Prinzessin Tutu

Princess Chuchu - Prinzessin Tutu

Prinzessin Tutut

Vorbemerkung für diejenigen, die sich mit Ballett nicht so gut auskennen: "Tutu" (gesprochen Tütü, weil es ein französisches Wort ist), bezeichnet das bekannte, weiße Balletröckchen. Da es im Japanischen die Silbe "tu" nicht gibt, wurde daraus eben "chuchu", und so kommt der Name dieses Animes zustande.

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"Kamo" oder "Ahiru" heißt auf Japanisch "Ente". "Ahiru" heißt auch die Hauptfigur dieses Animes, und wie es der Name sagt, ist sie eine Ente.

Ahiru schwimmt, wie Enten das so zu tun pflegen, im Teich umher, als die Geschichte beginnt.

Und damit kommen wir zur Handlung dieses Animes, das eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte ist und auch sonst einiges zu bieten hat: tolle Musik und sehr ungewöhnliche Charaktere zum Beispiel.

Also: es gab einmal einen Mann namens Drosselmeyer, der Geschichtenerzähler war. Von ihm stammt die Geschichte des tapferen Prinzen, der sein Herz im Kampf gegen eine dämonische Krähe verlor. Doch bevor Drosselmeyer die Geschichte zuende erzählen konnte, starb er. In "Prinzessin Tutu" beginnt die Handlung nun ungefähr an dieser Stelle. Da es eine Geschichte ist, ist Drosselmeyer als Erzähler sozusagen von außen wieder dabei. Er erscheint vor Ahiru und gibt ihr einen Anhänger, mit dem sie sich in ein Mädchen verwandeln kann. Und nicht nur das: sie kann auch zu Prinzessin Chuchu (Tutu) werden, die dazu ausersehen ist, dem Prinzen die überall verstreuten Stücke seines Herzens zurückzubringen. Ahiru ist davon völlig begeistert, doch damit hat sie eine ziemlich schwere Aufgabe auf sich genommen. Noch dazu, ohne über die Hintergründe auch nur ansatzweise Bescheid zu wissen. Dabei steht alles in Drosselmeyers Buch, das fast jeder in der Stadt kennt. Als Ente hat Ahiru allerdings einen gewissen Nachholbedarf.

Vor allem im zweiten Teil wird die Verschachtelung der Geschichte dann ziemlich kompliziert. Daß Drosselmeyer noch auftauchen kann, liegt daran, daß er eine Möglichkeit gefunden hat, daß die Geschichte auch nach seinem Tod noch weitererzählt wird. Außerdem kommt das Buch, von dem sich die Handlung ableitet ("Prinz und Rabe") im Anime selbst vor. Und es gibt auch noch einen Nachfahren von ihm, der dazu ausersehen ist, durch das Schreiben von Geschichten den Ablauf der Handlung seiner eigenen Realität zu beeinflussen. Und in all dem muß die arme Chuchu sich durchschlagen und ihrem heißgeliebten Prinzen die Stücke seines Herzens zurückgeben mit dem einzigen Lohn vor Augen, am Ende wieder nur eine Ente zu sein. Aber selbst als solche beweist sie noch ungewöhnliches Talent und großen Mut.

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Die Geschichte teilt sich in zwei Hälften. Die Folgen 1 - 13 nennen sich "Kapitel des Eies", die Folgen 14 - 26 "Kapitel des Junges". Und übrigens spielt sie in Deutschland. Meistens sind die Fansubber, die ja mit Japanisch gut zurechtkommen, völlig überfordert, wenn in einem Anime mal etwas deutsches auftaucht, aber hier haben sie es gut hinbekommen.

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Herausgekommen ist dieses Anime bisher (Stand August 2003) im Westen nur als Fansub.

Fazit

"Prinzessin Tutu" ist eins der schönsten Animes, die ich seit längerem gesehen habe: viel klassische Musik, eine spannende, abwechselungsreiche und sehr romantische Handlung, ein niedliches Mädchen als Heldin, eine Menge Überraschungen bei der Geschichte, und das ganze leicht surreal angehaucht. Vor allem kommen sehr seltsame Tiere als Akteure vor: der Direktor eines Wanderzirkusses ist zum Beispiel ein Zitteraal, und unter den Tanzschülern finden wir einen Alligator, einen Ameisenbären, einen Leguan und noch einiges mehr, was man nicht unbedingt an eine Ballett-Schule vermuten würde.

Und aus all dem zusammen ist eine geniale Geschichte geworden. Nur leider eine ohne klassisches glückliches Ende. Der Prinz bekommt zwar seine Prinzessin, aber die Heldin geht leer aus. Schade.

Trotzdem hat mir dieses Anime wirklich gut gefallen, aber es ist (wie immer) sicher nicht jedermanns Geschmack. Zum Glück kostet es ja nichts, mal in den Fansub hineinzuschauen.


Zusammenfassung der Handlung Kapitel des Eies (Teil 1 - 13)

Zusammenfassung der Handlung Kapitel des Junges (Teil 14 - 26)


Drosselmeyer - Er hat diese Geschichte erfunden, ist dann gestorben (eigentlich sogar umgebracht worden), lebt aber innerhalb seiner Geschichte weiter und ist neugierig, wie sie wohl ausgehen mag. Ahiru findet ihn ziemlich spukig, und damit hat sie durchaus recht, auch wenn er sich am Anfang eher harmlos gibt. Aber als Geschichtenerzählen bevorzugt er Tragödien mit vielen Tränen, und deshalb macht er Ahiru das Leben nicht gerade leicht Drosselmeyer Mitani Noboru
Ahiru - Eine Ente, die zu einem Mädchen wird, das sich in die Ballett-Prinzessin Chuchu verwandelt, die es als ihre Aufgabe ansieht, dem tragischen Prinzen Myuuto die Stücke seines Herzens zurückzubringen. Mit diesen Stücken wird aber die böse Krähe versiegelt. Und schlimmer noch: Ahirus Schicksal ist es, sich in Licht aufzulösen, wenn sie dem Prinzen ihre Liebe gesteht Ahiru Katou Nanae
Ahiru als Mädchen Ahiru als Mädchen Katou Nanae
Ruu - Sie tanzt unvergleichlich gut Ballett. Nur Prinzessin Chuchu ist noch besser als sie. Und sie lieben beide Myuuto und sind damit Rivalinnen. Tatsächlich ist Ruu vielleicht sogar die böse Krähe, wegen der Myuuto sein Herz verloren hat. Zumindest sieht es am Anfang danach aus Ruu Mizuki Nana
Myuuto - Nachdem er sein Herz herausgeholt hat, um die Monsterkrähe zu besiegen, ist er völlig teilnahmslos. Nichts kann ihn mehr berühren - bis eines Tages Prinzessin Chuchu auftaucht und ihm das erste Stück seines Herzens zurückbringt. Und so kehren nach und nach seine Gefühle wieder zu ihm zurück. Doch das kann durchaus eine schmerzhafte Sache sein. Oder sogar eine sehr gefährliche, wenn so ein Stück mal in die falschen Hände fällt Myuuto Yanagi Naoki
Fakia - Er spielt eine ziemlich undurchsichtige Rolle, und Ahiru hält ihn für ihren erbitterten Feind im Kampf um Myuuto. Aber so einfach ist die Sache nicht Fakia Sakurai Takahiro
Edel - Sie ist eine Art lebende Puppe und hilft Ahiru gelegentlich mit guten Ratschlägen. Ahiru mag sie sehr gerne, und obwohl Edel als Puppe keine Gefühle empfinden können sollte, fängt sie schließlich an, Ahiru auch zu mögen. Diese Gefühle erschrecken sie buchstäblich zu Tode Edel Hiramatsu Akiko
Neko-sensei - er ist eine Katze und unterrichtet an der Kinkan-Akademie die Ballett-Klassen. Wenn die Mädchen nicht folgsam sind, droht er ihnen, sie müßten ihn heiraten. Besonders Ahiru bekommt das oft zu hören Neko-sensei Matsumoto Yasunori
Pike und Ririe - die beiden sind Ahirus Klassenkameradinnen. Daß Ahiru eines schönen Tages einfach da war, ohne vorher (als Mensch) existiert zu haben, wundert sie nicht, weil eben damit die Geschichte anfängt. Vorher war nichts. Jedenfalls mögen die beiden Ahiru und ihre tolpatschige Art sehr und sind vor allem von ihrer tragischen Beziehung zu Myuuto ganz begeistert Pike und Ririe Pike: Matsumoto Sachi
Ririe: Shiratori Yuri
Die Monsterkrähe - dieses Ungeheuer ist so riesig, daß man es fast nie komplett zu sehen bekommt. Es erinnert eher an den Ober-Dämon Aburam aus Lamune Fire als an eine Krähe, und macht sich hervorragend als fieses End-Monster Die Monsterkrähe ?
Uzura - Sie ist das Maskottchen des Kapitels des Junges und die Nachfolgerin von Edel Uzura ?
Autor - Er weiß sehr viel über Drosselmeyer und über seine Nachfahren, zu denen er sich auch selbst rechnet. Er ist ein ziemlich arroganter, blasierter Typ, aber trotzdem für Fakia sehr nützlich Autor ?

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, daß es für die meisten Namen auch eine Art offizielle Romaji-Transkription gibt: Chuchu - Tutu, Myuuto - Mytho (oder Mythos), Pike - Pique, Claire - Krähe, Ririe - Lilie, Fakia - Fakir.


Daten: Regie: Kawamoto Shogo, Sato Junichi Design: Ito Ikuko Erscheinungsjahr: 2002
Bewertung Animation:
Framerate: gut Standbilder: kaum Zeichenqualität: sehr gut (soweit man das bei einem Fansub sagen kann) Character-Design: sehr niedlich
Bewertung sonstiges: Handlung: in sich verschachtelt und mit einigen Überraschungen Besonderheit: ein ballett-tanzender Ameisenbär und weitere exotische Tiere Musik: sehr gut
Japanische Synchronstimmen: sehr gut Fansub technisch: gut. Die Fansubber haben sich auch mit der sonstigen Bearbeitung viel Mühe gegeben Fansub-Untertitel: gut Gesamt-Beurteilung: super

Erstellt am 2.8.2003. Letzte Änderung: 24.9.2010