Tokyo-Japan-Anime-Reise: 3. Tag 7.4.2006

Ueno, Nationalmuseum, Hamarikyu-Garten, Schiffsfahrt nach Asakusa, Akihabara


Es ist heute etwas kühl und bewölkt. Nach einem frühen Besuch im Onsen (gegen 6 Uhr) lege ich mich nochmal hin.

Nach dem Frühstück verlasse ich gegen 11 Uhr das Hotel und besuche im Nationalmuseum die Sonderausstellung über einen Priester namens Saichou, der 806 n. Chr. mit Erlaubnis des damaligen Kaisers Kanmu die Tendai-Sekte gründete. (Die gibt es übrigens heute noch.)

Der Eintritt für sowas ist meist ziemlich happig, und so ist es auch diesmal: 1300 Yen. Nun ja. Die Ausstellung ist jedenfalls recht interessant. Was gibt es schon in Europa aus dem 9. Jahrhundert? In Japan hingegen hat sich erstaunlich viel erhalten.

Außerdem ist das Nationalmuseum bzw. dessen Museumsladen eine der wenigen Stellen in Tokyo, wo man sowas wie Ansichtskarten bekommt. Da ich vorhabe, etliche zu verschicken, kaufe ich mir mal eine Ladung und noch ein bißchen Kleinkram. (Wer hat schon ein Mousepad aus dem japanischen Nationalmuseum! Nur schade, daß es zu klein ist, aber das merke ich erst wieder zuhause in der Arbeit, als ich es mal ausprobiere.)

Nach der Sonderausstellung besichtige ich noch die normalen Sammlungen und finde in einer Vitrine auch ein paar Magatamas. Da muß ich doch gleich an Ikkitousen denken und schieße ein Foto für eine Erweiterung meiner entsprechenden Seiten (siehe hier).

Auch sonst haben die hier eine Menge interessanter Sachen aus der japanischen Frühgeschichte.

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Gegen 14 Uhr bin ich soweit durch und gehe durch den Ueno-Park zum JR-Bahnhof.

Schon seit Jahren kampieren im Ueno-Park Penner, und ich habe das Gefühl, daß es immer mehr werden. Auf dem Weg erlebe ich eine Art Predigt, die eine junge Frau vor einer Versammlung dieser Leute hält. Sie missioniert anscheinend für die christliche Kirche, erzählt irgendwas von einem Sei-sama, an den man glauben soll (damit muß wohl Gotte oder Jesus gemeint sein), er werde für das ewige Leben sorgen usw. Auf der Fahne steht: "Kuiaratame yo. Nushi Iesu shinjinasai. Sou sureba sukuwareru" ("Buße! Glaubet an den Herrn Jesus. Wenn ihr das tut, werdet ihr gerettet."), und links neben dem Kreuz: "Nihon Iesu Chuushin Kyokai" ("Japan Jesus Mittelpunkt Kirche"). Was mir dabei besonders auffällt ist die schöne Stimme dieser Frau. Sie könnte ohne weiteres in jeden Anime Synchronsprecherin werden.

Predigt im Ueno-Park vor Pennern

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Als nächstes steht der Hamarikyu-Garten auf dem Programm. Das Wetter ist nicht so optimal, aber es geht. Ich fahre also Richtung Hafen und steige an der Haltestelle Shinbashi aus. Luftlinie ist es von hier bis zum Garten nicht weit ...

Irgendwann komme ich dann jedenfalls dort auch mal an, und es stellt sich heraus, daß dieser Garten wirklich ausgesprochen schön ist - und er kostet natürlich Eintritt, nämlich 300 Yen. Naja, das geht ja.

Hamarikyu-Garten

Neben seinen Schönheiten bietet der Hamarikyu-Garten auch noch etwas anderes, nämlich einen Anlegestelle für eine Hafenrundfahrt. Zumindest verstehe ich das so. Also kaufe ich mir eine Karte und fahre um 15:55 mal per Schiff nach Asakusa.

Eine Rundfahrt ist das nicht direkt, aber so was ähnliches. Allerdings ist die Fahrt den Sumida-Fluß nach Asakusa hoch nicht gerade ein berauschendes Erlebnis. Aber was soll's, es ist ganz nett, und sowas muß man ja auch mal gemacht haben. Um 16:55 erreichen wir dann Asakusa. Ich kaufe mir dann dort noch ein paar Ansichtskarten, denn sonst werde ich in Tokyo keine mehr bekommen. Dann laufe ich hoch zum Ueno-Park und fahre dann hinüber nach Akihabara. Dafür reicht nämlich ein Tag bei weitem nicht.

Ich suche den Tempura-Laden vom letzten Mal, aber den gibt es leider nicht mehr. Aber hungern muß man trotzdem nicht, es gibt genügend andere Restaurants. Wenn man sich ein bißchen auskennt, kann man in Tokyo durchaus gut und billig essen.



Erstellt am 20.4.2006. Letzte Änderung: 1.12.2010