von Brücken beschäftigt haben. In ihrer Gegend gibt es einen sehr wilden Fluß, der bisher noch jede Brücke, die die Menschen gebaut haben, wieder eingerissen hat. Kourou selbst hatte an diesen Dingen jedoch kein Interesse und auch kein Talent dafür. Bei seinem verrückten Vater bleiben wollte er aber auch nicht, also lief er vor fünf Jahren davon und sucht seitdem diesen Regenbogen. Ginko meint, Kourou hätte besser daran getan, das alles hinter sich zu lassen und irgendwo ein neues, normales Leben begonnen.

*

Der Sommer kommt, und mit ihm Hitze und Dürre. Doch plötzlich ziehe dunkle Wolken auf, es beginnt in Strömen zu regnen, und es erscheint endlich die Regenbogenschlange. Kourou und Ginko schaffen es, sie zu erreichen, bevor sie wieder entschwindet, und werden nicht enttäuscht. Dieser Mushi ist wirklich äußerst beeindruckend. Nur fangen sollte man ihn nicht. Zum Glück passiert Kourou nichts ernsthaftes, weil Ginko ihn rechtzeitig aus dem Fluß der Farben herauszieht.

*

Kourous und Ginkos Wege trennen sich nun, und wie es aussieht, ist Kourou am Ende doch noch ein berühmter Brückenbauer geworden.

Folge 8 - Unasaka yori (Von der Küste)

Diese Episode spielt in einem Küstendorf, an dessen Strand die Strömung immer wieder alle möglichen Sachen anspült, gelegentlich sogar Menschen.

Ginko wartet hier auf eine Fähre und trifft dabei auf einen Mann namens Shirou, der ebenfalls wartet, und zwar auf seine Braut Michihi, die er hier vor zweieinhalb Jahren unter ziemlich mysteriösen Umständen verloren hat. Shirou hatte Michihi aus einer größeren Stadt mitgebracht, aber ihr gefiel dieses primitive Fischerdorf gar nicht. Irgendwann ergab es sich, daß die zwei in je einem Fischerboot aufs Meer hinausfuhren, als plötzlich eine riesige Menge seltsamer Wasserschlangen oder Würmer auftauchte, die aber nur für Shirou und Michihi sichtbar waren. Unmittelbar darauf zog dichter Nebel auf und Michihis Boot trieb ab und verschwand im Nichts. Shirous Boot kenterte ebenfalls, aber er konnte sich irgendwie an Land retten. Und dort sitzt er nun seit fast drei Jahren und wartet auf irgend ein Zeichen seiner Braut. Doch weder von ihr noch von dem Boot, in dem sie war, ist auch nur eine einzige Planke jemals wieder aufgetaucht.

ein neuer Mushi hat sich gebildet

Ginko meint, Shirou solle nach dieser langen Zeit Michihi abschreiben, denn selbst wenn sie es überlebt hätte, würde sie jetzt irgendwo anders ein neues Leben führen.

Shirou scheint sich das zu Herzen zu nehmen. Er hat lange in einem Laden in der Stadt gearbeitet und macht sich mit seinen Kenntnissen jetzt in dem Fischerdorf nützlich, wodurch sein Ansehen beträchtlich steigt. Er findet auch ein junges Mädchen, das ihm gut gefällt.

*

Nach einiger Zeit kommt Ginko wieder in das Dorf. Als er sich nach Shirou erkundigt und fragt, ob er immer noch auf seine verschwundene Braut warte, erklärt seine neue Freundin ihm, er solle diese komischen alten Geschichten nicht mehr erwähnen. Sie ist offenbar in Shirou verliebt und will ihn nicht wieder hergeben, schon gar nicht an Geister aus seiner Vergangenheit.

Doch dann erscheint wieder dieser unheimliche Nebel vor der Küste. Shirou kann nicht anders, er schnappt sich ein Boot und fährt raus - zusammen mit Ginko, der überzeugt ist, daß hier ein Mushi seine Hände im Spiel hat. Genauer gesagt ein Schwarm von Berg-Mushi und einer aus der See, die sich hier nach 1000 Tagen zu einem einzigen Mushi vereinigen. Und diese 1000 Tage sind jetzt um.

Ginko warnt Shirou: wenn man in diesem Nebel ist, kann man nur zurück an Land, wenn man zurück will. Und Michihi wollte offenbar nicht.

Draußen auf dem Meer fängt Ginko ein paar der Mushi ein. Es sind unglaublich viele, und der Nebel, den sie erzeugen, ist sehr dicht. Doch dann geschieht das Wunder: Michihis Boot taucht wieder auf. Und darinnen liegt eine ziemlich erschöpfte Michihi, die seit drei Tagen hier im Nichts treibt und überglücklich ist, ihren Shirou wiederzusehen. Der kann es kaum glauben, daß für seine Braut nur drei Tage vergangen sind. Doch offenbar hat Michihi nach der inneren Uhr des Mushi gelebt. Und das heißt letztlich, daß sie nicht mehr zurück kann. Denn sie ist gar kein Mensch mehr.

Die Mushi im Meer verwandeln sich, und Michihi mit ihnen.

*

Für Ginko und Shirou vergehen nur ein paar Stunden, bis sie wieder Land erreichen. Für die Fischer jedoch hat es einen Monat gedauert und keiner hat noch damit gerechnet, die beiden jemals wiederzusehen. Am nächsten Tag werden dann Michihis Boot und ihr Kimono angespült. Aber Shirou hat seinen Frieden gefunden und kann nun wirklich ein neues Leben beginnen.

Folge 9 - Omoi Mi (Schwere Frucht)

Ginko kommt durch eine ziemlich arme Gegend, wo die Leute kaum etwas zu Essen haben. Es gibt dort allerdings ein Dorf, in dem das anders ist. Aus irgend einem mysteriösen Grund gibt es dort nach einer Naturkatastrophe immer eine Rekord-Ernte, aber es soll dort auch nicht alles mit rechten Dingen zugehen. Das interessiert Ginko natürlich besonders. Doch als er dieses Dorf erreicht, wird er alles andere als herzlich aufgenommen.

Offenbar sorgen die Ahnen für eine gute Ernte, wollen dafür aber etwas zurück haben, nämlich ein Menschenopfer.

Ginko trifft auf einen verschlossenen Jungen namens Sane, bringt ihn aber dazu, ihm die Geschichte dieses Dorfes zu erzählen. Wie er schon weiß, gibt es immer nach einem großen Unglück eine riesen Ernte. Doch dann wächst im Herbst im Mund eines scheinbar zufällig ausgewählten Dorfbewohners ein geheimnisvoller Zahn. Der fällt dann aus und die betroffene Person stirbt. Das ist das Opfer, das die Ahnen für die reiche Ernte verlangen. Das macht die Dorfbewohner ziemlich bedrückt, doch sie sind auch dankbar, denn ohne diese Hilfe könnten sie auf diesem öden Land nicht überleben.

Der Zahn geht dann übrigens an den Dorfpriester, und wie es der Zufall will, ist Sane dessen designierter Nachfolger. Nur er und der Priester können die Zähne sehen, nachdem sie ausgefallen sind.

Ginko sucht nun den Priester auf, doch auch der empfängt ihn alles andere als freundlich, vor allem, als er hört, daß Ginko auf der Suche nach der welkenden Frucht ist. Der Priester weiß anscheinend, was das sein soll, erklärt Ginko aber, sowas gebe es hier nicht. Die reichen Ernten kämen von der Macht der Ahnen und fortschrittlichen Anbaumethoden, und die mysteriösen Zähne hätten damit auch nichts zu tun.

Doch Ginko hat eine ganz andere Erklärung: und zwar ist es so, daß wann man die welkende Frucht, die eine besondere Form eines Mushi ist, im Boden eingräbt, sie im nächsten Jahr eine reiche Ernte hervorbringt. Doch im Gegenzug nimmt sie das Leben eines Menschen. Und nun stellt sich die Frage, was der Priester wohl tun würde, wenn er eine solche Frucht besäße: sie benutzen, um dem Dorf Wohlstand zu bringen und alle vor dem Verhungern zu retten, dafür aber einen Menschen vorsätzlich zu opfern?

Er antwortet, er würde sie wohl benutzen, auch wenn das praktisch auf einen Mord hinausläuft. Ginko sinniert dann, wenn man sowas einmal macht, naja ... aber man würde diese Frucht dann sicherlich jedes Jahr benutzen. Ginko meint schließlich, er würde in diesem Fall die Frucht wohl nicht benutzen sondern vorher das Land verlassen. Doch das kommt für den Priester nicht infrage.

*

Ginko trifft Sane und teilt ihm mit, er habe dem Dorf etwas wichtiges zu sagen. Der Priester kommt dazwischen und fragt ihn, ob er jetzt wohl die ganze Ernte niederbrennen wolle. Denn das sei im Moment die einzige Möglichkeit, die welkende Frucht zu zerstören. Womit er nebenbei zugibt, daß er sie tatsächlich benutzt. Er fragt Ginko, ob es ihm egal sei, daß dann hier alle Leute verhungern würden, aber Ginko antwortet, sie müßten nur ein Jahr lang woanders hingehen. Im nächsten Frühjahr könnten sie zurückkehren und dann von der nächsten Ernte wieder hier leben. Der Priester wendet ein, wenn sie Menschen erst mal weg seien, würden nur wenige wieder zurückkehren. Sie könnten das Unheimliche hier sowieso nur ertragen, weil sie die wahren Hintergründe nicht kennen, bekämen dafür aber eine reiche Ernte. Dann bricht er keuchend zusammen.

der Oberpriester bei seinen Leuten

Sane wußte gar nicht, daß sein Chef krank war. Doch auch diese Sache hat einen ganz anderen Hintergrund. Ginko merkt sehr schnell, daß der Priester sich absichtlich langsam vergiftet. Später fragt er ihn, ob er sich auf diese Weise aus der Verantwortung stehlen wolle. Aber es ist genau das Gegenteil der Fall. Der Priester hat die welkende Frucht benutzt, aber nur sehr selten. Das letzte Mal war vor 20 Jahren und das Opfer (unbeabsichtigterweise) seine eigene Frau. Und jetzt, wo es mal wieder soweit ist, will er sich selbst für sein Dorf opfern. (Das funktioniert, weil das Opfer immer unter den Kranken und Schwachen ausgewählt wird - deshalb nimmt er das Gift).

Erst jetzt wird Ginko klar, wie verantwortungsvoll der Priester mit diesem gefährlichen Objekt umgegangen ist und welch schwere Bürde er sich damit aufgeladen hat. Aus seinem toten Körper wird am Ende eine neue welkende Frucht herausfallen, aber die soll Sane dann zerstören (ohne allerdings die Hintergründe zu kennen).

*

Die Ernte kommt, und der Plan des Priesters geht auf. Er ist derjenige, dem der mysteriöse Zahn wächst. Dann gibt er Sane die nötigen Instruktionen.

Die Dorfbewohner feiern ihr Erntefest, aber Sane ist nicht nach Feiern zumute, denn der Priester liegt im Sterben. Sane ahnt vielleicht, was sich in Wirklichkeit abgespielt hat und vergießt bittere Tränen. Aber diesmal geht die Sache anders aus. Denn Ginko gibt dem Priester die neue welkende Frucht zu Essen. Daraufhin wird er wieder lebendig. Ein normaler Mensch ist er jetzt nicht mehr, eher ein unsterbliches Mischwesen, doch er und Ginko haben das vorher abgesprochen und der Priester hat es akzeptiert.

Er verläßt das Dorf, doch alle paar Jahre kommt er wieder, um zu sehen, was daraus geworden ist, und auch um den Leuten bessere Anbautechniken beizubringen, sodaß es ihnen auch ohne die welkende Frucht allmählich immer besser geht.

Folge 10 - Suzuri ni Sumushiro (Das weiße Leben im Tintenstein)

Doktor Adashino hat seine Sammelstücke gut weggeschlossen, was aber nicht heißt, daß ein paar Kinder auf der Suche nach Abenteuern es nicht doch schaffen würden, in sein Lagerhaus zu gelangen. Dort bestaunen sie die Schätze des Doktors ohne zu ahnen, wie gefährlich diese sein können. Schließlich finden sie einen ausgesprochen schönen Tintenstein ...

*

Tagane setzt unbeabsichtigt einen Mushi frei

Mitten in der Nacht wir Adashino unsanft aus dem Bett geholt, weil das kleine Mädchen plötzlich eiskalt geworden ist. Immerhin ist sie noch ansprechbar und flüstert dem Doktor zu, wo sie den Nachmittag verbracht und was sie dort gemacht hat. Dabei weint sie Tränen aus Eis.

Das ist ein Fall für den Spezialisten - Ginko. Der vermutet, daß der Schlüssel zu dieser seltsamen Erkrankung in dem Tintenstein liegt. Adashino hat ihn von einem Sammler gekauft, der ihm versicherte, er sei aus einem fossilen Mushi geschnitten, was Ginko aber für Unsinn hält. Eine genaue Untersuchung ergibt, daß der Mushi darin wahrscheinlich noch am Leben ist. Das Mädchen und seine beiden Freunde haben den Mushi anscheinend geweckt und einen Teil davon eingeatmet. Und jetzt erfrieren sie langsam von innen. Anscheinend ist es allen Vorbesitzern dieses Steins ebenso ergangen und sie sind alle gestorben. Bleibt also nur der Erschaffer. Da er sein Namenskanji in den Stein graviert hat, hat Ginko immerhin eine Spur. Er macht sich auf den Weg, aber es dauert sehr lange, bis er sein Ziel erreicht.

Der Erschaffer ist eine Frau namens Tagane, aber sie macht schon lange keine Tintensteine mehr. Allerdings scheint sie ziemlich genau zu wissen, was es mit diesem speziellen Tintenstein auf sich hat.

Taganes Vater war ein sehr begabter Tintensteinschnitzer, und nach seinem Tod war Tagane entschlossen, seine Arbeit weiterzuführen. Leider mußte sie bald feststellen, daß ihr dazu das Talent fehlte. Bis sie eines Tages einen sehr seltsamen Stein ausgrub und daraus einen absolut perfekten Tintenstein schnitt. Doch daß etwas mit diesem Stein nicht stimmte, merkte Tagane sehr schnell. Wenn man damit Tinte machen wollte, stiegen seltsame Dämpfe auf. Aber nur sie konnte sie sehen.

Sie brachte den Stein dann zu ihrem Verlobten, der ein Tal weiter lebte. Doch einen Monat später erfuhr sie, daß er gestorben war - von innen heraus erfroren. Der Stein war dann an einen Sammler verkauft worden, und damit verlor sich seine Spur. Dafür gingen Gerüchte um, es gebe da einen Tintenstein, der Menschen tötet. Tagane hörte daraufhin auf, Tintensteine zu machen.

All das berichtet sie Ginko, und der kommt auf eine Idee und macht sich eilig auf den Rückweg. Tagane begleitet ihn.

Adashino, der ein sehr schlechtes Gewissen hat, ist heilfroh, als Ginko schließlich zurückkommt. Der erklärt ihm, daß in dem Stein ein Mushi namens Wolkenesser lebt. Wenn so ein Mushi eine Wolke verzehrt, produziert er dabei Regen und Hagel. Wenn es eine Zeitlang keine Wolken gibt, schrumpft der Wolkenesser zusammen und friert sich selbst zu einer Art Stein ein. Und genau aus so einem Stein hat Tagane ihren Tintenstein geschnitten.

Wenn man Wasser dazugibt, erwacht der Wolkenesser (oder ein Teil davon) wieder und steigt als eine Art Wolke auf. Ginkos Idee ist nun, die drei kleinen Patienten auf den höchsten Berg der Umgebung zu bringen, denn dort sollte wegen die niedrigen Luftdrucks der Wolkenesser sie freiwillig verlassen.

Der Transport gestaltet sich etwas mühsam, aber Ginkos Rechnung geht auf, und die Drei werden in Null Komma Nichts geheilt. Auf die gleiche Weise ist übrigens auch Tagane von dem Mushi verschont geblieben, weil sie zufällig in großer Höhe lebte und dann auch noch über einen Berg zu ihrem Verlobten ging.

*

Adashino weigert sich, den Tintenstein zerstören zu lassen. Also schlägt Ginko vor, statt dessen den Mushi herauszulassen.

So machen sie es dann, und dabei entwickelt sich eine riesige Wolke, die wenig später über Adashinos Dorf einen schweren Hagelsturm niedergehen läßt.

Folge 11 - Yama nemuru (Der Berg schläft)

In einem Berg ist ein riesiges, kreisrundes Loch. Doch da anscheinend nur Ginko es sehen kann, muß es wohl mit Mushi zu tun haben. Und dann ist das Loch weg und der Berg wieder völlig normal.

Ginko macht sich auf den Weg zu diesem Phänomen und gelangt in ein Dorf, das einen eigenen Mushishi namens Mujika besitzt. Allerdings lebt dieser Mujika in den Bergen. Dort soll es auch einen Art allwissenden Meister geben, mit dem aber nur Mujika kommunizieren kann. Mujika hat sich aber schon lange nicht mehr blicken lassen und die Dorfbewohner fangen an, sich Sorgen zu machen. Selbst in die Berge gehen dürfen sie nicht. Ein paar haben es versucht, was sie aber fast das Leben kostete. Also fragen sie Ginko, ob er nicht mal nachsehen gehen könnte.

Ginko hat vor Geistern, Flüchen usw. keine Angst, marschiert also los und stellt unterwegs fest, daß hier eine Lichtader entlanggeht, die für extrem üppige Vegetation sorgt. Und zu dieser Lichtader müßte es einen Gott geben, der sie kontrolliert.

Ginko und Kodama

Da fällt ihm ein Junge aus dem Dorf (Kodama) bewußtlos vor die Füße. Nachdem er wieder zu sich gekommen ist, erklärt er, er sei Mujikas Lehrling.

In den Bergen gibt es natürlich nicht nur ungewöhnlich viele Pflanzen, sondern auch Mushi, mit deren Hilfe Ginko den Aufenthaltsort Mujikas lokalisiert. Als er und Kodama über den Berg gehen, hören sie in der Ferne eine Tempelglocke. Und dann finden sie Mujika, der mit verrenktem Knöchel auf einem Felsen liegt. Sie sammeln ihn ein und bringen ihn in sein Haus.

Dort meint Mujika, er werde vielleicht doch langsam alt. Anscheinend lag er längere Zeit dort auf dem Felsen und konnte sich weder um das Dorf noch um den Meister des Berges kümmern.

Er erzählt Ginko, daß es früher einen Meister dieses Berges gegeben habe, der die Macht der Lichtader gut kontrollieren konnte. Doch die Dorfbewohner töteten diesen aus Versehen, wodurch es zu einer fatalen Explosion des Lebens kam, das fast an sich selbst erstickte. Zu dieser Zeit kam Mujika in diese Gegend und beschloß, den Menschen zu helfen und die Kontrolle über die Lebensenergie aus eigener Kraft auszuüben, auch wenn das für einen Menschen sehr schwer ist. Und seitdem lebt er hier auf diesem Berg.

Es ist Nacht geworden, und draußen kann man wieder in der Ferne diese Glocke hören.

Am nächsten Tag macht Kodama sich auf zum Dorf, um Bescheid zu sagen, daß es Mujika gut geht. Ginko begleitet ihn und beschließt, hier zu übernachten. Doch in der Nacht hört er wieder diese Tempelglocke, diesmal näher. Auch Kodama hört diese Glocke, sonst aber niemand aus dem Dorf. Ginko fragt ihn, ob er schon den Zauber gelernt habe, der ihn zum Meister dieses Berges mache. Doch davon weiß der Junge nichts.

Alleine macht Ginko sich dann auf den Weg zurück zu Mujika. Kodama folgt ihm allerdings heimlich. Der Berg ist ungewöhnlich still. Ginko vermutet, Mujika habe etwas Außergewöhnliches herbeigerufen. Er findet Mujikas Haus leer und hört die Glocke nun ganz nahe.

Ginko findet Mujika auf dem Gipfel. Das mit dem verstauchten Fuß war gelogen. Und Ginko weiß nun auch, was es mit dieser Glocke auf sich hat. Es ist der Ton einer gigantischen Schlange, die genau hierher unterwegs ist, um den Meister des Berges zu fressen. Mujika erklärt Ginko aber, er erfülle hier seine Pflicht. Der Tod des ehemaligen Berg-Meisters sei seine Schuld gewesen. Nun wird die Schlange seinen Platz einnehmen und ihrerseits die neue Meisterin werden. Ginko würde das gerne verhindern, denn das Dorf braucht Mujika noch.

Doch die Umstände, unter denen Mujika hier zum Meister des Berges geworden ist, waren so dramatisch, daß Ginko sein Opfer nicht verhindern kann. Er verschwindet spurlos, sein Haus löst sich in Luft auf, und keiner im Dorf erinnert sich daran, daß es ihn jemals gegeben hat. Keiner außer Kodama und Ginko.

Folge 12 - Sugame no Uo (Einäugiger Fisch)

Eine Frau mit einem grünen Auge (Nui) liest eines Tages einen halbtot auf dem Weg liegenden Jungen (Yoki, gesprochen von Sawashiro Miyuki) auf und nimmt ihn mit in ihr Haus.

Das Haus ist eine Art Hexenhaus, völlig abgelegen tief im Wald nahe einem See, und es wimmelt dort vor Mushi. Und diese einäugige Frau mit ihren langen weißen Haaren und dem unbestimmbaren Alter könnte sehr gut eine Hexe sein. Jedenfalls hat Yoki am Anfang ziemlich Angst vor ihr. Doch sie ist überraschend freundlich, erklärt ihm aber, er müsse wieder verschwinden, sobald es ihm besser gehe.

Nui auf ihrem letzten Weg

Doch Yoki hat ein Problem: er ist immer mit seiner Mutter umhergereist, bis sie beide kürzlich in einen Erdrutsch gerieten. Seine Mutter kam dabei um, und er selbst wurde auch nur knapp gerettet. Jedenfalls hat er kein Zuhause, zu dem er gehen könnte, wenn er hier weg muß. Also hat er es nicht eilig, die unheimliche Nui zu verlassen. Dafür findet der trübe See unter dem Haus sein Interesse. In diesem See schwimmen nämlich Fische, die allesamt nur ein grünes Auge haben, genau wie Nui. Diese erklärt ihm, in dem See lebe ein Mushi, und man dürfe ihm vor allem bei Dunkelheit nicht zu nahe kommen. Er bestehe aus einer Art ewiger Finsternis, der Jagd auf andere Mushi mache. Wenn er sie fresse, entstehe dabei ein silbernes Licht, und das habe wohl die Fische und auch sie selbst in das verwandelt, was sie jetzt sind.

Yoki fragt, ob sie und die Fische nicht im Laufe der Zeit auch ihr anderes Auge verlieren würden, doch Nui meint, offenbar nicht, denn alle Fische in dem See haben genau ein Auge. Und dann erfährt Yoki auch noch den Namen dieses Mushi: Ginko.

*

Nui hat es nicht besonders eilig, Yoki abzuschieben. Er ist ein lebhafter, freundlicher Junge und bringt in ihr abgeschiedenes Leben ein bißchen Abwechselung. Sie bringt ihm vieles bei, was sie über die Natur und die Mushi weiß. Und sie warnt ihn auch vor Ginko, der Ewigen Finsternis. Diese könne einem zum Beispiel alle Erinnerungen und sogar den Namen rauben, wenn man ihr zu nahe kommt.

Nuis Dorf liegt ein paar Berge weiter, doch wegen ihrer Affinität zu Mushi konnte sie dort nicht bleiben, wurde ein Mushishi und reiste durch die Welt. Zuhause hatte sie sogar eine eigene Familie, doch die verschwand eines Tages in den Bergen. Nui suchte sie, was sie aber statt dessen fand, war dieser See mit der Ewigen Finsternis darin. Womöglich waren ihr Mann und ihr Kind dort geendet. Und nun lebt Nui seit 6 Jahren hier und beobachtet diesen See ...

Yoki würde Nui gerne bei dieser Suche helfen, doch davon hält sie gar nichts. So leicht gibt Yoki aber nicht auf, doch schneller als ihm lieb ist sieht er Ginko in Aktion. Und er sieht auch, was mit den Fischen passiert. Sie verlieren nach einiger Zeit auch ihr anderes Auge und werden dabei von Ginko verschlungen. Deswegen gibt es dort keine augenlosen Fische.

Nui hat das natürlich gewußt. Als Mushishi ist es ihre Aufgabe, solche Dinge zu erforschen, wie es ihre Vorgänger seit undenklichen Zeiten immer getan haben. Nicht zu ihren Aufgaben gehört es jedoch, Mushi wie diesen Ginko zu bekämpfen. Den gefährlichen geht man einfach aus dem Weg.

Nui hat auch noch herausgefunden, daß man die einäugigen Fische nicht mehr retten kann, selbst wenn man sie aus dem See entfernt. Die Ewige Finsternis verschlingt sie früher oder später doch, genau wie Nuis Familie. Und damit nicht auch noch Yoki dort endet, will sie ihn rasch fortschicken. Yoki will aber nicht weg. Doch in der nächsten Nacht drückt Nui ihm kurzerhand eine Lampe in die Hand und schmeißt ihn raus.

Doch als Yoki aus der Ferne den See silbern leuchten sieht, rennt er wieder zurück. Denn er befürchtet, daß es diesmal Nui ist, die von Ginko absorbiert wird. Und genauso ist es auch. Verzweifelt springt Yoki ihr hinterher, doch er kann sie nicht mehr retten. Allerdings - Nui kann ihn noch retten. Ein Auge muß der der Ewigen Finsternis dafür opfern.

*

Als der Junge wieder zu sich kommt, hat er weiße Haare und ein grünes Auge. Und alles, an was er sich noch erinnern kann, ist dieser Name "Ginko". Und so heißt er von nun an. Etwa 10 Jahre ist er zu diesem Zeitpunkt alt.

Folge 13 - Hitoyobashi (Die Eine-Nacht-Brücke)

Zen und seine Freundin Hana laufen mitten in der Nacht davon, denn Hana soll an den reichen Patron verheiratet werden, will aber viel lieber Zen heiraten. Die beiden müssen eine lange Hängebrücke überqueren, doch ein Teil davon gibt nach und Hana stürzt in die Tiefe.

*

Ginko untersucht das Falsche Haar

Auf seinem Weg kommt auch Ginko an diese Brücke und erreicht lebend die andere Seite, obwohl nicht viel gefehlt hätte, daß auch er im Abgrund landet. Auf der anderen Seite trifft er Zen, der ihm verspricht, die Brücke zu reparieren.

Ginkos Weg führt ihn in Zens und Hanas Dorf, und Hana ist der Grund, warum er gerufen wurde. Sie ist nämlich aus der Tiefe zurückgekehrt, seitdem aber praktisch nicht mehr ansprechbar und sitzt nur apathisch in der Gegend herum. Drei Jahre ist das nun her, und ihre Mutter hat schon alles versucht. Der Mushishi ist ihre letzte Hoffnung, daß Hana wieder normal wird.

Ginko läßt sich dann von Zen in die Schlucht hinunter führen und findet dort Mushi vom Typ "Falsches Haar". Von Zen erfährt er, daß es öfters Menschen wie Hana gibt. Sie fallen in den sicheren Tod, überleben aber auf wundersame Weise trotzdem, kommen zurück, sind aber nur noch leere Hüllen. Und in der Nacht, wenn die Eine-Nacht-Brücke erscheint, was alle 20 Jahre der Fall ist, sterben sie.

Ginko findet heraus, daß es in diesem Tal viel zu dunkel für das Falsche Haar ist. Um der Dunkelheit zu entkommen, ergreift es Besitz von Tieren. Von Zeit zu Zeit verläßt es diese dann wieder, formt die Eine-Nacht-Brücke und entschwindet an einen günstigeren Ort. Anscheinend ergreift das Falsche Haar aber auch Besitz von Toten. Mit anderen Worten ist Hana damals doch gestorben, und das, was jetzt bei ihr Zuhause sitzt, ist ein Zombie. Und dieser stirbt dann endgültig, wenn das Falsche Haar ihn verläßt und weiterzieht. Zen ist schockiert, aber jetzt weiß er wenigstens, woran er ist.

Allerdings ist es dieses Jahr wieder soweit, was bedeutet, daß Hana bald endgültig erlöschen wird. Zen würde das gerne hinauszögern, aber das ist unmöglich.

*

Hanas Mutter findet sich mit dem schrecklichen Schicksal ihrer Tochter leichter ab als Zen. Sie fordert Ginko sogar auf, den Mushi zu entfernen, auch wenn das Hanas sofortigen Tod bedeutet. Darauf läßt Ginko sich aber nicht ein und macht sich auf den Heimweg. Weit kommt er aber nicht, denn jemand (wahrscheinlich Hanas Mutter) hat die Brücke zerstört. Jetzt sitzt Ginko fest. Aber offenbar nicht lange, denn die vom Falschen Haar kontrollierten Zombies, darunter auch Hana, geraten in Bewegung. Anscheinend steht die Nacht der Eine-Nacht-Brücke unmittelbar bevor. Dann verläßt das Falsche Haar Hana, und diese bricht vor Zens Augen tot zusammen. Jetzt hält ihn nichts mehr in diesem Dorf.

Glaubt er jedenfalls. Denn als sich in der Nacht tatsächlich die Brücke aufbaut und er und Ginko schon halb darüber sind, fällt ihm ein, daß hier auch das Falsche Haar sitzt, das in Hana gesteckt hat, und darauf kann er auf gar keinen Fall herumtrampeln. Nun ist es aber so, daß die Eine-Nacht-Brücke keine gewöhnliche Brücke ist. Man kann auf ihr nicht zurück gehen. Und als Zen es trotzdem tut, stürzt er in die Tiefe.

Nun hat er ca. 20 Jahre als Zombie vor sich ...

Folge 14 - Kago no naka (In der Höhle)

Ginko durchquert einen Bambuswald und trifft dort einen Mann namens Kisuke, der ihn bittet, ihm aus diesem Wald herauszuhelfen. Eigentlich sollte das nicht so schwierig sein, aber Kisuke scheint auf seltsame Weise hier festzusitzen. Und zwar schon seit drei Jahren.

Ginko bekommt das alsbald zu spüren, denn nun findet auch er nicht mehr aus dem Dickicht heraus, läuft immer im Kreis und endet dort, wo er begonnen hat. Anscheinend lenkt eine äußere Kraft ihren Weg so ab, daß sie den Waldrand nie erreichen. Da das nun mal so ist, lädt Kisuke Ginko ein, hier bei ihm und seiner Familie zu leben. Die Mutter ist nicht mehr am Leben, aber Kisuke ist jetzt mit der Tochter verheiratet, die er schon von kleinauf kennt. Denn er stammt aus einem Dorf hier in der Nähe.

Kisukes Frau Setsu taucht dann auf, und die beiden gehen nach Hause. Und siehe da, jetzt findet Ginko den Weg ins Freie und hinunter zum Dorf ganz einfach. Und dort erfährt er, daß der Mann im Bambus von einem Dämon besessen sein soll. Das weckt seine Neugier und er kehrt in den Wald zurück. Dort trifft er wieder Kisuke und läßt sich von ihm zu dem weißen Bambus bringen, der diesen Wald beherrscht.

*

der weiße Bambus

Einst gab es ein junges Brautpaar, das in diesem Wald lebte, aber lange Zeit keine Kinder bekam. Die Frau war wohl auch ein bißchen seltsam und wanderte des Nachts draußen umher, aber eines Tages war sie dann auf einmal doch schwanger. Aber nicht von ihrem Mann, sondern offenbar von dem weißen Bambus, einem Mushi. Und sie gebar ein Kind, eine der extrem seltenen Hybriden zwischen Mushi und Mensch. Das Kind entsprang einer Bambus-Knospe, war aber ansonsten vollkommen menschlich. Der Mann lief davon, doch die Kinder des Dorfes waren neugierig und besuchten das Bambus-Mädchen - Setsu - ab und zu. Seltsam war allerdings, daß Setsu niemals den Wald verließ und sich von nichts anderem als Wasser ernährte.

Doch eines Tages konnten die Besucher den Wald nicht mehr verlassen. Die meisten schafften es dann doch irgendwann noch, nicht aber Kisuke, der wohl oder übel bei Setsu einzog. Eine Zeitlang brachten die Dorfbewohner ihm noch Essen, aber langsam wurde er ihnen unheimlich und sie kamen nicht mehr. Doch mit Setsu war er glücklich. Eines Tages wurde dann auch Setsu schwanger, und auch sie gebar eine Bambus-Knospe, aus der ein menschliches Kind entsprang. Spätestens ab da wollte keiner aus dem Dorf mehr etwas mit dieser unheimlichen Familie zu tun haben.

*

Ginko läßt Kisuke im Wald herumgehen und dabei Körner ausstreuen. Damit zeichnet er eine Karte, auf der die Positionen eingezeichnet sind, an denen er vom Weg abkommt. Es ist ein Kreis um den weißen Bambus herum. Und dort trifft er Setsu, die aus dem Stamm eine Flüssigkeit abzapft - das "Wasser", das sie am Leben hält. Abgeben will sie Ginko nichts davon, doch als sie weg ist, bedient er sich selbst. Und dann stellt er fest, daß bereits ein Behälter mit dieser Flüssigkeit, wenn man sie bei sich führt, ausreicht, daß man den Bambuswald nicht mehr verlassen kann.

Setsu ist sehr bedrückt darüber, daß Kisuke hier eingesperrt ist. Und sie kennt auch den Grund: der weiße Bambus hält ihn hier fest, damit sie, sein Kind, nicht einsam ist. In der Nacht faßt Setsu sich ein Herz, geht zu dem Bambus und haut ihn mit der Axt um. Es fällt ihr extrem schwer, doch ihre Entschlossenheit steigert sich mit jedem Schlag, der ins Leere geht, und am Ende fällt der Stamm. Er wird daraufhin lebendig und marschiert auf seinen Ästen davon.

Kisuke, der auf der Suche nach Setsu ist, steht plötzlich vor seinem Dorf. Er freut sich riesig, doch er erlebt eine große Enttäuschung: niemand will ihn dort haben, nicht mal seine eigene Schwester.

Also kehrt er in den Wald zurück, um dort weiter mit seiner Frau und seiner Tochter zu leben. Doch ohne den weißen Bambus, dessen Kinder sie sind, verwelken die beiden rasch und sterben schließlich.

Ein glückliches Ende gibt es aber dennoch, denn der weiße Bambus kehrt zurück und die beiden sprießen erneut als Bambussprossen, in denen Babys in menschlicher Form stecken, aus der Erde.

Folge 15 - Haru to usobuku (Eine Lüge über den Frühling)

Es ist Winter. Die Berge sind tief verschneit. Doch es scheint einen Ort zu geben, an dem Frühling ist. Mitten in Eis und Schnee blühen dort Blumen, Schmetterlinge fliegen durch die Luft und junge Pflanzen sprießen aus dem Boden.

*

Ginko stapft durch den Schnee und bittet schließlich an einem Haus auf seinem Weg um Unterkunft für eine Nacht. In dem Haus wohnt eine junge Frau (Suzu) und ein kleiner Junge (Miharu).

*

Ginko und Miharu

Am nächsten Morgen findet Ginko Miharu auf einem Baum. Offenbar ist er einem Mushi hinterher geklettert, und Ginko kann ihn gerade noch von einer Dummheit abhalten. Als Suzu mitbekommt, daß nicht nur Miharu, sondern auch Ginko diese seltsamen Dinger sehen kann, holt sie ihn in ihr Haus zurück und läßt sich mal erklären, in was für einer Welt ihr kleiner Bruder eigentlich so lebt. Miharu mag allerdings nicht nur seltsame Mushi, sondern auch Tiere.

Vor drei Jahren ging Miharu in einem schweren Schneesturm verloren, und Suzu hatte schon die Hoffnung aufgegeben, ihn je wiederzusehen. Doch er kam wohlbehalten zurück. Seitdem kann er Mushi sehen, aber er ist auch ein bißchen seltsam geworden. Mitten im Winter pflegt er zu verschwinden, und wenn er wiederkommt, schläft er bis zum Frühling.

Ginko meint, es könnte sich dabei um einen Mushi namens Falscher Frühling handeln, der im Winter Tiere und Pflanzen aufweckt und sich dann von ihrer Energie ernährt. Suzu sind die Mushi unheimlich, aber Ginko beruhigt sie: die meisten sind harmlos, und er erklärt sich bereit, Miharu vor den gefährlichen zu warnen. Ein einfacher Schüler ist Miharu allerdings nicht ... Und wo er das Zeug, das er vom Falschen Frühling mitgebracht hat, aufgetrieben hat, verrät er auch nicht.

Suzu ist aber sehr froh, daß Ginko bei ihnen ist und bietet ihm an, bis zum Frühling zu bleiben. Doch es sieht nicht so aus, als würde er das können, denn schon fangen Mushi an, sich hier zu versammeln. Derweil ist Miharu mal wieder unterwegs. Ginko folgt seinen im Schnee mehr als deutlichen Spuren, doch erst in der Nacht findet er ihn. Miharu liegt schlafend oder bewußtlos in der Gegend. Offenbar ist es mal wieder Zeit für seinen Winterschlaf.

*

Ein Jahr später kommt Ginko wieder. Suzu ist überglücklich, ihn wiederzusehen, denn diesmal ist Miharu nicht mehr aufgewacht. Jetzt muß Ginko den Ort, wo der Falsche Frühling sich aufhält, finden, koste es, was es wolle. Denn wenn überhaupt, dann kann er nur dort eine Spur dessen, was Miharu zum Aufwachen braucht, finden.

Ein Schmetterling weist Ginko schließlich den Weg. Genau so einer war auch in Miharus Tasche, als Ginko in damals fand. Und schließlich findet Ginko den Falschen Frühling - ein beeindruckendes Phänomen mitten im tiefsten Winter. Doch der Mushi saugt natürlich auch an Ginkos Energie. Viel Zeit hat er nicht. Er erwischt gerade noch einen Schmetterling, dann bricht er zusammen und wacht erst im nächsten Frühling in Suzus Haus wieder auf, zusammen mit Miharu.

Der Schmetterling war der Faktor, der Miharu im letzten Jahr zum Aufwachen gefehlt hat, denn Ginko hatte ihn aus Versehen aus seiner Tasche entkommen lassen. Zum Glück hatte dafür er diesmal einen dabei.

Miharu hat das sogar gewußt, aber weil er nichts verraten hat, hat er nun ein ganzes Jahr schlafen müssen. Immerhin begreift er nun so langsam, daß nicht alle dieser tollen Mushi nett und harmlos sind.

Folge 16 - Akatsuki no Hebi (Schlange der Morgendämmerung)

Es ist ein friedlicher Sommertag. Eine Frau (Saya) schlummert unter einem Kirschbaum. Diese Gelegenheit nutzt ein Mushi, sich in ihr einzunisten.

Von den Folgen erfährt Ginko eines Tages von Sayas Sohn Kaji: Saya ist extrem vergeßlich, außerdem schläft sie Nachts kaum noch. Allerdings ist sie davon abgesehen eine freundliche und ganz normale Frau. Trotzdem macht Kaji sich große Sorgen, viel mehr als Saya selbst. Denn Sayas Gedächtnislücken sind ziemlich unheimlich. Selbst an ihre eigene Schwester konnte sie sich einmal nicht mehr erinnern.

Ginko läßt Kaji eine detaillierte Liste aller Dinge aufschreiben, die Saya vergessen hat.

Beim Essen erfährt er, daß Saya auch einen Mann hat, der aber anscheinend Händler und daher auf einer längeren Reise ist. Allerdings scheint Kaji von seinem Vater nicht allzuviel zu halten, im Gegensatz zu Saya, die immerzu an ihn denkt. In Wirklichkeit vermißt Kaji ihn aber sehr. Und sich um seine Mutter Sorgen zu machen hat er ja ebenfalls allen Grund.

Saya ist sich ihrer Situation allerdings durchaus bewußt und befürchtet, eines Tages auch noch Kaji und ihren Mann zu vergessen.

Saya und Kaji auf der Suche nach Sayas Mann

Ginko sieht sich dann Kajis Liste an und kommt schließlich darauf, daß Saya am ehesten die Sachen vergißt, die sie nur selten sieht oder an die sie nur selten erinnert wird.

*

Die Nacht verbringt Saya mit Weben, bis sie irgendwann doch von der Müdigkeit übermannt wird und in einen kurzen Schlaf fällt.

Als sie am Morgen dann wieder aufwacht und aufsteht, bemerkt Ginko zu seinem Entsetzen, daß ihr Schatten erst mal sitzenbleibt und dann ins Freie verschwindet.

Saya leidet unter einem Mushi namens Schattengeist, der Erinnerungen frißt. Tagsüber hält er sich gerne im Schatten großer Bäume auf und schleicht sich in Menschen oder Tiere ein, die dort ein Schläfchen machen. Wenn er genug gefressen hat, teilt er sich in zwei Abkömmlinge. Der eine bleibt in seinem Opfer, der andere sucht sich ein neues. Das Pech dabei: es gibt kein Heilmittel. Die Schattengeister sind zwar empfindlich gegen Licht, aber wie soll das in einen Kopf hineinkommen?

Immerhin hat Saya eine Chance, wenigstens ihre wichtigsten Erinnerungen zu behalten, wenn sie sich möglichst oft daran erinnert.

Saya beschließt daraufhin, sich auf die Suche nach ihrem Mann zu machen. Wohl oder übel kommt Kaji mit. Die beiden finden Kajis Vater auch, doch er hat sich inzwischen eine andere Frau gesucht und mit ihr schon eine Familie gegründet.

Manchmal ist es ganz gut, vergeßlich zu sein. Jetzt, ein Jahr später, betreibt Saya ein Teehaus und führt zusammen mit Kaji ein ziemlich glückliches und zufriedenes Leben.

Folge 17 - Uro mayu tori (Sammler leerer Kokons)

Die Mushishi verfügen über ein ungewöhnliches Nachrichtensystem. Es beruht auf Mushi namens Uro, die kleine Zettelchen zwischen leeren Seidenraupen-Kokons hin und her befördern. Einen Kokon eines solchen Paares hat jeder Mushishi unterwegs dabei, der andere befindet sich an einer zentralen Stelle, einer Art Postverteiler. Allerdings halten diese Kokons nicht ewig. Alle paar Jahre müssen sie gegen neue ausgetauscht werden. Auch bei Ginko ist es so langsam wieder soweit, und er macht zu auf zu einer jungen Frau namens Aya, die diese Zentrale betreut.

Die Uro sind allerdings nicht ganz ungefährlich. Aya hatte zum Beispiel eine Zwillingsschwester namens Ito, die vor vielen Jahren auf seltsame Weise verschwand. Aber selbst heute noch läßt Aya nichts unversucht, sie wiederzufinden. Wobei Ginko allerdings meint, sie sollte es aufgeben. Niemand könne Ito zurückbringen, zumindest keine menschliche Macht. Damals waren die beiden aber unzertrennlich, und Aya wird sich mit dem Verlust Itos niemals abfinden.

ein leerer Kokon

Als die beiden noch Babys waren, brachte der Dorfpriester sie zu dem alten Mushishi (Tozawa Gin, gesprochen von Aono Takeshi) auf dem Berg. Gin stellte fest, daß die beiden Mädchen die Uro sehen konnten. Als sie 10 wurden, kam er zu ihnen, um eine von ihnen als seinen Nachfolger mitzunehmen. Die beiden weigerten sich aber, sich trennen zu lassen, und so kam der alte Gin zu gleich zwei Nachfolgerinnen, die ihm durch ihre Gelehrigkeit und ihr freundliches Wesen auch viel Freude machten.

Gin und seine Vorfahren betreuten die "Uro-Post" schon seit Generationen, und er lehrte die Mädchen alles, was er wußte. Unter dem Dach seines tief in den Bergen gelegenen Hauses hingen an Fäden zahllose leere Kokons, und zwar solche, die von zwei Seidenraupen zusammen gesponnen worden waren, die also nicht aus einem, sondern aus zwei Fäden bestanden. Daraus spann er dann jeweils zwei einzelne Kokons. In diesen ist ein Uro eingesperrt, der zwischen ihnen aber nach Lust und Laune hin und her wechseln kann, auch wenn sie sehr weit auseinander sind. (Das ganze erinnert stark an verschränkte Photonen.) Manchmal nimmt der Uro dabei auch noch etwas mit, zum Beispiel einen Brief, und darauf beruht dieses Postsystem.

Ito und Aya fanden die Uro sehr aufregend. Doch Tozawa warnte die beiden eindringlich. Uro sind sehr gefährlich. Sie reisen umher, indem sie Löcher in die Welt bohren. Hier in der Gegend materialisieren sie sich gerne, wenn sie einen geschlossenen Raum finden. Deswegen ließ Tozawa immer seine Türen offen. Denn wenn man sie schließt und ein Uro im Raum auftaucht, kann man sie nicht mehr öffnen. Tut man es doch, verschwindet der Uro und nimmt die Menschen in dem Raum mit - irgendwohin in seinen Bau. Und ob und wann man aus dem wieder herauskommt ...

Wenn man aufpaßt, passiert aber nichts. Der alte Gin ist schließlich der lebendige Beweis dafür. Doch manchmal hat man Pech. Eines schönen Sommertages hängte Aya Wäsche auf. Dann legte Ito sich daneben auf die Veranda schlafen. Aya ging weg, und der Wind wehte eins der Tücher über Ito. Das reichte einem Uro als geschlossener Raum. Als Aya wiederkam und nach ihrer Schwester sah, hob sie natürlich das Tuch an. Der Uro verschwand und Ito mit ihm.

*

Fünf Jahre sind vergangen. Der alte Gin ist längst tot, und Aya arbeitet immer noch in dem Haus und hofft, daß sie, wenn sie sich lange genug mit den Uro beschäftigt, eine Spur ihrer Schwester findet.

Ginko hat einen Vorschlag: die Uro haben ihre Baue in einem Höhlenlabyrinth, in das Menschen im Prinzip vordringen können. Für Aya ist es keine Frage, daß sie diesen Versuch unternimmt, und Ginko begleitet sie dabei. Eine Art Hülle versperrt den Zugang, doch die läßt sich relativ leicht überwinden. Aya und Ginko sind auch nicht die ersten, die hier eindringen. Irgend einer ihrer Vorgänger hat eine lange Kette gelegt, die außen beginnt, sich durch den ganzen Höhlenkomplex zieht und auf der anderen Seite wieder ins Freie führt. Entlang dieser arbeiten die beiden sich nun langsam vor.

Das Höhlenlabyrinth ist riesig. Und es ist nur eines von vielen. Ito wiederzufinden ist völlig unmöglich. Aya wird so langsam klar, daß sie keine Chance hat.

*

Ein paar Jahre später soll irgendwo im Haus einer Seidenspinnerin aus einem Kokon plötzlich ein junges Mädchen gekommen sein, das sein Gedächtnis verloren hatte. Es hatte aber einen Brief bei sich, mittels dessen man es schließlich bei sich Zuhause abliefern konnte.

Folge 18 - Yama idaku Koromo (Das Gewand, das den Berg umhüllt)

Kai lebt mit seinem Vater und seiner älteren Schwester am Fuße eines seltsamen Berges, von dem ab und zu Rauch oder Dampf aufsteigt.

Später, als Kai älter ist, geht er in die Stadt, um sich dort im Malen ausbilden zu lassen.

Die Ausbildung ist lang und nicht besonders spannend. Kai ist die ersten Monate damit beschäftigt, Farbschalen sauberzumachen, das Haus zu putzen und ähnliche niedere Dienste zu verrichten. Ans Selber-Zeichnen ist noch lange nicht zu denken. Eines Tages schnappt er sich aber einfach mal ein paar Farbreste und malt heimlich in der Nacht diesen seltsamen Berg seines Dorfes. Weil er keine Leinwand hat, nimmt er als Untergrund seinen Haori (eine Art Jacke).

Irgendwann entdeckt sein Meister dieses Werk. Er sagt, es gefalle ihm nicht, aber von nun an darf Kai offiziell malen, wobei sein Meister meint, er könne ihm wohl sowieso nicht mehr viel beibringen.

Kai wird sehr schnell berühmt, aber da er am Anfang oft knapp bei Kasse ist, muß er eines Tages den bemalten Haori leider verkaufen. Und dabei war es ein Geschenk seiner Schwester.

In der Folgezeit arbeitet Kai sehr hart und viel, weil er so viele Aufträge bekommt. Er ertrinkt fast in Bestellungen, und so kommt es, daß einige Briefe, die bei ihm eingehen, in Ablage P landen.

Außerdem wirkt sich die viele Arbeit nachteilig auf seine Gesundheit aus. Dazu kommen Sorgen darüber, wie es seinem Dorf geht, denn es gibt Gerüchte über einen schrecklichen Erdrutsch.

Kai, Toyo und Ginko

Und irgendwann - 10 Jahre sind inzwischen vergangen - nimmt er sich eine Auszeit und macht sich auf den Weg nach Hause in die Berge. Doch als er ankommt, erlebt er einen Schock: das Dorf ist zerstört. Das mit dem Erdrutsch hat also gestimmt. Seine Schwester hatte ihn auch einen Brief geschrieben. Doch den hat er ja leider nicht gelesen.

Von einer alten Frau erfährt er, daß damals auch sein Vater ums Leben kam und seine Schwester ein Jahr später bei der Geburt ihres Kindes (Toyo) starb.

*

Ginko kauft den Haori, den Kai bemalt hat, und erfährt von dem Händler einen Teil der Geschichte. Zur Zeit ist der Künstler allerdings spurlos verschwunden. Und in dem Haori steckt offenbar ein Mushi. Der könnte aber gefährlich sein, und so handelt Ginko den Händler erst mal kräftig runter und macht sich mit dem guten Stück dann auf zu Kais Dorf, um mehr über die Natur dieses Mushi zu erfahren.

Kai ist in seinem Dorf bei dessen paar Überlebenden nicht willkommen, bleibt aber trotzdem dort. Denn wie es aussieht, ist seine Karriere als Maler beendet. Und der Berg wirkt auf ihn ebenfalls fremd, so wie er auf die Dorfbewohner. Doch überraschenderweise scheint es doch jemanden zu geben, der ihn nicht haßt, denn Kai findet von Zeit zu Zeit Feldfrüchte vor seinem Haus. Und so arrangiert er sich langsam mit seinem neuen Leben. Er lernt auch seine Nichte Toyo kennen, ein zurückgebliebenes, aber recht nettes Kind, das ihm langsam ans Herz wächst. Toyo wurde bisher vom ganzen Dorf großgezogen, doch schließlich erwirkt Kai von der Dorfgemeinschaft das - modern ausgedrückt - Sorgerecht für Toyo.

Mit dem Dorf geht es langsam wieder aufwärts, und Kai findet zunehmend Akzeptanz bei den Leuten. Soweit ist also alles wieder in Ordnung. Und dann ist auf einmal auch sein Berg wieder wie früher, mit dem seltsamen Rauch und seiner einmaligen Aura. Als Kai mal nachsehen geht, stolpert er dort über Ginko, der seinen Haori bei sich trägt. Der Mushi darin ist allerdings wieder in den Berg zurückgekehrt und stellt das Gleichgewicht in dieser Gegend, das durch den Erdrutsch verloren gegangen war, wieder her. Was sich nach Ginkos Meinung auch sehr positiv auf Toyos Entwicklung auswirken wird.

Kai kauft von Ginko seinen Haori zurück. Der hatte ihn eigentlich für Adashino vorgesehen. Statt dessen läßt er sich von Kai einen anderen Haori bemalen und dreht diesen dem Doktor an mit dem Hinweis, es lebe ein echter Mushi darin ...

Folge 19 - Teppen no Ito (Faden des Himmels)

Ein Mädchen namens Fuki arbeitet bei einer anscheinend recht reichen Familie als Kindermädchen. Die Familie hat einen etwa gleichaltrigen Sohn namens Seijirou, der durchaus Interesse an Fuki hätte, sich aber nicht so recht traut, damit herauszurücken. Eines schönen Tages hängt ein Fadem vom Himmel herab. Fuki greift nach ihm und entschwindet in den Himmel.

Seijirou fällt es nicht leicht, über diesen Verlust hinwegzukommen. Aber Fuki bleibt erst mal verschwunden, und die Geschichte, daß sie in den Himmel entführt wurde, will natürlich auch keiner so recht glauben.

*

Fuki weiß selbst nicht, wo sie gelandet ist, jedenfalls trifft sie irgendwie auf Ginko, der sie von einem hohen Baum gepflückt hat, und marschiert hinter ihm her durch die Berge.

Ginko ist vollkommen klar, was Fuki zugestoßen ist: durch ihre Berührung mit diesem Mushi vom Typ Tenpengusa (Himmelsgras) hat sie teilweise ihre menschliche Natur verloren. Deswegen erinnert sie sich auch an nichts. Und sie ist immer noch mit einem Faden verbunden, der wer weiß wohin führt. Ginko versucht, aus ihr wieder einen richtigen Menschen zu machen, aber das geht nicht so schnell.

Fuki schwebt unter der Decke

Die beiden sind einige Tage zusammen, und plötzlich kehrt Fukis Gedächtnis zurück. Da sie nun wieder weiß, wohin sie gehört, kann Ginko sie in ihrem Dorf abliefern. Ihre Stelle als Kindermädchen ist zwar leider inzwischen anderweitig vergeben, doch Seijirou, der über ihre so plötzliche Rückkehr überglücklich ist, faßt sich ein Herz und erklärt ihr, er wolle sie nun heiraten.

Doch so einfach ist das nicht, denn sein Vater ist strikt dagegen. Er hat von Fuki noch nie viel gehalten und verbietet es Seijirou rundweg. Seijirou will nicht so leicht aufgeben, doch für Fuki hat das unangenehme Auswirkungen. Sie ist noch lange kein echter Mensch, und unter diesen Umständen gewinnt ihr Mushi-Anteil wieder die Oberhand. Ginko warnt Seijirou davor und erklärt ihr, was Mushi eigentlich sind und was Fuki genau zugestoßen ist. Tenpengusa lebt im Himmel und sieht für die Menschen, die Mushi sehen können (wie z.B. Fuki) des Nachts wie ein Komet aus. Gelegentlich findet ein Tenpengusa aber da oben nicht genug Nahrung und angelt sich dann welche von der Erde. So ist es auch Fuki ergangen, allerdings war sie für den Mushi am Stück unverdaulich und er ließ sie wieder fallen. Sie hatte Glück, daß sie sanft auf einem Baum landete und nicht am Boden zerschmettert wurde.

Ginko hat für Fuki eine Medizin und für Seijirou einen Rat: Fuki muß den starken Willen verspüren, menschlich zu bleiben, sonst wird sie sich wieder auflösen. Doch da sie im Dorf abgelehnt wird, sieht es damit nicht so gut aus. Seijirou ist allerdings eisern entschlossen, Fuki zu behalten, komme, was da wolle.

Eines Tages jedoch wird sie mitten im Dorf von einer Windbö erfasst und in den Himmel davongeweht. Denn die ebenso eiserne Ablehnung durch Seijirous Vater hat sie am Ende nicht verkraftet. Sie wurde immer leichter und leichter, schwebte schließlich oft unter der Decke und wurde dann sogar unsichtbar.

Ginko erklärt Seijirou, daß letzten Endes es aber selbst war, der Fuki in diesem Zustand nicht akzeptieren konnte, weswegen sie ihre Menschlichkeit mehr und mehr verlor. Sie ist aber immer noch da, und wenn Seijirou es ernst meint, muß er sie so akzeptieren, wie sie zur Zeit nun mal ist. Seijirou gibt sich einen Ruck. Auch wenn es ziemlich irre ist, führt er schließlich die Hochzeit durch - mit einer unsichtbaren Braut, von der er nicht mal selbst weiß, ob sie überhaupt anwesend ist.

Doch es klappt, auch wenn es lange dauert. Langsam materialisiert Fuki sich wieder, und aus der Geister-Ehe wird schließlich eine echte.

Folge 20 - Fude no Umi (See der Pinsel)

Irgendwo weitab jeder Siedlung steht ein Haus, eigentlich eher schon eine größere, recht massiv gebaute Anlage, bei der es sich um einen Teil der Infrastruktur handelt, die die Mushishi sich in Jahrhunderten aufgebaut haben und die ihr Wissen konserviert und weitergibt. In dieser Villa also lebt eine junge Frau namens Tanyuu zusammen mit einer alten Mushishi-Frau (Tama), die sich um sie kümmert.

Eines Tages steht mal wieder Ginko vor dem Tor. Tama läßt ihn ein und bringt ihn in das gut gesicherte Archiv, einen riesigen Kellerkomplex unterhalb des Hauses. Hier lagern tausende von Büchern und Schriftrollen, viele davon allerdings von Mushi bewohnt, sodaß ihr Gebraucht nicht ganz ungefährlich ist, wie Ginko sehr wohl weiß.

*

Tanyuu stammt aus der alten Karibusa-Familie, in der immer wieder Kinder mit außergewöhnlichen Eigenschaften geboren werden. Äußerliche Zeichen sind schwarze Muttermale oder, wie in Tanyuus Fall, ein komplett schwarzes rechtes Bein, das sie nicht bewegen kann, weswegen sie von Klein auf an Krücken gehen muß. Grund für diese schwarzen Körperteile ist ein sehr mächtiger Mushi, der von einem Mushishi vor langer Zeit im Körper eines ihrer Vorfahren versiegelt wurde.

Tanyuu beim Schreiben

Ihre besondere Fähigkeit und Bestimmung ist es, Dinge über Mushi niederzuschreiben. Deswegen und wegen ihrer Behinderung hat sie nie ein normales Leben führen können. Früher war sie darüber sehr unglücklich, inzwischen hat sie sich aber damit arrangiert. Denn ihre übersinnlichen Fähigkeiten sind ganz außerordentlich. Sie produziert damit nämlich nicht nur schriftlich niedergelegtes Wissen für künftige Generationen, sondern löst auch den verderblichen Mushi auf, wenn auch nur ganz langsam. Bis sie damit fertig und ihr Bein wieder normal und beweglich ist, wird sie eine alte Frau sein.

Seitdem verbringt Tanyuu ihr Leben damit, sich Geschichten umherreisender Mushishi anzuhören und aufzuschreiben. Begonnen hat sie mit Tamas Erzählungen. Später kamen andere Mushishi und berichteten von ihrem Kämpfen gegen die Mushi. Allerdings hatten alle diese Mushishi immer nur das Ziel gehabt, die Mushi zu töten, und nach einigen Jahren war Tanyuu dieser gewalttätigen Erzählungen überdrüssig, denn sie fühlte, daß die Mushi nicht die Feinde der Menschen sind, sondern Teil eines zu bewahrenden Gleichgewichtes.

Und dann begegnete sie eines Tages Ginko, der darüber genauso dachte wie sie selbst. Die beiden freundeten sich schnell an, und diese Freundschaft hat all die Jahre gehalten.

*

Ginko ist ganz vertieft in die alten Schriften, doch plötzlich werden diese lebendig. Die Zeilen und Zeichen fangen an herumzutanzen, und einen Augenblick später lösen sich aus allen Rollen und Büchern sämtliche Worte und sausen in der Gegend herum. Es sieht nach dem Super-GAU aus, denn sämtliche Informationen scheinen verloren. Dann wehen die Buchstaben nach oben, doch dort wartet bereits Tanyuu auf sie.

Die Art und Weise, wie Tanyuu die Informationen bändigt und wieder an ihren Platz zurückbefördert, ist wirklich sehenswert. Erst jetzt wird klar, über welche außergewöhnlichen Fähigkeiten sie in Wahrheit verfügt. Eine Katastrophe wie diese steckte sie mit Links weg, und nach kurzer Zeit ist alles wieder in Ordnung.

Später hört Tanyuu sich weitere von Ginkos Geschichten an, was ihr, wie immer, viel Spaß macht. Dann schreibt sie sie nieder, auf ihre eigene, fast unheimliche Art. Denn die Kanji fließen direkt durch ihren Körper.

Anschließend läßt sie sich von Ginko nach draußen bringen und genießt mit ihm zusammen die einsame Natur. Und falls ihr Bein noch zu ihren Lebzeiten von dem Mushi befreit wird, will sie zusammen mit Ginko durch die Welt ziehen und all die Mushi sehen, die sie bisher nur aus den Geschichten anderer kennt.

Folge 21 - Menboushi (Kinder der Watte)

Eine Frau (Aki) berichtet Ginko, wie sie am Tage ihrer Hochzeit mit einem Mushi in Kontakt kam, der zunächst als grüner Fleck auf ihrem Kimono erschien. Im folgenden Jahr gebar sie dann einen Sohn. Dieser ist nun 3 oder 4 Jahre alt, liegt bewußtlos vor Ginko auf dem Boden, ist übersät mit grünen Flecken und offenbar dem Tode nahe.

Ginko weiß schon, womit er es zu tun hat und fragt gezielt nach. In der Tat hatte Aki kein Kind auf die Welt gebracht, sondern einen grünen Schleim, der sofort darauf davongeflossen war. Doch etwa ein Jahr später fand Akis Mann unter dem Haus ein Baby. Aki glaubte, der Schleim habe inzwischen doch menschliche Form annehmen können und war über das Kind überglücklich, auch wenn das sich nicht gerade normal entwickelte. Es wuchs viel schneller als ein normaler Mensch, aß sehr viel, sprach aber kein Wort.

Ein weiteres halbes Jahr darauf erschien auf die gleiche Weise ein weiteres Baby. Akis Mann war schockiert, Aki jedoch schwebte im 7. Himmel. Und seitdem ist alle sechs Monate ein weiteres Kind aufgetaucht. Inzwischen scheint der Älteste aber bereits sein Lebensende erreicht zu haben. Ginko erklärt den Eheleuten, daß er dieses Kind nicht retten kann, weil es alles andere als ein menschliches Kind ist, sondern Teil eines Mushi namens Watahaki (Entladene Watte), die in Form feiner Fäden durch die Luft fliegt und die Föten schwangerer Frauen befällt. Diese tötet es ab und entwickelt sich statt dessen selbst.

Nach der "Geburt" geht die Entwicklung aber noch weiter, und im jetzigen Stadium erzeugt die Entladene Watte eben diese Ableger, die wie menschliche Babys aussehen, aber eigentlich nur dazu dienen, ihr Nahrung zuzuführen. Und beim Tod eine große Menge an Sporen freizusetzen. Und das muß unbedingt verhindert werden. Das Kind muß vorher getötet werden. Aki protestiert heftig, doch letztlich muß sie sich ins Unausweichliche fügen.

Ginko setzt dem Kind dann die Todesspritze. Den Leichnam verbrennen sie dann.

Aki und ihr Mann wollen aber wenigstens ihr anderen vier "Kinder" behalten, solange es geht. Ginko warnt sie aber, daß niemand weiß, ob nicht in der nächsten Zeit etwas unerwartetes passiert.

*

Drei Monate später wird Ginko erneut zu dem Haus gerufen. Doch inzwischen haben die vier Mushi-Ableger menschliche Sprache und Intelligenz entwickelt und sich etwas ausgedacht, um dem sicheren Tod zu entgehen. Aki ist auf ihrer Seite, und als sie Ginko sieht, rammt sie ihm ein Messer in die Brust.

Die Mushi-Ableger wollen ihre Sporen retten

Tot ist er nicht, nur mittel-schwer verletzt. Zum Glück kümmert Akis Mann sich um ihn. Er ist sowieso schon längst davon überzeugt, daß diese Monster-Kinder weg müssen. Denn inzwischen hat er bemerkt, daß sie untereinander verbunden sind. Was einer weiß, wissen alle, und was einer lernt, beherrschen sogleich auch die anderen. Der zweite Sohn wurde dann auch grün, doch als er hörte, wie Aki und ihr Mann darüber sprachen, Ginko zu holen, sagte er ihnen, er wolle nicht sterben. Das machte es für die beiden nun nicht gerade einfacher ...

Die Mushi-Ableger haben inzwischen gemerkt, daß sie ihr Schicksal nicht abwenden konnten und ändern nun ihre Strategie: sie wollen unter allen Umständen die Sporen schützen. Und um das hinzubekommen, spionieren sie Ginko aus.

Der ist inzwischen wieder auf den Beinen und erledigt den zweitältesten Mushi. Da zünden die drei anderen das Haus an und lassen sich selbst verbrennen. Vor Akis Augen lösen sie sich auf.

Übrig bleibt die Wurzel, die Ginko schließlich findet und in ein Glas steckt. Aki und ihrem Mann gibt er einen grünen Stein und behauptet, das sei die Wurzel, damit sie leichter über den Tod ihrer "Kinder" hinwegkommen.

Folge 22 - Okitsumiya (Meeresschrein)

Ginko ist in ein auf einer Insel gelegenes Fischerdorf gegangen, von dem behauptet wird, daß die Menschen dort wiedergeboren würden. Die Insulaner sprechen aber Fremden gegenüber nicht so gerne über diese Dinge. Doch eines Nachts sieht Ginko um einen dicht vor der Küste gelegenen Felsen herum das Meer leuchten (Ryuuguu-jo nennen die Insulaner diese Stelle) und fragt eine Frau (Mio), die am Strand sitzt, was da los sei. Die Frau hat auch eine Tochter, und nachdem sie gehört hat, was Ginko von Beruf ist, lädt sie ihn zu sich ein.

Mios Vater nennt Mios Tochter Mana, Mio hingegen nennt sie Isana. Davon abgesehen ist Isana ein ganz normales, fröhliches junges Mädchen, im Gegensatz zu ihrer stillen und nachdenklichen Mutter. Nach dem Abendessen erfährt Ginko von ihr, was es mit dieser Wiedergeburt auf sich hat. Es ist im Prinzip ganz simpel: wer im Ryuuguu-jo stirbt, wird wiedergeboren, und zwar genauso, wie er zuvor war. Als beispielsweise Mios Mutter Mana im Sterben lag, ließ sie sich von ihrem Mann dort hinausrudern und in der Tiefe versenken. Beim nächsten Vollmond tauchten dann aus dem Ryuuguu-jo seltsame rötliche Perlchen auf, von denen Mio eines aß. Neun Monate später gebar sieein Kind, das sie Isana nannte. Da Mio damals bereits seit zwei Jahren Witwe war, konnte es sich nicht um ein normal empfangenes Kind handeln. Und je älter Isana wurde, desto ähnlicher wurde sie Mana, und zwar sowohl vom Aussehen als auch von ihrem Wesen und ihren Gewohnheiten her.

Mio war über die Sache von Anfang an nicht glücklich, und jetzt will sie wenigstens wissen, was für eine Art von Wesen ihre Tochter überhaupt ist. Ginko ist allerdings der Ansicht, daß Isana anscheinend ein Mensch und Mios Tochter ist. Diese Auskunft ist jedoch nicht dazu angetan, Mios Herz zu beruhigen.

Isana selbst weiß, daß sie die Wiedergeburt ihrer Großmutter ist, hat damit aber überhaupt keine Probleme. Für sie ist es einfach so, und es belastet ihr fröhliches Wesen nicht im Geringsten. Im Gegenteil - sie versucht sogar, ihre Mutter (Tochter) zu trösten. Außerdem gibt es viele ihrer Sorte auf dieser Insel.

Ginkos Versuche, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen, haben zunächst keinen großen Erfolg, und so beschließt er, bis zum nächsten Vollmond zu bleiben. Isana freut sich sehr, daß er noch eine Zeitlang bei ihnen wohnen wird.

*

Mio wird von dem Mushi in die Tiefe gezogen

Es ist Vollmond, und Ginko dümpelt mit einem Boot über dem Ryuuguu-jo. Wie erwartet tauchen aus der Tiefe in großer Zahl diese roten Perlen oder Eier auf. Ginko angelt sich ein paar und untersucht sie dann später unter dem Mikroskop. Was er findet, sind Larven und Frühstadien zahlreicher Spezies. Offenbar lebt im Ryuuguu-jo ein Mushi, der die Fähigkeit hat, sterbendem Leben neue Jugend zu verleihen.

Und somit ist Isana wirklich Mana in einem jungen, neuen Körper. Ginko erklärt dies Mio. Sie muß sich damit abfinden. Immerhin ist und bleibt aus Isanas Sicht Mio ihre Mutter.

So ganz wohl ist Ginko allerdings inzwischen auch nicht mehr, und so beschließt er abzureisen. Daraus wird aber erst mal nichts, denn es zieht ein Sturm auf.

In der Nacht kann Mio nicht einschlafen. Isana erklärt ihr, was sie selbst macht, wenn sie nicht einschlafen kann. Es ist exakt das, was Mana vor vielen Jahren Mio sagte, und Isana benutzt nicht nur dieselben Worte, die sie nie zuvor gehört hat, sondern sogar die gleiche Satzmelodie. Das wird Mio zuviel. Sie schleicht aus dem Haus hinaus in den strömenden Regen und wandert dann zum Strand hinunter. Dort liegt ein Boot, und ohne weiter darüber nachzudenken rudert sie damit zum Ryuuguu-jo hinaus.

Vom Land aus kann man sehen, wie dort das Wasser zu leuchten beginnt. Kurz entschlossen fahren Ginko und Isana ihr nach und sehen, wie etwas Mios Hand gepackt hat und sie in die Tiefe ziehen will. Der Mushi hat anscheinend Hunger. Isana schnappt sich eine Harpune, springt ins Meer und rettet ihre Mutter. Ginko zieht Mio wieder ins Boot, doch dafür schnappt der Mushi sich jetzt Isana und Ginko.

Gerettet werden die beiden in letzter Sekunde, weil der Mond herauskommt und sein Licht den Mushi vertreibt.

*

Nachdem nun jeder mal jedem das Leben gerettet hat, fällt es Mio leichter, sich mit ihrer Tochter, die gleichzeitig ihre Mutter ist, zu arrangieren und so etwas wie ein herzliches Verhältnis zu ihr zu finden.

Folge 23 - Sabi no naku Koe (Stimme eines rostigen Schreis)

Ginko stapft durch eine tief verschneite Berglandschaft. Er bildet sich ein, in der Ferne eine Stimme zu hören. Dann stößt er auf einen verrosteten Baum und fragt sich, was hier eigentlich los ist. Kurz darauf erscheint aus einer Schlucht eine junge Frau. Als sie Ginko sieht, rennt sie erschrocken davon hinunter zu ihrem Dorf.

Das Dorf und seine Bewohner sind in schlechter Verfassung, denn sie sind allesamt von dem Rost befallen. Da es sich dabei aber um einen Mushi handelt und sie ihn nicht sehen können, wissen sie gar nicht, was eigentlich los ist und warum sie alle so krank sind. Ginko erfährt, daß diese Krankheit vor etwa 14 Jahren begann. Am schlimmsten betroffen ist ein älteres Ehepaar, das nicht mal mehr aufstehen kann und dessen Tochter Shige der Grund für diese Krankheit sein soll.

Shige ist genau jenes Mädchen, das oben vor Ginko geflüchtet ist. Sie spricht nicht mehr, und alle im Dorf verdächtigen sie. Alle außer Tetsu, der mehr oder weniger in Shige verliebt ist, allerdings aus einem Nachbardorf stammt, jetzt aber hier arbeitet.

*

Shige und Tetsu

In Shiges Haus setzt Ginko einen mushi-sicheren Bereich auf, in dem er sich gefahrlos mit Shige unterhalten kann. Denn es ist in der Tat ihre Stimme, die diesen Rost-Mushi anlockt, der hier im Dorf alles befallen hat. Außer Ginko ist Shige der einzige Mensch, der den Rost überhaupt sehen kann, und sie weiß ganz genau, daß ihre Stimme ihn anlockt. Deshalb spricht sie nicht mehr, aber ab und zu geht sie in die Berge und schreit dort so laut sie kann, um ihre Stimme zu ruinieren. Genutzt hat das allerdings bis jetzt nichts.

Der Rost-Mushi ist normalerweise harmlos, in den Mengen, die Shige hier herbefördert allerdings fatal. Immerhin ist die Gegenmaßnahme recht simpel: Shige muß einfach nur den Rost woanders hinlocken. Von oben entdeckt Ginko dann, daß man vom Dorf aus fast das Meer sehen kann, und das bringt ihn auf eine Idee. Doch zuvor kommt es zu einem unglückseligen Zwischenfall. Shige schreibt nämlich Tetsu einen Brief und gibt ihn ihm. Der kann leider nicht richtig lesen, und so kommt es, daß eine Frau aus dem Dorf (gesprochen von Okohira Shizuka) den Brief liest. Es dauert keine fünf Minuten, da weiß das ganze Dorf, wem es sein Desaster zu verdanken hat. Die Leute sind kurz davor, Shige zu lynchen, doch das wäre ein großer Fehler, wie Ginko ihnen klarmachen kann, denn ohne Shige können sie nicht geheilt werden.

Die ist allerdings inzwischen mit Tetsu in die Berge abgehauen, stürzt aber in eine Schlucht, und Tetsu hinterher. Unten angekommen stellt Shige fest, daß ihr nichts passiert ist und auch Tetsu noch lebt, und überlegt sich, daß ihr jetzt nichts anderes übrig bleibt, als um Hilfe zu rufen, was sie dann auch mit aller Kraft tut.

Damit macht sie in etwa das, was Ginko ihr vorgeschlagen hätte, wenn er noch dazu gekommen wäre: ihre Stimme hallt durch die Berge. Sie lockt damit den Rost vom Dorf weg, und die Leute werden geheilt.

Ginko weiß, das der Rost Salz haßt, also wäre der Berg mit dem Meer dahinter ein besserer Ort gewesen, aber das kann Shige ja noch nachholen. Außerdem stammt Tetsu von einem Dorf dort unten am Meer und will Shige dorthin mitnehmen, was bedeutet, daß sie dort ein ganz normales Leben führen können wird.

Folge 24 - Kagarinokou (Feld des wandernden Feuers)

Ginko besucht ein Dorf, in dem eine Kollegin von ihm namens Yahagi lebt. Um das Dorf herum hat sich in letzter Zeit ein bisher unbekanntes Unkraut ausgebreitet, das nach und nach jede andere Vegetation überwuchert. Bei dem Zeug handelt es sich um Mushi, und Yahagi und das Dorf haben beschlossen, sie alle niederzubrennen. Ginko hält das für einen großen Fehler, doch er kann Yahagi nicht mehr umstimmen. Denn wenn das Dorf weiter abwartet, könnte das sein Ende bedeuten.

Vor zwei Monaten gruben die Dorfbewohner bei der Feldarbeit einen großen schwarze Felsen aus. Am nächsten Tag wuchs aus ihm der erste Zweig dieses Unkrauts, das sich dann rasend schnell über den ganzen Berg ausbreitete. Die Dorfleute konnten noch soviel davon ausreißen oder abschneiden, es wuchs in immer größeren Mengen nach und bedroht nun auch das Dorf und vor allem auch die Ernte.

Ginko warnt Yahagi: dieser Mushi ist unbekannt und man weiß nicht, was passieren wird. Doch wenn er die Ernte vernichtet, ist das Dorf verloren. Und so zünden die Leute in der nächsten Nacht trotz Ginkos energischen Protesten den Berg an.

das Schattenfeuer

Das Mushi-Unkraut brennt sofort lichterloh, doch da es letztlich aus einem Vulkan stammt, nutzt es das Feuer lediglich, um sich in ein anderes Stadium zu verwandeln: Kagebi (Schattenfeuer). Und eins davon verschluckt dann auch noch versehentlich Yahagi.

Kagebi sieht aus wie umherfliegendes Feuer, allerdings mit relativ unnatürlichen Farben. Es erscheint bevorzugt an kalten und regnerischen Tagen, befällt echtes Feuer und führt dazu, daß man, wenn man ihm zu nahe kommt, erfriert statt gewärmt zu werden. Ginko und Yahagi kennen die Gefahr und warnen die Dorfbewohner. Ginko wandert dann weiter, und Yahagi wird von einer seltsamen Krankheit befallen: sie hustet Blätter. Und das Schattenfeuer fordert natürlich auch seine Opfer, obwohl die Menschen die Gefahr im Prinzip kennen.

Da die Sache Yahagi und dem Dorf aber langsam über den Kopf wächst, wird erneut Ginko geholt. Denn neben den Toten und Verletzten des Schattenfeuers hat Yahagi herausgefunden, daß das längst vernichtet geglaubte Unkraut auch wieder wächst, und zwar aus den beerdigten Leichen der vom Schattenfeuer Getöteten. Damit würde Yahagi wohl auch noch fertig, doch das Kagebi, das sie inhaliert hat, frißt sie langsam von innen auf. Sie hat nicht mehr lange zu leben und bittet Ginko, ihre Arbeit hier fortzusetzen. Das lehnt der jedoch ab. Er hat aber eine andere Idee.

Man kann diesen Mushi mit sich selbst bekämpfen, indem man seine Larvenform, das Unkraut, nicht mit Feuer, sondern mit Schattenfeuer niederbrennt.

Und Yahagi wird geheilt, indem sie Essen bekommt, das über einem Kagebi gekocht wurde.

Folge 25 - Ganpuku Ganka (Glücksauge, Unglücksauge)

Ein blindes Mädchen kann auf einmal wieder sehen, denn - wie sich später herausstellt - in seine Augen ist ein Mushi, ein Ganpuku, geraten.

*

Ginko ist ausnahmsweise mal nicht in den einsamsten Orten Japans unterwegs, sondern auf einer belebten Straße mit vielen Geschäften usw. dabei. Dort trifft er auf eine Shamizen-Spielerin namens Amane, die die Geschichte eines Mushi vorträgt. Die Frau hat die Augen geschlossen, sieht aber trotzdem sehr gut. Sie nimmt Ginko kurzerhand mit sich in die Herberge, in der sie abgestiegen ist, und singt ihm eine Geschichte vor - ihre eigene. Als Kind war sie blind. Ihr Vater war ein Mushishi und mußte sie oft längere Zeit allein lassen, was sie aber problemlos bewältigte. Eines Tages brachte er von seinen Reisen das Auge eines Mannes mit, der angeblich des öfteren einen Ganpuku, einen legendären Mushi, der die Sehkraft verbessert, wenn man ihn auch nur ansieht, gesehen haben sollte. Der Mann war längst tot, sein Auge aber noch in bestem Zustand.

Das Ziel von Amanes Vater war es, für seine Tochter diesen Ganpuku zu finden. Leider hatte er Pech und der Ganpuku, der anscheinend tatsächlich in dem Auge gesteckt hatte, entkam. Das machte aber nichts, denn irgendwann, als Amane draußen unterwegs war, begegnete sie diesem Mushi, und von da an konnte sie sehen.

Das war für der Mädchen natürlich ein überwältigendes Erlebnis. Und wie sich herausstellte, waren Amanes Augen besser als die aller anderen Menschen. Sie konnte weiter sehen als die anderen, und nach einiger Zeit durchdrangen ihre Blicke massive Wände, schließlich sogar Berge, sodaß sie von ihrem Bergdorf aus das Meer sehen konnte. Das wurde aber so irritierende, daß sie oft sie Augen schloß, um nichts mehr sehen zu müssen. Bis dann ihre Blicke auch ihre Augenlider zu durchdringen begannen. Und selbst das war noch nicht alles. Sie entwickelte die Fähigkeit, in die Zukunft und die Vergangenheit sehen zu können, was sie natürlich schnell sehr berühmt und begehrt machte.

Amane

Alles was sie sah, trat ein, auch die schlimmen Dinge, vor denen sie ihre Kunden explizit warnte, sodaß der Wunsch der Menschen nach solchen Prophezeihungen alsbald wieder erlosch. Amanes Freunde blieben weg, und für Amane wurde diese Hellsichtigkeit zur Last.

Eines Tages brach ihr Vater zu einer kurzen Reise auf, von der er aber nie wiederkam. Amane sah ihn dann irgendwo in einem weit entfernten Tal tot am Boden liegen, woraufhin sie ihre Sachen packte und davonzog. Sie fand ihren Vater, begrub ihn, mochte dann aber nicht mehr nach Hause zurückkehren und setzte ihre Wanderschaft als Sängerin und Biwa-Spielerin fort.

Wobei ihre Sehkraft sich immer weiter verstärkte. Nur eines konnte sie nicht sehen, und zwar ihre eigene Zukunft. Doch selbst das hat sich inzwischen geändert. Sie weiß, wie es mit ihr weitergeht, allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt.

*

Am Anfang hat Amane Ginko gebeten, ihre Augen in den Bergen zu beerdigen. Ginko braucht sie ihr aber nicht herauszunehmen, denn sie meint, das werde bald von selbst geschehen. Und damit es nicht anderen so ergeht wie ihr, soll Ginko die Augen mit dem Ganpuku darin irgendwo vergraben, wo sie niemand findet.

Ginko meint, es wäre doch besser zu versuchen, sie zu heilen, doch Amane antwortet, alles was sie sehe, trete auf schicksalhafte Weise zwingend ein. Ginko könne daran nichts ändern. Und frei in ewiger Finsternis zu leben sei vielleicht sogar besser als alles zu sehen, aber nichts ändern zu können. Und dann ist es soweit: ihre Augen fallen heraus. Der Ganpuku-Mushi hat Amane wieder verlassen. Doch Ginko ist schneller, fängt ihn ein und steckt ihn in eines seiner Gläser. Damit marschiert er, wie gewünscht, in die Berge und verbuddelt ihn irgendwo im Nichts.

*

Amane verabschiedet sich von Ginko. Sie wird ihre Reise als Sängerin fortsetzen. Und auch Ginko zieht weiter seiner Wege.

Folge 26 - Kusa wo fumu Oto (Der Klang des auf-Gras-Tretens)

Taku lebt in einem Dorf, von dem aus er jedes Jahr eine Prozession seltsamer Leute beobachten kann. Sie erscheinen früh im Sommer, gehen nach der Regenzeit wieder fort und leben in der Zwischenzeit irgendwo auf dem Berg über dem Dorf.

Unter dem Dorf gibt es einen Wasserfall, in dem Taku gerne angelt. Er ist der Sohn des Dorf-Chefs, aber anders als sein Vater mißtraut er diesen Fremden, die sich da einfach so auf seinem Berg breitmachen und womöglich auch noch das Wasser aus seinem Wasserfall klauen. Doch sein Vater meint, man solle sie einfach sich selbst überlassen. Außerdem hätten sie immer sehr interessante Geschichten zu erzählen.

Eines Tages erscheint einer dieser Fremden, ein Junge (Isaza) in Takus Alter, unten am Wasserfall, als Taku gerade angelt. Taku ist nicht gerade freundlich zu ihm, doch Isaza nimmt es gelassen. Als sie sich das nächste Mal begegnen, meint Isaza, Taku sei gar nicht der Sohn des Besitzers dieses Berges, doch dem widerspricht Taku energisch. Seine Familie hat diesen Berg, der etwas ganz besonderes ist, Stück um Stück gekauft. Also gehört er jetzt ihnen. Und daß der Berg, der Wasserfall und der See darunter etwas besonderes sind, wissen sie von einem Mushishi.

In den nächsten Tagen treffen die beiden sich öfters unten am See, fischen zusammen und freunden sich langsam an. In dem See lebt ein großer Wels, den nach Isazas Meinung der Berg zu seinem Meister erkoren hat. Nebenbei erklärt Isaza Taku, daß dieses Gebiet eine Lichtader ist, daß also Lebensenergie durch dieses Land fließt. Dieses mischt sich mit dem Wasser und bildet Nebel, der jeden Tag eine andere Farbe hat und dem eine gewisse Art von Leben innewohnt.

Taku und Isaza

Seinerseits ist Isaza an ganz normalen Geschichten aus Takus täglichem Leben interessiert, denn sowas kennt er aus seiner eigenen Erfahrung kaum und findet es sehr spannend. Takus Onkel hat zum Beispiel kürzlich ein paar Täler weiter ein seltsames Kind mit weißen Haaren und nur einem grünen Auge gesehen. Das findet nicht nur Isaza spannend, auch Taku hat sich darüber gewundert. Isaza meint, vielleicht würde er diesen geheimnisvollen Jungen bald treffen, denn irgendwann demnächst würden er und seine Leute ja weiterziehen.

Einmal geht Taku zu den Wanderern und hört etwas von einer Lichtader, die sich verlagert habe. Isaza erklärt ihm, daß sie sich damit ihren Lebensunterhalt verdienen, Mushi und Lichtadern aufzuspüren und Informationen darüber an Mushishi zu verkaufen.

Eines Tages ist der Nebel über dem Berg golden. Jetzt, so hat Isaza berichtet, ziehen er und seine Leute weiter.

*

Ein Jahr später kommen sie wieder. Und der weißhaarige Junge mit dem grünen Auge ist bei ihnen. Ginko (gesprochen von Sawashiro Miyuki) heißt er, wie Isaza Taku berichtet. Ginko ist ein umgänglicher Junge, da er aber Mushi anzieht, wird er wohl nicht sehr lange bei ihnen bleiben können.

Ganz überraschend stirbt Takus Vater, und Taku erbt den Berg. Jetzt ist es in seiner Verantwortung, darauf aufzupassen. Doch das wird nicht leicht. Das Dorf ist gewachsen und braucht das Wasser aus dem Fluß. Und da Taku nur ein kleiner Junge ist, zieht er hierbei den Kürzeren. Isaza warnt Taku: der Berg sei unruhig, die Tiere verschwänden und die Lichtader sei in Bewegung geraten. Er und seine Leute würden nun gehen und wahrscheinlich nicht mehr wiederkommen. Taku will mit ihnen gehen, aber daraus wird leider nichts. Er wird für den nächsten Tag zum Wasserfall einbestellt, doch alle außer Ginko sind bereits weg.

Ein halbes Jahr später bricht in dem Berg ein Vulkan aus und zerstört alles. Auch der Wasserfall verschwindet, und aus dem See wird ein Tümpel. Der große Wels allerdings lebt immer noch darin.

Nach ungefähr zehn Jahren regt sich in der Asche neues Leben. Einige Menschen kehren zurück und beginnen wieder mit Ackerbau. Doch sie fristen ein ärmliches Leben.

Und Taku, inzwischen erwachsen, wartet immer noch auf die Rückkehr von Isaza und seinem Volk. Statt dessen erscheint Ginko und kümmert sich um die Kranken. Ginko kann sich an Taku nicht mehr erinnern, der jedoch hat Ginko sofort wiedererkannt. Und auch Isaza ist noch im Geschäft.


Erstellt am 2.5.2009. Letzte Änderung: 22.5.2016