Air

Air

Sowohl vom Character-Design als auch ein bißchen von der Handlung her erinnert dieses 13-teilige Anime an Kanon. Denn auch hier gibt es Magie, nicht viel, nur ein bißchen, dazu ein paar Geheimnisse und Träume, die fast nur andeutungsweise gelöst werden, ein Mädchen, das sich ins Nichts auflöst und eine sehr ruhige, dafür aber etwas undurchsichtige Handlung. Bei "Air" haben wir dann noch einen quasi nicht vorhandenen Schluß und eine zweite Handlungsebene, die vor 1000 Jahren spielt und so etwas wie die Grundlage für die eigentliche Handlung ist, zu deren Verständnis aber nicht wirklich viel beiträgt. Das ist aber auch gar nicht nötig, denn dieses Anime lebt eher von seinen schönen Charakteren und seiner ruhigen Atmosphäre.

Es geht etwa um folgendes: vor 1000 Jahren starb eine Rasse von geflügelten Menschen aus. Ihr letzter Vertreter lebt im Himmel unter einem uralten Fluch und hinterließ den Menschen auf der Erde nicht mehr als einen Traum vom Fliegen, der sich von einer Generation zur nächsten weitervererbt hat. Diese Vorgeschichte wird ca. ab Folge 8 und in den beiden Extra-Folgen erzählt. Los geht's aber in der Gegenwart, als ein junger Herumtreiber namens Kunisaki Yukito, der sein Geld mit einem winzigen Puppentheater verdient, in das namenlose Städtchen kommt, in dem Misuzu lebt. Misuzu ist die anderen Hauptfigur dieser Geschichte. Sie ist ein bißchen trottelig, trägt ein paar seltsame Macken mit sich herum, weswegen sie immer allein ist, und sie träumt immerzu davon, Flügel zu haben und im Himmel umherzufliegen. Als Yukito und sie zusammentreffen, freunden sie sich an, aber Misuzus Träume werden dadurch stärker und beginnen, sie aufzuzehren.

Mittendrin hört die Handlung dann auf, und wird ab Folge 9 noch mal von vorne erzählt, diesmal aus der Perspektive von Haruko, Misuzus Tante, wobei Yukito diesmal irgendwie teilweise ein Vogel ist und Misuzu am Ende wahrscheinlich stirbt. Alles klar? Naja, macht nichts, das ging mir auch so ...

Fazit

"Air" geht auf ein Spiel zurück, und wie so oft in solchen Fällen ist das Ergebnis nicht sehr überzeugend. Man kann eigentlich nicht sagen, daß die Handlung langweilig oder undurchsichtig wäre, sondern eher, daß es fast keine gibt. Die Produzenten haben es aber trotzdem geschafft, ein unter dem Strich doch recht ansprechendes Anime herauszubringen, das man sich durchaus mal ansehen kann, vor allem, wenn einem "Kanon" gefallen hat.


Zusammenfassung der Handlung


Kunisaki Yukito / Sora - er ist ein Tramp, der sich über Wasser hält, indem er mit seinen telekinetischen Kräften eine kleine Puppe vor Publikum herumhopsen läßt. In Misuzus Städtchen interessiert sich leider keiner für die Show, dafür trifft er aber Misuzu, und das hat für beide schicksalhafte Folgen Kunisaki Yukito Ono Daisuke
Kamio Misuzu - sie ist ziemlich tolpatschig, hat seltsame Marotten und deswegen keinen Freunde (außer Yukito) und sie liebt Dinosaurier, was für die Handlung aber keine weitere Rolle spielt. Dafür hat sie aber seltsame Erinnerungen und meint, ihr anderes Ich fliege irgendwo hoch in den Wolken umher Kamio Misuzu Kawakami Tomoko
Kamio Haruko - Misuzu nennt sie ihre Mutter, aber eigentlich ist sie Misuzus Tante. Sie kümmert sich relativ wenig um ihre "Tochter", doch der Grund dafür ist ziemlich überraschend: eigentlich liebt sie Misuzu sehr, hat aber Angst, daß man sie ihr eines Tages wieder wegnehmen könnte, weil sie ja nicht ihre leibliche Tochter ist. Deswegen hält sie die Distanz möglichst groß Kamio Haruko Hisakawa Aya
Toono Minagi - eine von Misuzus Klassenkameradinnen. Sie ist ziemlich intelligent, redet aber immer ganz langsam. Außerdem ist sie Präsidentin und einziges Mitglied des Schul-Astronomie-Clubs und Michirus beste Freundin. Michiru ist übrigens ein Mädchen, das in dieser Form gar nicht real existiert Toono Minagi Yuzuki Ryoka
Kirishima Kano - auch sie ist ein seltsames Mädchen. Um ihr rechtes Handgelenk trägt sie immer ein zu einer Schleife geknotetes Tuch. Angeblich wird sie, wenn sie es immer trägt und nie abnimmt, zaubern können, wenn sie erwachsen ist. Tatsächlich verdeckt es die Narbe, die entstand, als sie versuchte, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Sie leidet an einer Art supernaturaler Persönlichkeitsspaltung Kirishima Kano Okamoto Asami
Poteto - er ist mehr oder weniger ein Hund und gehört mehr oder weniger zu Kano. Er sagt aber nicht "wau wau", sondern "pika pika" und versteht anscheinend menschliche Sprache, ebenso wie Kano sein "pika pika" versteht Potato Konno Hiromi
Kirishima Hijiri - Kanos große Schwester ist Chefärztin der Kirishima-Klinik und sowieso die einzige Ärztin weit und breit. Als Kano drei war, starb ihre Mutter. Wegen ihrer seltsamer Krankheit wurde Hijiri sogar Ärztin, um sich immer um sie kümmern zu können Kirishima Hijiri Touma Yumi
Michiru - sie ist Minagis besondere Freundin. Eigentlich ist sie nur ein Traum, denn die echte Michiru wäre Minagis kleine Schwester geworden, starb aber bei der Geburt. Trotzdem gibt es auch eine echte Michiru ... Michiru Tamura Yukari
Sora - die Krähe ist zeitweise Misuzus Freund und scheint gelegentlich auch Yukito zu sein ... aber in diesem Anime ist sowieso alles ein bißchen komisch Sora Ono Daisuke
Tachibana Keisuke - er ist Misuzus leiblicher Vater. Nach 10 Jahren, in denen Misuzu bei Haruko gelebt hat, kommt er schließlich auf die Idee, seine Tochter wieder haben zu wollen Tachibana Keisuke Tsuda Kenjiro
Kannabi no Mikoto / Kanna - sie ist eine der letzte geflügelten Menschen und wird von normalen Menschen gefürchtet. Sie verfügt in der Tat über außergewöhnliche Kräfte Kannabi Mikoto Nishimura Chinami
Ryuuya - er lebt im Jahre 994, hat einen militärischen Rang, der ungefähr dem eines Leutnants entspricht und ist beauftragt, Kanna zu bewachen. Statt dessen entwickelt er so etwas wie väterliche Gefühle für sie Ryuuya Hayashi Nobutoshi
Uraha - sie ist Kannas Dienerin und verhilft ihr zur Flucht. Wie sich herausstellt, hat sie relativ starke Zauberkräfte. Diese werden dann nach Kannas Tod von Generation zu Generation weiter vererbt, zuletzt an Yukito Uraha Inoue Kikuko

Daten: Regie: Ishihara Ritsu Skript: Shimo Fumihiko Erscheinungsjahr: 2005
Bewertung Animation:
Framerate: gut Standbilder: kaum Zeichenqualität: sehr gut Character-Design: absolut sehenswert
Bewertung sonstiges: Handlung: nicht sehr viel vorhanden Besonderheit: viele Hauptfiguren mit seltsamen Macken oder Krankheiten Musik: sehr gut
Japanische Synchronstimmen: sehr gut Untertitel: gut Gesamt-Beurteilung: ganz nett

Erstellt am 6.5.2006. Letzte Änderung: 21.2.2014