Tenchi Muyo in Love

Der auf die TV-Version aufsetztende Kinofilm ist erhältlich als Box mit 2 CAV-LDs mit THX-Sound. Die japanische Version kostet 200 DM, die amerikanische gibt es für einen Hunderter. Die Spieldauer beträgt ca. 95 Minuten.

Ausstattung

Die amerikanische LD-Box ist sehr liebevoll aufgemacht. Auf der Vorderseite finden wir ein Hochglanzbild der Hauptpersonen (eine Szene aus der Dimension, in die Kain am Ende des Films geschleudert wird), auf der Rückseite finden sich kleine Hochglanzbilder der einzelnen Hauptpersonen, dazu eine Aufstellung der jeweiligen Kapitel der 4 LD-Seiten und eine kurze Beschreibung der Handlung (naja, eher ein Aufmacher als eine Beschreibung).

In der Box gibt es:

An den Abspann des Filmes schließen sich noch einige (japanische) Vorschauen an. Sehr nett.

LD-Hülle

Handlung

Das Hauptquartier der galaktischen Polizei hat ein Subraum-Gefängnis, in dem Kain „einsitzt". Zunächst erfahren wir über Kain nur daß er sehr gefährlich und sehr mächtig ist, denn nachdem er 100 Jahre gebrummt hat, gelingt es ihm nun auszubrechen, was bei einem solchen Dimensionsgefängnis niemand auch nur für möglich gehalten hat. Doch er schafft es und vernichtet nebenbei auch noch das HQ, das als ausgeglühter Schrotthaufen zurückbleibt. Dann nimmt er Kurs Erde.

Tenchi beginnt, sich aufzulösen! Zum Glück dauert das nur ein paar Sekunden, aber er ist natürlich beunruhigt.

Später zeigt Tenchi seinen Damen alte 8mm-Filme aus der Zeit um 1970, als seine Mutter seinen Vater kennenlernte. Beide waren damals Schüler und heftig ineinander verliebt. Plötzlich beginnt Tenchis Mutter, aus dem Film zu verschwinden, auch Tenchi erlebt eine weitere Auflösungsattacke. Diesmal scheint es ernst zu sein, doch im letzten Moment rettet Washuu ihn mit einem netzartiges Schutzschirm. Sie hat schon vorher Verzerrungen der Zeitbahn ausgemacht und sich eine Gegenmaßnahme einfallen lassen. Dennoch: wenn sich die Angriffe fortsetzten und Tenchi verschwindet, dann ändert sich auch die Gegenwart für Washuu, Ryouko, Ayeka usw. Und das wollen sie unter allen Umständen verhindern!

Washuu hat auch herausgefunden, daß der Ursprung der Verzerrungen im Jahre 1970 zu suchen ist und der Angriff anscheinend in erster Linie Achika, Tenchis Mutter, gilt. Praktischerweise verfügt sich auch gleich über eine Zeitmaschine. Sie ist zwar noch im Experimentalstadium und arbeitet etwas ruppig, aber sie funktioniert. Ryouko holt schnell noch Mihoshi und Kiyone ab, dann geht es zurück ins Jahr 1970 (es wird im Film übrigens als Kanji angezeigt: YON JUU GO NEN SHOU WA: das Jahr 45 der Zeitrechnung von Hiro-Hito).

Dort angekommen, übernehmen sie die Observierung von Achika, indem sie sich in ihre Schule einschleusen: Ryouko und Ayeka als Mitschülerinnen, Mihoshi als Lehrerin, Kiyone als Sportlehrerin. Tenchi und Sasami bleiben im Hintergrund.

Achikas Klasse hat noch einen weiteren Mitschüler, einen geheimnisvollen, seltsamen Typen, der Achika und Ryouko immer so komisch ansieht. Doch es ist nicht Kain, sondern ein überlebender Sonderagent der galaktischen Polizei, der Kain wieder festnehmen will (angesichts der Macht Kains ein gradzu rührend-naiver Gedanke, den der Agent schließlich mit dem Leben bezahlt).

Ryouko verfolgt den GP-Mann

Im Laufe der nächsten Tage findet Washuu mehr und mehr über ihren Feind heraus: 100 Jahre zuvor war er mit der vereinigten Macht der galaktischen Polizei und dem Imperator von Jurai festgesetzt und in den Subraum verbannt worden. Mit der galaktischen Polizei hat Kain mittlerweile (so nebenher) abgerechnet, doch sein eigentliches Ziel ist Jurai. Achika ist die Tochter Yoshos, also eine Jurai-Prinzessin, und sie will Kain vernichten.

Washuu kann sogar Ort und Zeit des Angriffes herausfinden. Und zwar soll dieser im Tokyo-Tower erfolgen, den Achikas Klasse während eines Schulausfluges besucht. Washuu hat ein paar geheimnisvolle Energieverstärker zu ihrer Truppe in die Vergangenheit geschickt, die ein Gerät speisen sollen, mit dem Kain wieder in eine andere Dimension verbannt werden soll. Die Verstärker müssen an besonderen Kraftpunkten aufgestellt werden, 5 Tempeln in Tokyo. Das Tor hingegen wird von Tenchi mit zum Tokyo-Tower genommen, als dort Achikas Klasse ihre Besichtigungstour macht.

Und da erscheint Kain endlich persönlich. Zunächst kämpft er gegen den Agenten, der ebenfalls im Fernsehturm auf ihn gewartet hat, und erledigt ihn im Handumdrehen. Die zerstückelten Überreste wirft er Tenchi, Achika und Noboyuki vor die Füße und fragt die drei, wer von ihnen denn nun die Macht von Jurai in seinem Blut trage. Tenchi zieht das Schwert und stellt sich Kain entgegen: „Laß die Finger von meiner Mutter!"

Spätestens jetzt wird Achika langsam klar, wer dieser junge Mann ist. Noboyuki stellt auf Tenchis Anweisung das Tor in die Mitte der Aussichtsplattform (bzw. dessen, was davon noch übrig ist), während Tenchi einen ziemlich aussichtslosen Kampf gegen Kain ausficht. Als er schließlich in eine Ecke geschleudert wird, stellt Achika sich ihm entgegen und Kain erkennt sie als sein wahres Ziel. Da aktiviert Noboyuki das Tor.

Kain wird wunschgemäß hineingesaugt, aber - er nimmt Achika und ihren späteren Ehemann mit! Dann schließt sich das Tor wieder. Tenchi bittet verzweifelt Washuu, einen Weg zu seiner Mutter zu finden, die derweil im Subraum auf einem finsteren Planeten einen verzweifelten Kampf gegen den jetzt erst recht wütenden Kain ficht.

Washuu hat eine Idee: sie ortet Achikas Gedanken, transferiert sie in Tenchis Gehirn und läßt Ryouko darauf zugreifen, so daß sie sich, Tenchi und Ayeka dorthin teleportieren kann. Doch die Zeit wird knapp, denn die Verstärker haben nur Energie für 10 Minuten, von denen schon 7 um sind. (Von den restlichen drei Minuten dauert allerdings vor allem die dritte ziemlich lange; das erinnerte mich an eine Folge von „Raumschiff Enterprise" - ich glaube, es war „Der Planetenkiller", in dem sich die letzte, alles entscheidende Minute auch auf geheimnisvolle Weise auf 5 Minuten oder so ausdehnte.)

Kain

Zu viert - Noboyuki ist erst mal außer Gefecht - kämpfen sie nun gegen Kain, wobei Achika den entscheidenden Schlag führt. Sie hat die Energie von Jurai und führt das Schwert meisterhaft. Und mit ihm haut sie Kain der Länge nach durch. Derweil, um ganz sicher zu gehen, hat Washuu Kiyone eine Waffe angeliefert, mit der man eine ganze Kleingalaxie auslöschen kann (anscheinend gehört dieses System aber nicht zu Washuus Trickkiste, sondern zur Ausrüstung der galaktischen Polizei, den Kiyone kennt sie). Damit soll, wenn die fünf aus dem Subraum zurück sind, Kain endgültig das Lebenslicht ausgeblasen werden.

Das erscheint überflüssig, denn Achika hat ihn ja schon getötet und in letzter Sekunde gehen sie durch das Tor zurück. Da grabschen Kains Finger wieder nach Achika! Kiyone feuert, gleichzeitig geht das Tor zu: Achika hüben, Kains in Atome zerlegte Überreste drüben - das Timing muß ziemlich knapp gewesen sein.

Auf jeden Fall ist es endlich geschafft. Nun heißt es Abschied nehmen. Einen nach dem anderen transferiert Washuu sie zurück in die Gegenwart. Achika ist sehr glücklich, daß ihr Sohn bei ihr war, denn sie hat ja nach seiner Geburt nicht mehr viel Zeit, wie sie jetzt weiß. Doch um keine weiteren Zeitparadoxa heraufzubeschwören, löscht Ayeka ihre und Noboyukis Erinnerung an all diese Vorkommnisse.

In den letzten Szenen sehen wir Achika und Noboyuki noch mal im weitern Verlauf ihres Lebens, zum Schluß dann den kleinen Tenchi, wie es um seine verstorbene Mutter weint.

Bewertung

- Für einen Physiker wie mich sind die Zeitparadoxa und Zeitbeeinflussungseffekte, wie sie hier dargestellt werden, einfach haarsträubend. Es ist halt so, daß niemand so was je in Echt gesehen hat, also kann man sich ausdenken, was man will, vor allem in einem SF-Märchen, aber trotzdem - irgendwie in sich widerspruchsfrei müßte es schon sein.

Die überwiegende Meinung unter Physikern ist, daß Zeitreise gar nicht möglich ist. Ich glaube das auch (allerdings aus etwas anderen Gründen - näheres dazu hier).


Erstellt am 14.9.1997. Letzte Änderung: 20.2.2014