Ookami to Koushinryou - Zusammenfassung der Handlung Teil 1 - 12

Teil 1 - Ookami to Itchoura (Der Wolf und das beste Kleidungsstück)

Vor langer Zeit versprach eine Wolfsgöttin den Bauern des Dorfes Pasroe, für gute Ernten zu sorgen. Viel Zeit verging. Meistens waren die Bauern zufrieden, manchmal aber auch nicht, wenn die Wolfsgöttin den ausgelaugten Boden schonen mußte. Dies und zwei weitere Einflüsse, nämlich erstens die wachsende Macht der Kirche, die den Glauben an solche Gottheiten als Ketzerei verfolgte, und zweitens der Fortschritt, der die Menschen von der Natur und ihrer Unberechenbarkeit immer unabhängiger machte, ließen die Wolfsgöttin nach und nach zu einer folkloristischen Legende werden.

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Chloe bei der Ernte

In dieser Gegend treibt Craft Lorenz fleißig und erfolgreich Handel mit Salz, Fellen, Gewürzen und allem, was man so braucht auf dem Land und in den wachsenden Städten. Jeder kennt und schätzt ihn, denn er hat immer das dabei, was dringend benötigt wird. Ganz besonders interessiert sich ein Mädchen namens Chloe für ihn und seine Arbeit. Chloe arbeitet nicht nur auf den Feldern mit, sie führt für Pasroe auch geschäftliche Verhandlungen und ist darin sehr geschickt. Nicht zuletzt dank ihr ist das Dorf in letzter Zeit zu erfreulichem Wohlstand gekommen.

Lorenz ist mal wieder irgendwohin unterwegs, als er eines schönen Abends in seinem Wagen unter der Plane eine nackte Frau vorfindet. Allerdings eine mit Tierohren und einem buschigen Schwanz - Horo, die Wolfsgöttin. Die heult als erstes mal den Mond an und benimmt sich Lorenz gegenüber so, als wäre eine Göttin wie sie das normalste der Welt. Als erstes will sie mal Sake und was zu Essen. Dann erklärt sie Lorenz, wer sie ist. Der will aber Beweise sehen. Und die bekommt er. Horo verwandelt sich in ihre wahre Form. Und die ist ziemlich zum Fürchten. Lorenz klappt vor Angst zusammen.

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Lorenz weiß nicht so recht, ob er das alles nicht geträumt hat. Jedenfalls ist Horo erst mal weg. Lorenz fährt nach Pasroe zurück, wo Chloe auf ihn wartet. Sie will offiziell seine Geschäftspartnerin werden. Aber für die ganz großen Geschäfte, von denen sie träumt, ist sie nach Lorenz' Meinung noch zu jung. Deshalb vertröstet er sie auf später. Chloe allerdings ist ziemlich schlau, und man sollte sie besser nicht unterschätzen.

Lorenz liefert Horo dann wieder zuhause ab. Als er ins Bett gehen will, sitzt auf einmal Horo neben ihm. Der Schock von zuvor sitzt Lorenz immer noch in den Knochen, aber andererseits versteht er sich mit dieser unheimlichen Frau erstaunlich gut. Horo ist traurig, daß sie nicht nur nicht mehr gebraucht wird, sondern daß man sie, wenn man sie in ihrer wahren Gestalt sähe, sicherlich sogar fürchten würde. Also will sie zurück in den kalten Norden, in das Land des Schnees, aus dem sie vor langer, langer Zeit kam.

Und so schließt sie sich Lorenz an und beschlagnahmt als erstes mal die Kleider, die zu seinem Warenbestand gehören. Lorenz protestiert, daß diese extrem teuer gewesen seien, und damit ist's Horo zufrieden. Lorenz hat ohne Zweifel einen guten Geschmack. Aber sie verspricht Lorenz auch, sich für ihn nützlich zu machen.

Teil 2 - Ookami to Tooi Kako (Der Wolf und die ferne Vergangenheit)

Horo brüstet sich damit, daß ihre Ohren fein genug seien, eine jede Lüge zu erkennen. Außerdem ist sie sehr stolz auf ihren Schweif, ein Zeichen ihrer Weisheit, mit der sie schon vielen ihrer Kameraden aus früheren Zeiten geholfen habe.

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Lorenz und Horo unterwegs

Es regnet in Strömen, und Lorenz findet in einem großen Gasthof Unterschlupf. Horo gibt er als seine Frau aus. Sie trägt eine lange Kutte mit Kapuze, damit man ihren Schwanz und die Ohren nicht sieht. Die beiden quartieren sich ein und lassen es sich erst mal gutgehen. Später sitzen sie zusammen mit ein paar anderen Leuten am Feuer und reden über geschäftliche Dinge. Trotz der mittelalterlichen Szenerie gibt es zum Beispiel schon bargeldlosen Zahlungsverkehr, sodaß man nicht immer auf weiten Reisen viel Geld mit sich führen muß. Einer der Anwesenden, ein etwas windiger Bursche namens Zelen, kennt angeblich eine Methode, um an viel Geld zu kommen. Jeder Fürst gibt sein eigenes Geld heraus, meistens Silbermünzen. Gelegentlich ändert sich der Silbergehalt solcher Münzen, und wenn man das vorher weiß, kann man sich damit ein hübsches Sümmchen zusammenspekulieren. Zelen behauptet nun, genau das zu wissen, und will von Lorenz für diese Information eine Provision.

Horo ist sich allerdings sicher, daß zumindest ein Teil dieser Geschichte gelogen ist. Wobei am wichtigsten ist herauszufinden, warum er lügt.

Am nächsten Morgen scheint wieder die Sonne. Horo ist schon früh auf. Sie sinniert über die Kirche, die Welt, und wie sich alles verändert hat seit sie damals in diese Gegend kam. Später treffen sie wieder auf Zelen, und Lorenz akzeptiert sein Angebot. Vorher muß er aber seine Ladung Felle verkaufen, um an das Geld zu kommen. Zelen schlägt vor, daß sie sich in der Hafenstadt Patto in einem Gasthaus namens Yourrendo wieder treffen sollten.

Zelen macht sich dann auf den Weg, und auch Horo und Lorenz fahren los. Unterwegs ziehen die beiden sich gegenseitig auf. Horo meint zum Beispiel, Wölfe würden deswegen so gerne Menschen fressen, um so intelligent wie sie zu werden. Da Lorenz schon öfters von Wölfen angegriffen worden ist, vergeht ihm dabei allerdings das Lachen. Aber Horo wäre nicht Horo, wenn sie ihn nicht damit austricksen würde.

Teil 3 - Ookami to Shousai (Der Wolf und kaufmännisches Talent)

Lorenz und Horo erreichen Patto. Die Stadt ist recht groß, gut befestigt und modern, und Horo ist sehr beeindruckt. Auf dem Markt organisiert sie sich eine beachtliche Ladung Äpfel, allerdings mit Lorenz' Geld, verspricht ihm aber, ihm zu einem großen Profit zu verhelfen.

Patto

Lorenz lenkt seinen Wagen dann in ein großes Gebäude, in dem eine Filiale eines großen Handelshauses namens Milone residiert. Dort erhofft Lorenz sich nicht nur einen guten Preis für seine Felle, sondern auch Informationen, insbesondere über Zelens Behauptungen. Was den guten Preis angeht, so hält Horo ihr Versprechen und schafft es mit einem cleveren Trick, den Preis für die Felle in eine Höhe zu treiben, die selbst Lorenz nicht für möglich gehalten hätte: die Felle riechen nämlich nach frischen Äpfeln, und das findet der Ankäufer überaus bemerkenswert.

Lorenz ist danach aber ziemlich deprimiert. Horo tröstet ihn: sie kennt diesen Trick schon seit Ewigkeiten, aber es war ursprünglich nicht ihre Idee. Sie hat ihn nur jemandem abgeschaut.

Lorenz hat sich auch umgehört wegen der angeblich bevorstehenden Währungsverschiebungen, aber davon weiß niemand etwas. Trotzdem trifft er sich später wieder mit Zelen. Der hat seine Informationen aber auch nur als Gerücht erhalten und ist sich jetzt nicht mehr sicher. Lorenz überlegt sich, daß er vielleicht trotzdem auf diese Weise Geld verdienen könnte.

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Am späten Abend läßt Horo sich aktuelle Münzkunde beibringen. Denn Silbermünzen gibt es zahllose verschiedene, und ein guter Händler muß von allen den Wert kennen, und zwar nicht nur den Nennewert, der draufsteht, sondern auch den echten Metallwert, also das, was das Gold und Silber, aus dem die Münze besteht, wert ist. Heutzutage ist das leicht: der echte Wert unseres Geldes ist Null, es gibt nur noch den Nennwert. Letzten Endes handelt es sich um staatliches Falschgeld, weswegen es auch Gesetze geben muß, die uns zwingen, es trotzdem anzunehmen. Wäre statt dessen echtes Geld im Umlauf, bräuchte man solche Gesetze nicht. Der Grund, warum es kein echtes Geld mehr gibt: Falschgeld kann der Staat soviel herausgeben, wie er will, echtes Geld ist hingegen durch die Menge an verfügbarem Gold und Silber begrenzt. In diesem Anime bestimmen hingegen in erster Linie machtpolitische Faktoren den Wert der Münzen. Kommt ein Reich zu mehr Macht und Wohlstand, ist es für den Herrscher vorteilhaft, den Edelmetallgehalt seiner Münzen zu erhöhen. Diese werden dann im Umlauf begehrter und verbreiten sich weiter, wodurch er mehr Kontrolle über andere Länder erhält. So funktioniert heute der Dollar: obwohl nichts weiter als ein in nahezu unendlichen Mengen hergestelltes Stückchen Papier, will jeder ihn haben. Praktisch der gesamte Welthandel wird darüber abgewickelt, was bedeutet, daß die Amerikaner diesen kontrollieren. Nur daß der Wert des Dollars stetig fällt. Er enthält eben kein Gold oder Silber, dessen Gehalt man erhöhen könnte, sondern nur - Nichts.

Als nächstes sucht Lorenz einen alten Freund namens Weiz auf, der Geldwechsler ist, und fragt ihn, ob es tatsächlich Anzeichen für eine bevorstehende Aufwertung gäbe. Weiz baggert als erstes mal Horo an, und zwar heftig. Was das Geld-Geschäft angeht, so kann Weiz Lorenz am Ende aber nicht weiterhelfen. Horos feinen Ohren entgeht aber nicht, daß die neuen Münzen tatsächlich anders klingen als die alten: ihr Silbergehalt hat sich erniedrigt. Also ist Zelens Geschichte doch falsch, denn der hatte eine Erhöhung behauptet.

Man kann zwar auch mit fallenden Währungen Geld verdienen (nicht nur in diesem Anime, sondern auch in Wirklichkeit), aber es ist ein heißes Geschäft. Horo weist Lorenz darauf hin, daß der einzige, der zumindest mit Sicherheit nichts verliert, Zelen sein wird. Null Einsatz, Null Risiko und im schlimmsten Fall kein Verdienst. Er hat Lorenz im Grunde ausgetrickst. Allerdings könnte es sein, daß hinter der Sache etwas mehr steckt. Zelen könnte zum Beispiel Hintermänner haben.

Teil 4 - Ookami to muryoku na Aibo (Der Wolf und der hilflose Kumpel)

Lorenz trifft sich wieder mit Zelen im Wirtshaus, dann begibt er sich zum Milone-Handelshaus, das er in dieser Sache zur Zusammenarbeit überreden konnte. Nicht das eigentliche Steigen oder Fallen einer Währung ist hier das entscheidende, sondern die Information. Und die scheint zu stimmen.

Horo wird aangegriffen

Horo bemerkt später, daß die Milone-Gesellschaft jetzt schnell handeln muß, aber Lorenz ist zuversichtlich, daß sie das schaffen wird.

Am nächsten Tag begibt Lorenz sich zum Chef der örtlichen Milone-Filiale, einem Mann namens Marlheit, der ihm offiziell mitteilt, daß sie jetzt im Geschäft sind. Er hat herausgefunden, daß hinter Zelen die Medio-Gesellschaft steckt, ein ziemlich mächtiges konkurrierendes Handelshaus, das auch eine eigene Flotte besitzt. Lorenz macht sich Hoffnungen auf einen fetten Profit. Einige tausend Silbermünzen werden es bestimmt werden. Dann kann er einen eigenen Laden aufmachen. Horo scheint allerdings skeptischer. Außerdem - wenn Lorenz sich niederläßt, wer begleitet sie dann auf ihrer Reise nach Norden? Aber Lorenz verspricht ihr, diese Reise auf jeden Fall noch mit ihr zusammen zu machen. Horo ist davon tief gerührt, denn sie will nicht länger allein sein.

In der Nacht erscheint ein Killerkommando bei Horo und Lorenz, das wahrscheinlich die Medio-Gesellschaft geschickt hat. Dank Horos guten Ohren können die beiden erst mal entkommen, am Ende geht Horo den Jägern aber dann doch noch ins Netz, damit Lorenz sich in das Milone-Haus retten kann, was ihm tatsächlich auch gelingt.

Jetzt versucht er bei Marlheit Hilfe für Horo zu bekommen. Der fragt sich allerdings, warum die Medio-Leute Horo überhaupt gefangengenommen haben. Irgendwie kommt ihm die Sache komisch vor. Denn in welcher Weise könnte diese Silbermünzen-Spekulation dadurch beeinflußt werden, daß Horo und eventuell Lorenz aus dem Verkehr gezogen werden. Doch eigentlich gar nicht. Milone weiß schon alles, und hat tatsächlich mit dem Münz-Ankauf bereits begonnen. Was steckt also wirklich dahinter?

Da erscheint ein Bote mit einem Brief. Kein Zweifel, die anderen wissen eindeutig, was Horo in Wahrheit ist. Lorenz bleibt nichts anderes übrig, als es Marlheit zu beichten.

Teil 5 - Ookami to Chiwagenka (Der Wolf und der Streit der Liebenden)

Bei Horos Entführung geht es tatsächlich um die Silberspekulation. Die Entführer, offenbar wirklich Medio-Leute, drohen damit, Horo der Kirche auszuliefern, wenn Marlheit nicht stillhält. Dadurch, daß die Milone-Gesellschaft mit Lorenz zusammenarbeitet und dieser wiederum eine Gefährtin hat, die ein heidnischer Gott ist, würde in diesem Fall der Bannstrahl der Kirche auf Milone fallen, und das wäre für sie das Aus.

(Die Frage, woher Medio über die wahre Identität Horos Bescheid wußte, wird übrigens nie wirklich geklärt. Wir erfahren später noch etwas dazu, aber wenn man nur das Anime und nicht den Roman, auf dem das Anime beruht, kennt, braucht man schon ziemliches detektivisches Talent, um das zu durchblicken.)

Marlheit

Durch diese Erpressung bewirken die Entführer allerdings ungewollt, daß Marlheit wieder mit Lorenz zusammenarbeitet. Denn jetzt geht Horos Schicksal ihn unmittelbar an. Also entwerfen die beiden einen komplizierten Plan, um Horo erstens zu befreien und zweitens aus der Stadt zu bringen, um sozusagen alle Beweise zu vernichten, die gegen sie verwendet werden könnten. Gleichzeitig soll dabei auch noch die Medio-Gesellschaft gegen den König von Trenni (, das ist der, der seine Silbermünzen abwerten lassen will,) ausgespielt werden. Die Details sind ausgesprochen undurchsichtig, irgendwie geht es darum, daß jeder jeden um drei Ecken herum erpressen könnte usw.

Heraus kommt jedenfalls am Ende für Lorenz ein Befreiungsplan für Horo. Milone hat einen eigenen Geheimdienst, wenn man das mal so nennen will, und so können sie Horos Befreiung mit Aussicht auf Erfolg planen, und zwar unter den Augen der Kirche, denn die darf auf gar keinen Fall etwas davon mitbekommen.

Horos Befreiung klappt soweit, und die Flucht erfolgt durch die unterirdischen Abwasserkanäle. Lorenz und Horo klettern schließlich an der vorbereiteten Stelle wieder heraus und landen in einem Wagen. Bei der Fahrt erzählt Horo, wer bei ihr aufgetaucht ist: Chloe! Was Chloe auf einmal mit Medio zu tun hat, bleibt das Geheimnis der Produzenten dieses Animes. Jedenfalls war sie überrascht zu sehen, daß Horo nicht nur ein Märchen ist. Jedoch wollte Chloe Horo sehr wohl der Kirche ausliefern, damit ihre Leute von ihr für immer unabhängig sein können, sozusagen als Zeichen einer neuen Ära, in der die alten Götter keinen Platz mehr haben, sondern die Menschen selbst über ihr Schicksal entscheiden.

Das hat Horos Selbstvertrauen tief erschüttert, und sie weint bittere Tränen darüber. Lorenz tröstet sie, indem er sie daran erinnert, daß sie ja zurück in ihre Heimat will. Jetzt hält sie nichts mehr hier in diesem Land, für das sie so lange gesorgt hat.

Der Wagen hält, und Lorenz berichtet dem Fahrer, daß der Mann hinter Medio Graf Airendot ist. Woher er das auf einmal weiß (und wer dieser Graf überhaupt ist), bleibt leider das Geheimnis der Produzenten dieses Animes, und das ist leider bei weitem nicht die einzige unverständliche Stelle. Aber wenn man schon so viele Animes gesehen hat wie ich, macht man sich darüber keine allzu großen Gedanken mehr. Manche Regisseure können es eben, und andere nicht.

Horo und Lorenz klettern wieder in die Abwasserkanäle. Doch diesmal sind sie dort nicht allein. Offenbar sind Medios Suchtrupps hinter ihnen her.

*

Nach dieser Folge haben die Fansubber noch ein paar Schautafeln eingeblendet, um die Dinge zu erläutern, die im Anime unverständlich geblieben sind. Offenbar wird all das in dem Roman richtig erklärt, im Anime aber teilweise äußerst dürftig umgesetzt, sodaß solche Erläuterungen notwendig sind.

Teil 6 - Ookami to Mugon no Wakare (Der Wolf und der stille Abschied)

Die Verfolger haben Hunde dabei, aber um die macht Horo sich keine Sorgen. Schließlich ist sie ein Wolf. und kann sie einschüchtern und verscheuchen. Die Männer jedoch geben nicht so schnell auf.

Unterwegs bekommen Lorenz und Horo einen Zuruf, die Milone-Gesellschaft habe sie verraten.

Horo und Chloe

Es werden immer mehr Verfolger, und sie sind bewaffnet. Einer erwischt Lorenz schließlich und verwundet ihn mit einem Messer. Trotzdem können die beiden erneut entkommen. Lorenz bricht dann zusammen, kommt aber nach einiger Zeit wieder zu sich. In der Zwischenzeit hat Horo anscheinend einen Ausgang gefunden. Der erweist sich allerdings als unbenutzbar, und dann erscheinen die Verfolger wieder, einschließlich Chloe, die die Herausgabe Horos verlangt. Sie erklärt Lorenz dann, was das alles für Vorteile hätte, und er könne endlich das Leben führen, von den er immer geträumt habe. Lorenz lehnt das natürlich entschieden ab, und so bleibt Horo schließlich nichts anderes übrig, als sich in ihre Wolfs-Form zu verwandeln, um nicht der Übermacht zu erliegen.

Chloes Leute geraten in Panik, und Horo räumt auch ordentlich unter ihnen auf, ohne sie allerdings zu töten. Chloe hat die Lage übrigens falsch eingeschätzt. Sie glaubte, Horo sei ein von einem Dämon besessener, aber ansonsten ganz normaler Mensch. Nun sieht sie mit eigenen Augen, daß es sich in Wahrheit völlig anders verhält. (In den Notizen, die die Fansubber an das Ende einiger Folgen gehängt haben, wird darauf übrigens ebenfalls eingegangen. Die Kirche ist hinter Horo nicht so sehr her, weil Horo eine Wolfsgöttin ist, sondern weil die Kirche sie für eine Besessene hält, einen Menschen, der einen Pakt mit einem Dämon oder dem Teufel hat. Aus der Handlung des Animes geht das allerdings nicht hervor, dazu muß man den Roman gelesen haben.)

Nachdem Horo fertig ist und zu Lorenz zurückkehrt, muß sie mal wieder feststellen, daß er sich vor ihr fast zu Tode fürchtet, wenn sie in dieser Gestalt ist. Horo nimmt den Beutel mit ihrem Weizen an sich und stapft davon. Lorenz allerdings beruhigt sich wieder einigermaßen und will sie dann doch nicht so einfach gehen lassen. Bei ihrer Verwandlung hat Horo ihre Kleider zerfetzt, und die haben ja eigentlich Lorenz gehört. Das Geld dafür will er auf jeden Fall wiederhaben.

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Lorenz erwacht in einem luxuriösen Bett. Sein Arm, wo ihn das Messer getroffen hat, ist sauber verbunden. Marlheit begrüßt ihn. (Wie das mit der Behauptung von vorhin zusammenpaßt, daß Milone ihn und Horo verraten hätten, bleibt das Geheimnis der Produzenten dieses Animes, wie so manches andere auch.) Er ist über die Geschehnisse im Untergrund informiert - er hat sogar persönlich Lorenz aufgelesen, weil Horo ihn an niemand anderen herausgeben wollte. Wo Horo jetzt ist, weiß Marlheit aber leider auch nicht, sie ist dann einfach davongegangen, nachdem sie sich wieder in ihre menschliche Form zurückverwandelt hat.

Davon abgesehen war das Geschäft erfolgreich, allerdings hauptsächlich für Milone. Lorenz' Anteil beträgt 5% abzüglich diverser Steuern und Spesen, und das sind am Ende gerade mal 120 Silbermünzen. Und dafür das ganze Theater. Es gibt allerdings auch eine positive Überraschung. Gewisse Nebengeschäfte, an denen auch Medio beteiligt waren, haben sich als sehr ertragreich erwiesen, und so bekommt Lorenz noch 1000 Silbermünzen dazu. Und fast noch wichtiger - Marlheit war mit der Zusammenarbeit mit Lorenz so zufrieden, daß seine Gesellschaft auch weiterhin mit ihm Geschäfte machen will.

Da bringt ein Bote eine Rechnung für Lorenz. ("Eine Rechnung" steht auf Deutsch darauf!) Der hatte unten, unmittelbar vor dem Kampf, Horo so viele Apfel versprochen, wie sie wollte. Offenbar hat sie ihn beim Wort genommen und diese inzwischen gekauft. Eine ganze Wagenladung davon. Und neue Kleider. Und so kommt Lorenz dahinter, wo Horo steckt. Halb angezogen, wie er gerade ist, saust er los.

Horo sitzt unten auf einem Wagen und ist gerade bei abzufahren, als Lorenz angerannt kommt. Die beiden geben sich die Hand. (Es sieht zwar eher nach Abschied aus, aber in der nächsten Folge sind die beiden wieder zusammen.)

Teil 7 - Ookami to tadashiki Tenbin (Der Wolf und die richtige Waage)

Eine junge Schafhirtin (Nora), die eine Schäferglocke bei sich trägt, marschiert einem Wald vorbei, an dessen Rand ein Rudel hungriger Wölfe nur darauf wartet, über sie herzufallen. Doch Nora scheint eine Macht zu besitzen, die die Wölfe fernhält. Ihr Ziel ist eine Stadt namens Rubinhaigen, die Hauptstadt dieser Gegend. In einer kleineren Stadt namens Poloson, die nicht weit von Rubinhaigen entfernt liegt, haben gerade Horo und Lorenz Quartier bezogen und essen im Gasthaus zu Abend. Nora hat wegen ihrer Fähigkeit, Wölfe abzuhalten, überall in der Gegend eine gewissen Berühmtheit erlangt. Allerdings verdächtigt man sie, ein Zauberer oder so was zu sein. Davon abgesehen weiß keiner etwas genaues, jeder kennt nur Gerüchte, eins abenteuerlicher als das andere.

Nora

Horo bemerkt spitz zu Lorenz, sie bete, daß dieser Zauberer keine Frau sei, weil Lorenz zu leicht auf Frauen hereinfalle. Nach dem Essen beschwert sich Horo lautstark über die viel zu frühe Sperrstunde. Aber diese Stadt wird von der Kirche Rubinhaigens verwaltet, und da sind Laster aller Art nicht gerne gesehen. Dafür verspricht Lorenz ihr, sie geradewegs nach Rubinhaigen zu bringen, wenn er hier seine Waren, eine Ladung Pfeffer, verkauft hat. Rubinhaigen ist groß, und es gibt dort Äpfel und noch viel bessere Delikatessen, die Lorenz Horo genüßlich aufzählt und dabei zusieht, wie sie zu sabbern anfängt.

Gleich am nächsten Tag marschieren die beiden zur Handelsstation und verkaufen den Pfeffer. Der Händler will sie mit einer getürkten Waage austricksen, aber dabei gerät er mit Horo an den Falschen. Genauer gesagt ist zwar die Waage ok, aber der Tisch ist schief. Aber Horo hat das gemerkt ...

Der betrügerische Händler muß Lorenz nun sehr weit entgegenkommen und ihm einen großen Kredit gewähren, mit dem Lorenz seine nächste Ladung, Rüstungen, finanziert.

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Horo hätte gerne, daß Lorenz ihr Öl kauf, mit dem sie ihren Schwanz verschönern will. Lorenz meint allerdings, sie schulde ihm sowieso schon so viel Geld, also käme das überhaupt nicht infrage. Auf ihre unnachahmliche Art bringt Horo ihn aber sehr rasch dazu, es sich anders zu überlegen.

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Mit einer Wagenladung Rüstungen machen Lorenz und Horo sich auf den Weg nach Rubinhaigen. Wie üblich, reden sie übers Geschäft, und Horo fragt, warum er nicht mit Gold oder Juwelen handele, wo diese doch den höchsten Profit ergäben. Allerdings hat die Kirche darauf so hohe Steuern gelegt, daß der Handel damit kaum einen Gewinn abwirft. Mit Schmuggel könnte man zwar schnell sehr reich werden, aber wenn man erwischt wird, hacken sie einem die Hand ab oder noch was schlimmeres. Es lohnt sich also nicht.

Unterwegs treffen die beiden auf andere Händler, die sie warnen. Aus dem Norden seien gerade Söldner und Plünderer in diese Gegend eingedrungen. Also fährt Lorenz einen Umweg, anscheinend eine neue Strecke. Dort soll es allerdings Wölfe geben. Allzu beunruhigt ist Lorenz deswegen jedoch nicht, schließlich hat er ja Horo an seiner Seite.

Der Weg ist völlig menschenleer, bis die beiden schließlich einer Schäferin mit ihrer kleinen Herde begegnen: Nora, die angebliche Magierin. Horo mag sie vom ersten Augenblick an nicht, Lorenz hingegen versteht sich mit ihr auf Anhieb sehr gut. Denn Nora ist sehr niedlich, freundlich und zutraulich, und wirkt überhaupt nicht gefährlich.

Teil 8 - Ookami to hitsujikai Kohitsuji (Der Wolf und die Schäfchen des Schafhirten)

Nora erteilt Lorenz ihren Segen und erhält dafür einen kleinen Obolus. Sie fragt ihn dann, ob er sie nicht anheuern wolle, und zwar als Wolfs-Scheuche. Die Gerüchte stimmen also: sie kann tatsächlich Wölfe fernhalten. Horo hält nichts von dieser Idee und macht alle möglichen (sinnvollen) Einwände geltend, aber Lorenz engagiert Nora am Ende trotzdem. Und so setzen sie ihre Reise durch die idyllische Vorgebirgslandschaft nun für die nächsten zwei Tage zu dritt fort (wenn man die Tiere mal nicht mitzählt).

Lorenz und Nora

Nora arbeitet seit vier Jahren als Schafhirtin. Der Anlaß dafür war Enek, ihr Hund, den sie damals auflas und der sich für diese Arbeit als sehr begabt erwies. Nora erzählt Lorenz eine Menge. Eigentlich will sie Schneiderin werden, braucht dafür aber noch viel Geld. Ihre Fähigkeit, gegen Wölfe zu wirken, kommt ihr recht gelegen, denn so kann sie ihre Schafherde in Gegenden führen, in die andere Hirten sich nicht trauen, und außerdem kann sie nebenbei als Eskorte arbeiten, so wie jetzt gerade.

Bei der abendlichen Rast erfährt Lorenz, daß Nora mit ihrem Arbeitgeber, der Kirche, nicht sonderlich zufrieden ist. Allerdings - auch wenn sie hier keine Reichtümer erwerben kann, hat sie doch immerhin finanziell genug, um ganz gut über die Runden zu kommen.

Am nächsten Tag erreichen die Drei Rubinhaigen, eine gut befestigte Stadt in einem weiten Talkessel. Ihre Wege trennen sich hier, denn Nora und ihre kleine Herde müssen einen anderen Eingang benutzen als Lorenz mit seinem Wagen. Als die Stadtwachen sehen, daß Lorenz Rüstungen geladen hat, schauen sie ihn verdächtig komisch an, aber Lorenz denkt sich erst mal nichts dabei. Zwei seiner 20 Rüstungen muß er jedenfalls gleich mal als Zoll dalassen. (Paradiesische Zustände: wir müssen von dem, was wir verdienen, mehr als die Hälfte abgeben.)

Lorenz stellt seinen Wagen unter und geht dann mit Horo was Ordentliches essen. Und trinken natürlich, denn in Horo geht enorm was rein. Danach gehen sie zur örtlichen Lowen-Handelsgilde. Der dortige Boß ist ein alter Freund von Lorenz

Teil 9 - Ookami to Uzumaku Inbou (Der Wolf und der Strudel der Intrige)

Der Boß bemerkt, daß Lorenz seine Waren auf Kredit gekauft hat, und macht einige seltsame Bemerkungen darüber. Über Nora macht er auch ein paar spöttische Bemerkungen, und Horo, die das mitbekommen hat, zieht Lorenz danach damit auf.

Lorenz und Horo in Schwierigkeiten

Später, im Gasthaus, resümiert Horo nochmal: Lorenz hat Rüstungen, die 100 Lumione-Goldmünzen Wert waren, von dem Händler der Latopeiron-Gesellschaft, der sie mit der Waage betrügen wollte, für 50 Lumione gekauft, aber auf Kredit. Wenn er sie hier beim Remerio-Handelshaus günstig verkauft, kann er die 50 Lumione zurückzahlen und den Rest als seinen Gewinn einkassieren, indem er nichts anderes gemacht hat, als Waren von A nach B zu transportieren.

Damit hat Horo theoretisch Recht. Aber es gibt da auch noch das sogenannte unternehmerische Risiko. Und das erwischt Lorenz jetzt eiskalt: Der Markt für Rüstungen ist eingebrochen und seine Ware damit so gut wie wertlos. Lorenz ist also pleite. Herr Remerio von der gleichnamigen Gesellschaft hat Latopeiron Lorenz' Schuld abgekauft, d.h. er schuldet jetzt knapp 50 Lumione jetzt Remerio. Und der verlangt Zahlung in spätestens 2 Tagen, andernfalls er das Geld von der Lowen-Gilde fordern werde. Das wäre für Lorenz das Ende seiner Karriere als Händler.

So schnell gibt Lorenz aber nicht auf, und Horo verspricht, ihm zu helfen.

Als erstes begibt Lorenz sich mal wieder zur Lowen-Gilde, wo man ihn aber nicht gerade mit offenen Armen empfängt. Denn wenn Lorenz es nicht schafft, die 47 Lumione aufzutreiben, soll die Gilde die Schuld begleichen, was der Boß aber abgelehnt hat. Denn Lorenz hat sich schließlich selbst in diese unangenehme Lage gebracht, also muß er auch alleine wieder herauskommen. Und wenn nicht, dann muß er als Sklave die Schuld abarbeiten, etwa die nächsten 10 Jahre auf der Galeere oder so was.

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Lorenz hat in Rubinhaigen viele Geschäftsfreunde, die er nun aufsucht, um sich von ihnen das Geld zusammenzuleihen. Doch was er bekommt, ist ein Tritt in den Hintern. Angeblich hat gerade keiner Geld, mache sagen auch ganz offen, daß sie mit ihm nichts mehr zu tun haben wollen. Lorenz' Verzweiflung wächst und wächst, und schließlich stößt er sogar Horo von sich. Das tut ihm auf der Stelle leid, aber jetzt ist Horo erst mal beleidigt, und das zu Recht.

Teil 10 - Ookami to saidai no Hissaku (Der Wolf und der große Geheimplan)

Horo sitzt brütend in ihrem Zimmer in der Herberge. Und Lorenz hat es auch spät am Abend immer noch nicht aufgegeben, seine Bekannten um Geld anzubetteln. Heraus kommt dabei so gut wie nichts.

Nora, Horo und Lorenz

Er traut sich kaum noch, Horo unter die Augen zu treten. Doch offenbar hat die den Kampf noch nicht aufgegeben. Als erstes hält sie Lorenz mal eine ordentliche Standpauke, allerdings anders als erwartet. Sie hält Lorenz eigentlich für zu weich und freundlich und bringt das in ihrer unvergleichlichen Art sehr temperamentvoll rüber.

Das ganze endet als eine Art seltsamer Liebeserklärung, wenn man das mal so nennen will. Und dann erzählt Horo Lorenz, wie er das benötigte Geld auftreiben könnte.

*

Am nächsten Morgen sitzen beide bei Herrn Remerio und unterbreiten ihm folgenden einfachen Vorschlag: sie schmuggeln für ihn eine Ladung Gold und teilen sich dann den Gewinn. Der Grund, warum Remerio überhaupt auf so etwas eingeht ist, daß er selbst ebenfalls ziemlich in der Klemme steckt, und zwar aus dem selben Grund wie Lorenz: die gefallenen Preise für Rüstungen haben beide in große Schwierigkeiten gebracht.

Ausführen soll den Schmuggel Nora bzw. ihre Schafe. Sie sollen das Gold in ihren Mägen in die Stadt transportieren.

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Noras Boß, ein ranghoher Priester, schickt sie und ihre Herde wieder los, allerdings diesmal auf einen besonders gefährlichen Weg zur Stadt Ramtora. Noras Bedenken wischt er beiseite mit den Worten, Gott werde sie bestimmt beschützen, wie all die vielen Male zuvor auch schon.

Nora hat also jetzt noch mehr Grund als zuvor schon, um mit ihrem Brötchengeber unzufrieden zu sein, dem ihr Schicksal völlig egal ist. Und als Lorenz und Horo ihr dieses heiße Schmuggelgeschäft vorschlagen, braucht sie nicht lange nachzudenken und sagt zu, wohl wissend, auf was sie sich da einläßt. Nebenbei wird sie, wenn es klappt, dabei eine geradezu fürstliche Summe Geld verdienen: 20 Lumione.

In allen Städten unter der Kontrolle der Kirche ist der Goldpreis absurd hoch. Ramtora, obgleich nicht weit von Rubinhaigen entfernt, steht aber nicht unter Kirchenoberhoheit, weil der Weg dorthin sehr gefährlich ist. Und Ramtora wiederum ist Noras offizielles Ziel, Alles zusammen ist damit Nora die ideale Person für diesen Schmuggel.

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Kaum ist das Geschäft besiegelt, hat Lorenz schon ein schlechtes Gewissen, weil er das Gefühl hat, Nora über den Tisch gezogen zu haben. Was er definitiv nicht hat. Er hat ihr gegenüber alle Karten auf den Tisch gelegt. Und Horo hat überhaupt keine Bedenken. Sie hält Nora für ziemlich clever.

Teil 11 - Ookami to Wakazou no Mure (Der Wolf und die Bande des Bengels)

Remerio hat einen Mitarbeiter namens Martin Rievelt mit der Durchführung des Schmuggelplans, zumindest mit der Hälfte, für die Remerio verantwortlich ist, beauftragt. Früh am Morgen brechen er, Nora mit ihren Schafen, Horo und Lorenz auf. Remerio selbst vergeht derweil fast vor Sorgen: "Shippai sureba ashita ha nai" - "Wenn das schiefgeht, gibt es (für uns) kein morgen".

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auf der Flucht

Am Nachmittag muß Nora mit ihrer Herde anhalten. Schließlich richtet sich der Plan nach den Schafen, und die wollen jetzt fressen und ruhen. Rievelt hat dafür aber kein Verständnis und will alleine weiterreiten. Lorenz bringt ihn aber zur Vernunft, so daß sie die Nacht zusammen verbringen. Am nächsten Tag erreichen sie dann den Wald, wo der gefährliche Teil ihrer Reise beginnt. Nora ist jedoch zuversichtlich, daß ihnen (zumindest durch Wölfe) keine Gefahr droht.

Davon ist übrigens auch Horo überzeugt. Allerdings ist sie wütend auf Noras Hund Enek, von dem sie glaubt, daß er weiß, wer sie ihn Wahrheit ist.

Der Rest des Tages verläuft ereignislos, aber in der Nacht finden die Reisenden wegen der Wölfe, die überall herumschleichen, wenig Schlaf. Doch Nora kennt offenbar keine Furcht. Was sie eigentlich tut, um die Wölfe abzuhalten, weiß man nicht, aber was es auch sei, es wirkt.

Am Mittag des nächsten Tages erreichen die vier Ramtora. Rievelt reitet in die Stadt ein. Horo nutzt die Zeit und unterhält sich ein bißchen mit Nora, und zwar über Wölfe und über Lorenz. Später schlafen sie ein bißchen in der milden Mittagssonne, und dann kommt irgendwann Rievelt wieder zurück mit einem größeren Beutel Gold. (Ich würde schätzen, der Beutel faßt etwa 1 Liter, das wären dann ca. 20 kg Gold, nach gegenwärtigem Marktwert ca. 400.000 Euro - eine nette Summe.)

Jetzt geht's den Weg wieder zurück. Und das wird nicht so leicht wie der Hinweg. Es fängt schon damit an, daß es jetzt regnet, außerdem zieht dichter Nebel auf und macht den Wald noch unheimlicher, als er sowieso schon ist. Und dann zeigen sich die Wölfe. Ziemlich viele sind es. Doch auch jetzt denken Enek und Nora nicht an Angst, sondern an Kampf.

Eigentlich sollten ihre taktischen Züge ausreichen, um die Wölfe auszumanövrieren, doch irgend etwas stimmt nicht. Offenbar weiß Horo, was hier gespielt wird: in diesem Wald lebt ein weiterer Wolfsgott. Horo bezeichnet ihn als jungen Bengel, was aber an der Brisanz der Situation nichts ändert, im Gegenteil. Das ist etwas, um das Horo sich persönlich und alleine kümmern muß. Lorenz schickt also Rievelt und Nora mit ihrer Herde voraus, bleibt aber nicht mit Horo zusammen, denn die verschwindet erst mal im Wald. (Vorher hat sie aber Lorenz ihre Kleider gegeben, damit die nicht wieder zerfetzt werden ... man weiß ja nie, wie weit man gehen muß.)

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Rievelt und Nora halten Lorenz inzwischen für tot, und das ist er auch fast, aber nicht wegen der Wölfe. Es ist nämlich so, daß Remerio kalte Füße bekommen und drei Auftragsmörder hinter Lorenz hergeschickt hat. Es wird nicht so ganz klar, was bei der ganzen Aktion am Ende wirklich herauskommen soll. Die drei Typen scheinen es selbst nicht so genau zu wissen. Sie einigen sich schließlich danhingehend, daß sie Lorenz gefesselt im Wald liegenlassen, wo ihn dann wohl alsbald die Wölfe fressen werden.

Teil 12 - Ookami to arata na Tabidachi (Der Wolf und die neue Reise)

Lorenz gelingt es, sich von den Fesseln zu befreien. Dann macht er sich auf die Suche nach Horo. Sein Pferd haben die drei Banditen mitgenommen, Horos Kleider haben sie ihm großzügigerweise jedoch gelassen. Er findet Horo nicht, sondern sie ihn. Offenbar hat sie sich mit dem jungen Wolfsgott friedlich geeinigt und sich nicht verwandeln müssen. Das immerhin ist gut ausgegangen. Aber wie geht es jetzt weiter mit dem Gold? Horo warnt Lorenz, daß es diesmal Tote geben könnte. Sie will mit Remerio abrechnen, doch Lorenz will, daß sie zuerst Nora rettet, auf die es die Banditen wahrscheinlich ebenfalls abgesehen haben. Horo gefällt das gar nicht, sie haßt Schafhirten und diesen einen ganz besonders, aber Lorenz will auf keinen Fall einfach so zuschauen, wenn ein Unschuldiger umgebracht wird.

Horo verwandelt sich, läßt Lorenz aufsitzen und saust los.

Horo, Nora und Lorenz

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Die drei Banditen sind derweil bei Nora und Rievelt und erzählen Nora, daß Horo und Lorenz tot seien. Remerio hat hier nicht nur drei Leute ausgeschickt, sondern eine ganze Gruppe - was er auch immer damit bezwecken mag. (Dafür, daß er pleite ist, hat er noch ganz schön viel Geld, denn diese Leute arbeiten bestimmt nicht umsonst.) Jedenfalls erscheint kurz darauf Horo und fährt wie eine Furie unter sie. Allerdings tötet sie keinen. Dann kommt sie auf Rievelt zu, der voller Panik hinter Nora Deckung sucht.

Nora muß wirklich Nerven aus Stahl haben, denn selbst als Horo sich in voller Größe vor ihr aufbaut, nimmt sie den vermeintlichen Kampf an. Rievelt bietet ihr 300 Lumione, wenn sie sein Leben beschützt. Also tritt Nora mit Enek an ihrer Seite gegen Horo an, während Rievelt davonreitet. Horo fegt Enek zur Seite und schnappt sich dann Nora mit ihrem Fang. Lorenz befürchtet schon das schlimmste. Doch Horo setzt sie wieder ab und verfolgt statt dessen Rievelt, den sie sehr schnell einholt.

Nora ist sehr überrascht, Lorenz noch am Leben zu sehen. Einen Moment später kommt auch Horo wieder anmarschiert. Rievelt trägt sie in ihrem Fang mit sich. Es ist jetzt an der Zeit, daß Lorenz Nora ein paar Dinge erklärt. Dann nimmt er den Beutel mit dem Gold an sich.

Rievelt kommt wieder zu sich, und beim Anblick Horos gesteht er alles, was Lorenz von ihm wissen will. Remerio wollte letztlich Lorenz seinen Anteil nicht bezahlen. Trotz dieses Betruges ist Lorenz aber entschlossen, den Plan durchzuziehen, statt einfach das ganze Gold an sich zu nehmen. Denn ohne dieses Gold würde Remerio pleite gehen. Irgendwie gefällt ihm diese Idee nicht. Besser ist es, auf einen Teil der Beute zu verzichten und ein ehrliches Geschäft zu machen, auch wenn die andere Seite einen so schmutzigen Betrug versucht hat. Denn sonst würde letztlich Rache auf Rache folgen und keiner hätte mehr Ruhe und Frieden in der Zukunft.

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Noras Schafe schmuggeln also das Gold nach Rubinhaigen, wo es das Zehnfache wert ist. Das gibt für alle Beteiligten einen fetten Profit. Und Horo und Lorenz sorgen dafür, daß Remerio diesmal so mitspielt, wie er soll. Er muß nämlich bezahlen, und zwar ziemlich viel, aber Lorenz macht es so, daß Remerios Firma dabei nicht bankrott geht.

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Nora kündigt ihre Arbeit als Schäferin und geht in eine andere Stadt. Und Horo und Lorenz setzen ihre Reise fort.


Erstellt am 20.4.2008. Letzte Änderung: 20.2.2014