Mimi wo sumaseba - Zusammenfassung der Handlung

Zu den Klängen des Liedes "Country Road" schweift der Blick über eine japanische Großstadt (wahrscheinlich Tokyo). Shizuku kommt gerade aus dem Konvini (so eine Art Aldi, der 24 Stunden auf hat) und geht nach Hause. Sie räumt die Sachen in den Kühlschrank, trinkt mit ihrer großen Schwester Shiho und ihrem Vater eine Tasse Tee und verkrümelt sich dann in ihr Zimmer, um sich dem Buch zu widmen, daß sie heute aus der Schulbücherei ausgeliehen hat.

Ihr fällt auf, daß auf der Ausleihkarte ein bekannter Name auftaucht: Amasawa Seiji, der schon viele Bücher gelesen hat, für die auch sie sich interessiert (hauptsächlich Märchen und Romane natürlich). Sie überlegt sich, was für ein Mensch dieser Seiji wohl sein könnte, wenn er doch irgendwie so viel mit ihr gemein hat. Darüber schläft sie dann ein.

Shizukus und Yuuki

Am nächsten Morgen hat sie etwas verschlafen. Ihre Mutter scheucht sie aus dem Bett, bevor sie geht, und Shizuku muß sich beeilen, um nicht zu spät in die Schule zu kommen. Es sind Ferien, aber sie will in die Bibliothek und bittet eine Lehrerin, sie hineinzulassen. Sie findet ihr Wunschbuch und stellt fasziniert fest, daß es von einem gewissen Herrn Amasawa gestiftet worden ist. (Klar, daß der was mit "ihrem" Seiji Amasawa zu tun hat). Zuerst kann ihr aber niemand etwas über ihn sagen.

Yuuko Harada, Shizukus beste Freundin, taucht auf. Sie ist mit ihr verabredet. Shizuku hat eine japanische Übersetzung des Songs "Country Road" angefertigt, die bei allen, die sie nach und nach zu sehen oder zu hören bekommen, auf große Zustimmung stößt. Sie hat sogar mehrere Versionen verfaßt.

Yuuko fragt Shizuku, ob sie in jemanden verliebt sei. Shizuku ist es nicht, aber Yuuko hat es erwischt. Ihr heimlicher Schwarm heißt Sugimura. Und der spielt gerade auf dem Schul-Sportplatz Baseball oder so was. Als Yuuko ihn sieht, ergreift sie aus Verlegenheit die Flucht. Unnötig zu erwähnen, daß Sugimura keinen blassen Schimmer davon hat, daß Yuuko in ihn verknallt ist. Wie auch immer, Shizuku läuft Yuuko nach und vergißt dabei ihr Buch. Das bemerkt sie schließlich und rennt zurück.

Und dort sitzt in aller Seelenruhe ein Junge (Seiji Amasawa, was Shizuku aber noch nicht weiß) auf der Bank und liest ihre "Country Road"-Übersetzung. Er gibt ihr beides natürlich nicht ohne eine spöttische Bemerkung zurück, und Shizuku ärgert sich schwarz.

Zuhause verschlingt sie dann das Buch. Später kommt ihre Schwester nach Hause und ermahnt sie, daß sie ruhig mal im Haushalt mithelfen könnte, um ihre Mutter zu entlasten.

Am nächsten Morgen: Shizukus Schwester ist schon lange auf, saugt Staub usw, während Shizuku noch in den Federn liegt. Ihre Schwester meint, sie sollte ihrem Vater ein O-Bentou mitbringen. Sicher kein großer Umweg für Shizuku, denn praktischerweise arbeitet ihr Vater in der Bibliothek. Und außerdem soll sie einkaufen, die Betten lüften usw. usw. Brav macht Shizuku sich auf den Weg.

Shizukus und Moon

Sie fährt mit dem Vorortzug, und neben ihr hockt ein fetter Kater. Shizuku fühlt sich wie am Anfang eines Märchens und folgt dem Kater, der an derselben Haltestelle wie sie aussteigt. Die Verfolgung erweist sich als etwas schwierig, und schließlich gerät sie in eine Gegend, wo sie noch nie im Leben war, obwohl es ganz in der Nähe ihrer Schule und der Bibliothek ist. Sie findet einen Antiquitätenladen, der sie total fasziniert, und spitzt hinein. Auf einem der Tische steht eine Katzenpuppe. Shizuku fragt sich, ob sie der Kater sei, der sie hierher geführt hat.

Der Besitzer des Ladens, ein Herr Nishi (Seijis Großvater), taucht auf und empfängt sie sehr freundlich. Die Katzenpuppe heißt Baron Humbert von Sickingen und scheint im Moment etwas gelangweilt. Der alte Mann zeigt Shizuku deshalb etwas anderes, nämlich eine sehr wertvolle Standuhr, die immer Mittags um 12 ein Spiel ablaufen läßt: Zwerge, die in einem Bergwerk Edelsteine abbauen, und ein Ritter, der nach seinem verwunschenen Burgfräulein Ausschau hält, daß sich nur um Punkt 12 Uhr in seine menschliche Gestalt verwandelt.

Shizuku ist hingerissen. Doch als die Uhr 12 schlägt fällt ihr ein, daß sie ja ganz dringend ihrem Vater das O-Bentou abliefern muß. Sie saust los und schafft es gerade noch. Leider hat sie das O-Bentou unterwegs verloren, und als Seiji mit dem Fahrrad vorbeikommt und es ihr mit ein paar spöttischen Bemerkungen in die Hand drückt, ist sie mal wieder sauer.

Wo sie schon mal in der Bibliothek ist, setzt sie sich hin und liest ein paar Bücher. Wieder hat dieser Amasawa sie vor ihr gelesen und wieder denkt sie darüber nach, wer er wohl sein könnte. Ihr spezieller "Freund" kommt ihr unwillkürlich in den Sinn, und darüber ist sie leicht schockiert.

Die Schule hat wieder angefangen und es gibt die ersten Tests. Außerdem regnet es. Die Stimmung von Shizuku und ihren Klassenkameraden ist entsprechend. In der Pause fragt Shizuku die älteren Lehrer, wer diese Amasawa war, der das Buch gestiftet hat. Es war, wie sie erfährt, ein gewisser Amasawa Kouichi, und dessen jüngster Sohn ist mit ihr im gleichen Jahrgang.

Sugimura trifft Yuuko nach der Klasse. Anschließend besucht Shizuku wieder den Antiquitätenladen, doch diesmal hat er geschlossen. Und der Baron steht auch nicht mehr auf dem Tisch. Am Nachmittag ruft Yuuko Shizuku zuhause an. Sie ist völlig aufgelöst. Sugimuras Freund hat ihn gebeten, die Antwort auf ihren Liebesbrief zu erfahren. Jetzt weint sie sich bei Shizuku aus. Sie ist so deprimiert, daß sie am nächsten Tag nicht zur Schule gehen kann.

Der Fall nimmt eine überraschende Wende, als Sugimura am nächsten Tag Shizuku fragt, warum Yuuko sich so aufgeregt hat. Shizuku meint, Yuuko sei in ihn verliebt, und er sei schrecklich schwer von Begriff. Sugimura antwortet, er sei in Shizuku verliebt, und jetzt ist sie an der Reihe, sich für schwer von Begriff zu halten.

Später besucht sie wieder den Laden, aber er ist immer noch geschlossen. Dafür streunt der Kater wieder in der Gegend herum. Shizuku setzt sich neben ihn und denkt über ihr Leben nach und wie es sich verändert. Da taucht Seiji mit seinem Fahrrad auf. Er wundert sich, daß Moon sich von ihr hat streicheln lassen. Die beiden kommen ins Gespräch, und Seiji lädt Shizuku ins Haus ein. Den Baron gibt es noch, aber die Spieluhr ist weg: sie war nur zur Reparatur da gewesen.

Seiji

Seiji baut in seiner Freizeit Geigen. Er will das später sogar beruflich machen und nach Italien zur Ausbildung gehen. Shizuku beneidet ihn heftig: er weiß schon genau, was er will und arbeitet zielstrebig darauf hin. Und sie ... sie fühlt sich irgendwie klein und ziemlich wertlos. In ihr beginnt langsam ein Plan zu reifen.

Vorher aber gibt es noch eine kleine Musikeinlage. Shizuku bittet Seiji, auf der Geige, die er gebaut hat, etwas zu spielen. Der stimmt zu, wenn sie dazu singt. Mittendrin kommt Seijis Großvater mit ein paar Freunden zurück. Sie schnappen sich spontan ein paar Instrumente und stimmen ein. (Diese Szene hat mir im Gegensatz zu den obligatorischen musikalischen Kitscheinlagen der Walt-Disney-Filme sehr gut gefallen.)

Am nächsten Morgen hat Shizuku verschlafen. Aber da ist sie nicht allein. Auch Yuuko und Sugimura müssen rennen, um nicht zu spät zu kommen.

In der Schule weiß schon jeder, daß sie am vorigen Abend mit Seiji zusammen war. Es ist natürlich das Gespräch des Tages. Nach der Stunde taucht dann ausgerechnet Seiji auf und bittet Shizuku um ein Gespräch. Die beiden gehen auf's Dach, heimlich verfolgt von der halben Schule. Seiji teilt Shizuku mit, daß er seine Eltern herumgekriegt hat und nach Italien gehen darf. Sie sollte es als erste erfahren. Shizuku ist darüber gleichzeitig hoch erfreut und sehr traurig. Immerhin - Seiji macht erst mal ein 2-monatiges Praktikum dort, um herauszufinden, ob er überhaupt Talent zum Geigenbauen hat. Und 2 Monate gehen schließlich irgendwann auch mal rum.

Shizuku beneidet Seiji, weil er seinen Traum verwirklicht. Der antwortet, er kenne sie schon lange von den Bücherkarten und habe all die Bücher gelesen, um vor ihr auf dem Ausleih-Kärtchen seinen Namen stehen zu haben. Das gibt Shizuku zu denken.

Am Abend besucht Shizuku Yuuko. Die beneidet Shizuku um ihren neuen Freund, mit dem wie durch den roten Faden des Schicksals verbunden sei. Sie denkt auch an Shizukus Übersetzung von "Country Road" und meint, sie hätte doch Talent, wohingegen Shizuku heftig an sich zweifelt. Doch dann ist es sozusagen soweit, ihr Plan ist genügend gereift und sie beschließt, einen Roman zu schreiben. Wie zur Bestätigung läuft ihr auf dem Nachhause-Weg Moon über den Weg und wirft ihr einen ermutigenden Blick zu.

der Katzenbaron

Shizuku leiht sich von Herrn Nishi den Katzenbaron aus, weil er in ihrem Roman die Hauptrolle spielen soll. Seijis Großvater findet diese Idee sehr gut und gibt ihn ihr unter der Bedingung, daß er der erste ist, der das fertige Buch lesen darf. Shizuku kommen inzwischen doch Zweifel, ob sie es schaffen kann, aber Herr Nishi meint, wenn in ihrem Innern ein Edelstein verborgen sei, müsse man den schleifen, und das brauche Zeit. Er ermutigt sie, es auf jeden Fall zu versuchen. Shizuku hat etwas Angst davor herauszufinden, ob in ihrem Innern ein Juwel steckt, doch dann macht sie sich Feuereifer ans Werk.

Seiji fliegt nach Italien und verabschiedet sich von Shizuku. In 2 Monaten wird er wieder zurück sein, und bis dahin will sie ihren Roman unbedingt fertig haben.

Shizuku arbeitet Tag und Nacht. Sie schläft wenig, ißt kaum, und ihre Schulnoten gehen in den Keller. Die Schule präsentiert ihren Eltern die schlechte Noten, und ihr Vater nimmt sich seine Tochter mal ins Gebet. Doch ihre eiserne Entschlossenheit beeindruckt ihn so sehr, daß er bereit ist, sie ihren Weg gehen zu lassen.

In Shizukus Roman geht es um die Geschichte des Katzenbarons. Sie stellt sich vor, wie er zusammen mit seiner Gefährtin Luise in einer kleinen Stadt eines fernen Landes von einem armen Puppenmacher hergestellt wurde, wie die beiden eine Zeitlang glücklich zusammen lebten und dann durch ein grausames Schicksal getrennt wurden. Das ist gar nicht so weit von der Realität entfernt. Zum Katzenbaron gibt es wirklich eine Geschichte, doch Seijis Großvater hat sie bisher noch nie jemandem erzählt. Shizuku wird die erste sein, die sie erfährt.

Es ist nicht leicht für unsere Heldin, doch als die 2 Monate um sind, ist sie fertig. (Gar nicht so einfach, ein Buch mit der Hand zu schreiben statt am Computer. Man kann nachträglich nichts mehr korrigieren.) Und wie versprochen, tritt sie bei Seijis Großvater an und drückt ihm mit klopfendem Herzen ihr Buch in die Hand. Sie besteht darauf, daß er es sofort liest. Sie wartet so lange.

Seiji und Shizuku

Es wird Abend. Schließlich gibt Herr Nishi Shizuku das Buch wieder zurück. Zitternd vor Spannung erwartet sie das Urteil. Herr Nishi meint, es sei wunderbar gewesen. Shizuku kann das gar nicht glauben. Der alte Mann sagt, sie müsse ihren Edelstein noch viel schleifen und sich dafür viel Zeit nehmen. Aber sie hätte auf jeden Fall ein wunderbares Talent. Und auch Moon, der auf einmal wieder da ist, bestätigt das.

Von Shizukus Schultern ist eine Zentnerlast genommen und sie weint vor Freude und Erleichterung. Dann verputzt sie noch ein Raamen, während Herr Nishi ihr die Geschichte des Barons erzählt. Er bringt sie dann nach Hause zurück, Shizuku fällt ins Bett und schläft ein, noch bevor sie richtig liegt.

Am nächsten Morgen - es ist noch sehr früh - sieht sie aus dem Fenster, um den Morgen zu genießen. Und wen sieht sie unten auf seinem Fahrrad? Seiji. Sie saust runter, und Seiji fährt mit ihr zu seinem geheimen Platz hoch über der Stadt, und zusammen sehen sie den wunderschönen Sonnenaufgang.

Und dann bittet Seiji Shizuku um ihre Hand.


Erstellt am 2.12.1999. Letzte Änderung: 20.2.2014