Puppet Princess

Puppet Princess

Auf Japanisch heißt dieses Anime "Karakuri no Kimi".

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Ziemlich blutig geht es in dieser Geschichte zu, die in einem mehr oder weniger realen Japan der Feudalzeit spielt. Es gibt etliche Provinzfürsten und Kriegsherren, die in ständige Kämpfe um Macht und Einfluß verstrickt sind. Eins der Opfer dieser dauernden Kriege ist Prinzessin Rangiku, ein junges Mädchen, dessen Vater vor einem Jahr von einem anderen Kriegsfürsten besiegt und niedergemetzelt wurde. Rangiku hat glücklicherweise überlebt und einige der unheimlichen Puppen, die ihr Vater konstruiert hat, mit sich genommen, um nun mit ihrer Hilfe Rache zu üben.

Garniert wird das ganze mit Ninjas, die in dieser Geschichte immer und überall vorkommen. Besonders ausgefallen ist dabei die Idee mit den untoten Ninjas. Technisch gesehen sind sie zwar auch nichts anderes als Puppen oder Marionetten, dafür sind sie aber ausgesprochen gefährlich. Denn Puppen kann man nicht töten, weil sie ja gar nicht leben.

Wie auch immer, alleine schafft Rangiku es nicht, und so sucht sie sich einen Helfer - eine Ninja natürlich - und versucht mit ihm zusammen den Bösewicht zu erledigen. Naja, so klar sind die Rollen zwischen gut und Böse nun auch wieder nicht verteilt. Rangikus Vater beispielsweise war nicht gerade das, was man einen netten Menschen nennen würde. Immerhin ist Rangiku selbst tatsächlich das naive, aber entschlossene Mädchen, als daß sie sich gibt, und sie sorgt in diesem doch recht brutalen Anime für die ausgleichende Niedlichkeit.

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Erschienen ist "Puppet Princess" vor ein paar Jahren als US-DVD, die inzwischen aber schon wieder vergriffen ist. (Und da soll noch mal was einer gegen Video-Tauschbörsen sagen: wenn die Rechte-Inhaber ihr Zeug so wenig interessiert, kann man diese Art der Selbsthilfe wohl kaum als Missetat bezeichnen.)

Fazit

Es ist nicht so ganz einfach, dieses Anime einzuordnen. Es enthält äußerst blutige und brutale Metzel-Szenen, die aber fast schon wieder als Parodie auf sich selbst betrachtet werden können. Dann kommt eine sehr explizite Nackt-Szene vor, die aber gänzlich sex-los bleibt. Und zum Dritten haben wir diese seltsame Hintergrundgeschichte mit den Marionetten-Ninjas, die auf ziemlich ungewöhnliche Weise gesteuert werden, die in der Realität niemals auch nur annähernd funktionieren könnte, nämlich über hauchdünne Fäden, die in einem Rahmen in Ringen enden, in die Rangiku ihre Finger und Zehen stecken muß. Brutale Grausamkeiten einerseits, auf der anderen Seite aber eine kleine Prinzessin mit einem sehr hohen Niedlichkeitsfaktor, irgendwie ist alles dabei.

Mir hat die Geschichte alles in allem ganz gut gefallen. Sicher kein Meilenstein der japanischen Anime-Geschichte, aber eine nette Unterhaltung für Zwischendurch.


Zusammenfassung der Handlung


Fumiwatari Rangiku - sie ist die Tochter eines kleinen Provinzfürsten, eine Prinzessin also, allerdings eine verwaiste, denn ihre Eltern wurden vor einem Jahr bei einem Überfall durch den Kriegsherren Karimata Sadayoshi getötet. Sie selbst kam nur knapp mit dem Leben davon. Immerhin hat sie außer ihrem Leben auch noch eine Reihe jener Puppen gerettet, von denen ihr Vater Zeit seines Lebens zahllose konstruiert hat. Diese Puppen sind mächtige Krieger, und mit ihrer Hilfe will Rangiku den damalige Überfall rächen Fumiwatari Rangiku j: Yajima Akiko
e: Georgette Rose
Manajiri Yasaburo / Katoo Danzoo - er ist der gefährlichste aller Ninjas und verfügt über eine unheimliche Illusionsmagie. Das macht ihn letztlich zu einem Ausgestoßenen, mit dem wegen seiner extremen Gefährlichkeit und Macht keiner mehr etwas zu schaffen haben will, bis zufällig eines Tages Prinzessin Rangiku ihn aufliest und als ihren Leibwächter einstellt, zunächst ohne zu wissen, wer er wirklich ist. Und nachdem sie es schließlich erfährt, ist sie erst Recht von ihm begeistert - und er von ihr auch Manajiri Yasaburo j: Wakamoto Norio
e: Michael McConnohie
Fumiwatari Hisashige - Rangikus Vater wurde vor einem Jahr bei einem Krieg von Karimata Sadayoshi getötet. Hinterlassen hat er zahlreiche perfekte, fast lebendige Puppen, von denen die meisten nun Karimata besitzt. Rangiku allerdings hat auch ein paar, und sie weiß sie gut zu nutzen. Hisashige war übrigens vollkommen besessen von seinen Puppen und beging scheußliche Grausamkeiten, um an die Bauteile zu kommen, die er für sie brauchte, beispielsweise menschliche Haut. Er schreckte nicht mal davor zurück, seiner eigenen Tochter diese Haut bei lebendigem Leibe aus dem Körper zu schneiden, was Rangiku allerdings einigermaßen gut überstanden hat Fumiwatari Hisashige j: ?
e: James Lyon
Karimata Sadayoshi - er ist mindestens genauso grausam wie Hisashige, und so vollkommen fasziniert von seinen Puppen, daß er versucht, mit ihnen zu verschmelzen, um unbesiegbar zu werden Karimata Sadayoshi j: Nakata Kouji
e: Abe Lasser
Erzähler - j: Mugihito
e: Richard Barnes
Anführer der untoten Ninjas - Karimatas treuer Diener findet im Kampf gegen Rangiku und Manajiri den Tod Anfüher der untoten Ninjas j: Aono Takeshi
e: Anthony Mozdy

Daten: Regie: Takaya Hirotoshi Manga-Vorlage: Fujita Kazuhiro Erscheinungsjahr: 2000
Bewertung Animation:
Framerate: gut Standbilder: einige Zeichenqualität: gut Character-Design: teilweise etwas seltsam, was aber für dieses Anime auch allgemein zutrifft
Bewertung sonstiges: Handlung: hoher Ninja-Faktor Besonderheit: Marionetten mit ungewöhnlicher Steuerung Musik: nichts auffälliges
Japanische Synchronstimmen: gut Englische Synchronisation: gut Untertitel: gut Gesamt-Beurteilung: recht nett

Erstellt am 12.11.2007. Letzte Änderung: 15.2.2014