Space Firebird / Hi no Tori 2772

Space Firebird

Dieser klassische Anime-Film aus dem Jahre 1980 erzählt die Geschichte eines Erdenbürgers namens Godo von seiner Erzeugung im Reagenzglas über seine Ausbildung als Raumpilot, erste Liebe, Verbannung, Flucht, Suche nach dem Feuervogel, der magische Kräfte aller Art haben soll (hat er auch) bis hin zu seinem Opfer-Tod und seiner Wiedergeburt.


Godo wächst auf in einer Welt, die im Grunde eine brutale Oligarchie ist, d.h. eine keine Gruppe von Reichen und Mächtigen beherrscht die Welt und plündert sie aus. (Fast ein Dokumentarfilm also.) Die Umweltvernichtung hat so gravierende Ausmaße angenommen, daß die Herrscher sich des legendären Feuervogels bedienen wollen, um ihren Lebensstil weiterführen zu können. Doch den muß erst mal jemand finden und fangen, denn er soll sich in den Tiefen der Galaxie verstecken.

Godo gelingt das Unglaubliche, aber die Sache geht erheblich anders aus, als die Herrscher sich das vorgestellt haben: es gibt etwas, was man im weiteren Sinne als gutes Ende bezeichnen könnte, sowohl für die Erde als auch für die Menschheit als auch für Godo. Dabei spielt der Phönix, der diesem Anime seinen Titel gegeben hat, fast eine Nebenrolle. Doch am Ende sind es seine Kräfte zusammen mit dem reinen Herzen von Godo, die die Erde retten.

*

Diese Geschichte ist die Verfilmung eines Teils einer 12-teiligen Manga-Reihe von Tezuka Osamu, die bereits 1967 begonnen wurde. In "Hi no Tori 2772" finden sich dementsprechend einige Personen wieder, die auch in anderen Geschichten dieses Zyklusses vorkommen, Black Jack etwa. Und auch den Phönix selbst findet man darin immer wieder.

*

Erschienen ist dieses Anime in den 80er Jahren in Deutschland als Verleihcassette mit deutscher Synchronisation, sowie - auf drei Kassetten verteilt - als Kaufvideo. Laut der "Anime Encyclopedia" beträgt die Laufzeit 122 Minuten. Ich habe es nachgemessen, bei mir waren es 115. Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Möglicherweise wurden ein paar Kleinigkeiten geschnitten, was ich aber nicht glaube. Denn auf dem Video gibt es erstaunlicherweise weder Vor- noch Abspann, nicht mal ein Copyright-Hinweis oder Vorschauen auf weitere Filme. Das heißt auch, es läßt sich über die deutsche Bearbeitung nichts herausbekommen.

Fazit

Stellenweise ist dieser Film fast als experimentell zu bezeichnen. Außerdem wurde wohl auch in Richtung Disney geschielt, der ja aus jeden Stoff ein verkitschtes Singspiel macht. Zum Glück haben die Produzenten von "Hi no Tori 2772" sich in dieser Hinsicht doch eher zurückgehalten.

Falls Sie mal Gelegenheit haben (vielleicht mal auf einem Con), sollten Sie sich dieses Anime ruhig einmal ansehen, denn es ist recht interessant und auf jeden Fall ziemlich anders als die meisten anderen Animes, die ich bisher gesehen habe.


Zusammenfassung der Handlung


Godo - Er soll Raumpilot werden, aber man verlangt von ihn dafür auch Töten auf Befehl. Dazu kann er sich jedoch nicht bringen. So wird er in der Gesellschaft zu einem Fremdkörper
Jap. Sprecher: Shiozawa Kaneto
Godo
Olga - Godos Roboter ist gutherzig und liebt ihren Meister über alles. Sie kann sich vielseitig transformieren und macht sich damit immer wieder nützlich Olga
Rock - Er ist Godos Bruder, wurde aber von den Züchtern als Politiker ausersehen. Als solcher wird er schnell mächtig und erfolgreich. Das geht natürlich nur, wenn man genügend brutal, rücksichtslos und menschenverachtend ist (zumindest ist das in diesem Anime so. Ähnlichkeiten mit real existierenden Politikern sind rein zufällig) Rock
Lena - Godo verliebt sich in sie, und sie sich auch in ihn. Rock beansprucht Lena aber für sich. Und nach dem guten, alten Recht des Stärkeren heiratet er sie auch und schickt Godo in ein Straflager, wo er am besten gefälligst umkommen soll Lena
Ito - Chef des Ältestenrates und Lenas Vater ist ein netter alter Trottel, der in diesem Anime nur eine kleine Nebenrolle spielt Ito
Bulkan - Er ist der brutale Ausbilder der Raumkadetten Bulkan
Pincho - Lenas Maskottchen sorgt für Musik und gut abgestaubte Gegenstände aller Art Pincho
Salter - der komische Doktor will erstens von der Erde fliehen und zweitens den Phönix finden. Mit diesem will er dann die Erde retten Salter
Black Jack - der Kommandant des Arbeitslagers auf Island ist ein knallharter Bursche mit einem weichen Kern Black Jack
Der Phönix - ein fast allmächtiges Wesen, das das Schicksal vieler Welten bestimmen kann Phoenix

Da das Video weder Vor- noch Abspann hat, gibt es auch keine Liste der deutschen oder japanischen Sprecher.


Daten: Regie: Sugiyama Taku Idee: Tezuka Osamu Erscheinungsjahr: 1980
Bewertung Animation:
Framerate: mittel Standbilder: einige Zeichenqualität: gut Character-Design: entspricht dem Alter dieses Films
Bewertung sonstiges: Handlung: erscheint zuerst etwas naiv, hat aber einen gewissen Tiefgang Besonderheit: ein sehr vielgestaltiger "Vogel" Musik: nichts auffälliges
Deutsche Synchronisation: brauchbar Gesamt-Beurteilung: interessant

Erstellt am 1.5.2003. Letzte Änderung: 7.5.2015