Tonari no Totoro

Tonari no Totoro

Der Titel übersetzt sich etwa zu "Mein Nachbar Totoro" oder "Totoro aus der Nachbarschaft".

Die Geschichte spielt während der Fünfziger Jahre (je nach Quelle 1955 oder 1958 - im Anime selbst wird nicht näher darauf eingegangen). Die Familie von Professor Kusakabe zieht aufs Land in eine wunderschöne Gegend, die, wie die beiden Töchter Satsuki und Mei bald feststellen, nicht nur landschaftliche Reize, sondern auch ungewöhnliche Bewohner hat: Haus- und Waldgeister nämlich. Der oberste Geist sozusagen ist Totoro, ein freundliches, flauschiges Wesen, das immer wieder auftaucht und die beiden Mädchen schnell ins Herz schließt. Und es verfügt natürlich auch über magische Fähigkeiten. Für Satsuki und Mei beginnt damit ein wunderbarer Abschnitt ihrer Kindheit, angefüllt mit zauberischen Erlebnissen durch die freundlichen und hilfsbereiten Geister.

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Als ich diese Besprechung im Jahre 2002 schrieb, war eine westliche Ausgabe dieses Animes ist nicht in Sicht. "Tonari no Totoro" ist Bestandteil des Ghibli-Disney-Deals, von dem Verschwörungstheoretiker gern behaupten, er diene Disney nur dazu, einen herausragenden Konkurrenten vom Weltmarkt fernzuhalten. Mit anderen Worten, die zahlreichen Meisterwerke von Miyazaki / Studio Ghibli sind außerhalb Japans größtenteils nicht verfügbar und werden so langsam wie nur irgend möglich herausgebracht. Ghibli selbst bringt DVD-Neuauflagen seiner Werke allerdings auch nicht gerade schnell heraus. Herr Miyazaki ist damit sozusagen der Gegenteil von Bill Gates: er hat ein hervorragendes Produkt, aber schlechtes Marketing.

Immerhin gibt es aber in Japan "Tonari no Totoro" inzwischen neu aufgelegt als DVD, die auch eine englische Synchro sowie englische und japanische Untertitel enthält. (Und eine Bonus-DVD mit Zusatzmaterial.)

Die englische Synchro ist sehr gut gelungen, und nur im direkten Vergleich mit der japanischen Fassung fällt auf, daß in der englischen dauernd geredet wird, wenn in der japanischen nichts gesagt wird. Warum die US-Bearbeiter das so für notwendig erachtet haben, weiß ich nicht, es ist aber gewöhnungsbedürftig, wenn man sich die japanische Fassung mit englischen Untertiteln ansieht. Es erscheinen dann dauernd Sätze, zu denen niemand spricht, jedenfalls nicht auf der japanischen Tonspur.

Inzwischen (Stand 2010) sind mehr oder weniger sämtliche Ghibli- und Miyazaki-Filme überall problemlos zu bekommen, Gott sei dank.

Fazit

Die meisten Filme von Miyazaki Hayao sind geniale, herausragende Meisterwerke, und "Tonari no Totoro" macht da keine Ausnahme. Dazu kommt, daß die DVD (in Japan im Laden) nur ca. 4000 Yen kostet. Das ist für diesen Film und diese Ausstattung wirklich ein Schnäppchen.

Und es ist, etwa im Gegensatz zu Mononoke Hime ein Film, den man problemlos auch kleinen Kindern zeigen kann.


Zusammenfassung der Handlung


Die Menschen
Kusakabe Satsuki - Ihr Vater zieht in eine neues Haus auf dem Land. Dort erleben sie und ihre kleine Schwester Mei erstaunliche Abenteuer. "Satsuki" ist ein altes japanisches Wort für den Monat Mai Satsuki Hidaka Noriko
Kusakabe Mei - Sie ist Satsukis kleine Schwester. Eines Tages begegnet sie einem Totoro. Ihr Name entspricht dem japan-englischen Wort für Mai Mei Sakamoto Chika
Kusakabe Tatsuo - Meis und Satsukis Vater ist ein typischer Ghibli-Vater: seinen Töchtern gegenüber sehr liebe- und verständnisvoll und fast genauso fantasiebegabt wie sie. Beruflich ist er Universitätsprofessor Kusakabe Tatsuo Itoi Shigesato
Kusakabe Yasuko - die Mutter liegt im Krankenhaus von Shichikoku-Yama, wartet aber schon sehnsüchtig auf den Tag, an dem sie endlich ihr neues Zuhause in Matsugo sehen kann. An was genau sie erkrankt ist, erfahren wir übrigens nicht Frau Kusakabe Shimamoto Sumi
Kanta - Satsukis Klassenkamerad redet nicht viel. Er spielt gerne den Macho, ist aber in Wirklichkeit ziemlich schüchtern Kanta Amagasa Toshiyuki
Obaa-chan - Sie ist Kantas Großmutter und hilft der Kusakabe-Familie, wo sie nur kann. Außerdem zieht sie sehr leckeres und gesundes Gemüse, was eines Tages Mei auf eine abenteuerliche Idee bringt Obaa-chan Suzuki Reiko
Die Geister
Totoro - Es gibt einen großen, einen mittleren und einen kleinen. Vor allem der große freundet sich mit Mei und Satsuki an Totoro Takagi Hitoshi
Dust-Bunnies (Makurokurosuke) - Sie bestehen aus schwarzem Staub und leben in verlassenen Häusern. Wenn wieder Menschen einziehen, verschwinden sie Dust-Bunnies -
der Katzenbus - Die Waldgeister benutzen natürlich keinen normalen Bus, sondern diesen Katzenbus, der ebenfalls ein Geist ist. Ein sehr hilfsbereiter übrigens.
Eine in etwa lebensgroße Version von ihm steht übrigens im Ghibli-Museum in Mitaka und darf (von Kindern) betreten werden
Katzenbus -

Daten: Regie: Miyazaki Hayao Design: Miyazaki Hayao Erscheinungsjahr: 1988
Bewertung Animation:
Framerate: super Standbilder: kaum Zeichenqualität: sehr gut Character-Design: sehr gut
japanische DVD: Sprachen: japanisch, englisch (jeweils 2.0) Untertitel: japanisch (wahrscheinlich für Hörgeschädigte), englisch Extras: Bonus-DVD
besonders positiv aufgefallen: sehr reichhaltige Ausstattung für ca. 4000 Yen. Diese DVD (genauergesagt das DVD-Set) ist eine Perle besonders negativ aufgefallen: -
Bewertung sonstiges: Handlung: modernes Märchen Besonderheit: der unvergeßliche Katzenbus Musik: sehr gut
Japanische Synchronstimmen: sehr gut Englische Synchronisation: sehr gut Englische Untertitel: geben den englischen Text wieder und erscheinen daher auch an Stellen, an denen in der japanischen Fassung überhaupt nichts gesagt wird (was ständig vorkommt) Gesamt-Beurteilung: genialer Klassiker

Erstellt am 31.3.2002. Letzte Änderung: 7.5.2015