Seirei no Moribito - Zusammenfassung der Handlung Teil 1 - 26

Folge 1 - Barusa onna youjinbou (Balsa, die Leibwächterin)

Nach zweijähriger Abwesenheit steht Balsa wieder an der Grenze zum neuen Yogo-Reich und blickt von einem Bergpaß auf die fruchtbare Tiefebene. Sie wandert dann hinab durch die üppigen Reisfelder. Yogo ist ein reiches und friedliches Land, und eigentlich ist Balsa gekommen, um hier bei einem Schmied ihre Waffe, einen Speer, reparieren zu lassen, was in Kanbal, ihrer kargen und armseligen Heimat, nicht möglich ist.

Balsa und Chagum unter Wasser

Als sie die Brücke des Aoyumi-Flusses überquert, zieht gerade ein Ochsengespann aus dem zweiten Palast über die benachbarte, stromaufwärts gelegenen Brücke. Alle Menschen sinken auf die Knie, denn es ist verboten, Mitglieder der imperialen Familie auch nur anzusehen. Plötzlich gehen die Ochsen durch, der Wagen fällt um und sein Insasse landet in dem tiefen und reißenden Fluß, in dem er unweigerlich ertrunken wäre, hätte Balsa ihn nicht in einer kühnen Aktion wieder herausgefischt. Wobei sie unter Wasser ein seltsames blaues Leuchten erlebt, das sie und den Jungen vor der Kollision mit dem ebenfalls herangespülten Wagen bewahrt.

Als die Soldaten schließlich auftauchen und den geretteten Jungen an sich nehmen, zieht Balsa sich diskret zurück. Sie hat so eine Ahnung, daß es besser ist, sich aus dieser Sache möglichst herauszuhalten. Sie flieht aber auch nicht, sondern bleibt erst mal in der Stadt. Als dort aber am Abend eine Patrouille auftaucht, versucht sie abzutauchen, allerdings vergeblich. Immerhin, die Soldaten sind zwar hinter ihr her, doch Gefahr droht von ihnen nicht. Denn der Junge, den sie gerettet hat, war Chagum, der zweite Prinz, und seine Mutter, die zweite Prinzessin, ist Balsa dafür mehr als dankbar. Als erstes läßt sie Balsa eine fette Belohnung übergeben, und dann trifft sie sich mit ihr tief in der Nacht unter ziemlich konspirativen Umständen. Und die sind in dieser komplizierten Situation auch dringend nötig.

Zum einen, weil Balsa eine einfache Bürgerin ist und an sich die Mitglieder der imperialen Familie nicht mal ansehen darf geschweige denn mit ihnen sprechen. Doch das ist noch lange nicht alles. Die Prinzessin weiß, daß Balsa eine sehr fähige Leibwächterin ist und bittet sie, Chagum vor den Attentätern des Imperators zu beschützen.

Seit zwei Monaten ist nämlich Chagum von einem Teufel besessen. Und weil ein vom Teufel besessener Prinz für das Ansehen des Imperators nicht akzeptabel ist, muß er aus dem Weg geschafft werden, allerdings so, daß es nach einem Unfall aussieht, damit niemand von dieser ganzen Geschichte etwas mitbekommt.

Und damit steckt Balsa unversehens bis zum Hals in der schmutzigsten Palast-Intrige, die man sich nur vorstellen kann. Sie weiß jetzt Dinge, für die sie selbst auf der Stelle auf der Todesliste landen wird. Letztlich bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich dem Wunsch der zweiten Prinzessin zu fügen. Außerdem will sie dieses Kind, das sie gerade eben gerettet hat, jetzt nicht auf so eine Weise umkommen lassen. Die zweite Prinzessin stattet Balsa mit einer enormen Menge an Geld aus und verhilft ihr und Chagum dann durch einen Geheimgang zur Flucht, während ihre Leute den zweiten Palast niederbrennen, um die Spuren zu verwischen und Chagum als tot gelten zu lassen.

Folge 2 - Nigeru Mono ou Mono (Die Verfolger der Fliehenden)

Der zweite Palast brennt ab, Balsa entkommt, und Chagum, den sie mitschleppt, läßt alles widerstandslos über sich ergehen. Sein Leben als Prinz ist vorbei, jetzt ist er ein ganz gewöhnlicher Bürger, noch dazu ein Flüchtling. Aber er hält sich tapfer (und das wird er auch die restlichen 24 Folgen lang tun), und Balsa verspricht ihm, wie sie es kurz zuvor auch seiner Mutter versprochen hat, ihn zu beschützen, komme, was da wolle.

*

Shuga erfährt vom Weisen schreckliche Dinge

Shuga, der Chefastrologe am Hofe des Mikado, kennt die Hintergründe der jüngsten Ereignisse um Chagum und weiß natürlich auch, warum der kleine Prinz aus dem Weg geschafft werden soll. Einverstanden ist er damit aber ganz und gar nicht. Nun, wie es aussieht, hat sich die Sache erledigt, denn offenbar ist Chagum im zweiten Palast verbrannt und nun mausetot. Erstaunlicherweise, so erfährt er vom Weisen des Reiches, wurde dieses Feuer aber nicht auf Befehl des Mikado gelegt. Und der Weise vermutet, daß es sich dabei um ein Ablenkungsmanöver handeln könnte, denn er weiß, wie sehr die zweite Prinzessin ihr Kind liebt (oder geliebt hat), und daß sie auch eine Leibwächterin angeheuert hat. Also könnte er noch am Leben sein. Doch davon darf die Öffentlichkeit nichts erfahren.

Der Weise fragt Shuga, was er davon halte, daß Chagum diverse Anschläge auf sein Leben, die mit Wasser zu tun hatten, so leicht hat abwehren können. Shuga antwortet, der Teufel, der den Prinzen besitze, sei wohl ein Wasserteufel. Und auch das ist ein Politikum ersten Ranges, dann Wasserteufel haben in der Geschichte des neuen Yogo-Reiches vor allem bei dessen Gründung vor 200 Jahren eine entscheidende Rolle gespielt. Der Weise hält große Stücke auf Shuga und warnt ihn, er solle unter allen Umständen versuchen, sich aus der dunklen Seite der Politik herauszuhalten, denn das sei ein Weg ohne Wiederkehr. Doch Shuga ist nicht nur ein hoch-intelligenter, sondern auch ziemlich furchtloser Mann.

Chagums Wassergeist macht sich bemerkbar

Der Weise hat im Auftrag des Mikado eine Gruppe von Jägern losgeschickt, um Chagum und seine Leibwächterin aufzuspüren. In den Büchern der offiziellen Geschichtsschreibung des neuen Yogo-Reiches steht, daß Torgal, der erste Herrscher, einen Wasserteufel besiegte, der ein Yakue-Kind nahe einem See des Aoyumi-Flusses besessen hatte. Nach diesem Sieg erklärte er sich selbst zum Abkömmling der Götter und gründete das neue Yogo-Reich. Daraus folgert er, daß nur Abkömmlinge der Götter Wasserteufel besiegen können. Und deshalb muß Chagum zurückgebracht werden, damit der Mikado, der ja aufgrund seiner Abstammung ebenfalls als Abkömmling der Götter gilt, den Wasserteufel besiegen kann.

Shuga ist empört, doch offenbar ist es auch nicht so, daß diese Tragödie den Mikado kalt läßt. Aber Politik ist nun mal Politik und geht vor.

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Balsa fühlt sich für den Tod von acht Menschen verantwortlich (wie es dazu kam, erfahren wir ausführlich in Folge 21) und hat sich selbst die Pflicht auferlegt, dafür acht Menschen zu retten. Unter den Geretteten befinden sich auch Tooya und Saya. Sie sind beide Waisen und leben zusammen, obwohl sich nicht miteinander verwandt sind. Zu ihnen bringt Balsa nun Chagum, denn sie weiß, daß sie hier erst mal sicher sind. Ihr eigentliches Ziel ist Torogai, eine sehr mächtige Schamanin, die sicherlich in der Lage sein wird, etwas über den Wasserteufel, der in Chagum steckt, herauszufinden.

Saya und Tooya bekommen schnell mit, wen ihre Balsa-neesan da angeschleppt hat. Diese drückt Tooya dann einen Haufen Geld in die Hand mit dem Auftrag, eine Menge Sachen zu besorgen, die sie für ihre Flucht braucht. Tooyas Pech ist, daß die Jäger des Mikado in der Stadt bereits herumschnüffeln. Und jemand, der soviel Reisebedarf einkauft, zieht augenblicklich ihre Aufmerksamkeit auf sich. Das wiederum bekommen aber Tooya und Balsa mit, und so beschließt Balsa, so schnell wie möglich aufzubrechen, und empfiehlt Tooya und Saya, ebenfalls mal für eine Zeitlang abzutauchen. Sie gibt Tooya sogar einen Goldbarren, allerdings mit der Maßgabe, ihn erst zu verwenden, wenn Gras über die Sache gewachsen ist.

Doch alle Vorsicht nützt nichts, die Jäger heften sich sofort an ihre Spur. Und dann, draußen in den Reisfeldern, erfolgt der Angriff.

Folge 3 - Shitou (tödlicher Kampf)

Vier hochtrainierte Kämpfer hat Balsa gegen sich. Allerdings greifen alle vier sie an und lassen Chagum erst mal in den Wald entkommen. Was womöglich ein Fehler war, den Balsa erledigt einen nach dem anderen, allerdings ohne die Männer dabei zu töten. Leider löst sich dabei ihre Lanze auf (deswegen war sie ja ursprünglich nach Yogo gekommen), sie wird ziemlich schwer verwundet und muß fliehen. Chagum fällt kurz darauf den Jägern in die Hände.

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Tooya und Saya ist klar geworden, daß Balsa tief in Schwierigkeiten steckt. Sie beschließen, Tanda zu informieren. Tanda ist Arzt, Schamane und mit Balsa seit ihrer Kindheit sehr eng befreundet. Zur Zeit weilt er in der Stadt und verkauft Medizin. Seine Waren und seine Dienste sind heiß begehrt. Doch unerwarteterweise ist er nicht leicht zu finden, und so müssen sie halb Ougi abgrasen.

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Chagum unterwegs

Trotz ihrer Bauchverletzung gelingt es Balsa in einem Überraschungsangriff, Chagum wieder an sich zu bringen. Das war auch höchste Zeit, denn Jin, der Jäger, der Chagum zurückbringen sollte, hat beschlossen, ihn statt dessen selbst zu töten, um dem Mikado die grauenvolle Pflicht abzunehmen, seinen eigenen Sohn umbringen zu müssen. Daß er dafür zum Tode verurteilt wird, stört ihn dabei nicht, doch Balsa löst das Problem für ihn, indem sie ihn niederschlägt und mit Chagum entkommt. Bis sie schließlich irgendwo unterwegs infolge von Blutverlust und Entkräftung zusammenbricht. Chagum ist ziemlich schockiert, als er mitbekommt, wie es um Balsa steht, doch die hofft, daß wenigstens er sich in Sicherheit bringen kann und beschreibt ihm den Weg zu Tandas Haus, das irgendwo hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen liegt. Und wenn alles gut geht, soll er Tanda zu Hilfe holen.

Chagum fürchtet sich zwar, schließlich ist es Nacht, es regnet, und Wölfe sind auch noch unterwegs, doch er ist durchaus kein Feigling. Tapfer nimmt er die Herausforderung an und macht sich auf den Weg ins Ungewisse. (Chagum kann sich im Grunde seine Todesart aussuchen: entweder sich bei der Kletterei in der Finsternis den Hals brechen, vom Blitz erschlagen werden oder sich vom Wolf fressen lassen.)

Tatsächlich ist Tanda gar nicht in Ougi, weil ihm frühzeitig sein Material ausgegangen ist, und so kommt es, daß er erst mal den armen Chagum rettet. Der erzählt ihm natürlich sofort, was mit Balsa los ist. Die liegt inzwischen in den letzten Zügen und hat wilde Träume, in denen ihr alter Meister Jiguro von den Toten zurückkehrt und erneut kämpft. (In einer späteren Folge sehen wir diese Szenen noch genauer.) Doch Tanda kommt noch rechtzeitig, und so springt Balsa dem Tod noch mal von der Schippe.

Folge 4 - Torogai no Fumi (Torogais Brief)

Torogai unter Wasser

An einem See versucht die Schamanin Torogai, mit den Wassergeistern zu sprechen. Die Kommunikation ist jedoch äußerst schwierig, denn der Geist blubbert ein kaum verständliches Japanisch. Viel mehr als "Tamago" ("Ei") versteht sie nicht. Das bedeutet aber wohl, daß der zweite Prinz noch lebt. Einen Moment darauf tauchen zwei der Jäger des Mikado auf. Denn die zweite Prinzessin hat vor einiger Zeit niemand andern als Torogai zu sich kommen lassen, um etwas über den Teufel zu erfahren, der Chagum besitzt. Allerdings gelingt es Torogai mit Leichtigkeit, die beiden Jäger auszutricksen und sie vorübergehend flachzulegen. Bevor sie verschwindet, hinterläßt sie aber noch einen Brief.

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Der Weise stellt dem Mikado Shuga vor, der bis vor kurzem als Lehrer im zweiten Palast gearbeitet hat und jetzt diverse Spezialaufträge ausführen soll.

Der Mikado ist überrascht zu erfahren, daß seine Jäger es nicht geschafft haben, Balsa zu besiegen und Chagum einzusammeln. Da Balsa aber schwer verletzt ist, kann sie nicht weit sein. Also ordnet der Mikado eine großangelegte Suchaktion an, offiziell um den Brandstifter des zweiten Palastes zu fangen. Daß es in Wirklichkeit um den Prinzen geht, braucht ja niemand zu wissen, schließlich gilt Chagum als tot. In wenigen Tagen ist seine Beerdigung, die natürlich standesgemäß als Staatstrauerfeier begangen wird. Doch selbst Sagum, der erste Prinz, zweifelt inzwischen daran, daß sein kleinen Bruder wirklich tot ist. Er wünscht sich jedenfalls von ganzem Herzen, daß Chagum noch lebt.

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Chagum bei Tanda

Der erste Palast ist sehr weitläufig. In einem großen, abseits stehenden Turm befindet sich ein gut gesichertes unterirdisches Gewölbe, in dem uralte, in Stein gemeißelte Schrifttafeln in der alten Yogo-Sprache aufbewahrt werden. Der Weise erteilt Shuga nun den Auftrag, diese zu entziffern, denn vermutlich finden sich hier Informationen über Chagums Teufel. Der Tipp, sich darum zu kümmern, kommt übrigens von Torogai. Die Jäger haben ihren Brief wie erwartet abgeliefert, und der Weise und Shuga haben ihn gelesen. Torogai warnt sie, wenn sie einen Fehler machten, werde eine schreckliche Dürre das Land heimsuchen. Shuga weiß, daß das nicht erfunden ist, denn seine astrologischen Beobachtungen haben ebenfalls Anzeichen einer bevorstehenden Dürre geliefert.

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Tanda hat Balsa erfolgreich wieder zusammengeflickt. Jetzt braucht sie nur noch ein paar Wochen Ruhe. Auch Chagum ist bei ihm untergekommen, und da inzwischen anscheinend jeder die Gerüchte kennt, kommt er schnell darauf, wer der Junge in Wahrheit ist. Balsa erzählt ihm, als sie wieder zu sich kommt, dann den Rest der Geschichte. Sie möchte gerne herausfinden, was es genau ist, das Chagum besitzt, doch allzu viel erhellendes kann Tanda darüber auch nicht herausfinden. Aber wenigstens kann er für alle etwas kräftigendes zu Essen kochen. Und von ihm, Tooya und Saya erfährt Chagum ein bißchen was über Balsas Vergangenheit. Sie arbeitet seit etwa sechs Jahren als Leibwächterin und hat auch Saya und Tooya das Leben gerettet. Tanda kennt sie schon viel länger, seit 20 Jahren, und sie hat ihm immer viel Gelegenheit gegeben, seine medizinischen Kenntnisse zu verbessern, insbesondere das Nähen von Schnittwunden.

Chagum knurrt der Magen und er wundert sich, was das für ein komisches Gefühl sein könnte. Das Essen schmeckt ihm jedenfalls viel besser als das im Palast. Und dann kommt Torogai in die Hütte marschiert, als wäre es das selbstverständlichste auf der Welt. Als sie jedoch Chagum sieht, bekommt sie ganz große Augen. Denn in ihm steckt das Ei, von dem der Wassergeist gesprochen hat.

Folge 5 - Hisaku, aoi Te (Geheimer Vorteil, die Blaue Hand)

Torogai fackelt nicht lange und nimmt das Ei in Chagums Innerem genau in Augenschein. Sie ist ganz begeistert, denn so eine Gelegenheit bietet sich nur alle 100 Jahre einmal. Sie stellt fest, daß es das Ei des Nyunga Ro Im, eines legendär mächtigen Wasserdämons, ist. Die Yogo-Leute nennen ihn Wasserteufel, die Yakue-Leute Wassergeist. Aus Chagum herausholen kann sie das Ei allerdings nicht. Die zweite Prinzessin hatte sie auch schon darum gebeten, doch es ist unmöglich. Die beiden Welten Nayug (die Geisterwelt) und Sagu (die normale Welt), bestehen nebeneinander in einer Art friedlicher Koexistenz, aber das Ei gehört zu Nayug und kann nicht so ohne weiteres von Sagu aus manipuliert oder dorthin geholt werden.

Torogai meint, Nyunga Ro Im sei ganz schön dämlich gewesen, sein Ei in Chagum, der jetzt der Nyunga Ro Chaga, also der Wächter des Naturgeistes ist, abzulegen, wo es so gefährdet ist. Dem armen Chagum wird ganz schwindelig davon und er geht lieber raus. Torogai teilt Tanda und Balsa als nächstes mit, daß sie zum Knoten gehen wolle, dem Ort, wo Nayug und Sagu sich treffen, um weitere Informationen über diese Sache zu bekommen. Denn irgend etwas ist daran faul, und sie will herausfinden was.

der Chef der Sklavenhändler

Und Balsa brütet darüber, welchen Zug der Mikado wohl als nächstes machen wird, um Chagum wieder in die Hände zu bekommen. Torogai warnt sie allerdings. Wenn die Legenden stimmen und der Wasserdämon schließlich aus dem Ei schlüpft, könnte es zu einer Dürre kommen, die das ganze Land verwüsten und Millionen von Yogo- und Yakue-Leuten ins Verderben stürzen würde. Sie sollte sich gut überlegen, ob sie unter diesen Umständen wirklich Chagum beschützen wolle. Doch Balsa ist fest dazu entschlossen. Und sie hat einen cleveren Plan, wie sie die Verfolger ein für allemal loswerden kann.

Kurz gesagt funktioniert es folgendermaßen. Der Mikado hat eine groß angelegte Menschenjagd befohlen, doch von Chagum war dabei natürlich nicht die Rede, sondern nur von einer ausländischen Frau mit einer sehr vagen Beschreibung. Nun weiß Balsa, daß es in Ougi einen gut bestückten Sklavenhändler namens "die Blaue Hand" gibt. Sie gibt Tanda das ganze Gold, das sie von der zweiten Prinzessin bekommen hat. Der wiederum geht zu dem Sklavenhändler, erwähnt Balsas Namen, der bei der Bande einen ziemlich legendären Klang zu haben schient, und kauft alle Sklaven frei und läßt sie einfach laufen. Und das schnelle Pferd der Sklavenhändlers angelt sie sich auch noch.

Folge 6 - Aogiri ni Shisu (Tod in Aogiri)

Es sind erst ein oder zwei Tage vergangen, aber Balsa ist schon wieder wohlauf und übt fleissig mit dem Speer. Und Chagum muß seine langen Haare lassen, damit er nicht so auffällt. Aber er trägt es mit Fassung, wie er überhaupt all die Anforderungen, die sein neues Leben stellt, überraschend gut meistert. Und dann geht's los. Sie reiten nach Norden, zum Aogiri-Paß, freundlicherweise begleitet von Torogai, die allerdings kein edles Pferd, sondern nur einen Esel reitet. Zum Abschied bedankt Chagum sich bei Tooya, Saya und Tanda und erwartet wohl nicht, sie jemals wiederzusehen.

der Wolf durchkreuzt die Pläne der Jäger

Derweil suchen überall in der Gegend tausende von Soldaten nach ihr. Doch im Hauptquartier laufen äußerst widersprüchliche Meldungen ein. Überall im Land soll die gesuchte Brandstifterin gesehen worden sein. In Wirklichkeit sind es die freigelassenen Sklaven, die auf dem Weg in ihre Heimatländer nun umherirren und für zahllose falsche Spuren sorgen.

Leider reicht es nicht, um die acht Jäger des Mikado auszutricksen, denn die sind mindestens so gerissen wie Balsa und überlegen sich, wo sie sie wohl am wahrscheinlichsten finden könnten: im Norden. Sie wird wahrscheinlich über den Aogiri-Paß entkommen wollen. Ganz sicher sind sie sich aber nicht, und so reiten nur zwei von ihnen nach Norden.

*

Derweil hat Torogai Balsa und Chagum verlassen und ist alleine davongezogen.

Leider kann Balsa nicht sehr schnell reiten, weil ihre Bauchwunde, die noch lange nicht verheilt ist, das verhindert. Da sie befürchtet, daß die Jäger am Ende ihre Spur doch noch aufnehmen, macht sie dieser Umstand ziemlich nervös. Zurecht, denn Yun und sein Boß Mon holen sie noch vor dem Paß ein. Es sieht ziemlich schlecht aus, doch dann geschieht etwas sehr unerwartetes: ein riesiger Wolf stürzt sich auf Chagum und Balsa und reißt sie mitsamt ihrem Pferd in den Abgrund.

Das ganze war aber nur ein Trick, denn der Wolfsdämon wurde von Torogai geschickt. In Wirklichkeit sind Balsa und Chagum am Leben und wohlauf, doch die Jäger sind jetzt fest davon überzeugt, daß sie tot sind.

Die Begeisterung am Hof über diese Nachricht hält sich in Grenzen. Durch die Stadt zieht dann ein großer Trauerzug, und Chagum, der zusammen mit dem einfachen Volk am Wegesrand niederkniet, hat das seltene Vergnügen, seiner eigenen Beerdigung zusehen zu können.

Folge 7 - Chagumu no Ketsui (Chagums Entscheidung)

Der Mikado gibt für Chagum eine Statue in Auftrag. Eigentlich ist diese nur verstorbenen Herrschern vorbehalten, doch hier macht er mal eine Ausnahme. Denn Chagums Tod hat das Reich von dem schrecklichen Wasserteufel bewahrt, und somit hat er auf jeden Fall eine außerordentliche Ehrung verdient.

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Die Lage hat sich wieder beruhigt, und Balsa ist zurück in der Stadt. Keiner kommt auf die Idee, sie und Chagum zu verdächtigen, obwohl gleichzeitig die ganze Stadt über sie spricht. Aber Balsa hat Nerven wie Drahtseile, ihr macht das gar nichts aus.

Balsas und Chagums neues Zuhause

Tanda fragt sich später, wie es nun weitergehen soll. Balsas Job ist jetzt eigentlich beendet. Doch es sieht so aus, als wolle sie sich auch weiterhin um Chagum kümmern.

In Tandas Apotheke ist Chagum von all den Arzneien total fasziniert. Als Tanda damit angefangen hatte, war er 12, also praktisch genauso alt wie Chagum jetzt.

*

Da die Gefahr vorüber ist, entbindet der Weise Shuga von seiner Übersetzungsarbeit. Shuga hält das für keine so gute Idee, fügt sich aber und kehrt an seine frühere Arbeit als Astrologe zurück.

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In der Zwischenzeit hat Tanda für Balsa und Chagum eine Wohnung organisiert, genauer gesagt eine Wassermühle draußen auf dem Land, die der alte Besitzer nicht mehr selbst bewirtschaften kann und günstig vermietet. Chagum fragt sich, ob Balsa überhaupt genug Geld für all das hat. Den Goldschatz, den sie von seiner Mutter bekommen hat, hat sie ja schon verwenden müssen. Aber offenbar ist Balsa recht wohlhabend. Geld ist für sie jedenfalls während des ganzen Animes nie ein Problem.

Die Wassermühle gefällt Balsa, und sie probiert sie gleich mal aus. Chagum ist erstaunt, was seine Beschützerin so alles kann. Er ist allerdings nicht so glücklich, daß Balsa und teilweise auch Tanda wegen ihm so hohe Unkosten haben und beschließt, wegzugehen und von nun an für sich selbst zu sorgen und zwar als Medizinmann wie Tanda. Der und Balsa finden das allerdings zum Brüllen komisch. Natürlich bleibt Chagum bei ihnen, und er ist über Balsas Worte überglücklich.

*

Zu seinem Schrecken stellt Shuga bei der Beobachtung der Sterne fest, daß die Vorzeichen der Dürre nicht verschwunden sind. Was mag das zu bedeuten haben?

Folge 8 - Katanakaji (Waffenschmied)

Schon früh am Morgen übt Balsa ihre Kampftechniken. Danach gibt es Frühstück, und anschließend gehen sie und Chagum nach Kousenkyou, wo in einer speziellen Straße eine Reihe von Schmieden Haus an Haus stehen. Fasziniert sieht Chagum zu, wie aus einem glühenden Stück Eisen nach und nach etwas entsteht, beispielweise ein Schwert. Yogo ist weit über seine Grenzen hinaus für seine Schmiede und ihre Kunstfertigkeit berühmt. Ihre Waffen sind wichtige Exportartikel. Und das war ja auch der ursprüngliche Grund, warum Balsa überhaupt hierher gekommen ist.

Balsas Ziel liegt etwas außerhalb der Stadt, eine Schmiede, die von einem einzelnen, alten Waffenschmied betrieben wird. Balsa hat diesen Mann schon vor 20 Jahren kennengelernt. Mehr dazu erfahren wir in Folge 21, jedenfalls erinnert der alte Schmied sich noch genau an sie. Wahrscheinlich kommt sie öfters zu ihm, denn er scheint einer der besten und berühmtesten Waffenschmiede des Landes zu sein. Allerdings auch einer der schwierigsten.

der alte Schmied

Natürlich hat der Schmied die Geschichten gehört, nach denen Balsa den zweiten Palast abgebrannt und den zweiten Prinzen getötet hat, und jetzt fragt er sie ganz direkt danach. Er arbeitet für den imperialen Hof, und wenn Balsa das tatsächlich getan hat, wird er nicht für sie arbeiten. Balsa gibt zu, daß sie in diese Geschichte verwickelt ist, doch bevor die beiden das Gespräch zu Ende bringen können, erscheinen zwei Soldaten des Hofes, nämlich Jin und Mon, die hier ihre neuen Schwerter abholen wollen. Der Schmied versteckt Balsa und Chagum erst mal in einer Seitenkammer. Balsa ist zu Tode erschrocken, als sie die beiden sieht und die auch noch drauf und dran sind, in ihren Seitenraum zu kommen, um dort ihre neuen Schwerter zu holen. Doch bevor dies geschieht, verwickelt der Schmied die beiden Jäger in ein clever aufgezogenes Gespräch, um von ihnen mehr über die Angelegenheit zu erfahren.

Zunächst geht es um die besonderen Qualitäten der Schwerter aus Yogo, die nicht nur im besonderen Material und den Fähigkeiten der Schmiede liegen, sondern auch im Vertrauen, welches die Samurai und die Schmiede zueinander haben. Der Schmied sinniert dann über das ultimative Schwert, eins, das mit der Seele seines Trägers im Einklang steht. Ein solches hat er schon sein ganzes Leben lang herstellen wollen. Und in seinem ganzen Leben ist er erst ein mal einem Krieger begegnet, für den er eine solche Waffe herstellen konnte. Es war Jiguro, der Mann, der Balsa großgezogen hat, und dies ist ein Teil seiner Geschichte:

Es war vor 24 Jahren, da kam ein einsamer Krieger, der schon durch viele Länder gezogen war, in Begleitung eines Kindes zu ihm. Er trug kein Schwert, sondern einen Speer, aber seine Fähigkeiten waren jenseits allem, was der Schmied jemals gesehen hatte. Nicht nur, daß er ein Kind beschützte, bewies, daß der Krieger kein Killer war. Er hatte auch ein sehr tragisches Schicksal erlitten. Sein bester Freund war in seinem Heimatland in eine tödliche Hofintrige geraten und hatte Jiguro sein einziges Kind anvertraut, um wenigstens diesem das Leben zu retten. Doch der neue König schickte ihm einen Jäger nach dem anderen hinterher, egal, wohin dieser auch floh. Die Jäger waren allesamt seine Freunde. Man hatte ihre Familien als Geiseln genommen um sie zu zwingen, gegen Jiguro zu kämpfen, und dieser mußte sie alle töten - acht an der Zahl (es sind genau die acht, für die Balsa sich verantwortlich fühlt). Und die Waffe, mit der er dies vermochte, war die ultimative Klinge des Schmiedes.

Jin und Mon wollen natürlich wissen, was aus diesem Krieger, ihrem Kollegen gewissermaßen, geworden ist. Nun, Jiguro starb irgendwann Zeit später, doch das Kind soll noch am Leben und wohlauf sein.

Mon meint, diese Geschichte erinnere ihn an eine, die er selbst er jüngst erlebt habe, eine diesmal weibliche Kriegerin, die das Kind eines Fremden beschützte, ihren Jägern lange Zeit entkam und diese unerklärlicherweise nicht tötete, obwohl sie es leicht vermocht hätte. Leider seien diese Kriegerin und das Kind nun aber doch gestorben.

Der Schmied hat genug gehört. Er gibt den beiden Samurai ihre neuen Schwerter und akzeptiert dann Balsas Auftrag, ihr ebenfalls eine neue Klinge zu schmieden. In sieben Tagen kann sie sie abholen.

Folge 9 - Kawaki no Shuga (Durstiger Shuga)

Die zweite Prinzessin sitzt mit Shuga auf der Veranda und unterhält sich mit ihm. Sie ist seltsam entspannt. Der Grund dafür ist, daß sie im Grunde ihres Herzens davon überzeugt ist, daß ihr Sohn nicht tot ist. Shuga ist überrascht das zu hören, und dann bittet die Prinzessin ihn auch noch, einen Beweis dafür zu finden, daß Chagum noch am Leben ist.

Chagum und Sagum als Kinder

*

Chagum ist sehr überrascht, als in der Wassermühle plötzlich Kunden auftauchen, die ihren Reis gemahlen haben wollen. Es sind ein paar Kinder, und Balsa meint zu Chagum, er sollte doch mal versuchen, sich mit ihnen anzufreunden. Schließlich sind sie ja mehr oder weniger Nachbarn. Und dafür, daß Chagum bis vor kurzem noch isoliert in einem Palast gelebt hat, hat er in seiner unvergleichlichen Art erstaunlich wenig Probleme, mit den Bauernkindern auszukommen, obwohl diese vieles an gutem Benehmen vermissen lassen.

*

Shuga unterwegs

Sagum, der erste Prinz, und sein Lehrer Gakai, treten beim Mikado an, um politische und geschäftliche Dinge durchzusprechen. Sagum hat dazu ein paar clevere Ideen und bekommt von seinem Vater ein Lob. Sagum spricht seinen Vater dann auf Chagums Hinterlassenschaften an. Er würde sie gerne an sich nehmen und dafür sorgen, daß sie vom Fluch des Wasserteufels gereinigt werden, was wohl bedeutet, daß man sie verbrennt. Damit ist Shuga aber gar nicht einverstanden. Chagum hat sein Leben hingegeben, und jetzt soll auch noch sein Andenken vernichtet werden, ohne daß das irgend etwas bewirken würde. Das ganze endet in einem unschönen Handgemenge zwischen ihm und Gakai. Die ganze Sache geht bis zum ersten Prinzen, doch der zeigt für Shuga durchaus ein gewisses Verständnis. Denn er denkt im Grunde genau so und hat heimlich Maßnahmen ergriffen, um Chagums Sachen (oder wenigstens einen Teil davon) vor der Zerstörung zu bewahren.

Als Shuga das erfährt, ist er tief gerührt und beschließt, sich mit aller Kraft darum zu bemühen, die Geheimnisse um den Wasserteufel, die anscheinend bevorstehende Dürre und Chagums Tod zu ergründen. Dazu verläßt er den Palast und geht hinaus aufs Land, um sich mal vor Ort umzusehen. Von einer nahenden Dürre sieht man eigentlich nichts, doch dann begegnet er zufällig einem Medizinmann - Tanda! -, und der weist ihn auf ein paar unscheinbare, aber eindeutige Zeichen hin, daß es im nächsten Jahr sehr wohl zu wenig regnen werde.

Und das wiederum könnte bedeuten, daß der zweite Prinz noch lebt ...

Folge 10 - Tsuchi to Eiyuu (Erde und Held)

Im Gegensatz zu Chagum fällt es Tooya sehr schwer, sich an das Landleben zu gewöhnen, das er zur Zeit führen muß, weil auch er und Saya auf Tauchstation gehen mußten. Jetzt will Tanda aber etwas für ihn in der Stadt organisieren, und Balsa nutzt die Gelegenheit, ihn zusammen mit Chagum in die Stadt zu begleiten und zu sehen, wie Chagum sich dort anstellt. Tooya soll ihm mal ein paar praktische Sachen beibringen. Doch das wird anders ausgehen, als Balsa sich das gedacht hat ...

Tooya und sein neuer Lehring Chagum

Chagum ist am Anfang etwas unsicher, lernt aber sehr schnell. Zum Beispiel, wie man bei den Händlern die Preise herunterhandelt. Chagum ist selbst überrascht, wie einfach das klappt.

Als nächstes stoßen sie auf so etwas wie einen Hütchenspieler. Es sind drei windige Burschen, und ihr Spiel nennt sich Mon-Jin-Zen. Einer schlägt die Trommel, einer ruft die Kunden herbei und erklärt mit lauter Stimme, wie es funktioniert, und der dritte wirft nacheinander drei Münzen in eine Schale, wo sie eine Zeitlang kreisen und dann entweder mit der weißen oder mit der schwarzen Seite nach oben zu liegen kommen. Die Spieler wetten nun darauf, wieviel weiße bzw. schwarze Seiten am Ende oben liegen. Eine weiße = Mon (Gewinnwahrscheinlichkeit 3/8), 2 = Jin (Gewinnwahrscheinlichkeit 3/8), 3 = Zen (Gewinnwahrscheinlichkeit 1/8). Wenn aber drei schwarze Seiten oben liegen, geht alles an die "Bank".

Tooya hält es für eine gute Idee, Chagum hier mal das echte Leben zu zeigen. In Wirklichkeit will er aber wohl nur selbst ein paar Runden spielen. Nachdem er aber schon in der ersten einiges an Geld verzockt, verliert er die Lust daran. Chagum jedoch nicht, im Gegenteil. Er hat nämlich ziemlich schnell durchschaut, daß die drei Veranstalter betrügen. Der Münzwerfer kann nämlich anscheinend mit einer bestimmten Wurftechnik bestimmen, welche Seiten oben landen. Es gibt aber eine Möglichkeit, ihn auszutricksen, denn man darf auch dann noch setzen, wenn die letzte Münze bereits unterwegs ist, sie also nicht mehr beeinflusst werden kann.

Tooya ist das fast unheimlich. Doch er glaubt Chagum, der seiner Sache ganz sicher ist. Außerdem treffen seine Beobachtungen auch alle zu. Also marschiert er zum Boß und sagt ihm klipp und klar, daß er ihn für einen Betrüger hält. Der nimmt es gelassen, solche Kunden gehören wahrscheinlich zu seinem Alltag. Und auch von den anderen Spieler bekommt er keine Unterstützung. Wie Chagum schon ganz richtig festgestellt hat: im Grunde genießen sie das Spiel, und es ist für sie nicht wirklich wichtig, daß sie am Ende etwas Geld verloren haben.

Mit der Aufdeckung des Schwindels hat man allerdings nur die halbe Miete, denn auf diese Weise verhindert man gerade mal, selbst abgezockt zu werden. Chagum hat aber noch mehr entdeckt ...

Jin - Chagum gewinnt

Und so tritt er diesmal selbst an, wobei er keinen Zweifel daran läßt, daß er das Spiel für manipuliert hält. Doch er kann diese Manipulation gegen die Hütchenspieler selbst wenden. Die sind sich ihrer Sache aber sicher und nehmen die Herausforderung an. Und siehe da, die erste Runde geht an Chagum. Sein Ansehen bei den Teilnehmer steigt schlagartig. Doch die Hütchenspieler brauchen noch etwas, bis sie nervös werden. Runde Nummer Zwei geht ebenfalls an Chagum, und diesmal kostet es die drei Veranstalter schon richtig Geld.

Bei Runde drei muß er sich geschlagen geben, denn es kommt dreimal schwarz, doch dank seiner Vorhersage verlieren die Teilnehmer nur wenig. Und dann erklärt er den Leuten, daß der Boß mit unauffälligen Handgesten den Werfer anweist, was am Ende herauskommen soll. So hat Chagum es also vorher wissen können. Die Spieler sind nicht sehr erfreut, betrogen worden zu sein, und Chagum weist den Boß an, in Zukunft nach den offiziellen, vom Palast erlassenen Regeln zu spielen.

Jetzt will aber der Boß Revanche. Schließlich können er und seine zwei Leute sich hier nie wieder blicken lassen. Also schlägt er folgendes vor: sie spielen diesmal ohne Tricks. Chagum setzt das Juwel, das ihm seine Mutter zum Abschied geschenkt hat und das er immer um den Hals trägt. Wenn er verliert, gehört es den Hütchenspielern. Wenn er aber gewinnt, zahlen sie alles Geld, das sie heute den Leuten abgeluchst haben, an diese zurück. Chagum schlägt ein, und das letzte Spiel beginnt. Er setzt auf Jin, der Boß auf Mon.

Das Schicksal entscheidet für Chagum, und damit ist er der Held des Tages.

Folge 11 - Hanazake wo Tanda ni (Blumen-Sake für Tanda)

Saya lebt zur Zeit bei einer älteren und ziemlich reichen Dame. Ein junger und ebenfalls gut situierter (und eigentlich auch sehr netter) Mann hat ihr einen Heiratsantrag gemacht. Doch dann klappte sie nach einer Schale Blumensake zusammen und liegt seit einem Tag im Koma. Jetzt sitzt Tanda an ihrem Bett und rätselt zusammen mit den Leuten, die am Vortag dabei waren, was mit ihr passiert ist. Anscheinend hat ihre Seele ihren Körper verlassen und kann oder will nicht mehr zurück.

Die alte Dame hat sich Tooyas Zustimmung für die Hochzeit mit einer ordentlichen Ladung Gold erkauft, und so ist es Tooya gar nicht aufgefallen, wie unglücklich Saya dabei war. Denn allem Anschein nach ist sie in ihn verknallt. Der arrangierten Hochzeit mit dem reichen jungen Mann hat sie aber trotzdem zugestimmt (die Frau hat ein bißchen nachgeholfen), und so ging die Sache für Tooya in Ordnung. Für Saya aber letztlich nicht, und jetzt ist ihre Seele desertiert. Nachdem diese Dinge herausgekommen sind, wird die Hochzeit natürlich abgesagt. Nur ist es leider nicht so, daß Sayas Seele jetzt von alleine zurückkäme.

Tandas Geist, sein Körper und Balsa

Tanda kennt aber einen Weg, sie wieder zurückzuholen. Einen sehr riskanten Weg allerdings. Er ist Torogais Schüler und weiß daher, wie er ebenfalls seine Seele aus seinem Körper lösen und die Welt, in der Saya sich jetzt befindet, nämlich die Grenze zwischen Nayug und unserer Welt (Sagu), aufsuchen kann. Er wirft alle Leute raus außer Balsa. Dann verläßt seine Seele den Körper. Lange braucht er in der Grenzwelt nach Sayas Seele nicht zu suchen, und nachdem er sie beruhigt und ihr versichert hat, daß sie den Mann nun doch nicht zu heiraten braucht und daß sie auch nicht tot ist, kehrt ihre Seele brav in ihren Körper zurück, worüber vor allem Tooya überglücklich ist.

Tanda selbst sitzt leider in der Grenzwelt fest. Immerhin gibt ihm das die einmalige Gelegenheit, einen Blick in die Welt Nayug zu werfen, die wie ein bizarrer Zerrspiegel unserer Welt erscheint, bewohnt von unwahrscheinlichen Kreaturen.

Ein Schmetterling aus Nayug bringt ihn schließlich auf die Idee, daß die Blumen-Sake der Schlüssel zur Rückkehr ist. Offenbar wirkt sie in beiden Welten. Das Problem: er kann die Flasche nicht anfassen, weil er ja ein Geist ist. Und er kann mit Balsa und den anderen aus dem gleichen Grund auch nicht kommunizieren. Er kann sie sehen und hören, sie ihn aber nicht. Doch zum Glück gibt es ja noch Chagum und das Ei des Wasserdämons in seinem Innern, das ebenfalls in beiden Welten existiert. Darüber kann er sich mitteilen. Balsa flößt also seinem Körper die Sake ein und sein Geist kann zurückkehren.

Folge 12 - Geshimatsuri (Sommersonnenwend-Fest)

Chagum hat noch nie Holz gehackt und stellt sich für den Anfang nicht gerade sehr geschickt an. Das Holz brauchen sie für das Sommersonnenwend-Fest, bei dem nämlich in der Nacht vor jedem Haus ein großes Freudenfeuer entzündet wird. Chagum kennt den Anblick, denn in diesen Nächten ist vom Palast aus das ganze Land zu sehen. Das Fest symbolisiert den Sieg des Reichsgründers und seiner acht Samurai über den Wasserteufel vor 200 Jahren.

Bei diesem Fest gibt es nicht nur Feuer, sondern auch ein Turnier, bei dem eine Kampfsportart namens Rucha praktiziert wird. Zusammen mit seinen Freunden besucht Chagum den Turnierplatz, wo er überraschend Statuen der acht alten Samurai vorfindet. Und einen sehr prahlerischen Muskelbubi namens Yaasam aus dem Nachbarland Rota, der ebenfalls hier üben will und sich offenbar für den Größen hält. Allerdings ist das nicht nur Einbildung, er hat tatsächlich einiges drauf. Er vermöbelt Chagums Freund ganz ordentlich und besiegt ihn nach kurzer Zeit. Anschließend verspottet er sie alle und macht sich dann auch noch über die Statuen der Samurai lustig. Chagum findet das empörend und fordert ihn nun seinerseits heraus, ganz offiziell am Abend des Festes.

Einen Tag Zeit hat er bis dahin noch und bittet Balsa, ihm Kampftechniken beizubringen. Doch Balsa verbietet ihm, zum Fest dort aufzutauchen, weil das viel zu auffällig wäre. Wenn ihn dort zufällig jemand sähe, der ihn kennt ...

beim Sommersonnenwend-Fest

Sicherheitshalber läßt sich Chagum aber trotzdem zeigen, wie er Yaasam besiegen könnte. Dafür muß er Balsa aber versprechen, nicht doch heimlich zum Fest zu gehen.

*

Es wird Nacht und überall werden die Feuer entzündet. Auch vor Balsas und Chagums Mühle. Und wenn sie schon nicht zum Fest gehen können, dann wollen sie wenigstens etwas besonders leckeres essen, nämlich Aal. Doch es kommt, wie es kommen muß: Chagum geht heimlich zum Fest. Als er ankommt, ist es eigentlich schon fast vorbei und die meisten Leute sind schon wieder weg. Yaasam ist aber noch da, und so kann der Kampf um die Ehre nun doch noch stattfinden. Es ist nicht überraschend, daß es Chagum mit Balsas Tricks leicht gelingt, Yaasam aus dem Ring zu befördern und damit zu besiegen. Der tut sich allerdings sehr schwer, seine Niederlage einzusehen, und denkt nicht daran, sich zu entschuldigen.

Sein Vater hat dieses Jahr das offizielle Turnier gewonnen, und damit tröstet Yaasam sich und marschiert mit seinem Vater einfach davon. Chagum findet das äußerst enttäuschend. Doch plötzlich steht Balsa vor den beiden und erklärt dem Vater, sein Sohn müsse sein Versprechen halten. Um ihren Worten Nachdruck zu verleihen, fordert sie nun den Vater heraus und wirft ihn im Handumdrehen zu Boden.

Die Ehre Chagums und der acht Samurai ist wiederhergestellt, doch leider ist es tatsächlich so gekommen, wie Balsa befürchtet hat: jemand hat zugesehen und sie wiedererkannt.

Folge 13 - Hito de naku, Tora de naku (Nicht Mensch, nicht Tiger)

Balsas neuer Gegner ist zum Glück keiner vom Palast oder auch nur aus Yogo, sondern ein alter Feind von vor drei Jahren namens Kalbo, der mit ihr noch eine Rechnung offen hat. Er schickt ihr einen Brief und macht ihr ein Angebot, das sie nicht ablehnen kann: entweder stellt sie sich ihm zum Kampf auf Leben und Tod, oder er verrät sie beim Hof. Balsa schnappt sich Chagum, marschiert erst mal zu Tanda und erzählt ihm alles. Chagum läßt sie bei Tanda, dann macht sie sich auf den Weg zum Ort des Duells. Sie ist entschlossen zu versuchen, ihn nicht zu töten, wenn er sich vermeiden läßt. Aber das weiß sie noch nicht.

die Lehrerin und der Junge

Sie versucht als erstes, mit Kalbo vernünftig zu reden, doch der ist von der Idee, sich an Balsa zu rächen und seine Ehre wiederherzustellen, vollkommen besessen. Er hat sogar sein Schwert aufgegeben und kämpft jetzt wie Balsa mit einem Speer. Heute begnügen sich die beiden mit dem Austausch von Worten. Morgen aber wird es tödlich ernst. Balsa soll sich beim Morgengrauen am Kontrollposten der Tonan-Straße einfinden. Wenn nicht, wird Kalbo den ersten besten töten, der dort zufällig gerade vorbeikommt. Er erklärt Balsa, daß sie das nur verhindern kann, wenn sie ihn tötet.

Also ist Balsa am nächsten Morgen da, doch kämpfen will sie trotzdem nicht.

Kalbos "Geiseln" sind eine ältere Lehrerin, die auf einem Pferd reitet, und ein junger Mann, ihr Schüler oder Gehilfe, der das Pferd führt. Als erstes greift Kalbo das Pferd an. Er hat einen Steinschützen engagiert, der unsichtbar aus dem Hinterhalt feuert. Das Pferd wird getroffen und geht durch. Balsa bekommt einen Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Die Lehrerin und der Junge haben natürlich keine Ahnung, was los ist und wundern sich, daß Balsa "zufällig" denselben Weg hat wie sie. Vor allem der Junge findet sie sehr verdächtig und wäre sie gerne wieder los.

Die erreichen einen Hütte, doch der Brunnen wurde vergiftet (zum Glück so, daß man es sofort merkt).

Balsa

Es fängt an zu regnen und die Reise geht weiter. Als es Nacht wird, erreichen sie eine weitere Hütte, in der sie rasten. Die Lehrerin versucht mit Balsa ins Gespräch zu kommen, doch die gibt sich ziemlich einsilbig. Die Lehrerin erzählt ihr schließlich eine Geschichte aus Yogo über einen Samurai, der ein Tiger wurde. Dieser Samurai weihte sein ganzes Leben dem Kampf und der Perfektionierung seiner Fähigkeiten. Wie ein Tiger wollte er kämpfen können und kleidete sich sogar in ein Tigerfell. Er wurde immer stärker, bis er schließlich alle Feinde besiegt hatte. Doch am Ende stellte er fest, daß er sich tatsächlich in einen Tiger verwandelt hatte. Fortan mußte er als einsames Tier in den Bambuswäldern leben.

Die Lehrerin ist ziemlich clever und fragt Balsa ganz direkt, was eigentlich los ist. Balsa rückt damit aber nicht heraus und verläßt die Hütte.

Eine ruhige Nacht hat sie nicht vor sich, denn der Steinschütze feuert unablässig auf sie. Er trifft absichtlich immer dicht daneben, denn Kalbo will sie nicht erschießen, sondern im Zweikampf besiegen, doch es zerrüttet langsam aber sicher Balsas Nerven.

Am nächsten Morgen geht das Spielchen weiter. Der Junge ist empört und versucht, Balsa abzuschütteln, indem er sich zu der Lehrerin aufs Pferd schwingt und davongaloppiert. Weit kommen sie nicht, da wird das Pferd flachgelegt, und nur durch Zufall kommen die beiden unverletzt davon. Es bleibt Balsa nichts anderes übrig, als den beiden zu erklären, was eigentlich los ist. Und nun muß sie sich Kalbo stellen.

Der Kampf auf Leben und Tod beginnt, und Balsa verwandelt sich (bildlich gesprochen) in einen Tiger. Kalbo ist entzückt.

Der Junge und die Lehrerin sind inzwischen geflohen, doch der Steinschütze hat ihnen aufgelauert. Als erstes raubt er sie aus, dann will er sie erschießen. Doch der Junge stürzt sich todesmutig auf ihn und schlägt ihn nieder. Dann will er abhauen, doch die Lehrerin muß vorher noch Balsas Seele retten. Sie will auf alle Fälle verhindern, daß sie Kalbo tötet und damit wirklich zu einem Tiger wird.

Die Geschichte endet ziemlich seltsam. Anscheinend hat der alte Waffenschmied Balsa wirklich eine magische Klinge geschmiedet, denn als sie Kalbo damit aufschlitzt und eine an sich absolut tödliche Wunde beifügt, da bleibt dieser äußerlich völlig unverletzt. Sein Geist aber wird zerschmettert.

Folge 14 - Musubime (Knotenauge)

Irgendwo tief in den Bergen in einem unzugänglichen Tal liegt ein See, in dem sich Nayug und Sagu nahe sind, das Knotenauge. Dort dümpelt kopfüber Torogai im Wasser und kann nun endlich mit den Wasserdämonen ein relativ ausführliches und vor allem für sie verstehbares Gespräch führen. Und dabei erfährt sie höchst interessante und überraschende Dinge: Nyunga Ro Im ist beispielweise ein Geist, der sowohl in Nayug als auch in Sagu Wolken und Wasser hervorbringt - von Wasserteufel also keine Spur, eher ein Wassersegen. Wäre sein Ei in Chagum zerstört worden, hätte das katastrophale Folgen für Yogo gehabt. Offenbar ist die offizielle Gründungslegende des neuen Yogo-Reiches gefälscht oder falsch interpretiert.

die Wasserdämonen

Torogai erfährt aber auch weniger erfreuliche Dinge: das Kind, das das Ei ausbrütet, ist anscheinend dem Tode geweiht. Ein Etwas namens La Lunga scheint dabei die entscheidende Rolle zu spielen. Leider ist das so ziemlich alles, was Torogai aus den Wasserdämonen herausbekommt, denn es erscheint eine Art riesiger Fisch, vor dem sie sich fürchten und abhauen.

*

Shuga zitiert die Gründungslegende seines Landes so, wie er sie kennt. Vor 200 Jahren kam Torgal in das fruchtbare Land Nayuro, das von den Yakue bewohnt war. Die Yakue baten ihn, einen Wasserteufel zu besiegen, der alle 100 Jahre erschien und Dürre brachte. Torgal und seine acht Samurai kämpften drei Tage und drei Nächte lang tief in den Aogiri-Bergen, dann hatten sie den Teufel besiegt. Daraufhin gründete Torgal das neue Yogo-Reich und ernannte sich selbst zum gesegneten Abkömmling der Götter, was gut für seine Autorität war.

Die Astrologen müssen diese Geschichte auswendig lernen, doch Shuga weiß schon, daß es alles eine Erfindung oder zumindes Verfälschung ist. Also beschafft er sich den Schlüssel zu der geheimen Grotte. Die Soldaten, die sie bewachen, sind anscheinend auf seiner Seite, seit er ihnen erzählt hat, daß Chagum womöglich noch am Leben ist. Sie helfen ihm beim Zugang und passen auf, daß es niemand merkt, vor allem nicht der Weise. Hier unten hofft Shuga die Wahrheit zu finden, was ihm auch tatsächlich gelingt, zumindest zum Teil.

*

Balsa, die nun doch kein Tiger geworden ist, ist erfreut zu hören, daß sie Kalbo doch nicht getötet hat. Mit sich zufrieden ist sie auf dem Weg nach Hause, als sie plötzlich auf ein blubberndes Sumpfloch aufmerksam wird. Ihr Erstaunen ist groß, als aus diesem Torogai hervorkommt, ziemlich mitgenommen, aber am Leben. Balsa zieht sie heraus und bringt sie zu Tanda nach Hause, wo Torogai ihnen erzählt, was sie herausgefunden und erlebt hat - es ist eine mehr als abenteuerliche Geschichte, denn nach dem Gespräch mit den Wasserdämonen mußte sie vor Feuerdämonen fliehen.

Den Teil, der Chagums Tod betrifft, läßt sie aber erst mal weg.

Offenbar wurde die Geschichte der Gründung Yogos gefälscht, um dem Gründer mehr Glorie zu geben, ohne zu bedenken, daß sich das später mal fatal auswirken könnte. Anscheinend wußte der Nyunga Ro Im von der Fälschung ebenfalls nichts und war der Meinung, sein Ei sei im Prinzen am sichersten aufgehoben.

*

Derweil hat Shuga eine ganze Menge ziemlich schockierender Fakten aus den alten Tafeln herauslesen können. Da wird der Zugang plötzlich verschlossen, weil überraschend der Weise auftaucht. Und zu Shugas Pech entdeckt er den Schlüssel im Zugang stecken und nimmt ihn an sich, so daß die Soldaten ihn auch nicht mehr herauslassen können.

Folge 15 - Yousetsu (Früher Tod)

Sagum und Gakai treten vor dem Mikado an. Sagum wird nächsten Monat erwachsen und bekommt von seinem Vater ein Schwert überreicht, das er von nun an am Hof tragen darf. Der Mikado wünscht seinem Sohn zudem gute Gesundheit, und die kann der erste Prinz auch gut gebrauchen. Denn anders als sein robuster, unverwüstlicher Bruder hat er eine schwächliche, kränkliche Konstitution.

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Gakai, ein Diener und Sagum

Shuga sitzt nach wie vor in der Gruft. Die Kerzen sind längst erloschen, aber da die Schriftzeichen in die Tafeln eingraviert sind, kann man sie auch in der Dunkelheit abtasten und somit lesen. Und das ist es, womit Shuga sich beschäftigt, während er darauf wartet, wieder befreit zu werden. Was nach einiger Zeit auch geschieht, denn den Wachen gelingt es, dem Weisen den Schlüssel wieder abzuluchsen. Was allerdings einem von ihnen den Job kostet, denn der Weise ist mißtrauisch geworden.

*

Als Chagum mal nicht da ist, erzählt Torogai Balsa und Tanda den Rest der Geschichte. Chagum wird von La Lunga getötet werden. Nur weiß sie leider über La Lunga, den Eierfresser, so gut wie nichts, was ihnen weiterhelfen könnte, außer, daß sie wahrscheinlich noch Zeit haben, nämlich bis zur Frühlingssonnenwende. Das Ei (bzw. dessen Inhalt) wird am Ort der Festlichkeit schlüpfen, und es wird dafür sorgen, daß Chagum dann dort ist, wo das auch immer sein mag. Dort aber wird La Lunga auf es warten.

Balsa hat, nachdem sie das gehört hat, nicht vor, einfach abzuwarten, bis irgendwelche schrecklichen Ereignisse eintreten. Sie will selbst aktiv werden. Tanda kommt auf die Idee, daß man die Yakue fragen könnte. Sie sind die früheren Bewohner dieses Landes. Jetzt leben sie weit abseits tief in den Bergen, aber wahrscheinlich ließen sich dort in den alten Sagen und Geschichten noch wertvolle Informationen finden.

Sie verlieren keine Zeit und beginnen mit der Vorbereitung dieser weiten Reise.

*

Es ist der letzte Tag des Sommers und ein Gewitter zieht auf. Aber es ist kein gewöhnliches Gewitter. Es bildet sich über Yogo eine ganz bestimmte, sehr auffällige Wolkenformation. Shuga hat davon in den Steintafeln gelesen. Es ist der Beweis, daß das Ei und damit auch Chagum noch existieren, und das offenbar ganz in der Nähe in Kousenkyou. Er eilt zu Sagum. Doch das Gespräch verläuft etwas seltsam. Offenbar geht es dem ersten Prinzen nicht so gut, und da Shuga sich jetzt doch nicht mehr ganz sicher ist, beschließt er, Sagum die frohe Kunde erst dann zu überbringen, wenn er einen wirklich unumstößlichen Beweis hat. Er weiß nicht, daß er dazu nicht mehr kommen wird, denn wenig später ist Sagum tot. Doch zunächst besorgt Shuga sich ein Pferd und beginnt mit seinen Nachforschungen an Ort und Stelle.

Folge 16 - Tada hitasura ni (Einfach inniglich)

Die erste Prinzessin ist untröstlich über den Tod ihres Sohnes. Der Mikado beschließt, es vor der Öffentlichkeit geheimzuhalten, d.h. es wird bis auf weiteres auch keine Trauerfeier geben.

*

Tooya wird ausspioniert

Shuga sucht den Ort auf, an dem damals der riesige Wolf Chagum und Balsa in die Tiefe gerissen hat. Was Shuga nicht wußte, aber jetzt merkt: er wurde schon länger beobachtet, und nun tauchen oben mehrere Jäger auf, die der Weise geschickt hat. Den Soldaten, der Shuga geholfen hat, haben sie auch dabei, und sollte sich der Tod Chagums und Balsas bestätigen, werden sie beide unten in der Schlucht enden.

Der Boß der Jäger klettert nun hinab. Unten findet er zwar den Kadaver des Pferdes und die Kleider der beiden Gesuchten, doch in ihnen stecken nur eine Art Lehmpuppen. Keine Leichen - die beiden könnten wirklich noch am Leben sein. Jetzt müssen sie sie also finden, und da hat Shuga schon eine Idee.

Nebenbei erfährt Shuga, daß Sagum verstorben ist. Er ist sehr betroffen, vor allem auch darüber, daß er dem Prinzen nun nicht mehr sagen kann, daß sein Bruder noch lebt.

Zurück im Palast nimmt Shuga am Sarg Abschied von Sagum. Dann erscheint der Weise, und Shuga erzählt ihm alles, was er bis jetzt entdeckt hat und vermutet, insbesondere, daß der angebliche Wasserteufel in Wirklichkeit ein guter Geist ist, der dem Land Wasser und damit Leben und Reichtum schenkt, übrigens auch drüben in Nayug. Seine Worte machen den Weisen sehr nachdenklich. Sie alle haben sich so sehr in Politik verstrickt, daß sie die wirklich wichtigen Sachen vergessen haben.

Balsa und Chagum auf dem Friedhof

Überraschenderweise hat auch der Mikado Shugas Ausführungen vernommen und beauftragt ihn jetzt ganz offiziell, nach Chagum zu suchen. Denn Chagum ist jetzt, nach Sagums Tod, nicht mehr beliebige Verfügungsmasse, sondern das kostbarste Gut, das der Mikado besitzt. Und Shuga, schlau wie er ist, läßt sich die acht Samurai zur Unterstützung zuteilen.

Angriffspunkt für die Suche sind Saya und Tooya, und so fangen die Samurai an, die beiden zu observieren. Saya und Tooya, die inzwischen einen eigenen Laden aufgemacht haben, sind zwar ziemlich gewitzt, aber im Grunde einfache Leute. Sie merken nicht mal, daß Shugas Suchtrupp in kürzester Zeit alles mögliche über sie herausfindet. Nur eine direkte Verbindung zu Balsa und Chagum fehlt - noch. Doch Tanda, Balsa und Chagum wollen ja zu den Yakue reisen, und das wird die Jäger, genau wie schon einmal, wieder auf ihre Spur führen.

Derweil scheint Balsas siebter Sinn sie irgendwie zu warnen und sie bricht lange vor der verabredeten Zeit mit Chagum auf. Allerdings noch nicht zu der Reise zu den Yakue, sondern nach Ougi, wo sie auf einem Friedhof in einem Geheimversteck eine nette Menge Silbergeld deponiert hat.

Folge 17 - Suisha Moyu (Die Wassermühe brennt ab)

Tooya hat eine Lieferung für Balsa, die er ihr persönlich übergeben will. Als er an der Wassermühle ankommt und feststellt, daß zur Zeit niemand dort ist, setzt er sich davor und wartet. Daß er dabei scharf beobachtet wird, merkt er natürlich nicht.

Balsa hat Shuga flachgelegt

*

Wieder zurück in der Stadt geht Chagum los und kauft sich etwas zu essen. Plötzlich steht Shuga vor ihm. Sie sind beide sprachlos. Dann ziehen sie sich in eine ruhige Seitenstraße zurück. Shuga hat Chagum einiges zu sagen. Die Lage hat sich völlig verändert und Chagum soll sofort zum Hof zurückkehren. Chagum ist ziemlich überfahren, doch einen Moment später erscheint Balsa, und sie hat deutlich andere Pläne. Auf keinen Fall kann sie jetzt Chagum zum Mikado zurückschicken, auch wenn sie mit dem Grund dafür nicht herausrücken kann. Ihr Job, Chagums Leben zu beschützen ist, anders als Shuga meint, noch lange nicht vorbei. Sie schnappt sich Chagum und verschwindet. Shuga ruft ihm hinterher, Sagum sei inzwischen verstorben. Chagum ist jetzt der Kronprinz, den er nicht einfach so gehen lassen kann. Balsa verpaßt ihm ein "überzeugendes Argument", und weg ist sie - mit Chagum natürlich.

*

Die Warterei vor der Tür wird Tooya irgendwann zu blöd. Also schnappt er sich den versteckten Schlüssel und geht durch die Hintertür ins Haus. Yun und Zen, die beiden Jäger, haben das aber nicht mitbekommen, weil sie in der Zwischenzeit die Nachbarn ausgefragt haben. Sie glauben, Tooya sei weg, und untersuchen nun die Mühle selbst, was Tooya von innen genau mitbekommt. Ihm wird schnell klar, was hier gespielt wird, und er ist entsetzt. Raus kann er auch nicht, weil zumindest einer der Jäger in der Nähe bleibt, während Yun Verstärkung holt. Wie also soll er Balsa warnen?

die Mühle brennt lichterloh

Nun, das ist zum Glück nicht nötig, denn Shuga hat sich verplappert, und Balsa weiß, daß die Jäger ihr auf der Spur sind. Sie bringt Chagum, der total durcheinander ist, zu Tanda und schickt ihn schon mal vor. Dann läuft dann zu ihrer Wassermühle - extrem vorsichtig natürlich. Denn dort liegt noch die Karte zum Dorf Toumi, wo die Yakue wohnen. Wenn die Jäger die finden ...

Vorher allerdings hat Tooya sie gefunden, und ihm ist klar, daß sie den Jägern auf gar keinen Fall in die Hände fallen darf. Und warnen muß er Balsa auch. Daß sie bereits Bescheid weiß, weiß er ja nicht. Also zündet er erst den Plan und dann das Haus an, was in der Tat mehr als deutlich ist.

Bevor er selbst mit verbrennt, stürzt Tooya aus dem Haus heraus, genau den Jägern in die Arme. Die sehen ein, daß ihr Mission hiermit gescheitert ist und ziehen unverrichteter Dinge wieder ab, ohne zu versuchen, Tooya durch Folter oder so noch ein paar Informationen zu entlocken.

Vom Waldrand aus hat Balsa alles beobachtet. Sie ist Tooya sehr dankbar für seinen Mut und seine Loyalität.

*

Und so beginnt Balsas, Tandas, Torogais und Chagums Reise zum Dorf Toumi ziemlich überstürzt und kaum vorbereitet. Und noch dazu sieht Chagum gar nicht ein, was das ganze jetzt noch soll.

Folge 18 - Inishie no Mura (Das Dorf aus der alten Zeit)

Irgendwann tief in der Nacht holt Balsa Tanda und Chagum ein. Auch Torogai ist inzwischen bei ihnen. Chagum will eigentlich zurück zum Hof und mehr über den Tod seines Bruders herausfinden. Es versteht sich von selbst, daß Balsa das nicht zuläßt. Sie erklärt Chagum aber auch nicht, warum sie nach Toumi müssen. Auf jeden Fall haben sie es eilig, denn Balsa ist klar, daß sie vor den Jägern nur einen kleinen Vorsprung haben, auch wenn sie die Karte nicht gesehen haben. So schnell, wie sie es sich wünscht, geht es aber trotzdem nicht, denn der Weg ist steil und extrem anstrengend, und Chagum ist nach dem langen Marsch total erschöpft.

Chagum und Balsa auf dem Weg durch die Berge

Zum Glück hat Torogai ein Einsehen und verhilft Chagum mit einem kleinen Trick zu einer längeren Pause.

Derweil haben Shuga und die acht Jäger anhand von Tooyas Lieferung an Balsa, die ihnen in die Hände gefallen ist, bereits eruiert, wohin Balsa mit Chagum aller Wahrscheinlichkeit nach unterwegs ist.

*

Tanda war bereits einmal in Toumi. Sein Onkel hat ihn dorthin mitgenommen, als er noch ein Kind war. Seine Großmutter mütterlicherseits stammte ebenfalls von dort. Ob sie und sein Großvater dort noch am Leben sind, weiß Tanda aber nicht. Wohl eher nicht.

Im Morgengrauen geht der Marsch durch die wilden Berge dann weiter. Die Jäger sind ihnen dabei dicht auf den Fersen. Sie haben inzwischen sogar das genaue Ziel, das Dorf Toumi, identifiziert. Zum Glück kennt Torogai eine Abkürzung mitten durch tiefste Wildnis, die ihnen einiges an Zeit sparen wird.

Irgendwann raschelt es im Unterholz, und Balsa greift schon zu ihrem Speer, doch was ihnen dann vor die Füße fällt ist ein niedliches junges Mädchen (Nimka) aus Toumi, das Tanda sofort erkennt. Offenbar sieht er seinem Großvater Kunda, der in Toumi sehr bekannt war, ziemlich ähnlich. Und dank Nimkas Hilfe sind sie dann in Null Komma Nichts dort.

Torogai ist zufrieden, denn in Toumi haben sich offenbar die alten Sitten und Gebräuche der Yakue erhalten. Und damit hoffentlich auch die gesuchten Informationen. Jedenfalls werden die vier Fremden von den Einheimischen bestaunt und freundlich Willkommen geheißen, denn sie sind die ersten Besucher hier seit vielen Jahren. Von Souya, dem Dorfältesten, erfährt Tanda, daß Kunda vor zwei Jahren leider verstorben ist. Tanda trägt es mit Fassung, schließlich ist er gekommen, um Informationen über den Nyunga Ro Chaga zu bekommen. Doch damit sieht es schlecht aus. In der Tat war Toumi vor 100 Jahren in diese Ereignisse verwickelt, denn der damalige Nyunga Ro Chaga stammte von dort (er war sogar ein Onkel Souyas). Doch leider hat in Toumi niemand sonderlichen Wert darauf gelegt, das alte Wissen zu bewahren.

Überraschenderweise weiß aber Nimka noch eine ganze Menge, denn sie hat von ihrer Großmutter, der letzten Geschichtenerzählerin des Dorfes, ziemlich viel aufgeschnappt.

Und so beginnt sie zu erzählen und steigert sich sehr schnell in ihre aufregende Geschichte hinein. Sie trägt den Anwesenden in den blühendsten Farben vor, wie damals Nyunga Ro Ims Ei im Bruder ihres Urgroßvaters erschien, wie die Yakue das Ei beschützten, wie dieses dann den Nyunga Ro Chaga veranlasste, allein den Ort der Feierlichkeit aufzusuchen, von dem niemals jemand zurückkehrt (hier beginnt Chagum langsam hellhörig zu werden), wie die Dorfleute ihm trotzdem folgten, um ihn zu beschützen, was sie aber nicht vermochten, denn ein Dämon aus Nayug, den niemand sehen oder berühren konnte, der La Lunga, stürzte sich auf den Nyunga Ro Chaga und zerfetzte ihn.

Jetzt weiß es Chagum also. Nimka ist entsetzt, als sie seine Reaktion sieht und ihr klar wird, daß er der gegenwärtige Nyunga Ro Chaga ist

Folge 19 - Chagumu Toubou (Chagum flüchtet)

Balsa ist mit ihrem Latein am Ende. Und Nimka ist sehr betroffen. Sie mag Chagum, und er sie offensichtlich auch, aber nach ihren Geschichten ist er dazu bestimmt, von La Lunga getötet zu werden. Anscheinend ist das nötig, damit das Ei schlüpfen kann. Irgendwie erscheint bei diesem Prozeß ein Vogel namens Naaji und trägt das Ei zum Meer. Von Naaji hat Tanda schon mal etwas gehört. Die Kinder singen ein Lied über ihn auf den Reisfeldern, natürlich ohne zu wissen, was es bedeutet. Doch Tanda und Torogai bekommen die Strophen noch zusammen, und in dem Lichte dessen, was sie jetzt wissen, betrachtet, erzählt dieses Lied genau die Geschichte der Geburt des neuen Nyunga Ro Im, die bekanntlich einmal alle 100 Jahre stattfindet.

Torogai fällt auf, daß sie jetzt ein weiteres Problem haben, denn Naaji-Vögel sind extrem rar geworden. Das heißt, nicht nur schwebt Chagum in Lebensgefahr, sondern auch das Ei. Trotzdem ist Balsa entschlossen, Chagums Leben zu verteidigen, auch wenn dieser Feind unsichtbar ist. Wenigstens haben sie noch Zeit, denn diese dramatischen Ereignisse werden erst zur nächsten Frühlings-Sonnenwende stattfinden.

Balsa ist Chagum und Nimka auf der Spur

*

In der Nacht schleicht Nimka sich in Chagums Haus, um sich bei ihm zu entschuldigen, doch der ist nicht böse auf sie. Im Gegenteil. Jetzt, nachdem er weiß, was ihm bevorsteht, hat er eine Entscheidung getroffen: er will in den Palast zurückkehren. Und nachdem das feststeht, hilft Nimka ihm bei seiner Flucht, denn sie kennt hier oben jeden Weg.

Ungefähr bei Sonnenaufgang bemerkt Balsa, daß Chagum und Nimka fehlen. Sie braucht nicht lange, um sich zusammenzureimen, was die beiden vorhaben, und macht sich sofort an die Verfolgung. So kommt es, daß sie nicht mehr in Toumi ist, als Shuga und die acht Jäger dort ankommen.

Derweil kann Chagum zum ersten mal einen (unfreiwilligen) Blick in die Welt Nayug tun, die sich ihm während des Marsches ohne jede Vorwarnung öffnet. Einen Moment später ist er wieder in der normalen Welt, doch dort steht Balsa vor ihm und macht ihm unmißverständlich klar, daß sein Alleingang hier endet und er wieder mit ihr zu kommen habe. Letztlich bleibt dem verängstigten und total demoralisierten Chagum nichts anderes übrig, als sich in sein Schicksal zu fügen und zu hoffen, daß Balsa weiß, was sie tut.

Derweil stehen die Jäger im Dorf und fordern Chagums Herausgabe.

Folge 20 - Kariana he (Zur Höhle des Jägers)

Shuga und Tanda haben ihre zweite Begegnung, wobei sie jetzt erst mitbekommen, wer der jeweils andere in Wirklichkeit ist. Aber auch Torogai und Shuga hatten bereits indirekt miteinander zu tun und haben sich jetzt ziemlich viel zu sagen, abgesehen von der mehr oder weniger offensichtlichen Nachricht, daß Balsa und Chagum nicht mehr hier sind.

Torogai erklärt Shuga und den anwesenden Samurai, was sie bis jetzt über Chagum und das Ei des Nyunga Ro Im herausgefunden hat, vor allem den Teil, in dem der Nyunga Ro Chaga am Ende getötet wird.

Mon meint, wenn das Leben Chagums in solcher Gefahr sei, dann wäre es doch erst recht vernünftig, ihn zum Hof zurückzubringen, wo zehntausende Soldaten ihn beschützen können. Aber nützt das auch gegen ein Monster, das Menschen weder sehen noch berühren können?

auf dem Weg ins Winterquartier

Shuga wendet ein, er könnte in der Gruft vielleicht etwas darüber finden. Torogai ist, als sie davon hört, empört, daß die Yogo-Leute dieses Wissen 200 Jahre lang haben verrotten lassen. Sie werde Chagum auf keinen Fall übergeben. Balsa werde es viel eher schaffen, sowohl Chagum als auch das Ei zu beschützen. Shuga und seine Leute sollten vielmehr so schnell wie möglich die alten Steintafeln komplett entziffern und dann am Tag der Frühlingssonnenwende zum Platz der Zeremonie kommen, wo Balsa mit Chagum auf sie warten werde.

Shuga ist darüber nicht so glücklich, willigt aber schließlich ein, nimmt die acht Samurai mit und kehrt zum Palast zurück, wo er und ein paar weitere Gelehrte sich sofort an die Arbeit machen. Denn es sind hunderte dieser Tafeln, die darauf warten, übersetzt zu werden. Vor allem an Gakais Mithilfe ist Shuga sehr gelegen, auch wenn es einiger Überredungskunst bedarf, ihn für dieses Projekt zu begeistern. Gakai hat sowohl beruflich als auch seelisch Sagums Tod nicht so gut verkraftet, aber nachdem er verstanden hat, um was es diesmal geht, ist er mit Begeisterung dabei.

*

Gegen Abend kehren Balsa, Chagum und Nimka nach Toumi zurück, von wo aus sie am nächsten Tag dann zu ihrem Endziel, der Höhle des Jägers, aufbrechen, wo sie überwintern und Chagum auf das Kommende vorbereiten werden. Zu ihrem Abschied tritt das ganze Dorf an und verbeugt sich vor Chagum.

Der weite Weg führt durch die japanischen Berge, deren Bäume jetzt im Herbst in den buntesten Farben leuchten. Chagum ist unterwegs sehr einsilbig.

Schließlich erreichen sie ihr Ziel, ein gewaltiges Höhlenlabyrinth, welches die Yakue und vor allem Tanda und Torogai wohl gelegentlich benutzen, denn ein Teil davon ist ausgebaut und direkt gemütlich bewohnbar mit Feuerstelle, Lagerräumen, einer unterirdischen Quelle usw.. Chagum staunt nicht schlecht, als er das sieht.

Da der Winter nicht mehr fern ist, beginnen die vier sogleich mit den Vorbereitungen, denn wenn sie erst mal eingeschneit sind, werden sie die Höhle eine Zeitlang nicht verlassen können. Und bis dahin gibt es unendlich viel zu tun. Beispielsweise Lachse aus den nahen Fluß fangen und als Vorrat einlagern. Als nächstes stellen sie Fallen und fangen alle möglichen Tiere, die dann das Schicksal der Lachse teilen und in der Speisekammer landen, die sich zusehends füllt. Balsa bringt Chagum sogar bei, wie man das Fell dieser Tiere zu Leder gerbt.

Gelegentlich erwähnt Balsa den Namen Jiguro. Chagum weiß schon, daß es der Mann war, der sie großgezogen hat. Und eines Tages erzählt Balsa Chagum ihre Geschichte. Sechs Jahre alt war sie damals ...

Folge 21 - Jiguro Musa

Balsa stammt bekanntlich aus dem Land Kanbal, das anders als das üppige südliche Nachbarland Yogo sehr arm ist. Die Menschen dort müssen dem steinigen Gebirgsboden ihren Lebensunterhalt mühsam abringen. Was sie aber nicht daran hindert, schlimme Grausamkeiten aneinander zu verüben. Balsas Vater Kalna Yonsa war der königliche Leibarzt, ihre Mutter jedoch war gestorben, als Balsa fünf war. Trotzdem führte sie ein im Grund sorgenfreies Leben. Doch leider nicht sehr lange.

Balsa als Kind

Der König hatte einen ebenso ehrgeizigen wie skrupellosen Bruder namens Rogsam, der Kalna erpresste und ihn zwang, den König zu vergiften. Was Kalna schließlich auch tat, obwohl er wußte, daß es ihm nichts nützen würde, denn Rogsam würde sowohl ihn als auch seine Tochter trotzdem töten, oder gerade deswegen, weil er zu viel wußte.

Nun hatte Kalna auch einen guten Freund am Hof, Jiguro Musa, den jungen und äußerst talentierten Chef der königlichen Leibwache, die aus insgesamt neun Samurai bestand, die neun Stämme Kanbals repräsentierend. Und Jiguro war von diesen der beste. Ihm also erzählte Kalna alles und bat ihn, Balsa zu beschützen, d.h. mit ihr aus Kanbal zu fliehen.

Es geschah, wie Kalna es vorausgesehen hatte: der König starb, er selbst wurde hingerichtet, doch bevor Rogsam auch Balsa verschwinden lassen konnte, nahm Jiguro sie mit sich, verließ Kanbal und floh durch das südliche Gebirge nach Yogo. Warum er sich darauf einließ, das weiß Balsa bis heute nicht, denn Jiguro nahm damit ein sehr schweres Schicksal auf sich. Nicht nur verlor er Stellung, Heimat und Ehre und war jetzt für das Wohlergehen eines kleinen Mädchens verantwortlich, Rogsam schickte ihm auch einen Jäger nach dem anderen hinterher, um sie beide zu töten. Er hatte dazu die Familien seiner Samurai als Geiseln genommen. Auf diese Weise hatte er ja auch schon Kalna erpresst. Denn an sich waren alle Samurai mit Jiguro eng befreundet gewesen. Jetzt aber mußten sie gegeneinander auf Leben und Tod kämpfen.

Gerade mal fünf Tage nach ihrer Flucht erschein der erste. Jiguro tötete ihn nach kurzem Kampf. Dabei bracht die Klinge von Jiguros Speer ab, und so gingen sie zu einem Waffenschmied (, den wir schon aus Folge 8 kennen), um sich eine neue anfertigen zu lassen.

Balsa bei den Karavanenleuten

*

Es kam der nächste Jäger, Tagul war sein Name. Auch diesen tötete Jiguro, und so hatte Balsa erneut Gelegenheit, die unglaublichen Kampf-Fähigkeiten ihres Beschützers zu studieren. Und das Leid, das ihm dieses Schicksal auferlegte.

Bei einem Aufenthalt in einer der Städte erfuhren Balsa und Jiguro von einem Wanderarbeiter, daß Kalna in der Tat getötet worden war. Erst jetzt wurde Balsa das ganze Ausmaß des Schlamassels, in dem sie steckte, klar. Und selbst jetzt, nach 20 Jahren, wo sie diese Geschichte Chagum erzählt, ist ihr Haß auf Rogsam (, der allerdings inzwischen längst tot ist,) immer noch lebendig.

Sie bat Jiguro, ihr das Kämpfen beizubringen. Da Jiguro das strikt ablehnte, weil er der Ansicht war, eine Frau könne das niemals so lernen wie ein Mann, beschloss sie, es sich selbst beizubringen. Sie beobachtete Jiguro bei seinem Training, und da sie äußerst talentiert war, lernte sie sehr schnell und sehr gut.

*

Jiguro nahm eine Stellung als Wächter einer Handelskarawane an, und so kamen er und Balsa weit in Japan herum. Sie waren damit außer Reichweite Rogsams, der ihnen immer noch nach dem Leben trachtete, und außerdem hatte Balsa viel Gelegenheit, Jiguros Kampftechniken zu lernen. Eines Abends am Lagerfeuer führte sie den Händlern ihre Künste vor, und die waren davon sehr beeindruckt. Jiguro knallte ihr eine, doch dann überlegte er es sich anders, unterrichtete sie und gab ihr sogar einen echten Speer (, der damals noch viel zu groß für sie war).

Auf einer der Reisen erfuhr Jiguro von weiteren sechs Jägern, die Rogsam hinter ihm hergeschickt hatte. Es war die Zeit, in der die beiden Torogai und ihren Schüler Tanda, der damals auch noch ein Kind war, trafen und eine Zeitlang bei ihnen lebten. Zehn Jahre lang konnten sie unentdeckt leben, doch am Ende mußte Jiguro doch noch gegen seine Freunde von damals antreten.

Folge 22 - Mezame no Kiseki (Jahreszeit des Erwachens)

Jiguro appellierte an seine Gegner, dieser Kampf sei nach 10 Jahren sinnlos. Aber es nützte ihm nichts, und er mußte einen nach dem anderen töten. Balsa hätte ihm gerne dabei geholfen, doch er hatte es ihr verboten, damit sie sich nicht auch noch die Hände schmutzig machte. Und mit seinen nahezu übermenschlichen Fähigkeiten schaffte er es tatsächlich, sechs Elitekämpfer gleichzeitig niederzuhalten und einen nach dem anderen zu töten. Immerhin bekam er auch einiges ab.

Sie begruben die toten Krieger. Doch mit dem sinnlosen Tod all seiner ehemaligen Freunde hatte auch Jiguro seine Seele verloren, wie Balsa meint. Es sind die acht Toten, für die sie sich verantwortlich fühlt und wegen denen sie beschlossen hat, acht Menschen das Leben zu retten. Dies war der Grund, warum Balsa Chagum rettete. Aber warum Jiguro Balsa gerettet hatte, daran rätselt sie noch immer.

Jiguro

Nach diesen Ereignissen trennten sich auf ihren Wunsch hin ihre Wege. Balsa war nun 16, gut genug ausgebildet, um es mit jedem Krieger aufzunehmen, und wollte die ewige Last, sie beschützen zu müssen, endlich von Jiguro nehmen. Zu ihrer Überraschung antwortete Jiguro, daß er dieses wilde Leben mit ihr gemocht hatte.

Fünf Jahre später starb er dann an einer Krankheit.

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Der Winter hat begonnen und Torogai verläßt Balsa, Tanda und Chagum. Sie hat mal wieder einiges zu tun und wird sie wiedersehen, wenn das Ei sich zum Schlüpfen bereit macht. Und Chagum hat, nachdem er Jiguros Geschichte gehört hat, wieder neuen Mut gefaßt und bittet Balsa, nun auch ihn im Kampf auszubilden. Denn man kann nie wissen, ob das nicht mal lebensrettend sein könnte. Balsa ist richtig gerührt und willigt ein. Zum Abschied ermahnt Torogai sie, den Jungen nicht zu hart ranzunehmen, denn im Gegensatz zu ihr habe er kein überdurchschnittliches Talent.

Ohne Kratzer, Schrammen und blaue Flecken geht so ein Training natürlich nicht ab, aber Chagum steckt wieder voller Energie.

Und so leben Chagum, Tanda und Balsa den Winter über fast wie eine Familie. Schließlich naht der Frühling und damit der Kampf gegen einen unbekannten, tödlichen Gegner. Tanda meint eines Tages zu Balsa, wenn das alles vorüber sei, würde er gerne mit ihr für immer zusammenleben. Balsa ist ziemlich sprachlos, gibt Tanda aber erst mal einen Korb.

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Eines Morgens, als Chagum seine Hände zum Waschen ins Wasser taucht, wird sein Geist mal wieder nach Nayug gezogen. Zum Glück sind Tanda und Balsa in der Nähe und können ihn wieder nach Sagu zurückholen. Aber es war ihn ein riesen Schock. Anscheinend geht es jetzt los.

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In der Gruft des Seitenpalastes haben sich unglaubliche Mengen an Steintafeln gefunden, aber viele davon im Schlamm versunken, zerbrochen und in schlechtem Zustand. Das heißt, die Zeit ist gekommen, aber Shuga hat noch nicht alle Informationen, die er eigentlich bräuchte. Immerhin hat er herausgebracht, wo sich der Ort der Zeremonie befindet.

Auf dem Palasthof liegt Schnee, aber es hat in diesem Winter viel weniger geschneit als sonst. Und seit Wochen ist der Himmel strahlend blau und völlig wolkenlos.

Folge 23 - Shigu Sarua wo otte (Verfolgt Shigu Sarua)

Torogai, die wieder auf dem Weg zurück zur Höhle ist, macht sich Sorgen über das Wetter. Es liegt zwar noch Schnee, aber viel zu wenig. Und oben scheint eine grelle Frühlingssonne aus einem wolkenlosen Himmel. Der Nyunga Ro Im ist also gestorben.

Auch für Shuga ist die Zeit zum Abmarsch gekommen. Er kommandiert ein Bataillon Soldaten, die unter anderem mit Flammenwerfern ausgerüstet sind. Denn Feuer ist der schwache Punkt des La Lunga, wie Gakai herausgefunden hat. Vorher verabschiedet Shuga sich noch von der zweiten Prinzessin persönlich und verspricht ihr, Chagum zu retten, auch wenn es ihn selbst das Leben kosten sollte.

unterwegs

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Als Torogai ankommt, erwartet Chagum sie bereits. Torogai stellt fest, daß er in der Zwischenzeit zu einem Mann herangewachsen ist. Dementsprechend soll er nicht mehr diese Kinder-Kleidung tragen, und praktischerweise hat sie ihm auch passende neue Kleider mitgebracht, sehr schöne sogar. Für Balsa hat sie auch etwas dabei, einen hochwertigen Dolch, den sie aber nicht für sich selbst haben will, sondern für Chagum. Sie übergibt ihn ihm mit den Worten, sein Leben könnte einmal von dieser Waffe abhängen.

Und dann hört Chagum den Ruf, der ihn zu einem Ort noch tiefer im Gebirge zieht, dort, wo die Quelle des Aoyumi-Flusses liegen. Ohne zu zögern machen die vier sich auf den Weg. Unterwegs fragt Torogai Balsa, was sie machen wolle, wenn sie das alles hier lebend überstehen sollte. Balsa hat in der Tat schon darüber nachgedacht, eine Familie zu gründen. Tanda übrigens auch, aber so einfach ist das nicht.

*

Wie eine Feuerschlange windet sich der Zug der fackeltragenden Soldaten durch das Gebirge. Auch die acht Samurai sind dabei, und sie sind etwas pikiert zu hören, daß sie nicht gegen Balsa kämpfen dürfen. Dabei ist die Sache ganz klar: Balsa ist jetzt de facto eine Verbündete. Außerdem würde Chagum es ihnen nie verzeihen. Allerdings scheint es geheime Befehle direkt von Mikado zu geben. Entlang des Weges postieren sich Bogenschützen.

La Lunga greift an

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Durch ein ausgetrocknetes Flußbett geht die Reise weiter. Die Anzeichen einer bevorstehenden Dürre sind jetzt unübersehbar. Und dann erreichen Chagum und die anderen das Ziel, den Platz der Zeremonie. Es ist ein blauer See, bedeckt mit Seerosen. Shugas Soldaten waren anscheinend schon vorher da und postieren sich nun. Dann treten Shuga und die Samurai vor Chagum hin und knien nieder. Erst jetzt glaubt Chagum es wirklich, daß sein Bruder gestorben und er der Kronprinz ist. Der Kronprinz und der Held, der Yogo retten wird. Doch das muß sich erst noch zeigen.

Und dann geht es los. Chagum rennt auf (!) dem Wasser zur Mitte des Sees und nimmt dort eine der Seerosen an sich. Spannung liegt in der Luft, und dann erscheinen aus dem Wasser heraus die Klauen, von denen Nimka gesprochen hat. La Lunga ist gekommen, um Chagum zu töten. Die Soldaten nehmen den mörderischen Kampf auf. Zum Glück sind die Klauen wenigstens einigermaßen sichtbar, und Feuer scheint La Lunga gar nicht zu mögen.

Es geht drunter und drüber, und schließlich läuft Chagum weg. Seine Augen haben begonnen blau zu glühen. Denn der blaue See ist gar nicht der wahre Platz der Zeremonie.

Das hat soeben auch Gakai herausgefunden. Er schickt einen Boten, der so schnell reiten soll, wie er kann, Shuga hinterher.

Folge 24 - Saigo no Kibou (Letzte Hoffnung)

Die Soldaten sind ziemlich durcheinander, aber sowohl die acht Samurai als auch Balsa und Tanda haben sich an Chagums Fersen geheftet. Was gar nicht so einfach ist, denn er läuft unnatürlich schnell und benutzt anscheinend teilweise auch Wege, die für normale Menschen gar nicht existieren.

Chagum

Derweil meint Torogai zu Shuga und den Soldaten, sie bräuchten Chagum nicht zu verfolgen, denn dies hier sei schließlich der Ort der Zeremonie, zu dem er von selbst zurückkehren werde, wenn das Ei bereit sei zu schlüpfen. Statt dessen zünden die Soldaten große Feuer an, um La Lunga beim nächsten Angriff auch wieder abwehren zu können. Torogai und Shuga setzen sich zusammen und besprechen die ziemlich verzwickte Lage. Denn nach den alten Informationen ist das Ei gar nicht fähig, von selbst zu schlüpfen, solange es nicht durch einen äußeren Einfluß aus dem Körper seines Trägers herausgeholt wird, also durch La Lunga. Aber womöglich könnte auch die Macht eines Schamanen dies bewirken, wenn man La Lunga solange von Chagum fernhalten kann. Vor 200 Jahren jedenfalls starb das Kind durch La Lunga, das Ei wurde frei, von einem Naaji aufgefangen und zum Meer gebracht. Wie es diesmal verlaufen wird, ist völlig offen.

Balsa und die Jäger haben inzwischen Chagum aus den Augen verloren, suchen aber weiter. Bei einer Gelegenheit fragt Mon Balsa, warum sie ihn und die anderen damals nicht getötet habe. Die einfache Antwort: jemanden zu retten macht nicht viel Sinn, wenn man dafür viele andere töten muß. Die acht sind von diesen Worten unerwartet beeindruckt.

Tief in der Nacht erreicht Gakais Bote Shuga und die kampierenden Soldaten. Sie erfahren nun, daß dieser See gar nicht der wahre Ort der Zeremonie ist. Mit einem kleinen Wasserzauber läßt Torogai diese wichtige Information auch Balsa und Tanda zukommen, denn die Soldaten werden die richtige Stelle nicht mehr rechtzeitig zum Sonnenaufgang erreichen können.

Balsa und die anderen sind inzwischen oben angekommen und stoßen statt auf Chagum auf La Lunga. Doch offensichtlich ist es nicht nur eine dieser Kreaturen, sondern bereits zwei. Hier oben sind sie besser sichtbar. Sie erinnern, wenn überhaupt an etwas, dann an fleischfressende Pflanzen, allerdings solche, die herumlaufen und sich ziemlich schnell bewegen können. Da sie aber im wesentlichen noch in Nayug weilen, können die Samurai sie mit ihren Flammenwerfern nicht bekämpfen. Da kommt Tanda auf eine Idee. Die Seerosen, deren Nektar Chagum getrunken hat, bilden anscheinend einen Übergang von Sagu zu Nayug. Und schlau, wie er ist, hat Tanda eine Menge davon mitgenommen. Er trinkt selbst den Nektar und stürzt sich mit Todesverachtung auf eins der Monster. Und siehe da, sein Angriff trifft. Er wird ziemlich schwer verletzt, aber jetzt ist La Lunga soweit in Sagu, daß auch die Samurai es angreifen und vernichten können.

Er erklärt ihnen wie es funktioniert und meint, diese Blumen seien ihre letzte Hoffnung.

Folge 25 - Utage (Bankett)

Chagum erreicht die Quelle, allerdings befindet er sich zur Hälfte in Nayug, und dort ist er unter Wasser. Seltsame Fische schwimmen um ihn herum.

Balsa und die acht Samurai folgen ihm. Tanda, der verletzt zurückgeblieben ist, untersucht nun die Überreste des La Lunga. Kurze Zeit später kommen Shuga und Torogai angaloppiert und wundern sich, was sie vorfinden. Als Tanda Torogai erklärt, wie sie La Lunga besiegt haben, ist sie ziemlich beeindruckt. Nur hat Tanda leider keine Seerosen mehr für sie.

Kampf gegen La Lunga

Etwas weiter oben sehen sie plötzlich einen jungen Bären stehen, dessen Brust genauso blau leuchtet wie die von Chagum. Offenbar hat der Nyunga Ro Im mehrere Eier gelegt. Plötzlich erscheint ein weiterer La Lunga und zerreißt den Bären. Das Ei fliegt hoch in die Luft, doch da kein Naaji herbeigeflogen kommt, zerschellt es schließlich am Boden.

Chagum ist inzwischen ziemlich vollständig in Nayug angekommen und befindet sich in einer seltsamen Kalk- oder Eislandschaft am Ufer des Sees, in dem er eben aufgetaucht ist. Saanan heißt dieser Ort, aber in Sicherheit ist der Prinz hier keineswegs, denn weitere La Lungas sind schon im Anmarsch. Doch auch Balsa und die acht Jäger haben diesen Ort erreicht und beginnen, den La Lunga zu beschießen. Kaum haben sie einen erledigt, taucht aber schon der nächste auf. Die acht bekommen inzwischen Routine und erledigen auch diesen La Lunga. Doch dann kommen weitere, Dutzende, Hunderte. Dafür reicht ihre Munition niemals.

Aber ohne die La Lungas scheint Chagums Ei nicht schlüpfen zu können, obwohl seine Zeit jetzt gekommen wäre. Chagum ist völlig verzweifelt und bereit, sich zu opfern, damit das Ei schlüpfen kann. Die Rettung naht in Form von Tanda, der inzwischen weiß, wie er das Ei aus Chagum herausbekommt, ohne daß ihm und dem Ei etwas passiert.

Praktischerweise geht nun in Sagu die Sonne auf. Die La Lungas erstarren, und die Menschen kehren nach Sagu zurück. Jetzt wird es aber höchste Zeit für Tanda, das Ei zu befreien. Es ist für Chagum sehr schmerzhaft, geht aber ansonsten völlig glatt. Und als das geschehen ist, erscheinen wie auf Bestellung die Naaji-Vögel. Balsa schleudert das Ei hoch in die Luft, und einer der Naaji fängt es auf und fliegt damit davon.

Chagum kann es kaum glauben, daß jetzt alles vorbei ist. Die Soldaten kommen anmarschiert und sind immerhin noch gut dafür, den Thronfolger würdig zu nach Hause eskortieren.

Folge 26 - Tabidachi (Reise)

Durch einen Boten werden der Mikado und die zweite Prinzessin über Chagums Erfolg informiert. Sie sind beide unendlich erleichtert darüber, doch im Kopf des Mikado spielt dabei natürlich die Politik wieder die wichtigste Rolle. Chagum soll nämlich jetzt dem Volk nun als Held mit einem direkten Draht zum Himmel präsentiert werden. Ob er selbst das will, interessiert seinen Vater keine Sekunde lang.

Noch aber ist er nicht da, und die Soldaten, die bei ihm sind, feiern ausgelassen.

Balsa allerdings scheint zu wissen, was auf sie zukommt. Sie hat Rogsam und seine Methoden kennengelernt, und der Yogo-Mikado ist kein bißchen besser. Daß seine Bogenschützen sie nicht einfach über den Haufen schießen, verdankt sie schließlich ausgerechnet Mon und seinen Leuten, die Shuga davon überzeugen, daß das keine so gute Idee wäre.

*

Chagum tanzt bei seinem Vater an

Am nächsten Tag erreicht der Zug dann den Palast, wo die versammelte Mannschaft erst mal vor dem Kronprinzen niederkniet.

Chagum saust zu seiner Mutter, und Shuga bringt Balsa, Torogai und Tanda ebenfalls im Palast unter.

Die zweite Prinzessin kann es kaum glauben, wie groß ihr Kind inzwischen geworden ist. Mit Tränen in den Augen fallen die beiden sich in die Arme. Und anders als ihr Mann empfindet die Prinzessin Balsa gegenüber tiefe Dankbarkeit.

Shuga hat nicht zuviel versprochen: Balsa und die anderen werden fürstlich umsorgt, was vor allem Torogai weidlich ausnutzt. Im Onsen erwähnt sie Balsa gegenüber auch, daß es offenbar Heirats-Interessentinnen für Tanda gibt. Balsa reagiert aber nicht wie beabsichtigt. Anscheinend will sie sich nicht binden. Aber sie scheint Chagum jetzt schon zu vermissen.

Zu sehen wird sie ihn jedenfalls nicht mehr oft bekommen, und das königliche Essen und die äußerst luxuriöse Unterbringung können sie darüber nicht hinwegtrösten.

Chagum will Balsa natürlich auch sehen, doch sein Vater macht ihm klar, wie die Dinge ab jetzt laufen. Balsa hat aus seinem Leben zu verschwinden. Chagum ist jetzt der göttliche Held der Nation, dessen Existenz Glück und Segen verspricht. Weltliche Dinge haben in seinem Leben keinen Platz mehr. Immerhin hat er offenbar zugestimmt, daß Shuga Balsa, Tanda und Torogai eine äußerst reichlich bemessene Belohnung zukommen lassen will, was schon mal besser ist als ein Pfeil in den Rücken.

Am folgenden Tag erfolgt die Übergabe dieser Belohnung und dann etwas, was man als feierlichen Rauswurf bezeichnen könnte. Balsa nimmt es gelassen hin, sie hat nichts anderes erwartet. Nicht mal durch das große Tor darf sie gehen, sondern muß als Frau aus dem gemeinen Volk einen kleinen Seitenausgang benutzen. Doch dort wartet überraschenderweise Chagum auf sie. Auf dem Kopf trägt er eine Krone, in der Hand aber Balsas Speer. Als er Balsa sieht, kann er die Tränen nicht zurückhalten, und Balsa meint, sie könnten doch zusammen abhauen.

Aber daraus wird natürlich nichts. Chagum hat seine Rolle akzeptiert, und Balsa ebenfalls.

*

Nun beginnt für alle wieder der normale Alltag.

Eines schönen Tages sitzt Tanda bei Saya und Tooya, als es draußen plötzlich dunkel wird - es sind die ersten Wolken seit Wochen oder Monaten. Der neue Nyunga Ro Im hat also seine Arbeit aufgenommen. Alle sind unendlich erleichtert.

Balsa hat sich entschlossen, nach Kanbal zu gehen, und noch bevor sie die Grenze erreicht, regnet es in Strömen.


Erstellt am 17.10.2009. Letzte Änderung: 20.2.2014