Rumiko Takahashi

Rumiko Takahashi wurde mit ihren Mangas zu einer der reichsten Frauen Japans. Aus ihrer Feder stammen u.a.

Es geht in diesen Geschichten, die es teilweise auf 200 und mehr Folgen gebracht haben, meistens um die Liebe, allerdings mit Hindernissen. Zwei sollen heiraten, wollen aber nicht, oder sie wollen heiraten, dürfen aber nicht. Das ganze präsentiert Frau Takahashi uns als ideenreiche Komödien, in denen reichlich Platz für die Präsentation sympathischer, oft auch skurriler Charaktere ist: Mädchen, die als Jungen großgezogen wurden, Menschen mit Superkräften, abgedrehte Außerirdische, unerbittliche Rivalen usw. Sie und ihre Geschichten genießen daher nicht nur in Japan Kultstaus.

Andererseits: diese Grundidee auf - alles in allem - mehrere hunderte Folgen auszuwalzen, bedarf schon eines begeisterungsfähigen Publikums. Trotzdem sind sie ideal für eine TV-Ausstrahlung, und tatsächlich sendet RTL2 etliche Folgen von "Ranma ½" seit April 2002 als Premiere im deutschen Fernsehen, und zwar, soweit ich weiß, völlig ungeschnitten (es gibt immerhin einige "Badeszenen", die vor allem in den USA gerne mal der Schere zum Opfer fallen).

Die deutsche Synchro ist relativ gut, allerdings sind einige Namen ziemlich komisch ausgesprochen.

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Frau Takahashis Figuren-Design ist sehr charakteristisch. Die Mädchen sind oft relativ wenig bekleidet, super-niedlich und sehen auf den ersten Blick eher einfach gezeichnet aus. Trotzdem sind die Körperproportionen und Perspektiven ausgesprochen gut getroffen. Wenn man mal ein paar dieser Figuren gesehen hat, erkennt man den Stil sofort wieder. Übrigens unterscheidet sich, im Gegensatz etwa zu "Sailor Moon", der Manga- vom Anime-Stil praktisch nicht.


Ranma ½

Ranma 1/2 - Shampoo

... ist in Japan (und nicht nur dort) eine Kultserie mit ca. 200 Fernseh-Episoden, mehreren großen Filmen, OVAs, natürlich den Mangas, den üblichen Fan-Artikeln usw. Bei uns sind vor ein paar Jahren im Feest-Verlag 4 Mangas in deutscher Übersetzung herausgekommen. Diese Serie ist mit Band 4 dann leider eingestellt worden, wurde dann aber später wieder aufgenommen, allerdings in einem anderen Format.

Zusammenfassung der Rahmenhandlung:

Akane

Genma Saotome ist mit seinem Sohn Ranma zum Kampfsport-Training nach China gefahren, zu dem sehr gefährlichen Übungs-Zentrum bei den verwunschenen Quellen von Jusenkyou. Ihr chinesischer Führer weist sie auf die Gefahren hin, die von den Quellen und Teichen ausgehen: in jedem ist ein Mensch oder Tier ertrunken, und wer hineinfällt, verwandelt sich von da an immer in das entsprechende Wesen, wenn er mit kaltem Wasser in Berührung kommt. Erst heißes Wasser verwandelt ihn wieder zurück. Doch da weder Ranma noch sein Vater Chinesisch können, verstehen sie die Warnung nicht.

Und so kommt es, wie es kommen muß: Genma fällt in den Teich des ertrunkenen Pandas, Ranma in den des ertrunkenen Mädchens. Von nun an ist er sozusagen zur Hälfte ein Mädchen. Für den stolzen Jungen eine ziemlich schwierige Situation.

Noch vor dem Training hatte Genma mit seinem alten Freund Soun Tendou ausgemacht, Ranma mit einer der drei Töchter Tendous zu verloben. Die Wahl fällt schließlich auf Akane, eine ziemlich rabiate Karate-Lady, die Jungen haßt. Ranma ist daher nach Meinung ihrer zwei Schwestern der ideale Mann für sie, weil er ja nur zur Hälfte ein Mann ist.

Im Laufe der Serie gesellen sich etliche weitere schräge Charaktere zu den bisherigen, darunter einige, die ebenfalls Bekanntschaft mit Jusenkyou machen mußten. Dies verwickelt sie in komplizierte Situationen, einige nutzen ihren Fluch aber auch geschickt aus. Ryouga Hibiki beispielsweise liebt Akane, die aber weder von ihm noch von sonst einem Jungen viel wissen will. Da er in den Teich des ertrunkenen Schweinchens gefallen ist, jubelt er sich ihr als Haustier unter, um seiner Angebeteten auf diese Weise nahe sein zu können. Gleiches versucht Shampoo, die sich in eine Katze verwandelt, mit Ranma, aber der hat eine Katzen-Phobie: Pech gehabt.

Der Rest der Serie wird mit allen möglichen Kämpfen, Wettkämpfen, Rivalitätskämpfen und dem Versuch, den jeweiligen Fluch wieder loszuwerden, verbracht.

Noch eine kurze Bemerkung zu den (alten) deutschen Manga-Ausgaben. Ryouga verwandelt sich, wie schon oben erwähnt, in ein Schweinchen, das in der japanischen Version "P-chan" heißt. Das "P" steht dabei für "pig". Die deutsche Übersetzung hat daraus "F-Lütt" gemacht ("F" für "Ferkelchen"), was einigen Leuten offenbar so gnadelos schlecht finden, daß sie keine Gelegenheit auslassen, sich darüber zu beschweren. Ich für meinen Teil finde diese Übersetzung einfach genial gut.

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Ranma

Der Name "Ranma" schreibt sich übrigens mit den Kanji "RAN" - "Unruhe" und "BA" - "Pferd". Und auf japanisch heißt die Serie "Ranma ni bun no ichi", was nichts anderes als "Ranma ½" bedeutet.


TV-Folgen, OAVs und Filme

Einige der Filme habe ich auf spanisch gesehen - daher die spanischen Titel. Die spanische Synchronisation ist übrigens recht gelungen. Rrrranma, Rrrryouga und die übrigen auf spanisch zu hören macht viel Spaß, vor allem wenn man es versteht (meine Kenntnisse sind inzwischen ziemlich eingerostet, aber für eine ungefähre Zusammenfassung der Handlung hat es noch gelangt.)


Fazit:

Die Geschichte ist schräg, überspannt, cool, süß und hat ein hohes Suchtpotential. Charakteristisch sind vor allem die Macho-Sprüche unserer Helden ("Das werde ich dir nie verzeihen", "Mach dich auf dein Ende gefaßt" usw.). Die anschließenden Prügeleien sind dann zwar immer sehr wild, aber es gibt nie ernsthafte Verletzungen. Auf jeden Fall ist die Show sehr unterhaltsam.

Eine ganze Reihe der Folgen gibt es auf US-DVD. Deutschsprachige Kauf-Videos oder gar DVDs sind meines Wissens noch nicht gesichtet worden, aber wir haben ja inzwischen immerhin die Mangas.

Einige Links:


Die Figuren aus "Ranma" sind auch in Europa mittlerweile recht bekannt, allerdings in der europäischen Schreibweise ihrer Namen (Vorname Nachname). Daher habe ich das in der Tabelle auch so gehalten.

Genma Saotome Ranmas Vater verwandelt sich beim Kontakt mit kaltem Wasser in einen riesigen Panda. Aber egal ob Mensch oder Panda, meist spielt er mit seinem alten Kumpel Soun Tendou Go, wenn er nicht gerade eine neue Verlobung für seinen Sohn aushandelt.
Er spielt gern den Draufgänger, ist aber, wenn es darauf ankommt, nicht sehr mutig (ganz im Gegensatz zu seinem Sohn), und er hat einen ziemlich zweifelhaften Charakter
Saotome Ganma j: Ogata Ken'ichi
d: Thomas Rauscher
e: Robert Smith
Nodoka Saotome Ranmas Mutter taucht in der Geschichte erst sehr spät auf. Genma und Ranma haben Angst vor ihr, weil Genma ihr einst versprochen hatte, aus Ranma einen richtigen Mann zu machen. Da er jetzt ein halbes Mädchen ist, müssen beide, wenn Nodoka sie erwischt, Harakiri begehen Nodoka j: Ikeda Masako
e: Lisa Bunting
Ranma Saotome Er verwandelt sich bei Kontakt mit kaltem Wasser in ein Mädchen. Das macht ihm sehr zu schaffen, doch manchmal kann er es auch zu seinem Vorteil ausnutzen. Auf jeden Fall ist er in beiden Formen ein Kampfsport-Ass, gegen den zumindest seine Klassenkameraden und Ryouga keine Chance haben. Er hat insgesamt drei Verlobte.
Seine (einzige) Schwäche ist eine Katzen-Phobie
Ranma j: Yamaguchi Kappei (m) / Hayashibara Megumi (w)
d: Angela Wiederhut (w) / Clemens Ostermann (m)
e: Richard Cox (m) / Venus Terzo (w)
Soun Tendou Er ist der Vater von Kasumi, Nabiki und Akane. Außerdem ist er Chef des Tendou-Trainingszentrums (Tendou-Doujou), auch wenn er seine Zeit meist damit verbringt, mit Genma Go zu spielen. Die beiden haben die Verlobung von Ranma mit einer Tendou-Tochter untereinander ausgemacht, ohne erst lange zu fragen.
Genau wie Genma spielt Soun gerne den Macho-Typen, aber besonders mutig ist auch er nicht
Soun Tendou j: Ohbayashi Ryunosuke
d: Michael Schwarzmaier
e: David Kaye
Kasumi Tendou Sie ist die älteste Tendou-Tochter und führt seit dem Tod ihrer Mutter den Haushalt. Sie kann (als einzige in der Familie) gut kochen. Kasumi ist immer freundlich, hilfsbereit und der Sonnenschein ihrer Familie. Eine Besonderheit ist, daß sie nie verletzt wird, auch wenn es um sie herum noch so kracht - und das kommt oft vor Tendou Kasumi j: Inoue Kikuko
d: Christine Stichler
e: Willow Johnson
Nabiki Tendou Die mittlere Tochter hat ein phänomenales Talent, aus jeder Situation das beste für sich herauszuholen, meistens Geld. In echte Schwierigkeiten kommen vielleicht andere, aber sie nie Nabiki Tendou j: Takayama Minami
d: Sonja Reichelt
e: Angela Costain
Akane Tendou Sie ist Tendous jüngste Tochter und Ranmas unfreiwillige Verlobte. Sie mag ihn sehr, würde das aber normalerweise niemals zugeben - genau wie umgekehrt. Da sie gut Karate kann, hat Ranma so seine Schwierigkeiten mit ihr. Sie ist ganz vernarrt in P-Chan, natürlich ohne zu wissen, daß es in Wirklichkeit Ryouga ist Tendou Akane j: Hidaka Noriko
d: Andrea Imme
e: Myriam Sirois
Tatewaki Kunou Er geht an die gleiche Schule wie Ranma und Akane, und hält sich für den Größten. Seine Spezialität ist der Schwertkampf. Außerdem ist er hinter Akane her. Gelegentlich zeigt er sich aber auch von seiner großzügigen Seite Kunou j: Suzuoki Hirotaka
d: Manuel Straube
e: Ted Cole
Kodachi Kunou Tatewakis jüngere Schwester hat es ganz schön in sich. Sie ist sehr gut (d.h. gefährlich) in Gymnastik und Turnen, und wahnsinnig in Ranma (männlich) verknallt Kodachi Kunou j: Shimazu Saeko
d: Julia Haacke
e: Teryl Rothery
Shampoo Die chinesische Amazone verwandelt sich bei Kontakt mit kaltem Wasser in eine Katze. Sie hatte eine komplizierte Beziehung mit Ranma, die am Ende so steht, daß sie ihn inniglich liebt (egal, ob er gerade ein Junge oder ein Mädchen ist) Shampoo j: Sakuma Rei
d: Anke Kortemeier
e: Cathy Weseluck
Mousse Er stammt ebenso wie Shampoo aus China und will sie unbedingt heiraten. Bei Berührung mit kaltem Wasser verwandelt er sich in eine Ente. Seine Schwäche ist, daß er nicht so gut sieht. Als Kämpfer ist er mit seinen geheimen Waffen allerdings sehr gefährlich Mousse j: Seki Toshihiko
d: Janni Panczak
e: Brad Swaile
Cologne Shampoos Urgroßmutter ist trotz ihrer 300 Jahre nicht so klapperig, wie sie aussieht. Wenn sie auftaucht, passieren den anderen meistens unangenehme Sachen. Ihr Ziel ist es, Ranma und Shampoo zusammenzubringen und Mousse draußen zu halten. Dafür ist ihr mehr oder weniger jedes Mittel recht Cologne j: Asou Miyoko
d: Inge Lapsin
e: Elan Ross Gibson
Happosai Der Meister aller Meister nutzt seine unglaublichen Talente meistens, um Mädchen die Unterwäsche zu stehlen. Gelegentlich macht er sich aber auch mal nützlich.
Soun und Genma, seine ehemaligen Schüler, stehen voll unter seiner Knute
Happosai j: Nagai Ichirou
e: Paul Dobson
Ukyou Kuonji Die Okonomiyaki-Königin war schon als Kind mit Ranma befreundet. Ranmas und Ukyous Väter verlobten die beiden damals kurzerhand. Genma nahm dann die Mitgift - den Oknomiyaki-Laden - ließ Ukyou aber zurück. Nebenbei hatte Ranma all die Jahre keine Ahnung, daß Ukyou ein Mädchen ist.
Unter all den seltsamen Charakteren dieses Animes ist Ukyou eigentlich die sympathischste, und sie mag Ranma sowohl in seiner männlichen als auch seiner weiblichen Form
Ukyou Kuonji j: Tsuru Hiromi
d: Michelle Tichawski
e: Kelly Sheridan
Ryouga Hibiki Bei Kontakt mit kaltem Wasser verwandelt er sich in ein Schweinchen (P-chan genannt). Er ist in Akane verknallt und damit ständiger Konkurrent von Kunou und Ranma, seinen Lieblingsfeind. Als Karate-Kämpfer ist er ebenfalls spitze. Seine Schwäche ist sein legendär schlechter Orientierungssinn. Von einem Haus zum nächsten braucht er normalerweise Wochen Ryouga j: Yamadera Kouichi
d: Daniel Schlauch
e: Mike Donovan
Sarugakure Sasuke Er ist im Kunou-Anwesen das Mädchen für alles mit Spezialgebiet Ninja-Tricks, die er mehr oder weniger erfolgreich einsetzt Sasuke j: Chiba Shigeru
d: Cyrill Geffken
e: Robert O. Smit

Daten: Autorin: Rumiko Takahashi Erscheinungsjahr: ab 1991
Bewertung Videos: Animationsqualität: gut Handlung: überdrehte und sehr lustige Kampfsport-Komödie Musik: in jedem Film anders, bestenfalls mittelmäßig. Deutsches Titellied ist ganz gut
Japanische Synchronstimmen: kenne ich leider nicht deutsche Synchronisation: gut, aber einige Namen seltsam ausgesprochen Englische Bearbeitung (Film): gut bis sehr gut Gesamt-Beurteilung: teilweise sehr lustige Ideen, aber ziemlich starre Charaktere

Erstellt am 15.9.1997. Letzte Änderung: 13.5.2015