Omohide Poro Poro

Omohide Poro Poro

Englischer Titel: Only Yesterday

Deutscher Titel: Tränen der Erinnerung

Der Titel ist eigentlich ziemlich seltsam, denn das Wort "omohide" gibt es gar nicht. Was es gibt, ist "omoide" ("Erinnerung"), und so heißt es auch in der Manga-Vorlage. "Poro poro" gibt es, es bedeutet "die Tränen kullern", aber auch das paßt nicht so richtig, denn der Film ist fröhlich und optimistisch.

*

Diese weniger bekannte Produktion des Studios Ghibli, bei der nicht Miyazaki Hayao, sondern Takahata Isao Regie geführt hat, ist so eine Art Mischung aus Diamond Daydreams und Chibi Maruko-chan, und erzählt die Geschichte der 27-jährigen tokyoter OL (Office Lady) Okajima Taeko, die beschließt, ihren 10-tägigen Urlaub bei Bekannten auf dem Land zu verbringen. Dort gefällt es ihr schließlich so gut, daß sie am Ende gleich dableibt. Zwischendurch gibt es immer wieder ausführliche Rückblenden in ihre Schulzeit, als sie 10 Jahre als war - tatsächlich nehmen diese Erinnerungen sogar den größeren Teil dieses Animes ein. Taeko erlebte damals so ziemlich genau das, was jede japanische Schülerin ihres Alters erlebt. Besonders Aufregendes passiert in der ganzen Geschichte also nicht, aber sie ist, wie man es bei einer Ghibli-Produktion erwarten kann, sehr gut erzählt und zieht einen gerade durch ihre Mischung aus Alltäglichkeit und den damit verbundenen Gefühlen durchaus in ihren Bann.

*

Erschienen ist dieses Anime im Westen mehr oder weniger überall, was bei einer Ghibli-Produktion auch nicht verwunderlich ist. Ich habe mir die japanische DVD besorgt. Es ist gar nicht so einfach, die überhaupt noch zu bekommen, und teuer war sie auch. Aber was tut man nicht alles für sein Hobby :-)

Fazit

Keine besonders spektakuläre Geschichte, aber für Ghibli-Fans (und nicht nur für diese) durchaus interessant.


Zusammenfassung der Handlung


Okajima Taeko - sie ist 27 und sollte so langsam mal heiraten. Aber in Tokyo sind viele Frauen ledig und bleiben es auch. Doch dann entdeckt Taeko den Reiz des Landlebens Okajima Taeko j: Imai Miki
d: Angela Wiederhut
Taeko als Kind - in Mathematik war sie eine absolute Niete, zeigte dafür aber ein beachtliches künstlerisches Talent. Leider verbot ihr Vater ihr, etwas daraus zu machen, und so wurde sie eine kleine, namenlose Office Lady wie Millionen andere auch Taeko als Kind j: Honna Youko
d: Lara Wurmer
Toshio - bis vor kurzem war er Büroangestellter, genau wie Taeko, aber eines Tages hörte er auf, arbeitet seit dem als Öko-Bauer auf dem Land und geht in dieser Arbeit vollkommen auf Toshio j: Yanagiba Toshiro
d: Patrick Schröder
Naoko - Toshios kleine Schwester schließt mit Taeko schnell Freundschaft Naoko Watanabe Masako
Okajima Nanako - Taekos Schwester hat Toshios Cousin Kazuo geheiratet, und so kann Taeko sich ihren Wunsch erfüllen, auf dem Land Urlaub zu machen (obwohl Nanako und ihr Mann selbst in Tokyo leben) Okajima Nanako Yamashita Yorie
Okajima Yaeko - im Gegensatz zu Taeko war Yaeko immer sehr gut in Mathematik und versuchte auch mal, es ihrer kleinen Schwester beizubringen. Natürlich vergeblich Okajima Yaeko Minowa Yuuki
Taekos Vater - Herr Okajima ist ein Familienvater der alten japanischen Schule Taekos Vater j: Itou Masahiro
d: Thomas Rauscher
Taekos Mutter - in den Rückblenden taucht sie zwar ständig auf, hat aber keine herausragenden Eigenschaften. Sie ist eben einfach Taekos Mutter Taekos Mutter j: Terada Michie
d: Susanne von Medvey
Taekos Großmutter - was auch passiert, nichts bringt sie aus der Ruhe Taekos Großmutter j: Kitagawa Chie
d: Ruth Küllenberg
Tani Tsuneko - Taekos resolute Klassenkameradin Tani Tsuneko j: Iizuka Mayumi
d: Melina Borcherding
Hirota Shuuji - er war in der Parallelklasse und in Taeko verliebt Hirota Shuuji Masuda Yuuki
Abe - er war nur kurz in Taekos Klasse. Niemand mochte ihn leiden, und zu Taeko war er besonders rüpelhaft. Den wahren Grund dafür erfährt Taeko aber erst 17 Jahre später Abe Satoo Hirozumi
Toshios Großmutter - sie schlägt Taeko vor, Toshio zu heiraten Toshios Großmutter ?

Daten: Regie: Takahata Isao Manga: Okamoto Hotaru, Tone Yuuko Erscheinungsjahr: 1991
Bewertung Animation:
Framerate: sehr gut Animationsqualität insgesamt: sehr gut Zeichenqualität: sehr gut, vor allem unglaublich detaillierte Hintergründe Character-Design: relativ ghibli-untypisch
Japanische DVD: Sprachen: Japanisch Untertitel: Japanisch, Englisch Extras: Bonus-DVD
besonders positiv aufgefallen: besonders negativ aufgefallen: Film ist mit einem schwarzen Rand gemastert
Bewertung sonstiges: Handlung: Leben auf dem Bauernhof Besonderheit: ziemlich viele Rückblenden Musik: nichts auffälliges (allenfalls, daß es ziemlich wenig davon gibt)
Japanische Synchronstimmen: sehr gut Untertitel: gut Gesamt-Beurteilung: nette Geschichte mit einem sehr schönen Happy End

Erstellt am 7.6.2010. Letzte Änderung: 23.4.2015